Invincible-Klasse (Schlachtkreuzer)

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Invincible - Klasse
HMS Invincible (1907) British Battleship.jpg
Übersicht
Typ: Schlachtkreuzer
Einheiten: 3
Vorgängerklasse: keine
Nachfolgerklasse: Indefatigable-Klasse
Technische Daten
Verdrängung: leer: 17.420 Tonnen
Länge: über alles: 172,8 m
Breite: 23,9 m
Tiefgang: max: 9,1 m
Geschwindigkeit: 25 kn
Reichweite: 3090 Seemeilen bei 10 Knoten
Antrieb: 4 Schrauben über 4 Wellen

Die Invincible-Klasse war eine Klasse von drei Kriegsschiffen der Royal Navy, bei denen die Prinzipien der Panzerkreuzer und des Schlachtschiffs zu einem neuen Schiffstyp, dem Schlachtkreuzer, vereint wurden. Die Klasse wurden im Ersten Weltkrieg eingesetzt und legte den Grundstein für viele Neubauten.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Britische Marineanalysten um Admiral Jackie Fisher hatten bereits vor 1905 angefangen, in der Geschwindigkeit von Schiffen die entscheidende Komponente eines Seekrieges zu sehen. Sie kombinierten das Konzept des schnellen Panzerkreuzers, wie der Minotaurus-Klasse mit dem Konzept einer schweren, einheitlichen Bewaffnung, das man 1905 bereits bei den langsameren Schlachtschiffen mit dem Bau der HMS Dreadnought vorgesehen hatte.

Die neuen Schiffe sollten für die bewaffnete Aufklärung einer Flotte ausgelegt sein und dabei die schwächeren Panzerkreuzer zukünftiger Gegner übertreffen, oder sie sollten allein klassische Kreuzeroperationen durchführen können.[1] Um jedoch ohne neue Technologien eine höhere Geschwindigkeit von 25 Knoten auf einem Schiff zu erreichen, das gleichzeitig die Waffen eines Schlachtschiffs tragen sollte, musste man das Gewicht der Panzerung reduzieren und den Rumpf verlängern, um eine größere Anzahl von Kesseln einbauen zu können.[1]

Das Konzept beendete letztlich das Zeitalter der Panzerkreuzer als im Seegefecht bei den Falklandinseln im Dezember 1914 zwei Schlachtkreuzer der Invincible-Klasse mit ihrer überlegenen Geschwindigkeit die deutschen Panzerkreuzer einholten und sie aus sicherer Entfernung zusammenschossen, ohne sich dabei selbst in die Gefahrenzone von deren schwächerer Bewaffnung begeben zu müssen.

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anordnung von Panzerung und Bewaffnung.
Die beiden 30,5-cm-Flügeltürme der HMS Indomitable.

Hauptartillerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Invincible-Klasse trug je vier, je etwa 500 Tonnen schwere, Hauptgeschütztürme mit je zwei 30,5-cm-L/45 Marine Kanonen, (engl.BL 12 inch Mk X naval gun). Die Waffen konnten eine 386 kg schwere, panzerbrechende Granate auf bis zu 22 Kilometer weit entfernte Ziele schießen. Die Feuergeschwindigkeit lag bei bis zu 1 bis 2 Schuss pro Minute.[2] Die drei vorderen Türme waren auf der gleichen Höhe verbaut, einer auf dem Vorschiff und zwei Flügeltürme mittschiffs. Der einzelne Turm auf dem Achterschiff stand ein Deck tiefer.

Mittelartillerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mittelartillerie die Invincible-Klasse war in den beiden Deckaufbauten der Schiffe untergebracht. Von Sechzehn 10,2-cm Geschützen waren sechs unterhalb der Brücke verbaut, die übrigen zehn standen im hinteren Aufbau, davon vier in Kasematten, die übrigen sechs waren offen aufgestellt.[3] Die BL 4 inch naval gun Mk VII (10,2-cm-L/50) konnte eine 14 kg schwere Sprenggranate etwa 10 Kilometer weit schießen.[4]

Weiter waren die Schiffe nur mit sieben Maschinengewehren bewaffnet.[3]

Torpedos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie zu dieser Zeit noch üblich, wurden auch diese Schlachtkreuzer mit Torpedorohren ausgerüstet, die innerhalb des Rumpfes verbaut waren, zwei an Back- und zwei an Steuerbord. Ein weiteres am Heck. Die Rohre konnten 8 Zoll (45-cm) Torpedos aus Öffnungen unterhalb der Wasserlinie verschießen. 23 Torpedos konnten an Bord mitgeführt wurden.[3]

Panzerschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Invincible-Klasse war an den Seiten mit einem Gürtelpanzer aus Panzerstahl von 102-mm Dicke versehen, der über den besonders gefährdeten Bereichen der Schiffe auf bis zu 152-mm Dicke aufwuchs. An der stärksten Stelle erstreckte er sich etwa einen Meter unterhalb der Wasserlinie und etwa 2,5 Meter darüber. Die Barbetten unter den Türmen waren bis hinunter zum Panzerdeck mit 178-mm gepanzert, die Türme der Hauptartillerie selbst waren an der Front- und an den Seiten ebenfalls mit 178-mm und auf der Oberseite mit etwa 70-mm gepanzert.[3]

Um Gewicht zu sparen wurde, wie später bei allen Schlachtkreuzern üblich, der horizontale Panzerschutz vernachlässigt. Priorität hatte der Schutz vor Granaten aus kurzer Entfernung, die aus einer Distanz von unter 9.000 Metern abgefeuert wurden. Geschosse schwerer Geschütze, die aus größeren Entfernungen kommend, im steilen Winkel von oben einschlugen, ignorierte man. Das Panzerdeck war so schwächer ausgelegt als bei einem Schlachtschiff und nur 38-mm stark.[3]

Die am besten geschützte Position war die gepanzerte Gefechtsbrücke mit 254-mm Dicke an der Front und 175-mm an der Rückseite.[3]

Maschinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angetrieben wurde die Invincible-Klasse von 31 mit Kohle befeuerten Babcock & Wilcox-Wasserrohrkesseln zur Dampferzeugung. Der Dampf trieb anschließend vier Parsons Dampfturbinen an, die ihre Kraft über vier Wellen auf vier Propeller übertrugen. Die Maschinen waren für etwa 41.000 Wellen-PS ausgelegt, was für bis zu 25 Knoten ausreichen sollte. In Erprobungen wurden 1908 von HMS Invincible für kurze Zeit gar 26,64 Knoten erreicht.[5]

Schiffe der Invincible-Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Invincible[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: HMS Invincible (1907)

Die HMS Invincible wurde am 2. April 1906 auf Kiel gelegt und lief im April 1907 vom Stapel. Sie wurde nach Kriegsbeginn 1914 beim Seegefecht bei Helgoland eingesetzt, bevor sie abgestellt wurde, um das deutsche Ostasiengeschwader zu Jagen, das sich aus Tsingtau abgesetzt hatte. Im Seegefecht bei den Falklandinseln im Dezember 1914 war sie an der Versenkung der beiden Panzerkreuzer Graf Spees beteiligt. Sie kehrte nach Zwischenstopps im Februar 1915 nach England zurück und nahm anschließend als Flaggschiff Horace Hoods im Mai 1916 an der Skagerrakschlacht teil. Dort wurde sie zum Ziel der Schlachtkreuzer SMS Lützow und SMS Derfflinger die sie mehrfach trafen, was zu einer Explosion der Munitionsvorräte der Invincible im Bereich der Flügeltürme in der Schiffsmitte führte und das Schiff zerstörte. 1026 Seeleute wurden getötet.

Inflexible[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: HMS Inflexible (1907)

Die HMS Inflexible wurde am 5. Februar 1906 auf Kiel gelegt und lief im Juni 1907 vom Stapel. Im Krieg war sie 1914 zunächst das Flaggschiff der Mediterranean Fleet der Royal Navy und an der Jagd auf die SMS Goeben beteiligt. Anschließend kämpfte sie mit ihrem Schwesterschiff HMS Invincible in der Schlacht bei den Falklandinseln. Sie kehrte zunächst ins Mittelmeer zurück um während der Schlacht von Gallipoli bis zum Frühjahr 1916 die Marineoperation zu unterstützen. In der Skagerrakschlacht beschädigte sie den Schlachtkreuzer SMS Lützow. Nach dem Krieg wurde die Inflexible ausgemustert und 1921 zum Abwracken verkauft.

Indomitable[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: HMS Indomitable (1907)

Die HMS Indomitable wurde am 1. März 1906 auf Kiel gelegt und lief am 16. März 1907 vom Stapel. Im Krieg nahm sie 1914 mit der Mediterranean Fleet an der Jagd auf die SMS Goeben teil und kämpfte im Januar 1915 im Gefecht auf der Doggerbank gegen von Hippers Schlachtkreuzer. Sie wurde in der Skagerrakschlacht eingesetzt und anschließend nur noch für Sicherungsaufgaben abgestellt. Wie ihr Schwesterschiff, wurde sie 1921 zur Verschrottung verkauft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b R.A. Burt: British Battleships of World War One, S. 42 und folgende
  2. "12"/45 (30.5 cm) Mark X" auf navweaps.com
  3. a b c d e f R.A. Burt: British Battleships of World War One, S. 48 und 49
  4. "4/50 (10.2 cm) BL Mark VII" vom 14. Februar 2014 auf navweaps.com
  5. R.A. Burt: British Battleships of World War One, S. 55