Ippinghausen

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Koordinaten: 51° 16′ 51″ N, 9° 8′ 44″ O

Ippinghausen
Stadt Wolfhagen
Höhe: 319 m ü. NHN
Fläche: 12,87 km²[1]
Einwohner: 1024 (16. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34466
Vorwahl: 05692
Panorama Ippinghausen
Panorama Ippinghausen
Hasenmühle im Langen Rod

Ippinghausen ist ein Stadtteil der Stadt Wolfhagen im nordhessischen Landkreis Kassel. Das noch heute ländlich geprägte Dorf ist staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ippinghausen liegt im Westen des Naturparks Habichtswald am Fuß des Weidelsbergs (492,3 m ü. NN) mit der größten Burgruine Nordhessens, der Weidelsburg. Durch das etwa 320 m hoch gelegene Dorf fließt der Eder-Zufluss Elbe. Hindurch führt zwischen Freienhagen und Bründersen die Bundesstraße 251. Etwas westlich der Ortschaft befindet sich an dieser Straße das Schloss Höhnscheid, das allerdings zur Gemarkung des Bad Arolser Ortsteils Bühle gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1120 findet sich die erste urkundliche Erwähnung als Ypponhusen (Ypponhusen/Ipinkhusen). Allerdings gibt es Hinweise, dass die erste Besiedlung schon auf 600 bis 900 n. Chr. zu datieren ist. Ippinghausen gehörte in der ältesten Zeit den Edlen bzw. Vizegrafen von Naumburg.

1435 wird Ippinghausen als Wüstung erwähnt. In diesem Jahr belehnte Landgraf Ludwig von Hessen Reinhard von Dalwigk und dessen Neffen Friedrich IV. von Hertingshausen mit Gericht, Diensten und Gefällen in den beiden Wüstungen Ippinghausen und Zabenhausen (zwischen Ippinghausen und Leckringhausen). 1488 ging dieses Lehen auf die Herren von Bicken, 1522 auf die Wolff von Gudenberg über. Der Besitzstand der Stadt Wolfhagen, der die Gemarkung Ippinghausen gehörte, blieb hiervon unberührt.

Durch den Ort führten zwei Heerstraßen, die eine von Kassel über Korbach nach Westfalen, die andere von Süden, aus Fritzlar kommend, über Naumburg, Ippinghausen, die Wüstung Zabenhausen streifend, an Leckringhausen vorbei über Wolfhagen und Volkmarsen ebenfalls nach Westfalen.

Die Ippinghäuser Gemarkung lag im alten Grenzland zwischen Sachsen und Franken mit wesentlich sächsischen Einfluss. Auch später war die Gemarkung Grenzland. Eine Stelle im "Wiesental des Weidelsberges" ist durch alte Grenzsteine markiert; diese wird als "Dreifürsteneck" (Hessen, Kurmainz und Waldeck) bezeichnet. Die Grenzsteine tragen neben der Jahreszahl 1720 den hessischen Löwen, das Mainzer Rad und den Waldecker Stern.

Jacob Grimm hielt sich 1809 in Ippinghausen auf, um hier Volkslieder zu sammeln.[3]

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ippinghausen in die Stadt Wolfhagen eingegliedert.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zur Zeit des Papsts Innozenz III. (1198–1216) ist in Ippinghusen eine Kapelle belegt. Mitte des 13. Jahrhunderts schenkte Volkwin von Naumburg die Kapelle dem Erzbistum Riga (es handelt sich nicht um Volkwin von Naumburg zu Winterstätten). 1445 trat das Erzbistum diese wiederum an den Landgrafen Ludwig von Hessen ab. Die heutige barocke Saalkirche wurde 1772 gebaut. Die Vorgängerkirche wurde vermutlich im 30-jährigen Krieg zerstört, einer Inschrift in der Kanzel zufolge am 18. März 1650 wieder aufgebaut, 1750 durch einen Brand wiederum zum Teil zerstört und 1772 wieder aufgebaut.

Lokale Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Belagerung der Weidelsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landgraf von Hessen belagerte einst die Weidelsburg, um den fehdefreudigen Ritter Reinhard von Dalwigk festnehmen zu können. Als der Ritter und seine Getreuen sich nicht länger halten konnten, begab sich dessen Frau Agnes als Unterhändlerin zum Landgrafen. Der gestand ihr zu, dass alle Frauen die Burg verlassen durften mit so viel ihres liebsten Besitzes, wie sie tragen konnten. Agnes trug nun ihren Mann auf dem Rücken zur Burg hinaus. Als der Landgraf ihr dies nun nicht durchgehen lassen wollte, erwiderte sie: Was würde mir Anderes lieb und kostbar sein, wenn ich meinen Herrn hinter mir in Todesgefahr wüßte? Ihr habt mir erlaubt, mitzunehmen, was mir das Liebste sei; darum habe ich meinen theuersten Schatz genommen. Der Landgraf ließ beide ziehen.[5]

Die weiße Jungfrau vom Weidelberge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schäfer hütete seine Tiere am Weidelsberg. Da erschien ihm eine weiß gekleidete Frau und reichte ihm eine weiße Blume. Sie führte ihn in ein Gewölbe unter der Weidelsburg, das voller Gold und Silber war und erlaubte ihm, so viel davon zu nehmen, wie er tragen konnte. Der arme Schäfer konnte sein Glück kaum fassen und raffte so viel von den Schätzen zusammen, wie er konnte. Beim Verlassen des Gewölbes mahnte sie ihn, das Beste nicht zu vergessen. Der Schäfer hörte aber nicht auf sie und vergaß die Blume. Sofort lösten sich alle Schätze in Luft auf.[6]

Schule / Kindergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule
  • Städt. Kindergarten

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hochhuth, Statistik, S. 238.
  • Reimer, Ortslexikon, S. 264.
  • Lyncker: Geschichte von Wolfhagen in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde; Ergänzungsheft; S. 54 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Ippinghausen, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 29. Juli 2015)
  2. Einwohnerzahlen im Haushaltsplan 2015 der Stadt Wolfhagen, abgerufen im Februar 2016.
  3. Johannes Bolte: Jacob Grimm als Volksliedsammler. In: Jahrbuch für Volksliedforschung. 1. Jahrgang, S. 157.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  5. Georg Landau: Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer. Band 2. Kassel 1832, S. 319.
  6. Georg Landau: Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer. Band 1. Kassel 1832, S. 349.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]