Internationales Netzwerk investigativer Journalisten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Internationales Netzwerk investigativer Journalisten

Das Internationale Netzwerk investigativer Journalisten (englisch International Consortium of Investigative Journalists; abgekürzt ICIJ) ist ein Projekt der Center for Public Integrity (CPI) in den USA. Zu den Aufgaben des ICIJ gehört die Aufdeckung von Machtmissbrauch, Korruption und Pflichtverletzung durch mächtige öffentliche und private Institutionen. Das ICIJ wertete Millionen Unterlagen über Steueroasen und Briefkastenfirmen sowie geheime Finanzgeschäfte bekannter Persönlichkeiten in Steueroasen aus, unter anderem die Panama Papers und die Paradise Papers. Das ICIJ wird von den von George Soros gegründeten Open Society Foundations unterstützt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICIJ wurde 1997 als Projekt des Center for Public Integrity (CPI) gegründet. Im November 2018 veröffentlichte das ICIJ gemeinsam mit Partnern die als Implant Files bekannten Recherchen zu Medizinprodukten.[2][3] Letzteres war die erste Recherche, die nicht auf Leaks von Whistleblowern basierte.[4] Im November 2019 veröffentlichte das ICIJ in Kooperation mit Partnern ihre Recherchen über die China Cables[5] und im September 2020 die FinCEN-Files.[6]

Journalisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Netzwerk gehören mehr als 200 Journalisten in 70 Ländern an.[7] Hans Leyendecker, der Leiter des Ressorts Investigative Recherche bei der Süddeutschen Zeitung, gehört zum Netzwerk investigativer Journalisten aus Deutschland[8] wie auch Bastian Obermayer und Frederik Obermaier.[1] Aus Österreich war der Anfang 2015 verstorbene Journalist Kurt Kuch Mitglied des ICIJ, 2018 wurde Michael Nikbakhsh als Vollmitglied in das Netzwerk aufgenommen.[9][10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICIJ organisiert den Daniel Pearl Awards for Outstanding International Investigative Reporting.[11] Der Award wird aktuell nicht vergeben.

Das ICIJ erhielt 2019 den von GuideStar vergebenen Preis Gold Seal of Transparency[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bastian Obermayer, Frederik Obermaier: Die Ibiza-Affäre. Innenansichten eines Skandals. Mit einem Vorwort von Armin Wolf. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019, ISBN 978-3-462-05407-1, S. 44.
  2. The Implant Files: a global investigation into medical devices Sammelwerk=ICIJ. (icij.org [abgerufen am 29. November 2018]).
  3. tagesschau.de: Implant Files Dossier. Abgerufen am 29. November 2018 (deutsch).
  4. Katrin Langhans, Frederik Obermaier: So lief die Recherche. In: Süddeutsche Zeitung. 25. November 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 2. Dezember 2018]).
  5. China Cables | China’s Operating Manuals for Mass Internment. In: ICIJ. Abgerufen am 14. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  6. Global banks defy U.S. crackdowns by serving oligarchs, criminals and terrorists. In: ICIJ. 20. September 2020, abgerufen am 22. September 2020 (amerikanisches Englisch).
  7. ICIJ Journalists. In: ICIJ. (icij.org [abgerufen am 11. November 2017]).
  8. Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: ICIJ - Internationales Netzwerk investigativer Journalisten. In: Süddeutsche Zeitung. 4. April 2016, abgerufen am 9. September 2020.
  9. Profil: Michael Nikbakhsh wird Mitglied des ICIJ. Artikel vom 5. Juni 2018, abgerufen am 11. Juni 2018.
  10. ICIJ member Michael Nikbakhsh. Abgerufen am 11. Juni 2018.
  11. https://web.archive.org/web/20120128093443/http://www.iwatchnews.org/icij/pearl-awards
  12. https://www.guidestar.org/profile/81-4739107