Intrakutane Injektion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Anatomie der Haut. Die Haut besteht aus drei Schichten, beginnend mit der äußersten Schicht: der Epidermis, der Dermis, und der Subkutis. Die intrakutane, bzw. intradermale Injektion erfolgt in die Dermis.

Als Intrakutane Injektion (von lat. intra = ‚hinein‘, cutis = ‚Haut‘; inicere, einflößen Abk. i. c., auch intracutan geschrieben) oder intradermale Injektion bezeichnet man die Injektion eines flüssigen Arzneimittels in die Dermis (Lederhaut). Die Dermis befindet sich unter der Epidermis und über der Subcutis. Somit muss die intrakutane Injektion von der epikutanen und der subkutanen Injektion abgegrenzt werden.

Indikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die intrakutane Injektion wird vor allem bei Allergietests und dem Tuberkulintest (Mendel-Mantoux-Test) angewendet, da sich in der Dermis mehr Abwehrzellen (vor allem Dendritische Zellen) befinden, als im subkutanen und intramuskulären Bereich.[1][2]

Sie ermöglicht die Behandlung der Hyperhidrose, bei der Botulinumtoxin intrakutan initiiert wird.[3]

Die intrakutane Injektion wird auch zum Setzen einer Quaddel in der Neuraltherapie und Mesotherapie angewendet.[4]

Injektionstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Auftragen einer Desinfektionslösung und einer Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden wird mit einer feinen Kanüle fast parallel zur Hautoberfläche die Haut punktiert. Die Bildung einer Quaddel und die heller werdende Hautfarbe an der Injektionsstelle deuten auf eine korrekte intrakutane Injektion hin.

Bei der intrakutanen Impfung können auch Lanzetten oder Impfpistolen verwendet werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nadelfreie Injektion

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. P. Altmeyers Enzyklöpädie der Dermatologie: Eintrag L50.8 "autoreaktive Urtikaria", aufgerufen am 12. November 2018
  2. A. Detjen et al.: Immunologische Diagnostik der Tuberkulose - γ-Interferon-Test. Monatsschrift Kinderheilkunde, 2006; 154:152–159.
  3. Rzany B. Bechera FG. Feise K. et al: Leitlinie "Definition und Therapie der primären Hyperhidrose" AWMF-Reg.Nr. 013/059, 11/2017, S. 11
  4. H. Barop, Neuraltherapie nach Hunneke (PDF; 147 kB), Taschenatlas, Haug Verlag (2013), ISBN 3-8304-7742-2.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!