Internetmarke

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Die Internetmarke ist ein im August 2008 eingeführter Online-Service der Deutschen Post AG zum Selbstausdruck von Frankiervermerken per PDF für Briefsendungen.[1] Dabei entstehen keine zusätzlichen Kosten über den Portowert hinaus.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel für eine aktuelle Internetmarke
Beispiel für eine vom Briefzentrum falsch bearbeitete Internetmarke (diese wird eigentlich nicht per Stempel, sondern digital entwertet)
Beispiel für eine in ein Adressfeld integrierte Internetmarke mit Absenderreferenzen

Die Internetmarke verfügt über einen Matrixcode, die sogenannte „Postmatrix“. Als Hinweis auf das Produkt „Internetmarke“ dienen die Buchstaben „IM“.

Bis Juli 2018 wurde dem 26x26-DataMatrix-Code zwei vertikale Striche vorangestellt, die ein Finden und Identifizieren des Matrixcodes in den Briefzentren der Deutschen Post erleichtern sollten. Neben dem Entgelt wurden zudem noch Erstellungsmonat und -jahr aufgedruckt.

Seitdem wird nur noch der Matrix-Code verwendet, aber nun auch das genaue Datum der Erstellung angegeben. Die Marke verfügt über eine 20-stellige Identifikationsnummer, deren erste 10 Stellen die Seriennummer (eindeutige Kennzeichnung für jeden registrierten Nutzer) und deren zweite 10 Stellen eine fortlaufende Nummerierung darstellen. Über diese Identifikationsnummer erfolgt die Prüfung und digitale Registrierung des Portos in den Briefzentren. Durch diese Maßnahme wird eine Mehrfachnutzung der Marken erkannt und unterbunden. Die Internetmarke ähnelt damit sowohl im Aussehen als auch in der Funktionalität der Frankiermaschine und der DV-Freimachung.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist prinzipiell keine Registrierung zur Nutzung nötig, wenn bei einer Bestellung Porto für mehr als 10 Euro erworben wird oder die Verrechnung mit der Stampit-Portokasse gewählt wird. Bei Zahlung mit Giropay oder PayPal gibt es je Bestellung einen Mindestzahlbetrag von 10 Euro, auch wenn der Kunde für weniger als 10 Euro Marken kaufen möchte; bei einer Registrierung wird die Differenz als Guthaben für die nächste Bestellung hinterlegt und dann automatisch verrechnet. Für die Bezahlung mit Lastschrift muss man sich registrieren, auch hier gilt der Mindestzahlbetrag. Es gilt ein Höchstzahlbetrag von 20 Euro (mit Ausnahme: Aufladen der Portokasse, hier sind Aufladungen bis 110 Euro möglich). Jeder einzelne Briefmarkenkauf wird per E-Mail bestätigt.

Folgende Produkte können frankiert werden:

  • Briefe und Postkarten ohne Zusatzleistungen weltweit
  • Presse und Buch international
  • innerhalb Deutschlands ferner
    • Einschreiben
    • Bücher- und Warensendungen
    • Dialogpost

Das Porto wird dabei anhand des gewählten Produkts und der gegebenenfalls gewählten Zusatzprodukte automatisch berechnet.

Die Einlieferung ist in den Filialen der Deutschen Post, an einer Packstation oder Paketbox möglich. Wertmarken für Pakete und Päckchen werden über die DHL-Online-Frankierung erstellt.

Der Druck von Internetmarken für alle anderen Sendungen erfolgt über eine PDF-Datei und einen Drucker auf Etiketten, Umschläge oder Papier, alternativ bietet die Deutsche Post Addins für die Textverarbeitungsprogramme Microsoft Word, Open Office und Libre Office an.[2] Bei fehlgeschlagenen Drucken kann die Datei erneut ausgedruckt werden. Die Internetmarke ist nicht an eine vorher anzugebende Empfängeradresse gebunden und blieb anfangs unbegrenzt gültig, sofern sich das entsprechende Porto nicht änderte. Seit Juni 2014 verliert die Internetmarke mit Ablauf des dritten auf den Kauf folgenden Jahres ihre Gültigkeit.[3]

Bei Portoerhöhungen können für die Internetmarke ausschließlich Internetmarke-Ergänzungsmarken verwendet werden, eine Mischfrankatur mit Postwertzeichen-Ergänzungsmarken ist nicht erlaubt.

Internetmarken für Briefe können mit verschiedenen Motiven (aus einer Bildergalerie) passend zum Anlass oder Empfänger gestaltet werden. Dadurch kommen sie einer echten Briefmarke der Deutschen Post verhältnismäßig nahe. Genau wie diese werden sie auch rechts oben auf dem Umschlag platziert. Die Einlieferung erfolgt wie „normal“ frankierte Sendungen.

Nicht genutzte oder irrtümlich gekaufte Internetmarken können online zurückgegeben werden; der Betrag wird auf demselben Weg erstattet wie die ursprüngliche Bezahlung erfolgte.

Automatisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möchte ein Online-Shop-Betreiber seinen Kunden einen günstigen Versand mit der Deutschen Post anbieten, müssen die Sendungen weitgehend manuell abgewickelt werden. Die Automatisierung mit der Internetmarke ist nur bedingt möglich. Mehrere Adressen können durch Upload einer CSV-Datei über die Browseroberfläche importiert werden. Der Tarif kann über die CSV-Datei aber nicht gewählt werden, sodass dem Shop-Betreiber nichts anderes übrig bleibt als den teureren Tarif für alle Sendungen zu verwenden oder von günstigen Tarifen auf Kosten von Mehrarbeit (mehrfache Imports) zu profitieren.[4]

Für die Automatisierung wird von der Deutschen Post ein Microsoft Word Add-In und ein OpenOffice Add-In zur Verfügung gestellt. Ferner bietet Lexware eine Anbindung über die eigene Windows-Software. Softwareentwickler können mit dem Report Generator List & Label ab Version 22 direkt im Report Designer die Frankierung erzeugen (Vereinbarung mit der Deutschen Post nötig).[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handhabung der Internetmarke ist nicht so flexibel wie die einer herkömmlichen Briefmarke. So ist eine „Mischfrankierung“ durch die AGB des Produkts ausgeschlossen,[6] das heißt Internetmarke und gewöhnliche Briefmarke dürfen nicht kombiniert werden.

Gemäß Briefunterlagen des betrieblichen Datenschutzbeauftragten der Deutschen Post kann bei Betrugsverdacht der Käufer der Internetmarke anhand der auf der Marke aufgedruckten Seriennummer ermittelt werden.[7] Jede einzelne Frankierung einer Internetmarke wird in eine Positiv-Liste eingetragen und so zur wiederholten Verwendung gesperrt; diese Daten werden von der Deutschen Post unbefristet gespeichert. In der Antwort des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit wird dies nicht beanstandet, da eine Internetmarke keine Postwertmarke darstellt, sondern lediglich einen elektronischen Gutschein für einen bestimmten Portowert; weiterhin wird auf strafrechtliche Verfolgungszwecke verwiesen.[7]

Beim Kauf einer Wertmarke muss bei der Anmeldung neben der E-Mail-Adresse auch die Absenderadresse angegeben werden. Wenn man den Gastzugang ohne Rechnungsstellung nutzt, ist die Angabe der Absenderadresse nicht erforderlich. Ebenso werden zur Bezahlung, entweder bei Erstellung der Portokasse oder bei Bezahlung über giropay, Kontodaten erhoben. Eine anonyme Anmeldung und Bezahlung, wie bei Briefmarkenautomaten üblich, ist nicht möglich.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer der Internetmarke war der Dienst Stampit Web, der jedoch zum 30. September 2011 endgültig eingestellt wurde. Allerdings war der Server noch bis zum 5. Oktober 2011 erreichbar und mit der Option Vordatierung bis zu 30 Tage konnte man theoretisch Freimachungen bis maximal zum 4. November 2011 kaufen und drucken. Dabei musste der Empfänger vorher festgelegt werden und das ausgedruckte Porto konnte nur für diesen Empfänger verwendet werden. Diese Einschränkung ist nun weggefallen.

Bis zum 18. März 2012 konnten mit der Internetmarke auch DHL-Pakete und Päckchen frankiert werden[1]. Mit der Integration der Internetmarkenfunktion in die eFiliale ist dies wieder möglich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Olschimke: Ein neues Produkt der Deutschen Post: Die Internetmarke, Philatelie und Postgeschichte 295, philatelie 374, Seite 30 bis 32, August 2008
  • Jürgen Olschimke: Neues von der Internetmarke, philatelie 401, Seite 30 bis 33, November 2010

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Internetmarke - das schnelle Online-Porto (Memento des Originals vom 15. April 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschepost.de auf deutschepost.de
  2. Informationsseite zum E-Porto-Addin (Memento des Originals vom 13. Februar 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschepost.de
  3. AGB Internetmarke Portokasse vom 2. Juni 2014 als PDF-Datei
  4. Versandautomatisierung über Internetmarke.de
  5. Neuerungen in List & Label 22 als PDF-Datei
  6. Allgemeine Geschäftsbedingungen für die Internetmarke (PDF; 24 kB)
  7. a b Auskunftsverlangen nach § 34 BDSG zur Internetmarke (PDF; 901 kB)
  8. Zahlungs- und Versandinformationen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Internetmarke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien