Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien
| Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien | ||
|---|---|---|
Dienstgebäude des ICTY in Den Haag |
||
| Englische Bezeichnung | International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY) | |
| Französische Bezeichnung | Tribunal pénal international pour l’ex-Yougoslavie (TPIY) | |
| Organisationsart | Ad-hoc-Strafgerichtshof | |
| Sitz der Organe | ||
| Vorsitz | Richter Theodor Meron (USA), Präsident des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien | |
| Gründung |
25. Mai 1993 |
|
| Oberorganisation | Sicherheitsrat der Vereinten Nationen | |
| www.icty.org | ||
Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (französisch Tribunal pénal international pour l’ex-Yougoslavie, kurz TPIY; englisch International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia, kurz ICTY), umgangssprachlich häufig auch UN-Kriegsverbrechertribunal oder Haager Tribunal genannt, ist ein Ad-hoc-Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag.
Er wurde durch Resolution 827 des UNO-Sicherheitsrats vom 25. Mai 1993 geschaffen und ist zuständig für die Verfolgung schwerer Verbrechen, die seit 1991 in den Jugoslawienkriegen begangen wurden. Als gemeinsame Nachfolgeeinrichtung des ICTY und des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda fungiert ab Juli 2012 der Internationale Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe, der für die Übergangszeit bis 2014 parallel zu den beiden Ad-hoc-Gerichtshöfen besteht.
Die ehemalige Schweizer Chefanklägerin Carla Del Ponte wurde am 1. Januar 2008 durch den Belgier Serge Brammertz abgelöst.[1]
Inhaltsverzeichnis
Zuständigkeiten[Bearbeiten]
Gemäß dem Statut hat der Strafgerichtshof folgende Zuständigkeiten:
- Sachlich: Der Gerichtshof ist befugt, vier Kategorien von Straftaten zu verfolgen: schwere Verletzungen der Genfer Konventionen, Verstöße gegen die Gesetze oder Gebräuche des Krieges, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
- Persönlich: Die Gerichtsbarkeit umfasst ausschließlich natürliche Personen (keine Organisationen oder Regierungen).
- Räumlich: Auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawiens begangene Straftaten.
- Zeitlich: Seit 1991 begangene Straftaten.
- Konkurrierend: Der Gerichtshof hat Vorrang vor den einzelstaatlichen Gerichten.
Prozesse können nur gegen persönlich Anwesende geführt werden, Angeklagte haben als Höchststrafe lebenslange Freiheitsstrafe zu erwarten. Der Strafvollzug erfolgt in einem der Staaten, die sich in Verträgen mit den Vereinten Nationen bereit erklärt haben, Verurteilte entgegenzunehmen. Der Gerichtshof kann Verfahren auch an zuständige nationale Gerichte wie die Sonderkammer für Kriegsverbrechen am Bezirksgericht Belgrad überweisen.
Organisationsaufbau[Bearbeiten]
Der Strafgerichtshof besteht aus der Gerichtsverwaltung, zuständig auch für die als United Nations Detention Unit bezeichnete Untersuchungshaftanstalt des Gerichts im Den Haager Stadtteil Scheveningen, in dem die Verdächtigten in Untersuchungshaft sitzen, einer Anklagebehörde sowie den Kammern.
Der Anklagebehörde steht ein unabhängig arbeitender Chefankläger vor. Ernannt wird dieser – auf Vorschlag des UN-Generalsekretärs – vom UN-Sicherheitsrat. Derzeitiger Chefankläger ist der Belgier Serge Brammertz, welcher der Schweizerin Carla del Ponte gefolgt ist. Von 1997 bis 1998 hatte die Kanadierin Louise Arbour, davor der Südafrikaner Richard Goldstone (1994–1996) diesen Posten inne – der ursprünglich als erster Chefankläger ausersehene Venezolaner Escovar Salom hatte letztlich abgesagt. Die Chefankläger von 1994 bis 2003 waren bis zur Umstrukturierung des Strafgerichtshofes im September 2003 auch gleichzeitig Chefankläger des zweiten UN-Tribunals, des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda.
Dem Gerichtshof gehören 18 ständige Richter an, die sich auf drei Strafkammern und eine Berufungskammer verteilen. 16 der ständigen Richter werden durch die UN-Generalversammlung aus einer vom UN-Sicherheitsrat festgelegten Liste gewählt. Die zwei weiteren ständigen Richter werden vom Präsidenten des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda nach Absprache mit dem Präsidenten des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien aus dem Kreis der Richter des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda ernannt.
Die ständigen Richter wählen aus ihren Reihen den Präsidenten des Strafgerichtshofes – derzeit der US-Amerikaner Theodor Meron, der im November 2011 den Jamaikaner Patrick Robinson ablöste. Vor diesem hatten diese Position der Italiener Fausto Pocar (2005–2008), ebenfalls Theodor Meron (2002–2005), der Franzose Claude Jorda (1999–2002), die US-Amerikanerin Gabrielle Kirk McDonald (1997–1999) sowie der Italiener Antonio Cassese (1993–1997) inne.
Stellvertretender Präsident ist derzeit der Maltese Carmel A. Agius.
Neben den ständigen Richtern stehen weitere zwölf sogenannte Ad-litem-Richter zur temporären Verstärkung für einzelne Prozesse bereit. Die drei Strafkammern verhandeln in erster Instanz. Sie sind jeweils mit dreien der durch die UN-Generalversammlung gewählten ständigen Richter besetzt. Die Berufungskammer besteht aus sieben ständigen Richtern, darunter die zwei durch den Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs für Ruanda ernannten Richter. Der Präsident des Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien ist kraft Amtes zugleich Vorsitzender der Berufungskammer. Die sieben Richter der Berufungskammer bilden gleichzeitig die Berufungskammer für den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda.
Der Etat des Gerichtshofs wird von der UN-Generalversammlung verabschiedet. Ferner finanziert sich das Gericht durch Spenden von Staaten oder überstaatlichen Organisationen wie zum Beispiel der Europäischen Kommission. Über die Höhe des Etats und die Spender informiert der ICTY in seinen Jahresberichten.[2]
Insgesamt sind 919 Angestellte aus 76 Nationen beschäftigt. Das Budget beträgt etwa 150 Millionen US-Dollar pro Jahr.[3]
Die ständigen Richter[Bearbeiten]
Theodor Meron, Präsident
Carmel A. Agius, Vizepräsident
Koffi Kumelio Afande
Jean-Claude Antonetti
Guy Delvoie
Christoph Flügge
Burton Hall
Khalida Khan
O-Gon Kwon
Liu Daqun
Bakone Justice Moloto
Howard Morrison
Mandiaye Niang
Alphons M.M. Orie
Fausto Pocar
Arlette Ramaroson
Patrick L. Robinson
William Hussein Sekule
Bakhtiyar Tuzmukhamedov
Ehemalige ständige Richter: Georges Abi-Saab (Ägypten), Mohamed Bennouna (Marokko), Iain Bonomy (Vereinigtes Königreich), Antonio Cassese (Italien), Jules Deschênes (Kanada), Amin El Abbassi El Mahdi (Ägypten), Asoka de Zoysa Gunawardana (Sri Lanka), Mehmet Güney (Türkei), David Anthony Hunt (Australien), Saad Saood Jan (Pakistan), Claude Jorda (Frankreich), Adolphus Godwin Karibi-Whyte (Nigeria), Germain Le Foyer De Costil (Frankreich), Haopei Li (China), Richard George May (Vereinigtes Königreich), Gabrielle Kirk McDonald (USA), Florence Ndepele Mwachande Mumba (Sambia), Rafael Nieto-Navia (Kolumbien), Elizabeth Odio Benito (Costa Rica), Kevin Parker (Australien), Almiro Simões Rodrigues (Portugal), Fouad Abdel-Moneim Riad (Ägypten), Wolfgang Schomburg (Deutschland), Mohamed Shahabuddeen (Guyana), Rustam S. Sidhwa (Pakistan), Sir Ninian Stephen (Australien), Christine Van den Wyngaert (Belgien), Lal Chand Vohrah (Malaysia), Patricia M. Wald (USA), Wang Tieya (China), Andresia Vaz (Senegal), Inés Mónica Weinberg de Roca (Argentinien)
Die Ad-litem-Richter[Bearbeiten]
Ehemalige Ad-litem-Richter: Carmen Maria Argibay (Argentinien), Hans Henrik Brydensholt (Dänemark), Maureen Harding Clark (Irland), Justice Ali Nawaz Chowhan (Pakistan), Pedro David (Argentinien), Fatoumata Dembélé Diarra (Mali), Albin Eser (Deutschland), Elizabeth Gwaunza (Simbabwe), Mohammed El Habib Fassi Fihri (Marokko), Claude Hanoteau (Frankreich), Frederik Harhoff (Dänemark), Frank Höpfel (Österreich), Ivana Janu (Tschechien), Tsvetana Kamenova (Bulgarien), Uldis Kinis (Lettland), Per-Johan Viktor Lindholm (Finnland), Joaquín Martín Canivell (Spanien), Janet M. Nosworthy (Jamaika), Prisca Matimba Nyambe (Sambia), Michèle Picard (Frankreich), Árpád Prandler (Ungarn), Kimberly Prost (Kanada), Vonimbolana Rasoazanany (Madagaskar), Amarjeet Singh (Singapur), Ole Bjørn Støle (Norwegen), Albertus Swart (Niederlande), György Szénási (Ungarn), Chikako Taya (Japan), Krister Thelin (Schweden), Stefan Trechsel (Schweiz), Volodymyr Vassylenko (Ukraine), Sharon Williams (Kanada)
Jeweils drei Richter leiten das Hauptverfahren und bestimmen anschließend mit 2:1 Mehrheit oder einstimmig das Urteil ohne Hilfe von Schöffen oder Geschworenen Die Berufungskammer entscheidet mit einfacher Mehrheit. Manche Richter beurteilen zugleich mehrere Verfahren und es gibt aktenkundige Ersatzrichter.
Verurteilte und Ankläger können einmal berufen, in Ausnahmefällen, wenn neuere Ermittlungsergebnisse wesentliche Zweifel aufwerfen, hebt eine weitere Berufungskammer ein bereits rechtskräftiges Berufungsurteil auf. Im Fall Duško Tadić[4] wurde nach dem rechtskräftigen Schuldspruch die Anklage ausgeweitet und neuerlich verhandelt, ohne dass dies als unzulässige Doppelbestrafung angesehen wurde. Im Fall Haradinaj et al. kam es nach dem rechtskräftigen Freispruch zu einer weiteren Anklage, da nachträglich belastendes Material aufgetaucht war.
Strafen[Bearbeiten]
Einzig zulässige Strafe ist die Haftstrafe, die nach oben unbegrenzt verhängt werden kann. Sowohl sehr lange Zeitstrafen (45 Jahre) als auch lebenslänglich wurden bereits ausgesprochen. Nach Abzug der Auslieferungs- und Untersuchungshaft wird die Reststrafe im gewöhnlichen Strafvollzug eines Vertragsstaates mit dem ICTY verbüßt.
Folgende Staaten inhaftieren rechtskräftig Verurteilte: Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Dänemark, Großbritannien, Belgien, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien; Weitere Vertragsstaaten noch ohne Transfer: Polen, Slowakei, Ukraine, Albanien, Portugal.[5]
Anklagen[Bearbeiten]
Umfang[Bearbeiten]
Seitdem der Strafgerichtshof im Dezember 1994 seine Tätigkeit voll aufnehmen konnte, wurden richterlich bestätigte Anklageschriften gegen 161 Verdächtigte veröffentlicht, 133 davon fanden sich – zwangsweise oder freiwillig – beim Tribunal ein.
Seit der Festnahme von Goran Hadžić am 20. Juli 2011 ist keiner der Angeklagten mehr flüchtig.
In 36 Fällen wurde die Anklage zurückgezogen: Gegen 20 Personen wurde die Anklage im Vorverfahren mangels belastendem Material eingestellt, 10 Angeklagte starben noch vor ihrer Auslieferung, 6 während des Hauptverfahrens.
In den rechtsgültigen Urteilen des Strafgerichtshofes kam es bislang zu 64 Schuld- und 13 Freisprüchen, 13 Angeklagte wurden an andere Gerichte ausgeliefert. (Alle Angaben: Stand September 2011; verlinkte Az führen zum entsprechenden Case Information Sheet des ICTY).[6] 20 Angeklagte bekannten sich in wesentlichen Punkten schuldig.
Am 13. September 2011 gab es 35 laufende Verfahren: 16 Berufungsverfahren, 17 Verfahren der 1. Instanz und 2 Vorverfahren (Goran Hadžić und Ratko Mladić).[7]
Die Fälle der UÇK-Kommandeure Haradinaj, Balaj und Brahimaj wurden im Juli 2010 wieder aufgenommen. Am 29. November 2012 befand man alle drei Kommandeure für nicht schuldig.[8]
Anklagen[Bearbeiten]
Besonderes Interesse erregte der im Februar 2002 begonnene Prozess gegen Slobodan Milošević, Jugoslawiens sowie Serbiens ehemaligen Präsidenten, der im März 2006 kurz vor Ende seines Prozesses in Untersuchungshaft verstarb. Er war in der jüngeren Rechtsgeschichte das erste noch amtierende Staatsoberhaupt, das vor einem internationalen Strafgericht angeklagt wurde.[9]
Angeklagt sind oder waren:
| Name | Nationalität | Schuld- bekenntnis |
Urteil* 1. Instanz |
Berufungs- urteil |
Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Rahim Ademi | Kosovo-Albaner | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Kroatien freigesprochen |
| Mehmed Alagić | Bosniake | nicht s. | vor Prozessende verstorben | ||
| Zlatko Aleksovski | Bosnischer Kroate | nicht s. | 2,5 | 7 | |
| Stipo Alilović | Bosnischer Kroate | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Milan Babić | Kroatischer Serbe | schuldig | 13 | 13 | |
| Mirko Babić | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Haradin Bala | Kosovo-Albaner | schuldig | 13 | 13 | |
| Idriz Balaj | Kosovo-Albaner | nicht s. | Freispruch | Aufhebung | neue Anklage |
| WAV* Balaj | nicht s. | Freispruch | -- | keine Berufung | |
| Nenad Banović | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Predrag Banović | Bosnischer Serbe | schuldig | 8 | -- | keine Berufung |
| Ljubiša Beara | Bosnischer Serbe | nicht s. | lebenslang | lebenslang | |
| Vidoje Blagojević | Bosnischer Serbe | nicht s. | 18 | 15 | |
| Tihomir Blaškić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 45 | 9 | |
| Janko Bobetko | Kroate | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Ljubomir Borovčanin | Bosnischer Serbe | nicht s. | 17 | -- | keine Berufung |
| Goran Borovnica | Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Ljube Boškoski | Mazedonier | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Lahi Brahimaj | Kosovo-Albaner | nicht s. | 6 | 6 | neue Anklage |
| WAV* Brahimaj | nicht s. | Freispruch | -- | keine Berufung | |
| Miroslav Bralo | Bosnischer Kroate | schuldig | 20 | 20 | |
| Radoslav Brđanin | Bosnischer Serbe | nicht s. | 32 | 30 | |
| Mario Čerkez | Bosnischer Kroate | nicht s. | 15 | 6 | |
| Ivan Čermak | Kroate | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Ranko Češić | Bosnischer Serbe | schuldig | 18 | -- | keine Berufung |
| Valentin Ćorić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 16 | laufend | |
| Zejnil Delalić | Bosniake | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Hazim Delić | Bosniake | nicht s. | 18 | 18 | |
| Rasim Delić | Bosniake | nicht s. | 3 | -- | keine Berufung (verstorben) |
| Miroslav Deronjić | Bosnischer Serbe | schuldig | 10 | -- | keine Berufung |
| Slavko Dokmanović | Serbe | nicht s. | vor Prozessende verstorben | ||
| Vlastimir Đorđević | Serbe | nicht s. | 27 | 18 | |
| Damir Došen | Bosnischer Serbe | schuldig | 5 | -- | keine Berufung |
| Simo Drljača | Bosnischer Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Đorđe Đukić | Bosnischer Serbe | nicht s. | vor Prozessende verstorben | ||
| Dražen Erdemović | Bosnischer Kroate | schuldig | 10 | 5 | |
| Anto Furundžija | Bosnischer Kroate | nicht s. | 10 | 10 | |
| Dušan Fuštar | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 9 Jahre Haft |
| Dragan Gagović | Bosnischer Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Stanislav Galić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 20 | lebenslang | |
| Ante Gotovina | Kroate | nicht s. | 24 | Freispruch | |
| Zdravko Govedarica | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| (?) Gruban | Anklage zurückgezogen | ||||
| Momčilo Gruban | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 7 Jahre Haft |
| Milan Gvero | Bosnischer Serbe | nicht s. | 5 | -- | keine Berufung (verstorben) |
| Goran Hadžić | Kroatischer Serbe | nicht s. | laufend | ||
| Enver Hadžihasanović | Bosniake | nicht s. | 5 | 3,5 | |
| Sefer Halilović | Bosniake | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Ramush Haradinaj | Kosovo-Albaner | nicht s. | Freispruch | Aufhebung | neue Anklage |
| WAV* Haradinaj | nicht s. | Freispruch | -- | keine Berufung | |
| Janko Janjić | Bosnischer Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Nikica Janjić | Bosnischer Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Gojko Janković | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 34 Jahre Haft |
| Goran Jelisić | Bosnischer Serbe | schuldig | 40 | 40 | |
| Dragan Jokić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 9 | 9 | |
| Miodrag Jokić | Serbe | schuldig | 7 | 7 | |
| Drago Josipović | Bosnischer Kroate | nicht s. | 15 | 12 | |
| Radovan Karadžić | Montenegr. Serbe | nicht s. | laufend | ||
| Marinko Katava | Bosnischer Kroate | Anklage zurückgezogen | |||
| Duško Knežević | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 31 Jahre Haft |
| Dragan Kolundžija | Bosnischer Serbe | schuldig | 3 | -- | keine Berufung |
| Dragan Kondić | Anklage zurückgezogen | ||||
| Dario Kordić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 25 | 25 | |
| Milojica Kos | nicht s. | 6 | -- | keine Berufung | |
| Predrag Kostić | Anklage zurückgezogen | ||||
| Radomir Kovač | Bosnischer Serbe | nicht s. | 20 | 20 | |
| Milan Kovačević | Bosnischer Serbe | nicht s. | vor Prozessende verstorben | ||
| Vladimir Kovačević | Montenegr. Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Serbien verhandlungsunfähig |
| Momčilo Krajišnik | Bosnischer Serbe | nicht s. | 27 | 20 | |
| Milorad Krnojelac | Bosnischer Serbe | nicht s. | 7,5 | 15 | |
| Radislav Krstić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 46 | 35 | |
| Amir Kubura | Bosniake | nicht s. | 2,5 | 2 | |
| Dragoljub Kunarac | Bosnischer Serbe | nicht s. | 28 | 28 | |
| Mirjan Kupreškić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 8 | Freispruch | |
| Vlatko Kupreškić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 6 | Freispruch | |
| Zoran Kupreškić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 10 | Freispruch | |
| Miroslav Kvočka | Bosnischer Serbe | nicht s. | 7 | 7 | |
| Goran Lajić | Anklage zurückgezogen | ||||
| Esad Landžo | Bosniake | nicht s. | 15 | 15 | |
| Vladimir Lazarević | Serbe | nicht s. | 15 | 14 | |
| Fatmir Limaj | Kosovo-Albaner | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Paško Ljubičić | Bosnischer Kroate | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 10 Jahre Haft |
| Milan Lukić | Bosnischer Serbe | nicht s. | lebenslang | lebenslang | |
| Sredoje Lukić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 30 | 27 | |
| Sreten Lukić | Serbe | nicht s. | 22 | 20 | |
| Zoran Marinić | Anklage zurückgezogen | ||||
| Mladen Markač | Kroate | nicht s. | 18 | Freispruch | |
| Milan Martić | Kroatischer Serbe | nicht s. | 35 | 35 | |
| Vinko Martinović | Bosnischer Kroate | nicht s. | 18 | 18 | |
| Željko Mejakić | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 21 Jahre Haft |
| Radivoje Miletić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 19 | 18 | |
| Slobodan Miljković | Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Dragomir Milošević | Bosnischer Serbe | nicht s. | 33 | 29 | |
| Slobodan Milošević | Serbe | nicht s. | vor Prozessende verstorben | ||
| Milan Milutinović | Serbe | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Ratko Mladić | Bosnischer Serbe | nicht s. | laufend | ||
| Darko Mrđa | Bosnischer Serbe | schuldig | 17 | -- | keine Berufung |
| Mile Mrkšić | Kroatischer Serbe | nicht s. | 20 | 20 | |
| Zdravko Mucić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 7 | 9 | |
| Agim Murtezi | Kosovo-Albaner | Anklage zurückgezogen | |||
| Isak Musliu | Kosovo-Albaner | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Mladen Naletilić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 20 | 20 | |
| Dragan Nikolić | Bosnischer Serbe | schuldig | 23 | 20 | |
| Drago Nikolić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 35 | 35 | |
| Momir Nikolić | Bosnischer Serbe | schuldig | 27 | 20 | |
| Mirko Norac | Kroate | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Kroatien 6 Jahre Haft |
| Dragan Obrenović | Bosnischer Serbe | schuldig | 17 | -- | keine Berufung |
| Dragoljub Ojdanić | Serbe | nicht s. | 15 | -- | Berufung zurückgezogen |
| Naser Orić | Bosniake | nicht s. | 2 | Freispruch | |
| Vinko Pandurević | Bosnischer Serbe | nicht s. | 13 | 13 | |
| Dragan Papić | Bosnischer Kroate | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Nedeljko Paspalj | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Nebojša Pavković | Serbe | nicht s. | 22 | 22 | |
| Milan Pavlić | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Momčilo Perišić | Serbe | nicht s. | 27 | Freispruch | |
| Biljana Plavšić | Bosnische Serbin | schuldig | 11 | -- | keine Berufung |
| Milivoj Petković | Bosnischer Kroate | nicht s. | 20 | laufend | |
| Milutin Popović | Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Vujadin Popović | Bosnischer Serbe | nicht s. | lebenslang | lebenslang | |
| Slobodan Praljak | Bosnischer Kroate | nicht s. | 20 | laufend | |
| Dragoljub Prcać | Bosnischer Serbe | nicht s. | 5 | 5 | |
| Draženko Predojević | Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Jadranko Prlić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 25 | laufend | |
| Berislav Pušić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 10 | laufend | |
| Miroslav Radić | Serbe | nicht s. | Freispruch | Freispruch | |
| Mlađo Radić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 20 | 20 | |
| Ivica Rajić | Bosnischer Kroate | schuldig | 12 | -- | keine Berufung |
| Mitar Rašević | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 8,5 Jahre Haft |
| Željko Ražnatović „Arkan“ | Serbe | in Belgrad ermordet | |||
| Nikola Šainović | Serbe | nicht s. | 22 | 18 | |
| Ivan Šantić | Anklage zurückgezogen | ||||
| Vladimir Šantić | Bosnischer Kroate | nicht s. | 25 | 18 | |
| Dragomir Šaponja | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Željko Savić | Anklage zurückgezogen | ||||
| Vojislav Šešelj | Serbe | nicht s. | laufend | aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig freigelassen | |
| Duško Sikirica | Bosnischer Serbe | schuldig | 15 | -- | keine Berufung |
| Franko Simatović | Serbe | nicht s. | Freispruch | laufend | |
| Blagoje Simić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 17 | 15 | |
| Milan Simić | Serbe | schuldig | 5 | -- | keine Berufung |
| Pero Skopljak | Kroate | Anklage zurückgezogen | |||
| Veselin Šljivančanin | Montenegriner | nicht s. | 5 | 17 | auf 10 Jahre reduziert |
| Milomir Stakić | Bosnischer Serbe | nicht s. | lebenslang | 40 | |
| Jovica Stanišić | Serbe | nicht s. | Freispruch | laufend | |
| Mićo Stanišić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 22 | laufend | |
| Radovan Stanković | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 20 Jahre Haft |
| Bruno Stojić, | Bosnischer Kroate | nicht s. | 20 | laufend | |
| Vlajko Stojiljković | Serbe | vor Prozessbeginn verstorben | |||
| Pavle Strugar | Montenegriner | nicht s. | 8 | 7,5 | |
| Nedjeljko Timarac | Bosnischer Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Duško Tadić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 20 | 20 | nachträglich weitere Anklage weiteres Urteil von 25 Jahren zweites Berufungsurteil: 20 Jahre |
| Miroslav Tadić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 8 | -- | keine Berufung |
| Momir Talić | Bosnischer Serbe | nicht s. | vor Prozessende verstorben | ||
| Johan Tarčulovski | Mazedonier | nicht s. | 12 | 12 | |
| Stevan Todorović | Bosnischer Serbe | schuldig | 10 | -- | keine Berufung |
| Savo Todović | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 12,5 Jahre Haft |
| Zdravko Tolimir | Bosnischer Serbe | nicht s. | lebenslang | lebenslang | |
| Milorad Trbić | Bosnischer Serbe | nicht s. | ausgeliefert | -- | in Bosnien 30 Jahre Haft |
| Mitar Vasiljević | Bosnischer Serbe | nicht s. | 20 | 15 | |
| Zoran Vuković | Bosnischer Serbe | nicht s. | 12 | 12 | |
| Simo Zarić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 6 | -- | keine Berufung |
| Milan Zec. | Serbe | Anklage zurückgezogen | |||
| Dragan Zelenović | Bosnischer Serbe | schuldig | 15 | 15 | |
| Zoran Žigić | Bosnischer Serbe | nicht s. | 25 | 25 | |
| Stojan Župljanin | Bosnischer Serbe | nicht s. | 22 | laufend |
Quelle:[10]
*) Die Zahl bezeichnet die Haftdauer in Jahren; „laufend“ bedeutet laufendes Verfahren noch ohne Urteil, WAV ist die Abkürzung von Wiederaufnahmeverfahren nach Urteilsaufhebung.
Wenn es kein Berufungsurteil gibt, wurde entweder auf die Berufung verzichtet oder diese als unbegründet verworfen, weil im Antrag keine gravierende Fehleinschätzung der 1. Instanz behauptet und begründet worden war.
Beendigung[Bearbeiten]
Mit der feierlichen Eröffnung des Internationalen Residualmechanismus' für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe im Juli 2013 wird zahlreiches Personal für Presseabteilung, Übersetzungen und Archive schrittweise in dieses neuerrichtete Tribunal wechseln. Künftig wird der Residualmechanismus Haftentlassungen, Hafterleichterungen, Medienarbeit etc. regeln. Mit Abschluss der Berufungen von Dordević, Sainatović et al. und dem Ersturteil Šešelj sind für 2013 weitere Verfahrensabwicklungen geplant, das Berufungsurteil im Fall Popović et al. folgt 2014. Karadžić wird 2015, Hadžić und Mladić spätestens 2016 das Urteil der ersten Instanz erhalten. Damit wird der ICTY geschlossen, Berufungen sind in Zukunft an den Residualmechanismus zu richten. In Banja Luka und Sarajevo wird jeweils ein Informationszentrum errichtet mit Zugang zu allen Audiodateien und über 2.000.000 Dokumenten.[11]
Kritik[Bearbeiten]
Kosta Čavoški, serbischer Professor für Völkerrecht, dem wegen behaupteter Verbindungen zu Kriegsverbrechern die Einreise nach Bosnien-Herzegowina nicht mehr gestattet ist,[12] kritisierte unter anderem, dass das Tribunal völkerrechtswidrig gegründet worden sei. Es basiere auf einer großzügigen Interpretation des Kapitels VII der UN-Charta, in dem von „besonderen Maßnahmen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren oder wiederherzustellen“ die Rede sei.[13] Angeklagte wie der ehemalige serbische und jugoslawische Präsident Slobodan Milošević seien in verfassungswidriger Weise entführt oder ausgeliefert worden.[13] Dieser sei auch nicht ordnungsgemäß medizinisch behandelt worden.[14] Dieser Argumentation folgt der Rechtswissenschaftler Konstantinos D. Magliveras, der beklagt, dass das Tribunal seine eigenen Regeln nach Belieben gestalte und keiner unabhängigen Kontrolle unterstehe. Da der Ankläger ein Organ des Tribunals sei, komme ihm eine dominierende Stellung im Verfahren zu. Aussagen von Zeugen, deren Identität vom Gericht geheim gehalten werde, seien als Beweismittel zulässig.[15] Ebenso sei zu kritisieren, dass keine Appellationsmöglichkeit für verurteile Angeklagte gegeben sei. Norman Paech, emeritierter Hochschullehrer und Politiker der Linken, ist der Ansicht, dass das Tribunal politisch instrumentalisiert werde.[16] Weiterhin hieß es, dass sich das Tribunal nur für Verbrechen interessiere, die von Tätern ehemals jugoslawischer Nationalität verübt worden seien, während Hinweisen auf Kriegsverbrechen von NATO-Mitgliedsstaaten nicht nachgegangen werde.[17][18] Schließlich würden Angeklagte serbischer Nationalität gegenüber anderen benachteiligt: Während viele muslimische oder kroatische Angeklagte mit verhältnismäßig geringen Haftstrafen davonkämen, würden Angeklagte wie zum Beispiel Biljana Plavšić meist zu langen Haftstrafen verurteilt.[13]
Dagegen hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am 4. Mai 2000 im Fall Naletilic gegen Kroatien entschieden, dass das Jugoslawien-Tribunal ein internationales Gericht sei, das in Anbetracht des Inhalts seines Statuts und seiner Prozessordnung alle notwendigen Sicherheiten für einen fairen Prozess biete, einschließlich derjenigen der Unbefangenheit und Unabhängigkeit (in view of the content of its Statute and Rules of Procedure, offers all the necessary guarantees including those of impartiality and independence).[19]
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Slavenka Drakulić: Keiner war dabei. Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht. Paul Zsolnay Verlag Wien 2004 ISBN 3-552-05290-9 (Kapitel Triumph des Bösen und Die Wandlung der Biljana Plavšić online bei eurozine.com)
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Webpräsenz des ICTY (englisch/französisch/bosnisch-kroatisch-serbisch/albanisch/mazedonisch)
- Entscheidungssammlung des ICTY im Legal Tools Projekt
- Deutsche Übersetzung der Resolution 827
- Statut des ICTY
- Deutsche Übersetzung des Statuts des ICTY; Stand: November 2000 (PDF, 34 kB)
- Information des Auswärtigen Amts zum ICTY
Quellen[Bearbeiten]
- ↑ „SECURITY COUNCIL APPOINTS SERGE BRAMMERTZ, FORMER LEAD INVESTIGATOR OF LEBANESE PRIME MINISTER’S DEATH, TO HEAD INTERNATIONAL TRIBUNAL FOR FORMER YUGOSLAVIA“, Resolution 1786 des UN-Sicherheitsrates, 28. November 2007
- ↑ ICTY-Jahresbericht 2007, pdf 198 kb, S.23-25, ICTY-Jahresbericht 2006, pdf 222 kb, S.24, ICTY-Jahresbericht 2005, pdf 405 kb, S. 47, 61, Seite mit allen ICTY-Jahresberichte seit 1994
- ↑ The Cost of Justice (Budget und Personal laut ICTY) Abgerufen am 3. Mai 2015.
- ↑ Der Fall Duško Tadić Abgerufen am 3. Mai 2015.
- ↑ Enforcement of Sentences Abgerufen am 3. Mai 2015.
- ↑ http://www.un.org/icty/cases-e/factsheets/procindex-e.htm
- ↑ offizielle Anklagestatistik des Tribunals
- ↑ Freispruch für die UÇK-Kommandeure Haradinaj, Balaj und Brahimaj (PDF; 159 kB)
- ↑ Eintrag auf der Website des ICTY
- ↑ [ http://www.icty.org/action/cases/4] Case Information Sheet
- ↑ [1] (PDF; 334 kB) Report des Tribunals zu dessen Beendigung
- ↑ Bosnia to expel Serbian professor, B92, June 4, 2008
- ↑ a b c Kosta Čavoški: The Hague against Justice, Center for Serbian Studies, Belgrade 1996
- ↑ Jonathan Widell, Dr Patrick Barriot and Jacques Vergès: Moscow Calling. Why Milošević was never trated in Russia? serbianna.com, 25. August 2006
- ↑ Konstantinos D. Magliveras: "The Interplay Between the Transfer of Slobodan Milosevic to the ICTY and Yugoslav Constitutional Law" (PDF; 56 kB) In: EJIL (2002), Vol. 13, No. 3, pp. 661-677.
- ↑ Sinn und Missbrauch internationaler Gerichtsbarkeit, AG Friedensforschung an der Uni Kassel
- ↑ Paolo Benvenuti: The ICTY Prosecutor and the Review of the NATO Bombing Campaign against the Federal Republic of Yugoslavia (PDF; 164 kB), EJIL (2001) Vol. 12, No. 3, pp. 503-529
- ↑ Avner Gidron & Claudio Cordone: Faut-il juger l'OTAN? Le Monde Diplomatique, Juli 2000
- ↑ European Court of Human Rights, Decision as to the Admissibility of Application no. 51891/99 by Mladen Naletilić against Croatia, 4. Mai 2000
Koordinaten: 52° 5′ 40″ N, 4° 17′ 4″ O