Irresheim (Nörvenich)

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Koordinaten: 50° 47′ 26″ N, 6° 37′ 17″ O

Irresheim
Gemeinde Nörvenich
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 3,3 km²
Einwohner: 187 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 52388
Vorwahl: 02426
Karte
Ortsplan

Das Dorf Irresheim gehört zu der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Irresheim hat eine aktive Dorfgemeinschaft. So wurde zum Beispiel in den 1970er-Jahren eine alte Baracke in Eigenleistung der Bewohner zu einer Fest- und Jugendhalle umgebaut. Sie steht bei öffentlichen und privaten Ereignissen den Dorfbewohnern zur Verfügung. Die am Südrand des Ortes stehende Halle ist von den Nachbargemeinden Hochkirchen und Eggersheim aus sichtbar.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Irresheim liegt eines der größten Braunkohle-Vorkommen Deutschlands, der neu aufzuschließende „Tagebau Erp / Irresheim“, mit 1,4 Milliarden m³ die größte noch unerschlossene Lagerstätte des Rheinischen Reviers.[2][3]

Nach 2015 ist mit einer Entscheidung für oder gegen den neuen Braunkohletagebau zu rechnen. RWE Power-Pressesprecher Manfred Lang wollte 2006 diesen Plan nicht dementieren.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 1381 in den Nörvenicher Gerichtsunterlagen.

Der Ortsname, der auf -heim endet, deutet auf die Wohnstätte eines Franken hin. Den Ort hat wahrscheinlich ein fränkischer Herrn mit dem Namen Erin gegründet. Aus diesem Namen hat sich dann über Erinsheim und Erresheim der heutige Ortsname Irresheim entwickelt. Im Volksmund wird das kleine Dorf heute noch Erressem genannt. Der Ortsname hat keineswegs etwas mit „irren“ Bewohnern zu tun.

Irresheim hat seit 1965 bis in die 1990er-Jahre hinein regelmäßig an den Bundes- und Landeswettbewerben Unser Dorf soll schöner werden teilgenommen. 1967 wurde Irresheim Landessieger in Nordrhein-Westfalen und 3. Sieger auf Bundesebene. Der damalige Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft Graf Lennart Bernadotte, Besitzer der Insel Mainau im Bodensee, pflanzte neben der Annakapelle einen Lindenbaum, der in der Zwischenzeit zu einem stattlichen Laubbaum herangewachsen ist.

Am 1. Januar 1969 wurde Irresheim nach Nörvenich eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl   Jahr Einwohnerzahl   Jahr Einwohnerzahl
1794 128   1885 197   1905 183
1925 178   1945 144   1955 164
1965 161   1975 149   1985 149
1995 172   2005 179   2010 176
2015 177

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Mennen (* 1985) ein Mountainbikesportler, der in Irresheim lebte

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Et Backes“

In Irresheim findet sich auch noch das einzige erhaltene Backhaus der Gemeinde Nörvenich. Der heutige Eigentümer nutzt es als Hühner- und Gänsestall.

Schräg gegenüber dem alten Backhaus steht die Annakapelle. Dieses Gotteshaus fasst etwa 20 Personen und ist verglast mit Bleiverglasungen des Glasmalers und Künstlers Rudolf Beihartz, der diese Glasmalereien der Kapelle in den 1980er Jahren aufgrund der Verbundenheit zur Dorfgemeinschaft stiftete. Die Kapelle ist an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Heute dient sie auch dazu, um nach dem Tod eines Dorfbewohners in ihr für dessen Seelenheil zu beten.

Ein weiteres Baudenkmal in Irresheim ist das Memorienkreuz.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.noervenich.de/gemeinde/downloads/20170106-Einwohnerzahlen_201612.pdf
  2. Die Zukunft der Braunkohle in ausgewählten Revieren, Tabelle 2.5: Liste der von einem Tagebau Erp-Irresheim eventuell betroffenen Ortschaften, Forschungsstelle Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, April 2008, S.2, 147 kB, abgerufen am 30. März 2010
  3. Flugblatt der Bürgerinitiative "Bürger gegen Isweiler Feld"
  4. Prüft RWE einen neuen Tagebau?, Kölner Stadt-Anzeiger, 23. November 2006, abgerufen am 30. März 2010
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]