Irgendwie und Sowieso

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Seriendaten
Originaltitel Irgendwie und Sowieso
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch, Bairisch
Jahr 1986
Produktions-
unternehmen
Tellux-Film GmbH
Länge zwölf Folgen à 50 Minuten
Episoden 12 in 1 Staffel
Titellied Haindling
Musik Pierre Henry, Canned Heat, The Beatles, The Rolling Stones, Elvis Presley, Adriano Celentano, Tony Dallara, Little Richard, The Byrds, Dean Martin, Al Martino, Graham Bonney, O. C. Smith, Stevie Wonder, The Small Faces, Kenny Rogers, The Doors u. a.
Erstausstrahlung 1986 auf Bayerisches Fernsehen
Besetzung

Irgendwie und Sowieso ist eine Fernsehserie von Regisseur Franz Xaver Bogner.

Eine NSU Quickly L, Namensgeberin für den Helden der Serie - Sir Quickly

Die Erstausstrahlung der von der Tellux-Film GmbH produzierten Serie erfolgte 1986 im Bayerischen Fernsehen in zwölf Folgen à 50 Minuten. Irgendwie und Sowieso wurde 1988, 1992, 1996, 1998, 2000, 2009 und 2011 jeweils in fünf Teilen à 90 Minuten (gekürzte und teilweise vom Ablauf geänderte Doppelfolgen) wiederholt. 2003, 2006 (20 Jahre-Jubiläum), 2008 sowie 2011 (25 Jahre-Jubiläum) folgten Wiederholungen der zwölf Folgen in Originallänge.

Bogner gelang mit seiner Mischung aus Lokalkolorit und liebevoll-nostalgischer Darstellung der Hippiezeit ein Publikumserfolg, der bis heute in Bayern mit Motto-Partys in Anlehnung an den Serientitel gefeiert wird. Mit seiner Darstellung des naiven, aber liebenswerten Sir Quickly erlangte Ottfried Fischer landesweite Bekanntheit. Weitere Hauptdarsteller waren Elmar Wepper, Robert Giggenbach, Olivia Pascal und Michaela May. Die Titelmusik der Serie stammt von Haindling.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Serie spielt im Jahr 1968 in dem fiktiven Ort Zell im Landkreis Ebersberg. Der musikverrückte Jungbauer Alfons Kerschbaumer alias Sir Quickly (Ottfried Fischer) erlebt diese Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs mit seinen Freunden, dem Automechaniker Sepp und dem Gymnasiasten Effendi. Verstrickungen in Liebesangelegenheiten und die Auflehnung gegen die Autoritäten von Familie und Gesellschaft führen die drei in allerlei Abenteuer.

Die zwölf Folgen[Bearbeiten]

  1. Ringo
  2. Die lange Nacht
  3. Sir Quickly und die Frauen
  4. Eiskalt und knallhart
  5. Liebe
  6. Nur keine Panik
  7. Rallye
  8. Manhattan
  9. Indien und Umgebung
  10. Eine von uns
  11. Auf und auf – bergab
  12. Miteinander – auseinander

Drehorte der Serie[Bearbeiten]

Die Drehorte befinden sich überwiegend im Grenzgebiet zwischen Nieder- und Oberbayern. Die zwei Bauernhöfe stehen in der Nähe von Schwindegg einander fast direkt gegenüber. Die Bemalung des Stalls vom Sir ist dort noch erhalten, allerdings in einem schlechten Zustand. Damals wurde eigens ein Künstler aus England engagiert, um den Stall mit psychedelischen Motiven der Beatles-Ära zu bemalen.

Das Ochsenrennen, das Sir Quickly in der ersten Folge mit seinem Ringo gewinnt, wurde tatsächlich als Veranstaltung in Velden (Vils) abgehalten, um viele Komparsen für die Dreharbeiten zur Verfügung zu haben. Deshalb wird Ottfried Fischer immer noch als Bayerischer Meister im Ochsenrennen geführt.[1] Die Überkreuzungsfahrt von Sepp und Effendi beim Tonbandholen wurde in Isen, die Mähdrescher-Überhol-Szene zwischen Isen und Buch am Buchrain und die Kirchturmszene sowie die Preisverleihung im Volksfest in Velden gefilmt. In Vilsbiburg befindet sich das Busunternehmen Burger. Der Nachtclub Lido ist in Altenmarkt. Die Aufnahmen vom Sägewerk Martin Binser wurden in Vilsbiburg und in Bad Tölz gedreht. Die Szenen, in denen der Sepp und Tango amerikanisches Roulette spielen, d. h. bei Nacht ohne Licht mit dem Auto über eine Kreuzung fahren, fanden in Forstinning im Ortsteil Schwaberwegen statt. Die Werkstatt vom Sepp stand in Albaching, Landkreis Rosenheim, wurde inzwischen aber abgerissen. Als Drehort für die große Hippie-Party wurde das inzwischen abgerissene alte Moosacher Gaswerk in der Dachauer Straße ausgewählt. Die Szene, in der Sepp im Gartenzaun hängen bleibt, als er versucht darüber zu klettern, weil Charly ihn überfahren will, wurde in München in der Ubostraße (Ortsteil Aubing) gedreht. Der Weßlinger See diente als Kulisse für die Ruderboot-Szene mit Christl und dem Sir, wie auch für die Szene, als die beiden (am Ufer des Gardasees) im Auto sitzend beschließen, einen kleineren See zu suchen.

Musik[Bearbeiten]

Die Titelmelodie stammt von Haindling. Als weitere musikalische Untermalung dienen unter anderem Songs von Pierre Henry, Canned Heat, The Beatles, The Rolling Stones, Elvis Presley, Adriano Celentano, Tony Dallara, Little Richard, The Byrds, Dean Martin, Al Martino, Graham Bonney, O. C. Smith, Stevie Wonder, The Small Faces, Kenny Rogers, The Doors sowie Musik der Thunderbirds und der Veldener Blasmusik.

Die Autos aus der Serie[Bearbeiten]

  • Alfa Giulia Sprint GT Bertone: Sepps roter Flitzer der Marke Alfa Romeo, den meist der Effendi fuhr. Eigentlich dürfte dieser Wagen in der Serie gar nicht vorkommen, weil es ihn im Jahr 1968 noch nicht gab. Es handelt sich nämlich schon um das Faceliftmodell, das sich dadurch auszeichnet, dass es eine glatte Front (Rundhaube) besitzt im Gegensatz zur sogenannten Kantenhaube. Insgesamt wurden zwei Bertone für die Dreharbeiten verwendet, bei genauem Hinsehen erkennt man die Unterschiede (auffällig bei der Rückbank; in einem Fahrzeug ist sie vorhanden, im anderen nicht). Mit diesen Autos wurden auch viele Stuntszenen gefahren, was immer wieder dazu führte, dass sie während der Dreharbeiten instandgesetzt werden mussten.
  • Ford Transit: den der Sepp für den Binser Berti hätte umbauen sollen
  • Alfa Romeo 2600: Marlenes Sechszylinder von Alfa Romeo. Es handelt sich dabei um keinen echten 2600er. Basis war ein 2000er. Das Fahrzeug wurde 1983 sehr aufwendig restauriert und geändert. So hatte es nicht den Originalmotor, sondern einen gemachten 2,3-Liter-RIO-Motor. Die Frontmaske wurde der des 2600 angeglichen, dabei wurden jedoch diverse Veränderungen vorgenommen.
  • VW T1 Pritschenwagen: Tangos VW-Bus von der Post; es handelt sich dabei nicht um einen originalen Bus der Bundespost, vielmehr wurde ein gewöhnlicher Pritschenwagen zum Behördenfahrzeug umlackiert
  • Chevrolet Camaro: ebenfalls eines der beiden Fahrzeuge der Zuhälter aus dem Lido, im Dialog vom Sepp (Elmar Wepper) irrtümlich als Ford Mustang bezeichnet

Zitate in anderen Fernsehserien und Filmen[Bearbeiten]

In der Serie Pfarrer Braun, in der Ottfried Fischer die Titelfigur verkörpert, wird auf Irgendwie und Sowieso direkt angespielt. Es kommt dort nicht nur ebenfalls eine NSU Quickly vor, sondern Pfarrer Braun behauptet zudem, er sei während seiner Zeit im Priesterseminar eben wegen dieses Gefährtes Sir Quickly genannt worden.

Auch in der Serie Der Bulle von Tölz mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle gibt es eine Anspielung. In der Folge Der Zuchtbulle steht Fischer neben einem Bullen und sagt: „einen Bullen dopen, wer macht denn sowas“. Im Hintergrund ertönt das Lied Mr. Tambourine Man. Damit ist offensichtlich die Szene aus Irgendwie und Sowieso gemeint, als der Sir seinem Ochsen dieses Lied vorspielt und ihn mit Franzbranntwein einreibt, damit dieser beim Ochsenrennen schneller läuft. Einem Interview mit Ottfried Fischer zufolge ist auch der fehlende Beifahrersitz seines 6er BMW im Bullen eine gewisse Hommage an Sir Quickly und sein Gefährt. In der Folge Zirkusluft sieht man einige Fotos aus der Jugendzeit von Benno Berghammer. Dabei zeigt ein Foto den Ottfried Fischer beim Skifahren. Dieses stammt aus der Folge Indien und Umgebung der Serie Irgendwie und Sowieso.

In dem Film Tage wie Jahre (2008) spielen unter anderem Ottfried Fischer und Olivia Pascal als Eltern von zwei der drei jugendlichen Hauptpersonen mit. Ursprünglich sollten zwei andere Elternrollen mit Elmar Wepper und Robert Giggenbach besetzt werden, was sich aber aus Termingründen nicht verwirklichen ließ. Regisseur Konstantin Ferstl wollte mit den Hauptdarstellern aus Irgendwie und Sowieso eine Parallele zwischen dem Erwachsenwerden rebellierender Jugendlicher "damals und heute" ziehen. Als weitere Anspielung ist der - ebenfalls stämmig gebaute - Filmsohn von Ottfried Fischer in Tage wie Jahre genau wie seinerzeit Sir Quickly mit einem Motorroller unterwegs.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Xaver Bogner auf BR.de, abgerufen am 24. Juli 2013