Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest

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Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest
Daten
Länge 2690 km
Lage Deutschland, Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn
Startpunkt Wartburg, Eisenach, Thüringen, Deutschland
50° 57′ 58″ N, 10° 18′ 23″ O
Zielpunkt Budapest, Ungarn
47° 30′ 0″ N, 19° 3′ 0″ O
Typ Fernwanderweg
Ausgangspunkt des Wanderweges auf der Wartburg (mit falscher Kilometerangabe wegen vertauschten Ziffern)
Kontrollpunkt auf dem Lilienstein (Sächsische Schweiz)

Der Internationale Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest (kurz EB-Weg) ist ein Fernwanderweg, der durch Deutschland, Tschechien, Polen, die Slowakei und Ungarn führt. Er ist 2690 Kilometer lang.

Ausgangspunkt des Bergwanderweges ist die Wartburg in Eisenach. Der Streckenabschnitt von der Hohen Sonne bis Neuhaus am Rennweg verläuft auf dem Rennsteig. Weiterhin führt der Weg über Thüringer Schiefergebirge, Vogtland, Erzgebirge, Sächsisch-Böhmische Schweiz, Lausitzer Gebirge, Jeschkengebirge, Isergebirge, Bober-Katzbach-Gebirge, Glatzer Schneegebirge, Altvatergebirge, Beskiden, Mala Fatra, Mátra und Bükk bis nach Budapest.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1980 fand in Eisenach und Wilhelmsthal das XIV. Internationale Touristentreffen der Freundschaft unter Beteiligung großer Delegationen aus der Tschechoslowakei und der Volksrepublik Polen statt. Der Kulturbund der DDR, Fachgruppe Wandern und Touristik, war Ausrichter der Veranstaltung, wobei die Idee zur Schaffung eines Fernwanderweges innerhalb der Sozialistischen Staatengemeinschaft entstand. Zunächst war sogar geplant, den Wanderweg bis ans Schwarze Meer zu verlängern, um auch Rumänien und Bulgarien einbeziehen zu können.[1]

Am 28. Mai 1983 wurde in Eisenach der Bergwanderweg mit einem Festakt auf der Wartburg eröffnet. Nach einer Ansprache von Kulturbund-Funktionären und dem Direktor der Wartburg wurde gemeinsam die erste Etappe zum Großen Inselsberg „angewandert“. An dieser Premiere nahmen auch zahlreiche angereiste ausländische Wanderer vom tschechischen Československý svaz tělesné výchovy (ČSTV), dem polnischen Polskie Towarzystwo Turystyczno-Krajoznawcze (PTTK) und vom ungarischen Magyar Természetbarát Szövetség (MTSZ) teil. Im Oktober 1983 wurde auch der ungarische Abschnitt in Budapest eröffnet.[2]

Bis 1989 war der Bergwanderweg der Freundschaft der einzige grenzüberschreitende Fernwanderweg der ehemals sozialistischen Staaten DDR, Polen, Tschechoslowakei und Ungarn. Lediglich in Bulgarien wurde mit dem Bergwanderweg Kom–Emine ein ähnliches Projekt realisiert, das aus politischen Gründen keinen Anschluss in die Nachbarstaaten fand.

Als Erster bewältigte im Sommer 1987 der Erfurter Wanderer Wolfgang Buchenau die Gesamtstrecke - und dies sogar zusammenhängend ohne Unterbrechung. Er benötigte dafür 74 Tage.[3]

Nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs wurde der größte Teil des EB-Weges in den Europäischen Fernwanderweg E3 integriert. Der EB-Weg gilt heute als Teil und Ergänzung des E3, wobei er in Thüringen und Sachsen seine eigene Wegführung beibehalten hat. Demzufolge hat er in Deutschland weiterhin einen hohen Bekanntheitsgrad, während man das EB-Logo in Richtung Osten weitgehend durch das E3-Logo ersetzt hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Simon: Eisenach - Budapest. Der Weg durch Thüringen; fernwege.de Roxheim 2009; ISBN 978-3-937304-98-4 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Martin Simon: Eisenach - Budapest. Der Weg im Erz- und Elbsandsteingebirge; Conrad Stein Verlag; 1. Auflage 2014; ISBN 978-3-86686-467-2 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Martin Simon: Europäischer Fernwanderweg E3 durch die Sudeten; fernwege.de Roxheim 2008; ISBN 978-3-937304-74-8 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Martin Simon: Europäischer Fernwanderweg E3 durch die Beskiden; fernwege.de Roxheim 2008; ISBN 3-937304-92-4 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Martin Simon: Eisenach - Budapest. Der Weg in den polnischen Beskiden; fernwege.de Roxheim 2010; ISBN 978-3-941366-16-9 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Martin Simon: Eisenach - Budapest. Der Weg in der Slowakei und Ungarn; fernwege.de Roxheim 2012; ISBN 978-3-941366-20-6 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Martin Simon: E4:Eisenach - Budapest, von Putnok nach Budapest; Conrad Stein Verlag; 1. Auflage 2014; ISBN 978-3-86686-468-9 (Detaillierte Wegbeschreibung, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten).
  • Dieter Biladt: Von der Wartburg bis nach Budapest. Eine Wanderung durch ein Stück Mitteleuropa; 172 Seiten S/W; epubli Berlin 2009 (Detaillierte Reisebeschreibung mit Zusammenstellung aller Gebirge und Gipfel im Anhang, auch Online).
  • Az Országos Kéktúra. Budapest-Hűvösvölgytöl Hollóházáig; Ifjúsági és Sportminisztérium, Cartographia Kft. Budapest 2001; ISBN 963-352-536-5 CM (Karten des ungarischen Teilabschnittes im Maßstab 1:40.000, Wegbeschreibung und Übernachtungsmöglichkeiten in ungarischer Sprache).
  • 25 Jahre Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest 1983-2008. Festschrift, Verein Freunde des EB e.V., 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Weigel: Der Bergwanderweg der Freundschaft. Ein internationaler Wanderweg und seine ersten Etappen (Eisenach bis Inselsberg). In: Das Volk. Erfurt April 1983.
  2. Fritz Galle: Der Internationale Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach-Budapest. Vor einem Jahr war Eröffnung in Eisenach. In: Stadtverwaltung Eisenach (Hrsg.): EISENACH-information. Heft 5/84. Eisenach 1984, S. 5–7.
  3. Gerhard Müller: Im Alleingang bis zur Donau. Der Erfurter Dr. Wolfgang Buchenau wanderte in 74 Tagen über 2700 Kilometer von Eisenach bis nach Budapest. In: Das Volk. Erfurt 23. November 1987, S. 5.