Internationaler Violinwettbewerb Henri Marteau

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Der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau wird alle drei Jahre in der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg sowie in der Freiheitshalle in Hof ausgerichtet.

Der 6. Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau ist vom 24. April bis 06. Mai 2017 geplant.

Gründung, Trägerschaft und Kooperation[Bearbeiten]

Der 125. Geburtstag des deutsch-französischen Geigers und Komponisten Henri Marteau 1999 inspirierte den Freundeskreis der Musikbegegnungsstätte Haus Marteau e.V., den Internationalen Violinwettbewerb zu planen und ihn 2002 und 2005 durchzuführen. 2007 übernahm der Bezirk Oberfranken die Trägerschaft für den Wettbewerb. Die künstlerische und organisatorische Gesamtleitung liegt seitdem bei den Hofer Symphonikern. Seit April 2012 ist der Wettbewerb Mitglied in der World Federation of International Music Competitions.[1]

Ziele und Förderprogramm[Bearbeiten]

Der Wettbewerb hat das Ziel, junge Musikerinnen und Musiker im Alter von höchstens 25 Jahren auf dem Weg zu einer Solistenkarriere zu fördern und den Namen von Henri Marteau im internationalen Bewusstsein zu verankern, dem zu seinen Lebzeiten die gezielte Förderung seiner Schüler ein besonderes Anliegen war. Außerdem ermöglicht der Wettbewerb den Kontakt der jungen Musiker zu anerkannten Professorinnen und Professoren sowie Solistinnen und Solisten. Der musikalische Austausch unter den Nachwuchssolisten aus aller Welt trägt zur kulturellen Völkerverständigung bei.

Ein Kennzeichen des Wettbewerbs ist das umfangreiche Förderprogramm, das die Künstler danach begleitet. Dabei werden Kontakte zu renommierten Orchestern, Stipendien für Meisterkurse, Konzertengagements und Anschlussproduktionen mit dem Medienpartner Bayerischer Rundfunk vermittelt. Somit werden die Nachwuchskünstler nach dem Wettbewerb einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Für die Gewinner des Wettbewerbs kann dies einen wichtigen Schritt zu einer Tätigkeit als solistisch konzertierende Künstler bedeuten.

Auftragskompositionen[Bearbeiten]

Seit 2011 vergibt der Wettbewerb im Vorfeld Kompositionsaufträge für Pflichtstücke. Der Auftrag 2011 ging an den türkischen Komponisten Fazıl Say, der darauf Cleopatra für Violine solo op. 34 schuf. Für 2014 wurde der US-amerikanische Komponist Steven Mackey beauftragt, der Repeated Notes für Violine solo komponierte.

Ablauf[Bearbeiten]

Eröffnet wird der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau, der unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer steht, traditionell mit einem Eröffnungskonzert, bei dem Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Wettbewerbe zu hören sind.

In den folgenden Tagen (erste Runde und Semifinale) spielen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der hochrangig besetzten Jury anspruchsvolle Werke der Konzertliteratur für Violine vor, teils solistisch, teils mit Klavierbegleitung. Jurypräsident ist der britische Dirigent Gilbert Varga, Sohn des berühmten ungarischen Violinisten Tibor Varga und 1980 bis 1985 Chefdirigent der Hofer Symphoniker. Die erste Runde und das Semifinale des Wettbewerbs finden in der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg statt. Das Finale, bei dem ein großes Violinkonzert gefordert wird, erfolgt mit dem Orchester der Hofer Symphoniker in der Freiheitshalle Hof.

Der Wettbewerb schließt mit einem feierlichen Galakonzert der Preisträgerinnen und Preisträger und der Hofer Symphoniker in der Freiheitshalle Hof.

Preise[Bearbeiten]

Die Preise und Auszeichnungen umfassen eine Gesamtsumme von 35.000 Euro, darunter sind 10.000 Euro für den 1. Platz, 7.500 Euro für den 2. Platz und 5.000 Euro für den 3. Platz. Hinzu kommen zahlreiche Sonderpreise in Form von Geldbeträgen (500 bis 1.000 Euro), Stipendien für Meisterkurse, die dreijährige Leihgabe einer Kopie der berühmten Maggini-Geige Marteaus, eine Rundfunkproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk mit anschließender CD-Veröffentlichung sowie die Vermittlung von Konzertengagements.

Preisträgerinnen und Preisträger[Bearbeiten]

Die ersten Preisträgerinnen und Preisträger der bisherigen Wettbewerbe waren:[2]

2014
  • 1. Preis: Fedor Rudin, Frankreich
  • 2. Preis: Misako Akama, Japan
  • 3. Preis: Minkyum Kim, Südkorea
2011
  • 1. Preis: Tobias Feldmann, Deutschland
  • 2. Preis: Edouard Mätzener, Schweiz
  • 3. Preis: Ji Young Lim, Südkorea
2008
  • 1. Preis: Andrey Baranov, Russland
  • 2. Preis: Alexandra Conunova, Moldawien
  • 3. Preis: Byol Kang, Deutschland
2005

Kategorie A (geboren nach dem 31. Dezember 1987):

  • 1. Preis: Danae Papamatthäou-Matschke, Griechenland
  • 2. Preis: Paula Sumane, Lettland
  • 3. Preis: Sarah Christian, Deutschland
  • 4. Preis: Nizan Bartana, Israel

Kategorie B (geboren zwischen dem 01. Januar 1980 und dem 31. Dezember 1987):

  • 1. Preis: Stefan Tarara, Deutschland
  • 2. Preis: Rebekka Hartmann, Deutschland
  • 3. Preis: Sang-Mee Huh, Südkorea
  • 4. Preis: Zsolt-Tihamer Visontay, Ungarn
2002

Kategorie A (geboren nach dem 31. Dezember 1984):

  • 1. Preis: Yuki Manuela Janke, Deutschland/Japan
  • 2. Preis: Jung Yoon Yang, Korea
  • 3. Preis: Adam Banda, Ungarn

Kategorie B (geboren zwischen dem 01. Januar 1977 und dem 31. Dezember 1984):

  • 1. Preis: Andreas Janke, Deutschland/Japan
  • 2. Preis: Yoon Shin Song, Südkorea
  • 3. Preis: Lucja Madziar, Polen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.wfimc.org/Webnodes/en/Web/Public/Competitions/Competition+info?org=34952
  2. http://www.violinwettbewerb-marteau.de/de/portrait/preistraeger.html