Internationales Zentrum für Berufsbildung der UNESCO

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Internationales Zentrum für Berufsbildung der UNESCO
International Centre for Technical and Vocational Education and Training
 

Langer Eugen in Bonn
Organisationsart
Kürzel UNESCO-UNEVOC
Leitung Soo-Hyang Choi
Status aktiv
Gegründet 2000
Hauptsitz Bonn, DeutschlandDeutschland Deutschland
Oberorganisation UNESCO
unevoc.unesco.org

Das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO (Kurzbezeichnung „UNESCO-UNEVOC“) ist eine von acht Sondereinrichtungen („Institutes and Centres“) im Bereich Bildung der UNESCO.[1] UNESCO-UNEVOC wurde im Jahr 2000 gegründet und 2002 in Bonn eingeweiht. Die Organisation wird finanziert durch die UNESCO sowie aus Drittmitteln, unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.[2][3] UNESCO-UNEVOC unterstützt die Mitgliedstaaten der UNESCO in der Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer Berufsbildungssysteme (englisch „Technical and Vocational Education and Training“, abgekürzt TVET). Das Zentrum koordiniert ein weltweites Netzwerk („UNEVOC Network“) aus Berufsbildungsinstitutionen und -organisationen. Mitglieder sind unter anderem nationale Ministerien und führende Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen.[4] Das Zentrum arbeitet im Kontext der Berufsbildungs-Strategie der UNESCO für 2016–2021 und der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.[5][6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 erkannte die Generalkonferenz der UNESCO im Rahmen eines Übereinkommens über die berufliche Bildung an, dass die “Entwicklung der beruflichen Bildung zur Erhaltung des Friedens und zur Völkerverständigung beitragen soll” und damit zum Auftragsbereich der Organisation gehörte.[7] In diesem Zusammenhang wurde 1992 in Berlin ein “Internationales Projekt für technische und berufliche Bildung” initiiert und bald darauf das UNEVOC-Netzwerk gegründet.[8] Das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO wurde 1999 durch Beschluss der 30. UNESCO-Generalkonferenz gegründet.[4] Ein Jahr später einigten sich UNESCO und die Deutsche Regierung darauf, das Zentrum als erste Organisation des entstehenden Bonner UN-Campus im Langen Eugen anzusiedeln. Die förmliche Eröffnung erfolgte im April 2002.[9][10]

Ziele und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UN Campus in Bonn

Das internationale Zentrum für Berufsbildung "unterstützt die Mitgliedstaaten der UNESCO dabei, den Zugang zur Berufsbildung sowie ihre Qualität zu verbessern und lebenslanges Lernen zu ermöglichen."[11] Die Arbeit des Zentrums orientiert sich an der Berufsbildungs-Strategie der UNESCO für 2016–2021[5][6] und der mittelfristigen Strategie von UNESCO-UNEVOC für den Zeitraum 2018–2020.[12] Sie sieht eine entscheidende Rolle der Berufsbildung für die Erreichung der Bildungsagenda 2030 der Vereinten Nationen.[13] Die Programme orientieren sich an drei thematischen Prioritäten: Verbesserung der Beschäftigungsaussichten junger Menschen und Förderung unternehmerischen Denkens, Förderung von Chancengleichheit und Gleichberechtigung der Geschlechter, und Erleichterung des Übergangs zu umweltverträglichem Wirtschaften und gesellschaftlichem Zusammenleben. Erreicht werden sollen die Ziele durch Aktivitäten in zwei Maßnahmenbereichen: Stärkung der Handlungsfähigkeit von Führungskräften, um sie beim Umbau von Berufsbildungssystem zu unterstützen, sowie Förderung von Vernetzung und Zusammenarbeit, Wissensaustausch und wechselseitigem Lernen.[12] Eine zentrale Bedeutung hierbei hat das von UNESCO-UNEVOC koordinierte UNEVOC-Netzwerk. Es umfasst 247 Mitgliedsinstitutionen in 167 Mitgliedsstaaten der UNESCO (2017).[14] Mitglieder des Netzwerks sind unter anderem nationale Ministerien und führende Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen.[15] UNESCO-UNEVOC organisiert und beteiligt sich an Konferenzen, Arbeitstreffen und Expertentreffen mit Vertretern aus dem UNEVOC-Netzwerk and Vertretern anderer nationaler und internationaler Organisationen.[16][17][18][19][20] UNESCO-UNEVOC stellt ferner etablierte Online-Dienste zur Verfügung: Dazu gehören "TVETipedia" (ein englischsprachiges Glossar mit Begriffen der Berufsbildung), die "World TVET Database" mit Länderprofilen, sowie das "TVeT Forum", eine offene Online-Community und Mailingliste für Experten der beruflichen Bildung, die bereits in den 1990er Jahren gegründet wurde.[21][22][23]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About us: Institutes and Centres. UNESCO, abgerufen im Oktober 2018.
  2. IDRC/CRDI: An Assault on Poverty: Basic Human Needs, Science and Technology. IDRC, 1997, ISBN 978-1-55250-026-2 (google.com [abgerufen am 8. Oktober 2018]).
  3. Das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO. (PDF) UNESCO-UNEVOC, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  4. a b Records of the General Conference: Resolution. (PDF) UNESCO, 2000, abgerufen im September 2018.
  5. a b UNEVOC Website. UNESCO-UNEVOC, 2016, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  6. a b Strategy for Technical and Vocational Education and Training (2016–2021). UNESCO, 2016, abgerufen im September 2018.
  7. UNESCO (Hrsg.): Übereinkommen über die berufliche Bildung (englisch: Convention on Technical and Vocational Education). 1989 (unesco.de [PDF; abgerufen am 10. Oktober 2018]).
  8. Second International Congress on Technical and Vocational Education. UNESCO, 1999, abgerufen im Oktober 2018.
  9. UNESCO Executive board, Hundred and sixty-fourth Session. (PDF) 10. Mai 2002, abgerufen im Oktober 2018.
  10. Bildung ist der Schlüssel zur Entwicklung. General Anzeiger Bonn, 9. April 2002, abgerufen am 8. Oktober 2010.
  11. Berufliche Bildung. Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 10. Oktober 2018.
  12. a b UNESCO-UNEVOC: UNESCO-UNEVOC Medium-Term Strategy. (PDF) UNESCO-UNEVOC, 2018, abgerufen am 9. Oktober 2018.
  13. Bildungsagenda 2030. In: Deutsche UNESCO-Kommission. (unesco.de [abgerufen am 9. Oktober 2018]).
  14. UNESCO-UNEVOC (Hrsg.): UNESCO-UNEVOC in Action. Biennial Report 2016-2017. 2018 (unesco.org [PDF]).
  15. UNESCO-UNEVOC: The UNEVOC Network. Manual of Operating Procedures. (PDF) UNESCO-UNEVOC, abgerufen am 9. Oktober 2018.
  16. ITS takes part in the UNESCO-UNEVOC regional forum Africa. International Training & Support, abgerufen im Juni 2014.
  17. Final Report UNESCO-UNEVOC International Experts seminar. Dublin Institute of Technology, 2008, abgerufen im Juni 2014.
  18. UNITAR contributes to UNESCO-UNEVOC international Forum on TVET. 2012, abgerufen im Juni 2014.
  19. CEDEFOP (Hrsg.): Jahresbericht 2012. 2012 (europa.eu [PDF]).
  20. International Forum on the role of the UNEVOC network on TVET for a sustainable future. Chair in Applied Research for Education in Prison, 2012, abgerufen im Juni 2014.
  21. UNESCO-UNEVOC: TVETipedia. CEDEFOP, abgerufen im Juni 2014.
  22. TVETipedia. (Nicht mehr online verfügbar.) BIBB, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen im Juni 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.foraus.de
  23. World TVET Database now totals 50 country reports. Centre for Research & Development in Adult and Lifelong Learning, Februar 2014, abgerufen im Juni 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]