Irmgard Fees

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Irmgard Fees (* 26. Juli 1952 in Lemgo) ist eine deutsche Historikerin.

Irmgard Fees studierte Geschichte und Englisch an den Universitäten Marburg und Kingston-upon-Hull. 1977 legte sie das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Es folgte von 1979 bis 1981 ein Studienaufenthalt in Venedig am Centro Tedesco di Studi Veneziani. 1986 wurde sie mit einer Arbeit zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Venedigs im hohen Mittelalter promoviert.Von 1992 bis 2008 bearbeitete Fees im Auftrag der Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii (bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz) die Regesten des westfränkischen Königs und Kaisers Karl des Kahlen (823 bis 877). Im Jahr 1999 erfolgte an der Universität Marburg ihre Habilitation im Bereich Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften mit dem Titel Eine Stadt lernt schreiben. Venedig vom 10. bis zum 12. Jahrhundert.[1] Fees hatte mehrere Lehrstuhlvertretungen für Historische Hilfswissenschaften in Marburg (von 1999 bis 2000), für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Erlangen (von 2000 bis 2001) und für Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft an der Universität Leipzig (von 2003 bis 2004). Sie lehrt seit 2008 als Professorin für Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde an der Universität München.

Ihre Spezialgebiete sind die mittelalterliche Diplomatik, insbesondere die Herrscherurkunden und Papsturkunden des Mittelalters sowie die Privaturkunden Venedigs und Oberitaliens. Außerdem forscht sie schwerpunktmäßig zur Geschichte der Karolingerzeit, der Geschichte Italiens und Venedigs im Hochmittelalter und zur mittelalterlichen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. In ihrer Dissertation verfolgt sie den Aufstieg der Dogenfamilie Ziani, die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts das reichste Geschlecht Venedigs war.[2] Dabei zeigt sie, dass für den Aufstieg der Familie der Handel entscheidend gewesen ist. Im Anhang der Arbeit werden über 400 Regesten zur Geschichte der Familie Ziani vom 11. bis zum 13. Jahrhundert veröffentlicht. Mit Francesco Roberg gab sie den ersten Band der neu begründeten Reihe „digitale Urkundenbilder“ heraus. Der Band enthält sämtliche Originalurkunden des Stadtarchivs Worms bis 1255, darunter 19 Herrscherurkunden von Heinrich IV. bis Wilhelm von Holland. Fees ist Mitglied der Historische Kommission für Hessen (seit 2006) und der Commission Internationale de Diplomatique (seit 2010).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwölf zwischen 1898 und 2007 veröffentlichte Aufsätze sind zusammengefasst in: Irmgard Fees: Lebendige Zeichen. Ausgewählte Aufsätze zu Diplomatik, Handel und Schrift im frühen und hohen Mittelalter. Irmgard Fees zum 60. Geburtstag. Eudora-Verlag, Leipzig 2012, ISBN 978-3-938533-42-0.

Monographien

  • Reichtum und Macht im mittelalterlichen Venedig. Die Familie Ziani (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Bd. 68). Niemeyer, Tübingen 1988, ISBN 3-484-82068-3 (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 1986).
  • Eine Stadt lernt schreiben. Venedig vom 10. bis zum 12. Jahrhundert (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Bd. 103). Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-82103-5 (Zugleich: Marburg, Universität, Habilitationsschrift, 1999) (Rezension).

Herausgeberschaften

  • mit Francesco Roberg: Die ältesten Urkunden aus dem Stadtarchiv Worms. (1074–1255) (= Digitale Urkundenbilder aus dem Marburger Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden. Bd. 1). Eudora-Verlag, Leipzig 2006, ISBN 3-938533-04-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu die Besprechung von Martin Kintzinger in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 92 (2005), S. 337–338.
  2. Vgl. dazu die Besprechungen von Louise Buenger Robbert in: Speculum 65 (1990), S. 400–402; Gerhard Rösch in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 45 (1989), S. 330 (online).