Challenge St. Pölten

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Challenge St. Pölten
Austragungsort St. Pölten
Osterreich Österreich
Erste Austragung 2021
(2007 bis 2019 als Ironman 70.3 Austria)
Rekorde
Distanz Swimming pictogram.svg 1,9 km

Cycling (road) pictogram.svg 90 km
Athletics pictogram.svg 21,1 km

Streckenrekord Männer: 3:44:49 h, 2021
Deutschland Frederic Funk
Frauen: 4:14:25 h, 2018
Deutschland Laura Philipp

Die Challenge St. Pölten ist eine ca. 65 km westlich von Wien im Rahmen der internationalen Challenge-Rennserie stattfindende Triathlon-Sportveranstaltung im österreichischen St. Pölten über die Mitteldistanz 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Sie ist die Nachfolgeveranstaltung des von 2007 bis 2019 hier ausgetragenen Ironman 70.3 Austria.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ironman 70.3 ist ein geschütztes Markenzeichen des chinesischen Dalian Wanda Konzerns bzw. dessen Tochterunternehmens WTC, die ursprünglich dessen Nutzung gegen Zahlung von Lizenzgebühren an unabhängige Veranstalter vergab und seit 2009 zunehmend auch selbst als Veranstalter auftritt. Das Rennen über die halbe Ironman-Distanz wurde 2007 erstmals in Österreich durch die Triangle Sports & Promotion GmbH veranstaltet, die bereits seit 1998 den Ironman Austria und zeitweise auch den Ironman France, den Ironman South Africa, den Ironman 70.3 South Africa und den Ironman 70.3 Monaco organisierte. Der Triathlon entstand als fünfter europäischer sowie zwanzigster Event weltweit mit dem Markenzeichen „Ironman 70.3“ im Veranstaltungsnamen. Gemäß Presseinformationen von Triangle stand die Wahl der niederösterreichischen Hauptstadt St. Pölten als Austragungsort erst nach langen Verhandlungen fest, wobei die zentrale Lage und die leichte Erreichbarkeit ausschlaggebend gewesen wären. Triangle kündigte vor der Premiere, deren Budget sie mit einer Million Euro bezifferte, dessen weltweite Übertragung durch eine Fernsehproduktion des ORF an und warb bereits zur ersten Austragung mit einem erwarteten Nutzen für die Region von rund 12.000 Nächtigungen sowie einer prognostizierten Wertschöpfung von rund 5,2 Millionen Euro.[1][2] De facto erwies sich diese Erwartung zumindest für die Erstaustragung als unrealistisch: Bei der Premiere standen letztlich nur 568 Athleten (bei einem Teilnehmerlimit von 1500 Triathleten) am Start, die Presse schrieb von rund 5000 Zuschauern vor Ort.[3]

Die Teilnahmegebühr in St. Pölten betrug bei der Premiere 160 Euro.[1] Bei der Erstaustragung des Ironman 70.3 Austria am 2. Juni 2007 war eine Qualifikation für 75 Startplätze bei einem Triathlon in Clearwater als Abschluss der Ironman-70.3-Serie möglich. Die schnellsten Amateure in deren Altersklassen sowie Profi-Triathleten können diese Startplätze nachmittags nach dem Wettkampf in St. Pölten erwerben. Dieses Serienfinale wird unter dem Namen „Ironman 70.3 World Championship“ beworben, stellt aber keine durch einen internationalen Verband vergebene formale Weltmeisterschaft dar. Bei der Premiere 2007 konnte sich der Deutsche Michael Göhner nach 75 km auf der Radstrecke an die Spitze setzen und gewann schließlich vor Gerrit Schellens. Schnellste Frau war die Ungarin Erika Csomor.[3] 2009 fand das Rennen in St. Pölten am 24. Mai statt und es waren Athleten aus 39 Nationen gemeldet. Chris McCormack erreichte nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen drei Sekunden vor dem Zweitplatzierten Marino Vanhoenacker das Ziel. Bei den Frauen gelang Sandra Wallenhorst mit dem schnellsten Halbmarathon der Sieg vor Lucie Zelenkova, die nach der zweiten Disziplin noch vor Eva Dollinger und Caroline Steffen an der Spitze gelegen hatte.[4]

Der zweimalige Sieger Andreas Böcherer (2015, 2016)
Laura Philipp, Siegerin 2016, 2017 und 2018

2010 verkauften die Inhaber von Triangle ihre Firma inklusive der Rechte an ihren Veranstaltungen an die inzwischen in den Besitz einer Investmentgesellschaft gegangenen WTC.[5][6] 2010 wurde die Zahl der in St. Pölten angebotenen Startplätze für das Serienfinale, die für je 270 Euro erworben werden konnten, auf fünfzig reduziert.[7] 2010 verbesserte der Tscheche Filip Ospalý den Streckenrekord auf 3:46:01 h und unterbot damit die Siegerzeit aus dem Vorjahr um mehr als acht Minuten. Bei den Frauen konnte die seit 2007 in Österreich lebende Niederländerin Yvonne van Vlerken den Endspurt vor der Ungarin Erika Csomor knapp für sich entscheiden.[8]

Zur fünften Austragung 2011 waren Anmeldungen von mehr als 2300 Athleten aus 50 Nationen eingegangen.[9] Seit 2012 wird vom gleichen Veranstalter rund 340 km westlich von St. Pölten auch der Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun veranstaltet. Seit 2013 wurden in St. Pölten noch 30 Startplätze für das Saisonfinale verkauft.[10] Im Mai 2013 waren 2268 Athleten am Start. Die Schwimmdistanz musste in diesem Jahr witterungsbedingt ersatzlos gestrichen werden.[11]

2014 konnte Lisa Hütthaler hier ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen und stellte mit 4:17:20 h einen neuen Streckenrekord bei den Frauen auf.[12]

2015 gingen insgesamt 2123 Anmeldungen beim Veranstalter ein, im Vorfeld hatte der Veranstalter als Teilnehmerlimit 2400 Starter genannt. Um der Windschattenproblematik entgegenzuwirken, starten die Athleten bereits seit der Premiere in einzelnen Startgruppen. Der Start der Profi-Athleten erfolgt dabei etwa zehn Minuten vor den Amateuren. Insgesamt gab es 2015 zehn Startgruppen. Im Mai 2015 konnten mit Anja Beranek und Andreas Böcherer erstmals zwei deutsche Athleten das Rennen für sich entscheiden.[13]

Die Anmeldegebühr stieg für 2016 auf 302 Euro für Einzelstarter sowie 402 Euro für Staffeln, bei Anmeldung mehrere Monate vor dem Wettkampf sind niedrigere Teilnahmegebühren möglich. 2016 betrug die von den qualifizierten Athleten direkt vor Ort in bar zu entrichtende Teilnahmegebühr für die „Ironman 70.3 World Championship“ 378 Euro (jeweils inklusive obligatorischer Servicegebühr). 2016 konnte Böcherer seinen Titel erfolgreich verteidigen.

Im Mai 2018 holte sich die Deutsche Laura Philipp nach 4:14:25 h mit neuem Streckenrekord ihren dritten Sieg in Folge und auch der Österreicher Michael Weiss verbesserte bei den Männern den Streckenrekord auf 3:51:36 h.

Fortführung als „Challenge St. Pölten“ ab 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der 13. Austragung 2019 kam es zu einem Wechsel des Veranstalters.[14] Wie im Mai bekannt wurde, sollte das Rennen am 24. Mai 2020 unter neuem Veranstalter im Rahmen der internationalen Challenge-Rennserie als „Challenge St. Pölten“ ausgetragen werden.[15] Diese geplante Veranstaltung musste aber aufgrund der COVID-19-Pandemie ersatzlos abgesagt werden.[16]

Die Erstaustragung der Challenge St. Pölten war am 30. Mai 2021. Es waren etwa 1700 Athleten am Start und das Rennen wurde ohne Zuschauer ausgetragen.[17] Die zweite und letzte Austragung war hier am 29. Mai 2022.[18]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Schwimmdistanz startet im Viehofner See und nach 900 Metern Schwimmen gibt es einen etwa 200 Meter langen Landgang zum Ratzersdorfer See.
  • Die Radstrecke verläuft über eine 90 km lange einmal zu durchfahrende Runde durch die Wachau mit etwa 1024 hm – über Herzogenburg, Traismauer, Krustetten, Krems, Mautern, Weißenkirchen, Aggsbach, über Gansbach und Obritzberg wieder zurück zur Wechselzone in St. Pölten. Auf einem ca. 16 km langen Teilstück zu Beginn der Radstrecke verläuft diese über das für die Veranstaltung gesperrte Autobahnteilstück der Kremser Schnellstraße S33 zwischen Anschlussstelle St. Pölten Nord bis zur Anschlussstelle Traismauer Nord.
  • Der abschließende Halbmarathon wird über zwei Runden am östlichen und westlichen Ufer der Traisen ausgetragen.

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Challenge St. Pölten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer Frauen
N ° Datum/Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
3 2023
2 29. Mai 2022 Deutschland Nicolas Mann AustralienAustralien Caleb Noble OsterreichÖsterreich Lukas Hollaus
1 30. Mai 2021 Deutschland Frederic Funk (SR) Deutschland Jan Stratmann Deutschland Maurice Clavel
Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
2023
2022 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lucy Buckingham AustralienAustralien Grace Thek Polen Aleksandra Jędrzejewska
2021 Deutschland Anne Haug Schweiz Imogen Simmonds Danemark Maja Stage Nielsen

Ironman 70.3 Austria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer Frauen
N ° Datum/Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
13 26. Mai 2019 Deutschland Franz Löschke OsterreichÖsterreich Thomas Steger OsterreichÖsterreich Michael Weiss
12 27. Mai 2018 OsterreichÖsterreich Michael Weiss Schweiz Ruedi Wild ItalienItalien Giulio Molinari
11 21. Mai 2017 Deutschland Nils Frommhold Deutschland Andreas Böcherer Deutschland Maurice Clavel
10 22. Mai 2016 Deutschland Andreas Böcherer -2- Schweiz Ruedi Wild OsterreichÖsterreich Paul Reitmayr
9 17. Mai 2015 Deutschland Andreas Böcherer Deutschland Nils Frommhold Schweiz Jan van Berkel
8 25. Mai 2014 SpanienSpanien Eneko Llanos Belgien Marino Vanhoenacker OsterreichÖsterreich Michael Weiss
7 26. Mai 2013 Belgien Bart Aernouts Deutschland Andreas Böcherer SpanienSpanien Eneko Llanos
6 20. Mai 2012 Tschechien Filip Ospalý -3- Deutschland Andreas Raelert FrankreichFrankreich Cyril Viennot
5 22. Mai 2011 Tschechien Filip Ospalý -2- OsterreichÖsterreich Michael Weiss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Paul Amey
4 30. Mai 2010 Tschechien Filip Ospalý AustralienAustralien Chris McCormack Deutschland Andreas Raelert
3 24. Mai 2009 AustralienAustralien Chris McCormack Belgien Marino Vanhoenacker ItalienItalien Massimo Cigana
2 24. Mai 2008 ItalienItalien Massimo Cigana SchwedenSchweden Björn Andersson Deutschland Michael Göhner
1 2. Juni 2007 Deutschland Michael Göhner Belgien Gerrit Schellens Deutschland Hans Mühlbauer
Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
2019 SchwedenSchweden Sara Svensk OsterreichÖsterreich Bianca Steurer Deutschland Julia Gajer
2018 Deutschland Laura Philipp -3- (SR) Danemark Helle Frederiksen Deutschland Anja Beranek
2017 Deutschland Laura Philipp -2- NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken OsterreichÖsterreich Lisa Hütthaler
2016 Deutschland Laura Philipp NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken Deutschland Anja Beranek
2015 Deutschland Anja Beranek Schweiz Nicola Spirig Hug Deutschland Laura Philipp
2014 OsterreichÖsterreich Lisa Hütthaler -2- Finnland Kaisa Lehtonen Deutschland Svenja Bazlen
2013 OsterreichÖsterreich Lisa Hütthaler SchwedenSchweden Eva Nyström NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken
2012 Deutschland Julia Gajer Ungarn Erika Csomor Schweiz Natascha Badmann
2011 Schweiz Karin Thürig Ungarn Erika Csomor NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken
2010 NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken -2- Ungarn Erika Csomor Schweiz Karin Thürig
2009 Deutschland Sandra Wallenhorst Tschechien Lucie Zelenková Schweiz Caroline Steffen
2008 NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken Ungarn Erika Csomor Deutschland Sandra Wallenhorst
2007 Ungarn Erika Csomor Danemark Charlotte Kolters ItalienItalien Edith Niederfriniger

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ironman 70.3 Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kai Baumgartner: Vertrag unterzeichnet: Austria IRONMAN 70.3 in St. Pölten fixiert. In: 3athlon.de. 22. November 2006, archiviert vom Original am 5. Mai 2007; abgerufen am 15. Februar 2016.
  2. Austria IRONMAN 70.3 in St. Pölten fixiert. In: tri2b.com. 15. November 2006, abgerufen am 15. Februar 2016.
  3. a b Göhner und Csomor bei Premiere in St. Pölten siegreich. In: tri2b.com. 2. Juni 2007, abgerufen am 15. Februar 2016.
  4. Dennis Wachter: Ironman 70.3 St. Pölten. In: tri2b.com. 24. Mai 2009, abgerufen am 15. Februar 2016.
  5. Dan Empfield: WTC sold to private equity firm. In: slowtwitch.com. 8. September 2008.
  6. Elzabe Boshoff, Marietjie VanDerMerwe: The Heart of an Ironman South Africa. 2. Auflage. Meyer & Meyer, 2012, ISBN 978-1-84126-363-2, S. 16–17.
  7. Clearwater Qualifikation. Archiviert vom Original am 2. Juni 2010; abgerufen am 15. Februar 2016.
  8. Harald Eggebrecht: Ironman 70.3 Austria: Ospaly und van Vlerken gewinnen mit neuen Streckenrekorden. In: tri2b.com. 30. Mai 2010, abgerufen am 15. Februar 2016.
  9. IRONMAN 70.3 St. Pölten: Die Jubiläumsausgabe steckt in den Startlöchern (5. April 2011)
  10. Qualifikation Las Vegas | Ironman 70.3 St Pölten. Archiviert vom Original am 17. März 2013; abgerufen am 15. Februar 2016.
  11. Harald Eggebrecht: St. Pölten: Böcherer Zweiter bei der Kälteschlacht. In: tri2b.com. 26. Mai 2013, abgerufen am 15. Februar 2016.
  12. René Penno: Ironman 70.3 St. Pölten: Heimsieg bei den Frauen. In: tri2b.com. 26. Mai 2014, abgerufen am 15. Februar 2016.
  13. Deutsche Triathleten gewinnen in Österreich (17. Mai 2015)
  14. orf.at: Aus für Ironman-Marke in St. Pölten. Artikel vom 30. Mai 2019, abgerufen am 30. Mai 2019.
  15. Herzlich Willkommen Challenge St. Pölten
  16. Triathlon in St. Pölten heuer abgesagt. In: ORF.at. 2. April 2020, abgerufen am 2. April 2020.
  17. Kraftakt von Haug für Sieg bei Challenge St. Pölten 2021 (30, Mai 2021)
  18. Challenge St. Pölten: Funk führt deutsches Podest-Trio an, Haug gewinnt auf den letzten Metern (30. Mai 2021)