Isabella Stewart Gardner Museum

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Das Museum (Erweiterung nicht sichtbar)
Im Innenhof
John Singer Sargent: Isabella Stewart Gardner, 1888

Das Isabella Stewart Gardner Museum in Boston, Massachusetts ist ein privates amerikanisches Museum vorwiegend europäischer Kunst, das 1903 eröffnet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die US-amerikanische Kunstsammlerin und Mäzenin Isabella Stewart Gardner (1840–1924) ließ in der Zeit von 1896 bis 1903 das nach ihr benannte Museum von Grund auf neu im historisierenden Stil eines venezianischen Palazzo beeinflussten Neorenaissance errichten und trug auf ihren Reisen, unterstützt durch ihren Berater Bernard Berenson, der damals renommierteste Kenner der italienischen Renaissance, und über den Internationalen Kunsthandel eine beachtliche Sammlung zusammen. Das Museum verfügt heute über mehr als 2.500 Exponate europäischer, asiatischer und amerikanischer Kunst.

Der Museumsbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die die von außen schlichte vierflügelige Anlage umschließt einen weiten, glasgedeckten Hof, der im venezianischen Stil gestaltet und mit Skulpturen geschmückt ist. Im Zentrum befindet sich ein römisches Mosaik aus dem 2. Jahrhundert, das das Haupt der Medusa darstellt.

Erdgeschoss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Erdgeschoss befinden sich hinter dem Kreuzgang auf der Ostseite zwei langgestreckte Säle:

  • Das „Spanish Cloister“ zeigt ein großes Gemälde des Freundes John Singer Sargent von 1882 mit dem Titel „El Jaleo“ (Flamenco Tanz), sein erster Auftrag eines Salons. Die Kacheln an den Wänden stammen aus einer mexikanischen Kirche des 17. Jahrhunderts.
  • Die „Chinese Loggia“ zeigt Objekte aus China, darunter eine Figurengruppe „Buddha mit Begleitern“ aus dem Jahre 543, deren Sockel die Namen von mehr als siebzig Stiftern trägt.
  • Im „Yellow Room“ ist ein Matisse und ein Degas zu sehen, im „Blue Room“ ein Manet und im „MacKnight Room“ ein weiteres Bild von Singer.

Erster Stock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fast die ganze Ostseite wird vom „Tapestry Room“ eingenommen. Dieser Saal mit seiner schweren Holzdecke ist an den Wänden mit flämischen Teppichen aus dem 16. Jahrhundert geschmückt. Der große Raum wird auch für Veranstaltungen genutzt.
  • Im Übergang vom Tapestry Room zum „Dutch Room“ sind japanische Stellschirme[1], allerdings nicht entfaltet, zu sehen.
  • An der Südseite findet sich der Dutch Room mit Gemälden von Dürer, Anthonis van Dyck, Holbein, Rubens und Francisco de Zurbarán.
  • An der Nordseite befindet sich der „Early Italian Room“ mit Masaccio, Andrea Mantegna, Fra Angelico, Simone Martini und anderen, und daneben der „Rapahael Room“ sind Raffael, Carlo Crivelli und anderen zeitgenössischen Italienern gewidmet. I
  • In der „Short Gallery“ ist das vom schwedischen Künstler Anders Zorn gemalte Bild Frau Gardeners zu sehen, und im „Little Salon“ daneben François Boucher.

Zweiter Stock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zweite Stock ist in der Grundfläche kleiner als die anderen Stockwerke. Im Durchgang sind wieder japanische Stellschirme, gefaltet, zu sehehn.[1]

Bilder (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstraub 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationales Aufsehen erregte der Kunstraub vom 18. März 1990, der bis heute nicht aufgeklärt ist und vom FBI auf der Liste der Top Ten der Kunstverbrechen geführt wird.[2] Zwei als Polizisten verkleidete Männer drangen in das Gebäude ein und stahlen 13 Kunstwerke, darunter das Konzert von Jan Vermeer, Édouard Manets Chez Tortoni und drei Gemälde Rembrandt van Rijns. Die Gemälde konnten bislang nicht wieder aufgefunden werden. Als Ausdruck des Stifterwillens der Stifterin, wonach keine Kunstwerke aus dem Museum entfernt oder in der Hängung verändert werden dürfen, hängen die leeren Rahmen immer noch an Ort und Stelle.[3]

Diebesgut (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erweiterungsbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der über die Jahrzehnte stetig gewachsenen Besucherzahlen wurde das Museum seit 2010 nach einem Entwurf von Renzo Piano um einen neuen Flügel erweitert.[4] Der Anbau ist im Februar 2012 eröffnet worden.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eine japanische Künstlergruppe um Yokoyama Taikan war 1903 von Frau Gardner empfangen worden und hatte sie beeindruckt.
  2. Isabella-Stewart-Gardner-Kunstraub auf der Website des FBI (abgerufen am 22. Januar 2010)
  3. Neues zum Gardner-Fall, F.A.Z., 17. April 2015
  4. Nicolai Ouroussoff: „An Architect Pays Respects to a Dowager“, in: NY Times, 20. Januar 2010 (Englisch)
  5. In der Arche Noah von Boston in FAZ vom 17. November 2017, Seite 12.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faltblatt des Museums (Vier Seiten mit Gebäudeplan)
  • Ulrich Boser: The Gardner Heist: The True Story of the World's Largest Unsolved Art Theft, New York 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Isabella Stewart Gardner Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 42° 20′ 19″ N, 71° 5′ 56″ W