Isaac Makwala

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Isaac Makwala Leichtathletik

Isaac Makwala (2015)
Isaac Makwala im Juli 2015

Nation BotswanaBotswana Botswana
Geburtstag 29. September 1986 (32 Jahre)
Geburtsort Tutume, Botswana
Größe 185 cm
Gewicht 78 kg
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 200 m: 19,77 s (±0,0 m/s)
400 m: 43,72 s
Verein Francistown Athletics Club
Trainer Justice Dipeba
Nationalkader seit 2007
Status aktiv
Medaillenspiegel
Commonwealth Games 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Afrikaspiele 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Afrikameisterschaften 3 × Gold 4 × Silber 0 × Bronze
Logo der Commonwealth Games Federation Commonwealth Games
0Gold0 Gold Coast 2018 400 m
0Gold0 Gold Coast 2018 4 × 400 m
Logo der Afrikaspiele Afrikaspiele
0Gold0 Algier 2007 4 × 400 m
0Gold0 Brazzaville 2015 400 m
0Silber0 Brazzaville 2015 4 × 400 m
Afrikameisterschaften
0Silber0 Addis Abeba 2008 400 m
0Silber0 Nairobi 2010 400 m
0Silber0 Nairobi 2010 4 × 400 m
0Gold0 Porto Novo 2012 400 m
0Gold0 Marrakesch 2014 400 m
0Gold0 Marrakesch 2014 4 × 400 m
0Silber0 Marrakesch 2014 200 m
letzte Änderung: 30. April 2018

Isaac Makwala (* 29. September 1986 in Tutume) ist ein botswanischer Leichtathlet, der sich auf den 400-Meter-Lauf spezialisiert hat.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makwala feierte seinen ersten internationalen Titelgewinn mit der botswanischen 4-mal-400-Meter-Staffel bei den Panafrikanischen Spielen 2007 in Algier. Er war ebenfalls Mitglied der Staffel bei den Weltmeisterschaften 2007 in Ōsaka, die sich jedoch nicht für das Finale qualifizieren konnte. Im 400-Meter-Lauf erzielte er mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Afrikameisterschaften 2008 in Nairobi erstmals eine vordere Platzierung bei internationalen Meisterschaften. Mit der Staffel belegte er dort den vierten Rang.

Makwala nahm über 400 Meter an den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin teil, schied jedoch bereits im Vorlauf aus. Bei den Afrikameisterschaften 2010 in Nairobi erreichte er die Halbfinalrunde und gewann mit der Staffel die Silbermedaille. Im selben Jahr kam er bei den Commonwealth Games in Melbourne im 400-Meter-Lauf ebenfalls bis ins Halbfinale und belegte mit den Staffel den 5. Platz. Bei den Panafrikanischen Spielen 2011 in Maputo wurde er über 400 Meter Siebter.

Die Saison 2012 begann für Makwala mit einem vierten Platz in der 4-mal-400-Meter-Staffel bei den Hallenweltmeisterschaften in Istanbul. Im Juli gewann er bei den Afrikameisterschaften in Porto Novo den Titel im 400-Meter-Lauf. Er konnte seine Form allerdings nicht bis zu den Olympischen Spielen in London halten, die einen Monat später stattfanden. Dort schied er im Vorlauf aus. Die Weltmeisterschaften 2013 in Moskau verliefen ebenfalls enttäuschend für ihn. Weder über 400 Meter noch in der Staffel kam er über die Vorläufe hinaus.

Am 6. Juli 2014 steigerte Makwala seine persönliche Bestleistung im 400-Meter-Lauf bei einem Leichtathletik-Meeting im schweizerischen La Chaux-de-Fonds auf 44,01 Sekunden. Damit unterbot er den knapp acht Jahre alten Afrikarekord des Kongolesen Gary Kikaya um neun Hundertstelsekunden. An selber Stelle blieb er mit 19,96 Sekunden erstmals unter der 20-Sekunden-Marke im 200-Meter-Lauf.[1] Drei Wochen später verpasste er bei den Commonwealth Games in Glasgow überraschend den Finaleinzug im 400-Meter-Lauf. Bei den Afrikameisterschaften in Marrakesch im August wurde er seiner Favoritenrolle wieder gerecht, indem er seinen Titel über 400 Meter in der Meisterschaftsrekordzeit von 44,23 Sekunden erfolgreich verteidigte.[2] Eine weitere Goldmedaille gewann er mit der botswanischen 4-mal-400-Meter-Staffel. Außerdem wurde er im 200-Meter-Lauf Zweiter.

Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking belegte Makwala im 400-Meter-Lauf den fünften Platz. Mit der 4-mal-400-Meter-Staffel verpasste er hingegen den Finaleinzug. Wenige Wochen später siegte er bei den Afrikaspielen in Brazzaville über 400 Meter und gewann außerdem in der Staffel die Silbermedaille.[3][4]

Makwala bei den Weltmeisterschaften 2017 in London

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro erreichte Makwala die Halbfinalrunde, verpasste die Finalteilnahme allerdings deutlich. Mit der botswanischen 4-mal-400-Meter-Staffel belegte er den fünften Platz.

Nachdem ihm in den Vorjahren zwar vereinzelt große Leistungen gelungen waren, er aber insgesamt Konstanz vermissen lassen und bei den großen Meisterschaften keine Medaille gewonnen hatte, reiste er zu den Weltmeisterschaften 2017 in London als Mitfavorit für die Goldmedaillen über 200 und 400 Meter an. Im Juli hatte er bei den Diamond-League-Meetings in Lausanne und Monaco die 400-Meter-Distanz in 44,08 s und 43,84 s absolviert und in Madrid gelang es ihm als ersten Athleten an einem Tag 200 Meter unter 20 Sekunden und 400 Meter unter 44 Sekunden zu laufen.[5] Damit war er zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft Weltjahresbester über die kürzere Strecke und Drittschnellster über die Stadionrunde. In London qualifizierte er sich für das 400-Meter-Finale, dort konnte er jedoch nicht teilnehmen. Die IAAF untersagte ihm am Abend des Finales auf Empfehlung der staatlichen Gesundheitsbehörde Public Health England den Zutritt zum Stadion, weil bei ihm aufgrund einer Magen-Darm-Grippe, die auf eine Infektion mit Humanen Noroviren zurückzuführen sein könnte, eine 48-stündige Quarantäne angeordnet war.[6] In Folge dieser Quarantäne verpasste der Sprinter auch den Vorlauf über die 200 Meter, sodass er vorerst nicht für das Finale qualifiziert war. Makwala sprach im Zusammenhang mi seiner Sperre von „Sabotage“.[7] IAAF-Präsident Sebastian Coe stritt diese Vorwürfe ab. Nach Ablauf der 48-stündigen Quarantäne durfte Makwala den Vorlauf alleine nachholen und qualifizierte sich mit seinem Sololauf in 20,20 s für das Halbfinale.[8] Im Halbfinale lief Isaac Makwala in 20,14 s ins Finale über 200 Meter.[9][10] Dort verpasste er mit 20,44 s als Sechster das anvisierte Podium.

2018 nahm Makwala zum dritten Mal an den Commonwealth Games im australischen Gold Coast teil und gewann dort über 400 Meter überlegen die Goldmedaille vor seinem Landsmann Baboloki Thebe. Zudem gewann er am Schlusstag der Spiele mit der botswanischen 4-mal-400-Meter-Staffel in 3:01,78 min ebenfalls Gold.

Makwala wird von dem ehemaligen Sprinter und Olympiateilnehmer Justice Dipeba trainiert.[11] 2014 wurde er nationaler Meister über 100 und 200 Meter.

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 100 Meter: 10,20 s A (+0,8 m/s), 3. Mai 2014 in Gaborone (Botswanischer Rekord)
  • 200 Meter: 19,77 s (0,0 m/s), 14. Juli 2017 in Madrid (Botswanischer Rekord)
  • 400 Meter: 43,72 s, 5. Juli 2015 in La Chaux-de-Fonds (Botswanischer Rekord)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Isaac Makwala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jon Mulkeen: Makwala breaks African 400m record with stunning one-day sprint double in La Chaux-de-Fonds (englisch) IAAF. 7. Juli 2014. Abgerufen am 25. August 2014.
  2. Jon Mulkeen: Redemption for Makwala at African Championships (englisch) IAAF. 12. August 2014. Abgerufen am 25. August 2014.
  3. Jon Mulkeen: Ivorian sprint double for Meite and Ta Lou at All-African Games (englisch) IAAF. 15. September 2015. Abgerufen am 25. Dezember 2015.
  4. Phil Minshull: Kenya's 4x400m men finish off the All-Africa Games in style (englisch) IAAF. 17. September 2015. Abgerufen am 25. Dezember 2015.
  5. Emeterio Valiente: Makwala achieves historic 200m-400m double in Madrid (englisch) IAAF. 14. Juli 2017. Abgerufen am 9. August 2017.
  6. IAAF statement: Isaac Makwala (englisch) IAAF. 8. August 2017. Abgerufen am 9. August 2017.
  7. Saskia Aleythe London: "Ich glaube fast, das ist Sabotage". In: sueddeutsche.de. 9. August 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 10. August 2017]).
  8. Sport1.de: Leichtathletik-WM: Isaac Makwala winkt nach Aussperrung doch Medaille. In: Sport1.de. (sport1.de [abgerufen am 10. August 2017]).
  9. Leichtathletik-WM: Top-Duell nach kuriosem Sololauf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. August 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 10. August 2017]).
  10. Leichtathletik-WM: Hoffnungslauf für Makwala – alleine. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. August 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 10. August 2017]).
  11. Steve Landells: Personal bests – Isaac Makwala (englisch) IAAF. 4. Mai 2015. Abgerufen am 25. Dezember 2015.