Irmgard Merkt

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Irmgard Merkt (* 7. April 1946 in München) ist eine deutsche Musikpädagogin.

Biographisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irmgard Merkt studierte zunächst Operngesang und später Musik für das Lehramt an Gymnasien an der Staatlichen Hochschule für Musik in München. Nach einigen Jahren gymnasialer Lehrtätigkeit im Ruhrgebiet wurde sie 1978 wissenschaftliche Assistentin bei ihrem späteren Doktorvater Werner Probst an der Pädagogischen Hochschule Ruhr. 1983 promovierte sie mit der Dissertationsschrift Deutsch-türkischer Musikunterricht in der Bundesrepublik. Ein Situationsbericht. Im Rahmen dieser Arbeit entwarf sie den sogenannten Schnittstellenansatz für eine interkulturelle Musikerziehung,[1][2] den Wolfgang Martin Stroh zum Erweiterten Schnittstellenansatz fortentwickelt hat[3].

Von 1979 bis 1989 war Merkt Akademische Rätin an der Universität Dortmund im Lehrgebiet Musikerziehung bei Behinderten. Von 1989 bis 1991 war sie Professorin im Fach Medienpädagogik – Schwerpunkt Musik in der Sozialpädagogik – an der Fachhochschule Dortmund und 1991 bis 2014 Professorin im Lehrgebiet Musikerziehung und Musiktherapie in Pädagogik und Rehabilitation bei Behinderung an der TU Dortmund. In den Jahren 2004 bis 2007 und 2012 bis 2014 war sie Dekanin der Fakultät Rehabilitationswissenschaften.

Irmgard Merkt arbeitet bis heute (Stand: Dezember 2020) in der Aus- und Weiterbildung in den Bereichen der interkulturellen und inklusiv orientierten Musikerziehung sowie der Musikalischen Erwachsenenbildung von Menschen mit Beeinträchtigung.

Projekte Musik und Inklusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

InTakt, Europa InTakt und Förderpreis InTakt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1998 initiiert Merkt an der TU Dortmund das Weiterbildungsangebot InTakt sowie die berufsbegleitende Fortbildung Zertifikat InTakt. 2003 beginnt die internationale Veranstaltungsreihe Europa InTakt, die mit "Europs InTakt 2010" im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 einen Höhepunkt erfährt[4]. Sie ist Mit-Initiatorin und Jurorin des Förderpreises InTakt der miriam-stiftung in Dortmund. Der Preis wurde von 2004 bis 2019 jährlich an inklusiv orientierte Musikprojekte verliehen[5].

Dortmunder Modell: Musik (DOMO)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt Dortmunder Modell: Musik, gefördert vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, entwickelt in den Jahren 2010 bis 2013 neue Strukturen der musikalischen Bildung für erwachsene Menschen mit Behinderung und für inklusiv arbeitende künstlerische Ensembles. Stichworte sind Breitenbildung, Talentförderung und Professionalisierung[6][7].

Netzwerk Kultur und Inklusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merkt hat Leitungsfunktion im Netzwerk Kultur und Inklusion[8], das als Dialog- und Fachforum eine der Maßnahmen darstellt, die im Aktionsplan 2.0 der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention genannt sind[9]. Im Jahr 2015 eingerichtet und gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) reflektiert das Netzwerk bisherige Ansätze zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am kulturellen Leben und spricht Empfehlungen für einen vielfältigen und aktiv-gestaltenden Zugang von Menschen mit Beeinträchtigungen zur Kulturlandschaft aus[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016 – Silberne Stimmgabel des Landesmusikrats Nordrhein-Westfalen[11]
  • 2020 – Bundesverdienstkreuz am Bande[12]

Publikationen und Herausgeberschaft (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musik – Vielfalt – Integration – Inklusion. Musikdidaktik für die eine Schule. Regensburg: ConBrio. (2019) ISBN 978-3-940768-84-1
  • Die Künste und die Kunst der Inklusion. In: Gerland, Juliane (Hg.) Kultur Inklusion Forschung. Weinheim, Basel: Beltz (2017) S. 16 – 31 ISBN 978-3-7799-3688-6
  • Schriftenreihe Netzwerk Kultur und Inklusion. Juliane Gerland, Susanne Keuchel, Irmgard Merkt (Hg.) Regensburg: ConBrio Verlagsgesellschaft (2016–2019) Bd. 1 Kunst, Kultur und Inklusion. Teilhabe am künstlerischen Arbeitsmarkt ISBN 978‐3‐940768‐63‐6; Bd. 2 Kunst, Kultur und Inklusion. Ausbildung für künstlerische Tätigkeit von und mit Menschen mit Behinderung ISBN 978-3-940768-71-1; Bd. 3 Kunst, Kultur und Inklusion. Menschen mit Behinderung in Presse, Film und Fernsehen: Darstellung und Berichterstattung ISBN 978‐3‐940768‐77‐3; Bd. 4 Kultur oder Soziales? Kultur und Inklusion im Dilemma? ISBN 978‐3‐940768‐85-8 Online-Veröffentlichung https://kultur-und-inklusion.net/ Zugegriffen am 3.Dezember 2020
  • Inklusion, kulturelle Teilhabe und Musik. In: Bernatzky, Günther u. Gunter Kreutz (Hg.) Musik und Medizin. Chancen für Therapie, Prävention und Bildung. Wien: Springer (2015) S. 113 – 124 ISBN 978-3-7091-1599-2
  • MUSIKKULTUR INKLUSIV. 10 Jahre Förderpreis InTakt der miriam-stiftung. Mit Beiträgen von Elisabeth Braun, Irmgard Merkt Anne-Kathrin Tietke, Robert Wagner, Birgit Jank. Dortmund: miriam-stiftung (2014). https://www.musik-inklusiv.de/f%C3%B6rderpreis-intakt Zugegriffen am 3.Dezember 2020
  • Authentizität und Adaption. Aspekte interkultureller Musikerziehung: Rückblick und Ausblick In: Alge, Barbara u. Oliver Krämer (Hg.) Beyond Borders: Welt – Musik – Pädagogik. Musikpädagogik und Ethnomusikologie im Diskurs. Augsburg: Wißner (2013) S. 115 – 130 ISBN 978-3-89639-884-0
  • Deutsch-türkische Musikpädagogik in der Bundesrepublik. Ein Situationsbericht. Berlin: express edition (1983) ISBN 3-88548-086-7
  • Banjo Liederbuch. Geck, Martin u. Irmgard Merkt. Mit Illustrationen von F. W. Bernstein. Stuttgart: Klett (1982) ISBN 9783121775002

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsch-türkische Musikpädagogik in der Bundesrepublik. Ein Situationsbericht. Berlin: express edition (1983) ISBN 3-88548-086-7
  2. Merkt, Irmgard (1993) Das Eigene und das Fremde. Zur Entwicklung interkultureller Musikerziehung. In: Böhle, R. (Hg.) Möglichkeiten der Interkulturellen Ästhetischen Erziehung in Theorie und Praxis. Frankfurt: IKO Verlag. S. 141 – 151 ISBN 9783889391766
  3. Wolfgang Martin Stroh Vom einfachen zum erweiterten Schnittstellenansatz https://www.interkulturelle-musikerziehung.de/ Zugegriffen am 23. November 2020
  4. Europa InTakt 2010 https://www.musik-inklusiv.de/europa-intakt/2010 Zugegriffen am 23. November 2020
  5. MUSIKKULTUR INKLUSIV. 10 Jahre Förderpreis InTakt der miriam Stiftung https://www.musik-inklusiv.de/f%C3%B6rderpreis-intakt Zugegriffen am 03.Dezember 2020
  6. Dortmunder Modell: Musik https://www.musik-inklusiv.de/dortmunder-bochumer-modell Zugegriffen am 23. November 2020
  7. domo vision. Dokumentation über das Dortmunder Modell: Musik https://www.youtube.com/watch?v=BIqReCpsR-w Zugegriffen am 23. November 2020
  8. Netzwerk Kultur und Inklusion https://kultur-und-inklusion.net/
  9. Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft. Nationaler Aktionsplan 2.0 der Bundesregierung zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a750-nationaler-aktionsplan-2-0.pdf?__blob=publicationFile&v=1 S. 134 Zugegriffen am 3.Dezember 2020
  10. Empfehlungen des Netzwerks Kultur und Inklusion der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien zur Gestaltung inklusiver künstlerischer Hochschulen https://kultur-und-inklusion.net/empfehlungen-des-netzwerks-kultur-und-inklusion-der-beauftragten-des-bundes-fuer-kultur-und-medien-zur-gestaltung-inklusiver-kuenstlerischer-hochschulen-in-deutschland/ Zugegriffen am 3. Dezember 2020
  11. Silberne Stimmgabel an Irmgard Merkt verliehen https://www.lmr-nrw.de/aktuell/detail/silberne-stimmgabel-an-prof-irmgard-merkt-verliehen Zugegriffen am 23. November 2020
  12. Bundesverdienstorden für Frauen in Kultur und Medien. Grütters: „Vorbildliches Engagement für faire Chancen“ https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bundesverdienstorden-fuer-frauen-in-kultur-und-medien-gruetters-vorbildliches-engagement-fuer-faire-chancen--1728674 Zugegriffen am 23. November 2020