Irmgard Merkt

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Irmgard Merkt (* 7. April 1946 in München) ist eine deutsche Musikpädagogin.

Biographisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irmgard Merkt studierte zunächst Operngesang und später Musik für das Lehramt an Gymnasien an der Staatlichen Hochschule für Musik in München. Nach einigen Jahren gymnasialer Lehrtätigkeit im Ruhrgebiet wurde sie 1978 wissenschaftliche Assistentin bei ihrem späteren Doktorvater Werner Probst an der Pädagogischen Hochschule Ruhr. 1983 promovierte sie mit der Dissertationsschrift Deutsch-türkischer Musikunterricht in der Bundesrepublik. Ein Situationsbericht.

Von 1979 bis 1990 war Merkt Akademische Rätin an der Universität Dortmund im Lehrgebiet Musikerziehung bei Behinderten und von 1990 bis 1992 Professorin im Fach Medienpädagogik – Schwerpunkt Sozialpädagogik – an der Fachhochschule Dortmund. Schließlich war sie von 1992 bis 2014 Professorin im Lehrgebiet Musikerziehung und Musiktherapie in Pädagogik und Rehabilitation bei Behinderung an der TU Dortmund. Dort war sie sowohl von 2008 bis 2010 als auch von 2012 bis 2014 Dekanin der Fakultät Rehabilitationswissenschaften.

Außerdem ist sie Vorsitzende des Trägervereins der Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung e.V.

Projekte Musik und Inklusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

InTakt, Europa InTakt und Förderpreis InTakt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schwerpunkt von Merkts Engagement liegt im Bereich Musik und Inklusion. 1998 initiierte sie das Weiterbildungsangebot InTakt in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam musizieren und so voneinander lernen. Als das Ruhrgebiet 2010 Kulturhauptstadt Europas wird, entwickelt sie ein internationales Format: Europa InTakt.[1]

Sie ist Jurorin und Mit-Initiatorin des Förderpreises InTakt der Miriam-Stiftung für inklusive Musikprojekte.[2]

Dortmunder Modell: Musik (Domo)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Projekt Dortmunder Modell: Musik entwickelte sie von 2010 bis 2013 neue Strukturen der musikalischen Bildung für Menschen mit Behinderung – von der elementarmusikalischen Breitenbildung bis zur Professionalisierung in inklusiven Ensembles.[3][4]

Netzwerk Kultur und Inklusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach ihrer Pensionierung 2014 ist Merkt weiter im Feld Musik und Inklusion tätig. So initiierte sie beispielsweise das Netzwerk Kultur und Inklusion, das seit 2015 von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien Monika Grütters gefördert wird. Dieses bundesweite Fach- und Dialogforum reflektiert und erweitert bisherige Ansätze zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am kulturellen Leben und zeigt gleichberechtigte Möglichkeiten für einen vielfältigen und aktiv-gestaltenden Zugang zur Kulturlandschaft auf.[5]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. September 2016 verlieh der Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen Irmgard Merkt die Silberne Stimmgabel für ihren Einsatz für die Teilhabe behinderter Menschen am Musikleben Nordrhein-Westfalens.[6]

Publikationen (Auswahl bis 1994)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gruppenimprovisation mit psychotischen Patienten. In: M. Geck (Hrsg.) Musiktherapie als Problem der Gesellschaft. Klett, Stuttgart 1973, S. 97–99.
  • Musik. In: K. Bauer, H. Hengst (Hrsg.): Kritische Stichwörter zur Kinderkultur. Fink, München 1978, S. 252–259.
  • Kinderlied – Didaktische Analysen. Entwurf eines Kurses. In: A. Bojanowski, U. Günther (Hrsg.) Musikunterricht in der Sekundarstufe II. Beiträge zur Musikdidaktik. Athenaeum, Königstein 1979, S. 72–93.
  • Yussuf spielt beim Bürgerfest Gitarre. In: Neue Musikzeitung. Nr. 4, 1979, S. 16–17.
  • Deutsche Kinder - türkische Musik? Türkische Kinder - deutsche Musik? In: Ausländerkinder. Forum für Schule & Sozialpädagogik. Forschungsstelle Ausländische Arbeiterkinder an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. 1981, Nr. 7, S. 91–100.
  • Haste Töne. Musik zum Selbermachen. Cowboy-Songs, Shanties, Bänkellieder, Drachen- und andere Musikgeschichten. Weismann, München 1981.
  • Kinderlieder heute. Für Kleine gedacht - von Großen gemacht. In: Musik und Bildung. Zeitschrift für Musikerziehung. Nr. 4, 1981, S. 225–229.
  • Singen oder Denken – Spaß oder Ernst? In: Grundschule. Zeitschrift für die Grundstufe des Schulwesens. Nr. 5, 1982, S. 196–197.
  • Deutsch-türkische Kinder, türkisch-deutsche Lieder. Schallplatte mit Beiheft. Schott, Mainz 1982.
  • mit Martin Geck (Hrsg.): Banjo. Liederbuch. Klett, Stuttgart 1982.
  • Singen macht Spaß – oder? In: Schwarz auf Weiß. Nr. 5, 1982, S. 108–109.
  • “Wenn du mit uns tanzen willst...” Überlegungen zu Texten von Spiel- und Bewegungsliedern. In: Grundschule. Zeitschrift für die Grundstufe des Schulwesens. Nr. 5, 1982, S. 192–197.
  • Instrumentalspiel mit Kindern ausländischer Arbeitnehmer. In: Verband deutscher Musikschulen (Hrsg.): Instrumentalspiel mit Behinderten und von Behinderung Bedrohten - Kooperation zwischen Musikschule und Schule. Bonn 1982, S. 205–254.
  • Leverkusens Stadtmusikanten: Kein Märchen. In: Neue Musikzeitung. Nr. 4, 1982, S. 22.
  • Jugend-Musik. In: E.-G. Skiba et al. (Hrsg.): Enzyklopädie Erziehungswissenschaft, Band 8. Klett, Stuttgart 1983, S. 478–481.
  • Musikunterricht mit ausländischen Kindern. In: Schulische Musikerziehung und Musikkultur. Kongreßbericht 14. Bundesschulmusikwoche Berlin 1982. Schott, Mainz 1983, S. 147–149.
  • Vom Tuten und Blasen wohl eine Ahnung. In: Neue Musikzeitung. Nr. 3, 1983, S. 59.
  • Deutsch-türkische Musikpädagogik in der Bundesrepublik. Ein Situationsbericht. Dissertation. Express Edition, Berlin 1983.
  • Meister Jakob - Jakup usta. Musik mit türkischen Kindern. In: Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (Hrsg.) Kulturarbeit mit ausländischen Kindern und Jugendlichen. Modelle, Projekte und Erfahrungen. Remscheid 1984, S. 21–25.
  • Musik mit ausländischen Kindern. In: W. Gundlach (Hrsg.): Handbuch Musikunterricht Grundschule. Schwann, Düsseldorf 1984, S. 284–292.
  • Zur Musikkultur in der Türkei. In: E. Schmitt (Hrsg.): Türkei. Politik, Ökonomie, Kultur. Express Edition, Berlin 1984, S. 301–317.
  • Wir machen was zusammen. Singen mit deutschen und türkischen Kindern. In: Institut für Sozialarbeit, Sozialpädagogik (Hrsg.): Informationsdienst zur Ausländerarbeit. Nr. 2, 1984, S. 80–83.
  • Wenn die Erde einen Tag den Kindern gehört. Beobachtungen bei einem deutsch-türkischen Kinderfest in Recklinghausen. In: Neue Musikzeitung. Nr. 4, 1984, S. 32.
  • Der Salesianerpater sorgt mit Musik für Spanier. Kirchliche Sozialarbeit im Ruhrgebiet: Folklore Feste in Pfarr-Sälen - und draußen. In: Neue Musikzeitung. Nr. 3, 1985, S. 28.
  • Veränderung durch Berührung in der Wasserburg. Die 9. Kemnade International. In: Neue Musikzeitung. Nr. 4, 1985, S. 30.
  • Musikunterricht mit ausländischen Kindern. In: G. Kleinen (Hrsg.): Musikunterricht Sekundarstufen. Folklore. Schwann, Düsseldorf 1985, S. 87–100.
  • Lieber Klänge als Koks oder Heroin. Musiktherapie mit Drogenabhängigen. Aus der Arbeit einer Beratungsstelle. In: Neue Musikzeitung. Nr. 2, 1986, S. 29.
  • Wenn im Knast das Keyboard klingt. Sozialpädagogische Arbeit auch mit Musik in der Justizvollzugsanstalt. In: Neue Musikzeitung. Nr. 5, 1986, S. 32–33.
  • Frauenliebe und -leben. Von den Liedern der Dienstmädchen. In: Stadt Hamm, Gleichstellungsstelle (Hrsg.): Beiträge zur Frauen – Kunst- und Kulturwoche Hamm. Hamm 1987, S. 46–61.
  • Samstagabend was Richtiges vorhaben. Musikalische Freizeitgestaltung Behinderter und Nichtbehinderter. In: Neue Musikzeitung. Nr. 1, 1987, S. 31.
  • Die Zeitmaschine. Ein Musikprojekt. In: K.-H. Benkmann (Hrsg.): Neue Wege in der Erziehungshilfe. Verband deutscher Sonderschulen, Siegburg 1990, S. 86–89.
  • Hänschen klein oder: Zum Geschlechterverhältnis. In: A. Schlüter u. a. (Hrsg.): Frauenbewegung, Frauenforschung, Frauenpolitik. Centaurus, Pfaffenweiler 1990, S. 153–164.
  • Muh macht die Kuh auch anderswo. Interkulturelle Spielereien mit Tierlauten. In: MusE – Zeitschrift für Musik und Eltern. Nr. 2, 1991, S. 26–27.
  • Musikunterricht und Instrumentalspiel mit Kindern ausländischer Arbeitnehmer. In: W. Probst: Instrumentalspiel mit Behinderten. Ein Modellversuch und seine Folgen. Schott, Mainz 1991, S. 174–179, 211–217.
  • Gar nicht so eintönig... Liedbegleitung mit einem Ton. In: Grundschule. Nr. 3, 1991, S. 17–19.
  • Interkulturelle Musikerziehung. In: Musik und Unterricht. Nr. 2, 1993, S. 4–7.
  • Das Eigene und das Fremde. Zur Entwicklung interkultureller Musikerziehung. In: R. Böhle (Hrsg.): Möglichkeiten der Interkulturellen Ästhetischen Erziehung in Theorie und Praxis. IKO Verlag, Frankfurt 1993, S. 141–151.
  • Die Zeitmaschine oder von der Bedeutung, ernst zu sein... Spielen mit Musik. Ein Beispiel, nicht allein für den Musikunterricht. In: Gruppe & Spiel. Nr. 4, 1994, S. 35–37.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europa InTakt bei der Universität Dortmund (Memento des Originals vom 16. September 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fk-reha.musik.tu-dortmund.de
  2. Förderpreis Miriam Stiftung
  3. Website Verein InTakt
  4. Dortmunder Modell Musik bei Youtube
  5. Netzwerk Kunst und Kultur
  6. Silberne Stimmgabel an Prof. Irmgard Merkt verliehen. (Memento des Originals vom 16. September 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lmr-nrw.de Landesmusikrat NRW