Iqaluit Airport

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Iqaluit Airport
Iqaluit Airport (7569272408).jpg
Kenndaten
ICAO-Code CYFB
IATA-Code YFB
Koordinaten
63° 45′ 24″ N, 68° 33′ 22″ WKoordinaten: 63° 45′ 24″ N, 68° 33′ 22″ W
34 m (112 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1,2 km nordöstlich von Iqaluit
Basisdaten
Betreiber Territorium Nunavut
Terminals 1
Flug-
bewegungen
20.178
Start- und Landebahn
17/35 2623 m Asphalt
Airbus A380 auf dem Flughafen Iqaluit

Der Iqaluit Airport (IATA-Code: YFB; ICAO-Code: CYFB) ist der Verkehrsflughafen der Stadt Iqaluit im Territorium Nunavut in Kanada. Der Flughafen wird durch die Territorialregierung betrieben. Bis 1987 hießen Flughafen und Stadt Frobisher Bay, daher auch der IATA-Code YFB und der ICAO-Code CYFB.

Es gibt einen regulären Flugbetrieb, beispielsweise nach Ottawa oder Montreal, aber auch kleinere Gemeinden und Siedlungen im Osten Nunavuts werden angeflogen. Außerdem ist der Flughafen Iqaluit eine Basis für Kampfflugzeuge des Typs McDonnell Douglas CF-18 Hornet der kanadischen Streitkräfte.[1][2] Der Flughafen verfügt über die notwendigen Grenzschutzeinrichtungen, um internationale Flüge abzufertigen. Ferner ist der Flughafen für Notlandungen entlang der polaren Routen vorgesehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärischer Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Iqaluit wurde als Frobisher Bay Air Force Base während der 1940er- und 1950er-Jahre erstellt; die Basis wurde von den Vereinigten Staaten und Kanada gemeinsam für Transporte genutzt. 1963 wurde der Stützpunkt geschlossen, der Flughafen wurde danach für den zivilen Luftverkehr genutzt.

Ziviler Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1950er-Jahren war Frobisher Bay ein gerne genutzter Landeplatz für so genannte technische Stopps für Fluggesellschaften, welche den Nordatlantik überqueren. Wenn man von Glasgow-Prestwick oder Shannon Richtung Westen startete, bevorzugte man meist eine Route via Island, bzw. die Azoren nach Gander und weiter nach New York City oder woanders hin. Jedoch musste auf Grund von schlechten Wettervorhersagen manchmal auf eine nördlichere Route (via Frobisher Bay) ausweichen. Zwischenzeitlich betrieb die Pan Am eine Basis in Frobisher Bay.

Mit der Einführung weiterer Langstreckenflugzeuge wurde Iqaluit von internationalen Flügen immer seltener angeflogen. Trotzdem war der Flughafen immer gut besucht, als regionaler Flughafen hatte er große Bedeutung.

Während der 1960er-Jahre wurde Frobisher Bay/Iqaluit hauptsächlich von Nordair von Montreal aus bedient. Gegen Ende des Jahrzehnts expandierte Bradley Air Services und zu Beginn der 1970er-Jahre wurden zahlreiche kleinere Siedlungen in der Arktis bedient und mit lebensnotwendigen Dingen und der Post versorgt.

In den 1980er-Jahren befand sich die kanadische Flugindustrie im Umbruch, da Air Canada und Canadian Airlines International zahlreiche regionale Fluglinien aufkauften. 1977 kaufte Air Canada die Nordair, um sie 1984 an Canadian Airlines zu verkaufen. Zwischen 1985 und 1988 setzte die First Air weitere Boeing 727 auf den Strecken Montreal-Iqaluit bzw. Ottawa-Iqaluit ein. 1995 kaufte die First Air die kleine Fluggesellschaft Ptarmigan Airways, und 2000 wurde Canadian Airlines von Air Canada übernommen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2 Hangars
  • 1 Terminal
  • 1 Hauptrollfeld
  • 3 Rampen
  • „Frobisher Bay Touchdown Service“

Im Terminal befinden sich:

Der Flughafen hat 30 Kurzzeitparkplätze.

Außerplanmäßige Landungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In sehr seltenen Fällen landen Flüge wegen medizinischer oder technischer Probleme in Iqaluit zwischen.[3]

Am 31. Mai 1996 landete der Flug Virgin Atlantic Airways 7, der von London nach Los Angeles unterwegs war, unplanmäßig in Iqaluit, nachdem ein Passagier einen Herzinfarkt erlitten hatte. Dies war das erste Mal, dass eine Boeing 747 in Iqaluit landete. Bei der Landung wurde eines der Triebwerke beschädigt, so dass 397 Passagiere in Iqaluit strandeten. Sie konnten nach 16 Stunden, in denen sie in einer nahe gelegenen Curlinghalle untergebracht waren, ihren Flug mit zwei von Virgin Atlantic gecharterten Flugzeugen fortsetzen. Das beschädigte Flugzeug konnte repariert werden und verließ Iqaluit vier Tage später, und auch der Passagier mit dem Herzinfarkt überlebte.[4]

Am 1. Februar 2017 führten die Piloten einer Boeing 777-300ER der Swiss von Zürich nach Los Angeles auf Grund technischer Probleme mit einem Triebwerk hier eine Sicherheitslandung durch.[5] Am 4. Februar 2017 startete in Zürich eine gecharterte Antonow nach Iqaluit, um ein neues Triebwerk für Flug LX40 auszuliefern.[6]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airline Destinationen
Air Greenland Charter: Nuuk[7]
Canadian North Cape Dorset, Clyde River, Hall Beach, Igloolik, Ottawa, Pangnirtung, Pond Inlet, Qikiqtarjuaq, Rankin Inlet, Yellowknife
EVAS Air Gander, Happy Valley-Goose Bay[8]
First Air Arctic Bay, Cape Dorset, Clyde River, Hall Beach, Igloolik, Kimmirut, Kuujjuaq, Montréal-Trudeau, Ottawa, Pangnirtung, Pond Inlet, Qikiqtarjuaq, Rankin Inlet, Resolute Bay, Yellowknife
Saisonal: Winnipeg[9]
Nolinor Aviation Charter: Kitchener-Waterloo, Mary River

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Iqaluit Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boeing-conducted Airport safety and operational assessments
  2. New Cross-Polar Routes
  3. CF-OOV Accident description. Aviation Safety Network. Abgerufen am 26. August 2010.
  4. Unexpected Arctic stop for Brits, Yanks
  5. Swiss muss Flug über der Arktis abbrechen. Abgerufen am 1. Februar 2017.
  6. Frachter fliegt Ersatztriebwerk zur Swiss-Boeing in Iqaluit. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  7. Air Greenland cuts Nuuk-Iqaluit scheduled flights in 2015. In: CBC News, 6. März 2015. 
  8. N.L. airline offers Iqaluit-Gander flights. In: CBC News, 24. Mai 2011. 
  9. First Air interactive weather/route map