Invictus (Gedicht)

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Invictus ist ein kurzes viktorianisches Gedicht von William Ernest Henley (1849–1903). Es wurde erstmals 1875 in einem Buch mit dem Titel Book of Verses, damals noch ohne Titel, veröffentlicht. Der Titel Invictus (deutsch Unbezwungen) ist dem Gedicht von Arthur Quiller-Couch gegeben worden, als es in das Buch The Oxford Book of English Verse aufgenommen worden ist.

Das Gedicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.
In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.
Beyond this place of wrath and tears
Looms but the horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.
It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.
Aus finstrer Nacht, die mich umragt,
durch Dunkelheit mein’ Geist ich quäl.
Ich dank, welch Gott es geben mag,
dass unbezwung’n ist meine Seel.
Trotz Pein, die mir das Leben war,
man sah kein Zucken, sah kein Toben.
Des Schicksals Schläg in großer Schar.
Mein Haupt voll Blut, doch stets erhob'n.
Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen,
ragt auf der Alp der Schattenwelt.
Stets finden mich der Welt Hyänen.
Die Furcht an meinem Ich zerschellt.
Egal, wie schmal das Tor, wie groß,
wieviel Bestrafung ich auch zähl.
Ich bin der Meister meines Los’.
Ich bin der Käpt’n meiner Seel.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Henley wurde im Alter von zwölf Jahren Knochentuberkulose diagnostiziert. Einige Jahre später amputierten seine Ärzte eines seiner Beine unterhalb des Knies. Als 1873 die operative Entfernung des anderen Beines vorgeschlagen wurde, wehrte sich Henley gegen diese Amputation.[1] Schließlich konnte Joseph Lister im Krankenhaus von Edinburgh das zweite Bein retten. Das Gedicht beschreibt Henleys Kampf gegen die Krankheit nach einer zweijährigen Rekonvaleszenzphase.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nelson Mandela zitierte aus dem Gedicht und schöpfte daraus während der Jahre seiner Haft Kraft und Trost.[2] Dieses wird in dem Film Invictus – Unbezwungen aufgegriffen. US-Präsident Barack Obama zitierte die letzte Strophe des Gedichtes anlässlich seiner Rede zur Gedenkfeier für Nelson Mandela am 10. Dezember 2013.[3] Stephan Weidner (Der W) hat in seinem Song Justitia[4] vom Album IV Textstellen übernommen bzw. den Songtext an das Gedicht angelehnt.
  • 2002 veröffentlichte die Künstlerin Swawa mit ihrem Soloprojekt Carved in Stone das komplett vertonte Gedicht auf dem Album Hear the Voice.[5]
  • 2014 wurde das Gedicht von Coldplay-Frontmann Chris Martin für Prinz Harrys Invictus-Games vertont und von John Sumner gesungen.[6][7]
  • 2015 zitierte Lexxa Singh in Renegades – The Series aus dem Gedicht.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Invictus – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William Ernest Henley: A Biographical Sketch
  2. Nelson Mandela: 10 surprising facts you probably didn't know – CNN
  3. Mandela memorial: 10 key moments from Barack Obama’s speech – City Press (Memento vom 5. Februar 2015 im Internet Archive)
  4. Songtext von Der W – Justitia Lyrics
  5. 2004 – Hear the Voice; 11: Invictus. In: carvedinstone.de/discography
  6. Coldplay's Chris Martin to write opening anthem for Prince Harry’s. In: Evening Standard. (standard.co.uk [abgerufen am 11. November 2018]).
  7. Invictus Games Foundation: Invictus Games Anthem penned by Chris Martin, of Coldplay. 10. September 2014, abgerufen am 11. November 2018.
  8. Invictus in der Internet Movie Database (englisch), Abschnitt Trivia.