Irgendwie und Sowieso

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fernsehserie
Originaltitel Irgendwie und Sowieso
Irgendwie und sowiso.svg
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch, Bairisch
Erscheinungsjahr 1986
Länge 50 Minuten
Episoden 12 in 1 Staffel (Liste)
Titelmusik Haindling
Produktions-
unternehmen
Tellux-Film GmbH
Stab
Regie Franz Xaver Bogner
Drehbuch Franz Xaver Bogner, Erwin Kraus
Musik Pierre Henry, Canned Heat, The Beatles, The Rolling Stones, Elvis Presley, Adriano Celentano, Tony Dallara, Little Richard, The Byrds, Dean Martin, Al Martino, Graham Bonney, O. C. Smith, Stevie Wonder, The Small Faces, Kenny Rogers, The Doors u. a.
Erstausstrahlung 9. Okt. 1986 auf BR
Besetzung

Irgendwie und Sowieso ist eine Fernsehserie von Franz Xaver Bogner. Die Erstausstrahlung der von der Tellux-Film GmbH produzierten Serie erfolgte 1986 im Bayerischen Fernsehen in zwölf Folgen mit jeweils 50 Minuten. Sie wurde 1988, 1992, 1996, 1998, 2000, 2009 und 2011 jeweils in fünf Teilen à 90 Minuten (gekürzte und teilweise im Ablauf geänderte Doppelfolgen) wiederholt. 2003, 2006 (20 Jahre-Jubiläum), 2008, 2011 (25 Jahre-Jubiläum), 2016 (30 Jahre-Jubiläum) sowie 2020 folgten Wiederholungen der zwölf Folgen in Originallänge.

Bogner gelang mit seiner Mischung aus Lokalkolorit und liebevoll-nostalgischer Darstellung der Hippiezeit ein Publikumserfolg, der bis heute in Bayern mit Mottopartys in Anlehnung an den Serientitel gefeiert wird. Mit seiner Darstellung des naiven, aber liebenswerten Sir Quickly erlangte Ottfried Fischer landesweite Bekanntheit. Weitere Hauptdarsteller waren Elmar Wepper, Robert Giggenbach, Olivia Pascal und Michaela May. Die Titelmusik der Serie stammt von Haindling.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie spielt 1968 in dem fiktiven Ort Zell im Landkreis Ebersberg. Der musikverrückte Jungbauer Alfons Kerschbaumer alias Sir Quickly (Ottfried Fischer) erlebt diese Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs mit seinen Freunden, dem Automechaniker Sepp und dem Gymnasiasten Effendi. Verstrickungen in Liebesangelegenheiten und die Auflehnung gegen die Autoritäten von Familie und Gesellschaft führen die drei in allerlei Abenteuer.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Original­titel Erstaus­strahlung D
1 Ringo 9. Okt. 1986
2 Die lange Nacht 16. Okt. 1986
3 Sir Quickly und die Frauen 23. Okt. 1986
4 Eiskalt und knallhart 30. Okt. 1986
5 Liebe 6. Nov. 1986
6 Nur keine Panik 13. Nov. 1986
7 Rallye 20. Nov. 1986
8 Manhattan 27. Nov. 1986
9 Indien und Umgebung 4. Dez. 1986
10 Eine von uns 11. Dez. 1986
11 Auf und auf – bergab 18. Dez. 1986
12 Miteinander – auseinander 23. Dez. 1986

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller
Hauptdarsteller
Sir Quickly/Sowieso; Bauernsohn Alfons Kerschbaumer Ottfried Fischer
Christl Burger; Tochter des Fuhrunternehmers Burger Olivia Pascal
Sepp; Josef Gruber, Autobastler und unehelicher Sohn von Martin Binser Elmar Wepper
Efendi/Irgendwie; Gerhard Tauber, Gymnasiast Robert Giggenbach
Martin Binser; Sägewerkbesitzer, väterlicher Freund, Sepps Vater Toni Berger
Nebendarsteller
Marlene Weininger; Tochter eines Großbauern und Grundbesitzers Michaela May
Tango: Manfred Zeilinger, Postbote und Bandleader der Thunderbirds Bruno Jonas
Charly; Bardame Hannelore Elsner
Hanna; Bedienung vom Café Sonnblick Kathi Leitner
Kerschbaumer; Stiefvater von Sir Quickly Karl Merkatz
Kerschbaumerin; Mutter von Sir Quickly Enzi Fuchs
Remigius: Lastwagenfahrer und ehemaliger Hubschrauberpilot Wolfgang Fierek
Burger; Fuhrunternehmer und Christls Vater Siegfried Rauch
Berti; Sohn vom Binser Georg Maier
der General; nach eigenem Bekunden unehelicher Sohn von Hermann Göring Uwe Ochsenknecht
dessen Frau und Gänsemutter Helga Anders
Gräfin; Königin der Nacht Barbara Rudnik
Dr. Elisabeth Hardt Louise Martini
Sohn von Frau Dr. Hardt Ernst Hannawald
Rosa Rohrmoser; Bürgermeisterin von Zell Ruth Drexel
Opa vom Sir Martin Flörchinger
Chick aus Kolbermoor Dolly Dollar
Rosenheimer Polizeichef Rolf Castell
Erich Hinteregger Udo Thomer
Che Wolfi Fischer
Gspusi von der Christl Michael Fitz
Weininger: Marlenes Vater Karl Lieffen
Cornelia im Lido Thekla Mayhoff
Zuhälter Rudi im Lido Sepp Schauer
Polizist Hans Schuler
Hotelier am Gardasee Vittorio Casagrande
Annemarie; Bäuerin und Skilehrerin Annemarie Moser-Pröll
Frau Gruber; Mutter vom Sepp Marianne Lindner
Kuhstallkünstler Alfred Edel
Gymnasiallehrer Felix von Manteuffel
Dichter Kai Taschner
Fakir Joachim Bernhard
Mutter Tauber Ilse Neubauer
Vater Tauber Michael Gempart
Ricky; Zuhälter Bela Ernyey
Lkw-Fahrer Gudo Hoegel
Der Dunkle Peter von Strombeck
Krankenhausarzt Josef Schwarz
Fluggast mit Perücke Veronika Fitz
Weininger Karl Lieffen
Fluggast mit Pfeife Gunnar Möller
Stewardess Anita Mally
Polizist Rudi Henner Quest
Tankwart Wolfgang Brenner
Wirt Rudolf Waldemar Brem
Die Rosarote Barbara de Koy
Wallner Georg Einerdinger
Fotograf Alfred Edel
Kellnerin Heide Ackermann
Hotelportier Vittorio Casagrande
Nutte im Lido Sylvia Engelmann
Ansager beim Ochsenrennen Uli Köhler
Georg 'Schorsch' Bauer Reinhold Lampe
Hippie Margot Mahler
Rickys Schläger Josef Thalmeier

Drehorte der Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Drehorte befinden sich überwiegend im Grenzgebiet von Nieder- und Oberbayern. Die zwei Bauernhöfe stehen in der Nähe von Schwindegg einander fast direkt gegenüber. Die Bemalung des Stalls vom Sir ist dort noch erhalten, allerdings in einem schlechten Zustand. Damals wurde eigens ein Künstler aus England engagiert, um den Stall mit psychedelischen Motiven der Beatles-Ära zu bemalen.

Originalschauplatz (Stall) mit Yellow-Submarine-Malerei im Jahr 2012
Eine NSU Quickly L, Namensgeberin für den Helden der Serie – Sir Quickly

Das Ochsenrennen, das Sir Quickly in der ersten Folge mit seinem Ochsen Ringo gewinnt, wurde tatsächlich als Veranstaltung vom Burschenverein Velden in Velden (Vils) abgehalten, um viele Komparsen für die Dreharbeiten zur Verfügung zu haben.[1] Die Überkreuzungsfahrt von Sepp und Effendi beim Tonbandholen wurde in Isen, die Mähdrescher-Überholszene zwischen Isen und Buch am Buchrain und die Kirchturmszene sowie die Preisverleihung auf dem Volksfest in Velden gefilmt. In Vilsbiburg befindet sich das Busunternehmen Burger. Das Gebäude wurde zwischenzeitlich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Nachtclub Lido ist in Altenmarkt. Die Aufnahmen vom Sägewerk Martin Binser wurden in Vilsbiburg und in Bad Tölz gedreht. Die Szenen, in denen Sepp und Tango amerikanisches Roulette spielen, das heißt bei Nacht ohne Licht mit dem Auto über eine Kreuzung fahren, fanden in Forstinning im Ortsteil Schwaberwegen statt. Die Werkstatt von Sepp stand in Albaching, Landkreis Rosenheim, wurde inzwischen aber abgerissen. Als Drehort für die große Hippie-Party wurde das inzwischen abgerissene alte Moosacher Gaswerk in der Dachauer Straße ausgewählt. Die Szene, in der Sepp im Gartenzaun hängen bleibt, als er versucht darüber zu klettern, weil Charly ihn überfahren will, wurde in München in der Ubostraße (Ortsteil Aubing) gedreht. Der Weßlinger See diente als Kulisse für die Ruderboot-Szene mit Christl und dem Sir, wie auch für die Szene, als beide (am Ufer des Gardasees) im Auto sitzend beschließen, einen kleineren See zu suchen.[2]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Titelmelodie stammt von Haindling. Als weitere musikalische Untermalung dienen unter anderem Songs von Pierre Henry, Canned Heat, The Beatles, The Rolling Stones, Elvis Presley, Adriano Celentano, Tony Dallara, Little Richard, The Byrds, Dean Martin, Al Martino, Graham Bonney, O. C. Smith, Stevie Wonder, The Small Faces, Kenny Rogers, The Doors sowie Musik der Thunderbirds und der Veldener Blasmusik.

Zitate in anderen Fernsehserien und Filmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Serie Pfarrer Braun, in der Ottfried Fischer die Titelfigur verkörpert, wird auf Irgendwie und Sowieso direkt angespielt. Es kommt dort nicht nur ebenfalls eine NSU Quickly vor, sondern Pfarrer Braun behauptet zudem, er sei während seiner Zeit im Priesterseminar wegen dieses Gefährtes Sir Quickly genannt worden.

Auch in der Serie Der Bulle von Tölz mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle gibt es eine Anspielung. In der Folge Der Zuchtbulle steht Fischer neben einem Bullen und sagt: „einen Bullen dopen, wer macht denn so was“. Im Hintergrund ertönt das Lied Mr. Tambourine Man. Damit ist offensichtlich die Szene aus Irgendwie und Sowieso gemeint, als der Sir seinem Ochsen dieses Lied vorspielt und ihn mit Franzbranntwein einreibt, damit dieser beim Ochsenrennen schneller läuft. Einem Interview mit Ottfried Fischer zufolge ist auch der fehlende Beifahrersitz seines 6er BMW im Bullen eine Hommage an Sir Quickly und sein Gefährt. In der Folge Zirkusluft sieht man einige Fotos aus der Jugendzeit von Benno Berghammer. Dabei zeigt ein Foto Ottfried Fischer beim Skifahren. Es stammt aus der Folge Indien und Umgebung der Serie Irgendwie und Sowieso.

In dem Film Tage wie Jahre (2008) spielen unter anderem Ottfried Fischer und Olivia Pascal als Eltern von zwei der drei jugendlichen Hauptpersonen mit. Ursprünglich sollten zwei andere Elternrollen mit Elmar Wepper und Robert Giggenbach besetzt werden, was sich aber aus Termingründen nicht verwirklichen ließ. Regisseur Konstantin Ferstl wollte mit den Hauptdarstellern aus Irgendwie und Sowieso eine Parallele zwischen dem Erwachsenwerden rebellierender Jugendlicher „damals und heute“ ziehen. Als weitere Anspielung ist der – ebenfalls stämmig gebaute – Filmsohn von Ottfried Fischer in Tage wie Jahre genau wie seinerzeit Sir Quickly mit einem Moped unterwegs.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerischer Rundfunk: Franz Xaver Bogner: Eine Erfolgsgeschichte. 17. September 2019 (br.de [abgerufen am 5. September 2021]).
  2. Drehorte der Serie. Abgerufen am 28. März 2020 (bairisch).