Ioannis Varvitsiotis

Ioannis Varvitsiotis (griechisch Ιωάννης Βαρβιτσιώτης, * 2. August 1933 in Athen; † 2. August 2026 ebenda[1]) war ein griechischer Politiker der Nea Dimokratia. Er war langjähriges Mitglied des Griechischen Parlaments, übte verschiedene Ministerämter aus (u. a. 1989 sowie 1990–1993 Verteidigungsminister) und war von 2004 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments.
Varvitsiotis studierte Jura an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen. Nach dem Universitätsabschluss setzte er seine Ausbildung in Deutschland fort und spezialisierte sich auf Völkerrecht.
Über viele Jahre arbeitete er mit Konstantin Karamanlis zusammen, dem Führer der griechischen Konservativen. Bei der Parlamentswahl 1961 wurde der 28-jährige Varvitsiotis erstmals als Abgeordneter von Karamanlis’ Partei Ethniki Rizospastiki Enosis (ERE; Nationalradikale Union) in das Griechische Parlament gewählt, wo er bis zum Militärputsch im April 1967 den Wahlkreis Athen B vertrat. Nach der Rückkehr zur Demokratie 1974 war er bis 2004 – während zehn Legislaturperioden – erneut Mitglied des Griechischen Parlaments, nun für die von Karamanlis gegründete Partei Nea Dimokratia.[2]
In den Regierungen von Konstantinos Karamanlis war Varvitsiotis nacheinander stellvertretender Minister des Innern (Juli bis November 1974), stellvertretender Außenminister (1974–1975), Handelsminister (1975–1977) sowie Minister für Bildung und Religion (1977–1980). Als die Nea Dimokratia nach acht Jahren der Opposition im Juli 1989 wieder an die Regierung kam, wurde Varvitsiotis Verteidigungsminister im Kabinett des Premierministers Tzannis Tzannetakis, das jedoch nur drei Monate im Amt blieb. Nach dem Sieg der ND bei der vorgezogenen Neuwahl im April 1990 übernahm er unter dem neuen Regierungschef Konstantinos Mitsotakis erneut das Amt des Verteidigungsministers und behielt es bis zum Regierungswechsel im Oktober 1993. Infolge des Wechsels des bisherigen Justizministers Michalis Papakonstantinou ins Außenministerium übernahm Varvitsiotis von August bis Dezember 1992 zusätzlich die Funktionen des Justizministers, dann wurde er von Anna Benaki-Psarouda in diesem Amt abgelöst.[3]
Im Jahr 2004 wurde er für die sechste Legislaturperiode ins Europäische Parlament gewählt. Dort gehörte er der christdemokratisch-konservativen Fraktion EVP-ED an und war Mitglied des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres Im Europaparlament blieb er bis 2009[4] und stand für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung.
Ioannis Varvitsiotis starb am 2. August 2026, seinem 93. Geburtstag, in Athen. Sein Sohn Miltiadis Varvitsiotis (* 1969) ist ebenfalls Politiker der Nea Dimokratia.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Veteran politician Varvitsiotis dies at 93. In: ekathimerini.com. 2. August 2026, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Σαρωτικό άνοιγμα στη νέα γενιά ( vom 14. Oktober 2010 im Internet Archive)
- ↑ Greek ministries, etc. In: rulers.org. Abgerufen am 3. August 2026 (englisch).
- ↑ Ioannis Varvitsiotis in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Varvitsiotis, Ioannis |
| ALTERNATIVNAMEN | Βαρβιτσιώτης, Ιωάννης (griechisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer Politiker (Nea Dimokratia), MdEP |
| GEBURTSDATUM | 2. August 1933 |
| GEBURTSORT | Athen |
| STERBEDATUM | 2. August 2026 |
| STERBEORT | Athen |
