Ippesheim

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Dieser Artikel erläutert den Markt Ippesheim im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim in Bayern; für den Stadtteil von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz siehe Ippesheim (Nahe).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Ippesheim
Ippesheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Ippesheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 36′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Uffenheim
Höhe: 291 m ü. NHN
Fläche: 23,57 km2
Einwohner: 1087 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97258
Vorwahl: 09339
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 134
Marktgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schlossplatz 1
97258 Ippesheim
Webpräsenz: www.ippesheim.de
Bürgermeisterin: Doris Klose-Violette (Wählergemeinschaft)
Lage des Marktes Ippesheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Kunigundenkapelle bei Bullenheim

Ippesheim ist ein Markt im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt 15 km südlich von Kitzingen unterhalb der südwestlichen Ausläufer des Steigerwaldes im Tal der Iff auf einer Höhe von 270 – 290 m ü. NHN.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Seinsheim, Willanzheim, Sugenheim, Weigenheim, Gollhofen und Martinsheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Ippesheim gehören drei Ortsteile[3]:

  • Bullenheim
  • Herrnberchtheim
  • Ippesheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisgrabenanlage von Ippesheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Jahr 1989 ist diese Anlage mit 65 m Durchmesser mit Hilfe der Luftbildarchäologie entdeckt worden. Sie gehört zu der Großgartacher Kultur (etwa 4900-4700 v. Chr.) und ist etwa 3000 Jahre älter als die Bullenheimer Höhensiedlung. Diese Anlage dürfte von einem Graben von 3 bis 3,5 m Tiefe und 3,5 bis 4 m Breite umgeben gewesen sein. Die Erosion hat dort viel Erde abgetragen. In der Nähe war ein Siedlungsareal von mindestens 5 Hektar mit zahlreichen Hausstellen, das von einem Graben umgeben war.[4]

Die Erbauer dieser Kreisgrabenanlage nutzten markante Punkte des östlichen Horizonts, um die Beobachtungsgenauigkeit der Sonnenwenden um mindestens den Faktor 10 zu erhöhen. So war das spektakuläre Auftauchen der Sonnenscheibe in dem Zwickel zwischen dem Südhang des Bullenheimer Bergs und der blickdichten Palisade nur einmal pro Jahr zu sehen. Ähnlich ermöglichte die Peilung zu dem Südhang des Weigenheimer Kapellbergs eine taggenaue Bestimmung der Wintersonnenwende.

Es ist anzunehmen, dass es sich um ein kultisches Zentrum handelte, auch wenn Form, Ablauf und religiöser Inhalt nicht bekannt sind. Sicher hatte diese Anlage eine Bedeutung für die zugehörige Siedlung. Hinweise dafür geben Scherben aus dem bayerischen Donauraum und gebänderte Plattenhornsteine aus dem Feuersteinabbaugebiet in dem Landkreis Kelheim.[5]

Bisher nicht geklärt ist die Bestattung einer jungen Frau (Anfang 30), die in kopfüber senkrechter Position in dem Zentrum dieser Kreisgrabenanlage ausgegraben worden ist. In dieser Grube fand man auch ein reichlich verziertes Bauchknickgefäß, das in die Zeit 4700 v. Chr. einzuordnen ist. Das ist die einzige bisher entdeckte kopfüber senkrechte Bestattung in dem voreisenzeitlichen Mitteleuropa. Diese Art der Bestattung weist auf ein „Auflassungsopfer“.

Warum diese Anlage nach wenigen Generationen aufgelassen (aufgegeben) worden ist, ist noch nicht bekannt.[6]

Berliner Goldhut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Berliner Goldhutes, der aus einer Raubgrabung stammt, wird als ursprünglichen Fundort vom Bullenheimer Berg verortet, denn im selben Jahr 1996 wurde der Bullenheimer Goldschatz (Ornat) auf dem Schwarzmarkt angeboten und vom bayerischen Staat gekauft. Beide Funde (der goldene Ornat und der Goldhut) zeigen die gleichen Ornamentmuster, zudem wurden alle Goldhüte auf der Ost-West-Linie 49° gefunden auch Bullenheim liegt bei 49,6°. Man geht heute davon aus, dass die Goldhüte religiös-kultischen Zwecken dienten und von Priestern eines in der späten Bronzezeit in Zentraleuropa verbreiteten Sonnenkultes verwendet wurden. Auf dem Bullenheimer Berg lebten damals auf einer Fläche von 38 Hektar etwa 1500 Menschen. Das war damals eine Großstadt, denn es lebten nur ca. 30 bis 40 Mio. Menschen auf der Erde. Sicher gehörten diese Goldfunde einem Würdenträger, Priester oder Stammeshäuptling; auch das Vorhandensein eines Kultwagens als fahrbare „Vogel-Sonnenbarke“ verstärkt den Eindruck, dass hier ein „heiliger Berg“ war.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Herrnberchtheim, die am 2. Januar 1905 umbenannt wurde (vorheriger Name Bergtheim), eingegliedert.[7] Bullenheim war von 1857 bis 1932 im Bezirksamt Kitzingen und kam dann nach Uffenheim. 1972 kehrte es für 6 Jahre nach Kitzingen zurück.[8] Am 1. Januar 1978 kam Bullenheim (vorheriger Name Bülnheim) zur Marktgemeinde Ippesheim.[9] .

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Kommunalwahl 2008 führte zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat (Vergleich zur Wahl 2002):

  • Wählergemeinschaft Bullenheim 3 Sitze (-1)
  • Wählergemeinschaft 5 Sitze (+/-0)
  • Dorfgemeinschaft 4 Sitze (+1)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot zwei goldene Schrägbalken, belegt mit einem von Schwarz und Silber bordierten Herzschild, darin in Silber eine blaue Traube.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinbau- und Heimatverein Ippesheim hat das ehemalige Kutscherhaus des Schlosses Lichtenstein einer gründlichen Renovierung unterzogen und dort das Heimatmuseum Ippesheim eingerichtet. Alljährlich findet ebenda das Schlossweinfest statt.[10]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bläserchor Ippesheim
  • Kirchenchor Ippesheim
  • Männergesangverein Markt Ippesheim 1869

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ippesheim ist die größte Weinbaugemeinde in Mittelfranken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vitus Müller (1561–1626), evangelischer Theologe und Philologe sowie Professor an der Universität Tübingen.
  • Johann Ferdinand Schlez (1759–1839), Geistlicher, Pädagoge und Schriftsteller; verfasste viele Volksschriften, religiöse Literatur, Schulbücher und Literatur für Lehrer
  • Albrecht Eyring (1844–1920), Kirchenrat, Obstbaupionier, Gründer des Bay. Landesverbandes für Obst- und Gartenbau, war 1895 bis 1916 Pfarrer in Herrnberchtheim, wo sich auch sein Ehrengrab befindet.[11]
  • Friedrich Lampert (1829–1901) Pfarrer, Landtagsabgeordneter 1869- ,Autor; Ludwig II ,König von Bayern (1890 Nachdruck 1985),Reiseberichte (Weltausstellung, Bayreuther und Oberammergauer Festspiele, Rothenburger Meistertrunk), Unterhaltungsbeilagen Volkserzählungen "Die Mühlhexe" 1875und "Des Türmers Töchterlein von Rothenburg 1873.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oskar Oppitz: Markt Ippesheim in seiner geschichtlichen Entwicklung. Neustadt a.d. Aisch: Verlagsdruckerei Ph.C.W. Schmidt o.J.
  • Gemeinde Bullenheim: Bullenheim ein fränkischer Weinort in Vergangenheit und Gegenwart (1977) Druck R. Liewald, Uffenheim.
  • Richard Schmitt : Frankenberg 1528–1806, Historischer Verein für Mittelfranken, Band 6 (ANSBACH 1986)
  • Ludwig Reizlein, Familien-Chroniken der Eigentümer von Anwesen in Ippesheim; Verlag SEEHARS, Uffenheim (2002)
  • Uffenheimer Geschichte und Geschichten, Band 2; enthält die Erzählung "Die Mühlenhexe von Ippesheim"; Wencker-Wildberg Verlag Uffenheim
  • Karl Schmidt, Ippesheimer Fotobuch; Verlag PH. C.W. SCHMIDT: Neustadt an der Aisch; ISBN 978-3-87707-894-5

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Lage von Ippesheim auf Bayern Atlas
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120410/174143&attr=OBJ&val=1460
  4. Bullenheimer Berg, Schriftenreihe des Städtischen Museums Kitzingen, Band 5
  5. Fundhorizonte am Bullenheimer Berg
  6. Mythos Bullenheimer Berg
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 583.
  8. Karl Schmidt: Ippesheimer Fotobuch.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  10. Heimatmuseum Ippesheim
  11. Markt Ippesheim: Die Ortsteile (Memento vom 26. August 2010 im Internet Archive) Abgerufen am 2. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ippesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien