Inzersdorf-Getzersdorf

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Inzersdorf-Getzersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Inzersdorf-Getzersdorf
Inzersdorf-Getzersdorf (Österreich)
Inzersdorf-Getzersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: St. Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Hauptort: Inzersdorf ob der Traisen
Fläche: 13,63 km²
Koordinaten: 48° 19′ N, 15° 40′ OKoordinaten: 48° 19′ 0″ N, 15° 40′ 0″ O
Höhe: 260 m ü. A.
Einwohner: 1.607 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 118 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3131
Vorwahl: 02782
Gemeindekennziffer: 3 19 13
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorfstraße 20
3131 Inzersdorf
Website: www.inzersdorf-getzersdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ewald Gorth (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
14
4
1
14 
Insgesamt 19 Sitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Inzersdorf-Getzersdorf ist eine Gemeinde mit 1607 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzersdorf-Getzersdorf liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 13,72 Quadratkilometer. 8,45 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[1]):

  • Anzenberg (73)
  • Getzersdorf (527) samt Bahnhofsiedlung
  • Inzersdorf ob der Traisen (506)
  • Walpersdorf (410)
  • Wetzmannsthal (101)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Anzenberg, Getzersdorf, Inzersdorf an der Traisen, Walpersdorf und Wetzmannsthal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und später der gleichnamigen römischen Provinz.

1850 wurden in Inzersdorf und Getzersdorf selbständige Gemeinden gebildet. Die nur bis 1863 selbständige Gemeinde Getzersdorf wurde mit Inzersdorf vereinigt und erst 1919 wieder eine eigene Gemeinde. Im Jahre 1970 beschlossen die Gemeinderäte von Inzersdorf und Getzersdorf die Zusammenlegung der beiden Gemeinden unter dem Namen Inzersdorf-Getzersdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1399 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1335 Einwohner, 1981 1133 und im Jahr 1971 1143 Einwohner.

Archäologische Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Getzersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Schotterabbau in der „Eisenbahnschottergrube nächst der Station Getzersdorf“ wurden von 1899 bis 1923 einige latènezeitliche Gräber freigelegt. Es waren insgesamt 13 Körperbestattungen, darunter ein Doppelgrab, die von der Früh- bis in die Mittelatèneperiode zu datieren sind. An Grabbeigaben fanden die Archäologen einen Halsreif (Torques) mit petschaftähnlichen Enden und plastischer Verzierung sowie einige reich verzierte Armreife. Die Gräber gehören zu einer Gruppe derartiger Objekte, die sich im Hinterland der Traisen auf einer Flussterrasse erstrecken.[2]

Inzersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier wurde eine Gräbergruppe mit Körperbestattungen, einer Brandbestattung und runden oder quadratischen Einfassungen entdeckt. Keramikwaren, teils feine Töpferscheiben-Ware, teils gröbere handgefertigte Objekte, sowie Fibeln, Gürtelhaken, Lanzenspitzen, Haumesser und Schildbuckel erlaubten die Datierung in die Frühlatènezeit. Manche der Knochenfunde wiesen Zeichen von Kinderlähmung, andere von Schädelbrüchen auf.[3]

Walpersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Siedlung aus der späten Hallstatt- bis Latènezeit am linken Traisenufer, ebenfalls auf einer Flussterrasse gelegen, ist der ausgedehnteste Fundort dieses Gebietes. Die Bauten waren teils eingetieft, teils in Ständerbauweise errichtet. Schön bearbeitete und polierte Töpferscheibenkeramik der Späthallstattzeit, ein goldverzierter Tiegel, in Gruben deponierte tierische und menschliche Knochenfunde – davon ein Schädel mit Trepanationsspuren – weisen auf einen agrarisch geprägten Herrenhof hin.

Im Nordwesten der Gebäudegruppe fand man mittels Luftbildarchäologie ein ausgedehntes Gräberfeld. Eine 1987 freigelegte Gräbergruppe ergab elf Körper- und eine Brandbestattung. Zwei Frauen, acht Männer und drei Jugendliche, mit Beigaben von Keramik, Gürtelhaken, Ringe, Fibeln und der Bernsteingriff eines Nagelreinigers wurden entdeckt. Eine weitere Gräbergruppe westlich davon ergab insgesamt 34 Grabstellen (18 Körper-, 16 Brandbestattungen) mit ähnlichen Funden.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit 18. November 2014 Ewald Gorth. Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2020 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung:[4] ÖVP 14, SPÖ 4, FPÖ 1, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 45, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 74. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 636. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,53 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich zwei Kindergärten[5] und eine Volksschule.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Inzersdorf-Getzersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 635.
  3. a b Sievers/Urban/Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; S. 832 f.
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Inzersdorf-Getzersdorf. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.
  5. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 8. November 2020.
  6. Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 2. Oktober 2020.