Irene Mihalic

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Irene Mihalic (2016)

Irene Mihalic (* 17. November 1976 in Waldbröl) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) aus Gelsenkirchen.[1] Die Polizeibeamtin ist seit 2013 Mitglied des Bundestages und seit 2016 innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irene Mihalic wuchs als Jüngste von drei Geschwistern auf. Ihre Eltern stammen aus Kroatien,[2][3] sie kamen in den 1960er Jahren nach Deutschland. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Polizeibeamtin und studierte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (Abschluss: Diplom-Verwaltungswirt (FH)). An der Ruhr-Universität Bochum studierte sie Kriminologie und Polizeiwissenschaft (2016 Abschluss als M.A.). Im Jahr 2018 promovierte sie an der juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.[4] Ihre Dissertation wurde unter dem Titel Polizeiliche Einsätze, Kriminalität und Raum – eine kriminalgeografische Analyse auf Basis polizeilicher Einsatzdaten und Sozialstrukturdaten der Stadt Gelsenkirchen veröffentlicht.

Ab 1993 war sie als Polizistin tätig, ab 2007 beim Polizeipräsidium Köln. Ende der 2000er-Jahre war sie zusammen mit ihrem damaligen Kollegen und späteren Ehemann Dennis Melerski Darstellerin in der deutschen Reality-TV-Serie Achtung Kontrolle! – Einsatz für die Ordnungshüter.[5][6] Seit 2015 ist sie Mutter eines Sohnes. Irene Mihalic ist konfessionslos.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mihalic ist seit 2006 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Nach den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2009 gehörte sie bis Ende 2013 dem Rat der Stadt Gelsenkirchen an. Seit 2010 gehört sie dem Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen an.

Bei der Bundestagswahl 2013 kandidierte sie im Wahlkreis Gelsenkirchen sowie auf Platz 7 der nordrhein-westfälischen Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen. Ihr gelang über die Landesliste der Einzug in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2017 zog Mihalic auf Platz 5 der NRW-Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen erneut in den Deutschen Bundestag ein. Als innenpolitische Sprecherin und Polizeibeamtin beschäftigt sich Mihalic im Rahmen ihres Abgeordnetenmandats mit den Themen Rechtsextremismus[7] (z. B. „Reichsbürger“[8]), Islamismus,[9] Waffenrecht,[10] der Aufstellung der Sicherheitsbehörden in Deutschland und Europa,[11] dem Zivil- und Katastrophenschutz.[12] und dem Beamtenrecht[13] Zudem ist sie Sprecherin beim LEAP (Law Enforcement Against Prohibition) Deutschland e. V., welcher sich für die Legalisierung von Drogen einsetzt.[14]

Seit 2013 ist Mihalic Mitglied des Bundestags-Innenausschusses und seit April 2016 Sprecherin für Innenpolitik.[15][16] Anfänglich fungierte sie als Sprecherin für innere Sicherheit in der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und bis 2017 als Obfrau im Innenausschuss. Sie ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.

Mihalic wurde außerdem Obfrau des 1. Untersuchungsausschuss der 19. Wahlperiode zum Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, der am 1. März 2018 vom Bundestag eingesetzt wurde.[17] Zuvor war sie Obfrau im zweiten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages (November 2015 bis Juni 2017) und Obfrau im Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre (Juli 2014 bis Dezember 2015).[18][19][20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Irene Mihalic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: Irene Mihalic MdB - Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Abgerufen am 23. März 2018.
  2. Kroatisches Referendum: Verbot der Homo-Ehe wäre diskriminierend. Abgerufen am 16. September 2018.
  3. Polizistin aus dem Pott: Irene Mihalic. Abgerufen am 16. September 2018.
  4. Dr. Irene Mihalic, Bündnis 90/Die Grünen. Deutscher Bundestag, abgerufen am 14. September 2018.
  5. Projekte Hans Otto Film GbR
  6. Friedhelm Pothoff: Irene Mihalic ist ein Gesicht der Grünen. Funke Mediengruppe, 15. September 2015, abgerufen am 4. Januar 2017.
  7. „Bedenkliche Größenordnung“: 200 rechtsextreme Bundeswehrsoldaten seit 2008. In: FAZ.NET. 23. Oktober 2017 (faz.net [abgerufen am 23. März 2018]).
  8. Markus Decker: Sicherheitsrisiko: Fast 13.000 Reichsbürger – nur fünf als gefährlich eingestuft. In: Berliner Zeitung. 22. September 2017 (berliner-zeitung.de [abgerufen am 23. März 2018]).
  9. Nino Seidel: Islamisten trotz Haftbefehl auf freiem Fuß. NDR, 8. Juni 2017, abgerufen am 23. März 2018.
  10. Franz Solms-Laubach: 24 500 legale Waffen gelten als gestohlen als abhanden gekommen. In: BILD Zeitung. 21. März 2018 (bild.de [abgerufen am 23. März 2018]).
  11. Manuel Schumann: "Wir Grüne haben in der Sicherheitspolitik eine Menge zu verlieren". Telepolis, 30. Juni 2017, abgerufen am 23. März 2018.
  12. Irene Mihalic: Bundestagsrede zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften. Abgerufen am 23. März 2018.
  13. Irene Mihalic: Bundestagsrede zum Polizeibeauftragtengesetz. Abgerufen am 23. März 2018.
  14. LEAP (Law Enforcement Against Prohibition) Deutschland e.V.: Vorstand, Mitglieder: Sprecher*innen, Mitglieder: Unterstützer*innen. Law Enforcement Against Prohibition, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  15. Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: Neubesetzung von SprecherInnen-Posten - Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. 26. April 2016 (gruene-bundestag.de [abgerufen am 4. Januar 2017]).
  16. Irene Mihalic als innenpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion wiedergewählt. Abgerufen am 23. März 2018.
  17. Untersuchungsausschuss zum Breitscheidplatz-Anschlag kommt. Deutscher Bundestag, 1. März 2018, abgerufen am 1. März 2018.
  18. Rede zum neuen NSU-Untersuchungsausschuss | Irene Mihalic. In: irene-mihalic.de. Abgerufen am 4. Januar 2017.
  19. Florian Gathmann und Veit Medick, Kinderporno-Affäre: Darum geht es im Edathy-Untersuchungsausschuss, Spiegel Online, 2. Juli 2014
  20. Rede zum Bericht des BKA-Untersuchungsausschusses (Edathy) | Irene Mihalic. In: irene-mihalic.de. Abgerufen am 4. Januar 2017.