Isaurier

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Die Isaurier (auch Isaurer geschrieben) waren ein antiker Volksstamm im Süden Kleinasiens. Ihre Heimat Isaurien, ein Gebirgsland, liegt zwischen dem antiken Kilikien und Lykaonien (römische Provinz Isauria). Sie waren in der Antike als Räuber und Krieger gefürchtet (siehe z. B. Lydius) und machten ab dem späten 5. Jahrhundert in der oströmischen Armee Karriere als Soldaten. Sie wurden schließlich von Kaiser Leo I. als Gegengewicht zu den gotischen Truppenteilen herangezogen. Der hohe Stellenwert der isaurischen Truppen zeigte sich auch darin, dass einer der Stammeshäuptlinge von Leo protegiert und später unter dem Namen Zenon zum Kaiser erhoben wurde. Unter Kaiser Anastasios I. wurden sie jedoch als Machtfaktor ausgeschaltet.

Der Volksstamm ist nicht zu verwechseln mit der von Kaiser Leo III. begründeten syrischen Dynastie, die oft (falsch) als Isaurische Dynastie bezeichnet wird, die von 717 bis 802 das Byzantinische Reich regierte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugh Elton: The Nature of the Sixth-century Isaurians. In: Geoffrey Greatrex, Stephen Mitchell (Hrsg.): Ethnicity and culture in Late Antiquity. Duckworth u. a., London 2000, ISBN 0-7156-3043-1, S. 293–307.
  • Karl Feld: Barbarische Bürger. Die Isaurier und das Römische Reich. de Gruyter, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-11-018899-6 (Millennium-Studien. Bd. 8), (Zugleich: Berlin, Freie Univ., Diss., 2004).