Ysenburg-Büdingen-Meerholz

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Territorium im Heiligen Römischen Reich
Ysenburg-Büdingen-Meerholz
Wappen
Wappen der Grafen von (Ober-) Isenburg,ab ca. 1800 zu Ysenburg und Büdingen
Karte
Karte der Grafschaft Oberisenburg (1790) von Johann Daniel Albrecht Hoeck, aus Wikimedia Commons
Alternativnamen Isenburg-Büdingen-Meerholz
Entstanden aus Herrschaft Büdingen
Herrschaftsform Monarchie
Herrscher/Regierung Graf


Reichsmatrikel 14 fl. 19¾ xr.
Reichskreis Oberrheinischer Reichskreis
Kreistag Frankfurt am Main
Hauptstädte/Residenzen Meerholz
Dynastien Ysenburg-Büdingen
Konfession/Religionen reformiert
Sprache/n Deutsch (Rheinfränkisch)
Fläche 110 km²
Einwohner 7000
Währung Gulden (Florin, fl.) und Kreuzer (xr.), ab 1871 Mark (Mk)
Aufgegangen in 1806 Fürstentum Isenburg, 1815 Österreich, 1816 teils an Großherzogtum Hessen, 1919 Volksstaat Hessen, teils an Kurfürstentum Hessen, 1866 Preußen, beide Teile 1945 an Großhessen, 1946 an Hessen


Die Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Meerholz lag in der südöstlichen Wetterau im Südosten des heutigen Landes Hessen (größtenteils im Main-Kinzig-Kreis, der kleinere Teil im Wetteraukreis) und war von 1687 bis zu ihrer Mediatisierung 1806 ein Territorium im alten Deutschen Reich; sie gehörte zum Oberrheinischen Kreis und war eine (Teil-)Grafschaft von Ysenburg-Büdingen (im 19. und 20. Jahrhundert zu Ysenburg und Büdingen in Meerholz). Das reichsunmittelbare Grafengeschlecht, das dieses Territorium beherrschte, bestand von 1687 bis 1929 und gehörte dem Gesamthaus Ysenburg-Büdingen an, dessen drei Speziallinien die gleichnamigen Grafschaften (neben Meerholz noch Büdingen und Wächtersbach) innehatten.

Nach 1806 – mediatisiert – gehörten alle drei (Teil-)Grafschaften zum Rheinbund-Fürstentum Isenburg (bis 1815), dann ein Jahr zu Österreich. Nach der Teilung der isenburgischen Lande (Mitte 1816) kam der nordwestliche Teil der Grafschaft (Gericht Eckhardshausen) zum Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt) und der südöstliche Teil (Gericht Gründau und Gericht Meerholz) zum Kurfürstentum Hessen (Hessen-Kassel); die Ysenburger Grafen waren Standesherren im Großherzogtum Hessen und in Kurhessen und nach der Annexion Kurhessens durch Preußen Mitglieder in der Ersten Kammer des Preußischen Landtags. 1929 erlosch die Linie, der Besitz kam an das Gesamthaus Ysenburg-Büdingen.

Lage und Grenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Meerholzer Teil liegt im Süden der Grafschaft, er besteht aus den Gerichten Eckartshausen, Gründau und Meerholz. Das Gericht Meerholz größtenteils südlich der Kinzig im späteren kurhessischen Kreis Gelnhausen (heute Main-Kinzig-Kreis), das Gericht Gründau größtenteils zwischen Gründau (im Norden) und Kinzig (im Süden) im späteren kurhessischen Kreis Gelnhausen; der nordwestliche Teil liegt zwischen der Ronneburg im Südosten und Eckartshausen im Nordwesten im späteren großherzoglich-hessischen Kreis Büdingen (heute Wetteraukreis). Lange nach dem Untergang der Grafschaft und des ysenburgischen Hauses Meerholz lag zwischen 2007 und 2013 die geografische Mitte der Europäischen Union bei 50° 10′ 21″ N, 9° 9′ 0″ O im südlichen Teil der Gemarkung von Meerholz.

Größe und Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1,5 Quadratmeilen (= 110 km²) groß, mit ca. 7000 Einwohnern (im 18. Jahrhundert).

Gettenbach und Haitz kamen erst nach dem Erlöschen der Marienborner Linie (1725) zur Meerholzer Linie, zunächst gehörten sie zur Wächtersbacher Linie, diese musste die beiden Dörfer aber an Meerholz abtreten, weil sie von der Büdingener Linie die Dörfer Wolferborn und Michelau und die Burg Ronneburg erhalten hatte.

Zu Meerholz gehörte ein großer Teil des Büdinger Waldes, dieser gehörte nicht zu den Gemarkungen der Dörfer. Der Meerholzer Anteil erstreckte sich vom Stickelberg[2] im Westen (in etwa vom Bahnhof in der heutigen Gemarkung Mittel-Gründau) über den Hühnerhof[3] (westlich von Gettenbach) bis zum Hof Kaltenborn im Osten (heute im Stadtteil Haitz der Stadt Gelnhausen) und von der Gründau im Norden bis zur Kinzig im Süden (mit Ausnahme der Gemarkung der bereits seit Jahrhunderten vor dem formellen Verlust der Reichsunmittelbarkeit 1803 an Hanau verpfändeten Reichsstadt Gelnhausen, heute Kernstadt von Gelnhausen). Die Höfe gehörten ebenfalls nicht zu den Gemeinde-Gemarkungen der Dörfer; sie bildeten bis in die 1920er Jahre Gutsbezirke (d. h. gemeindefreie Gebiete).

Geschichte der Ysenburger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Ysenburger, ursprünglich am Mittelrhein und im Westerwald beheimatet (Nieder-Isenburg, 1664 ausgestorben), kam über eine Heirat mit der Erbtochter von Büdingen in die südöstliche Wetterau (Ober-Isenburg). Diese neue Grafschaft Ysenburg-Büdingen teilte sich vom Ende des 15. Jahrhunderts bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts mehrmals.

Die Landesteilung von 1687, die Entstehung des Büdinger Landes und der Speziallinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Dritte Hauptteilung (1684) entstanden die beiden Häuser Ysenburg-Büdingen-Birstein (ab 1744 Fürstentum Isenburg und Büdingen) und Ysenburg-Büdingen. Die letztere teilte sich am 23. Juli 1687 in Meerholz noch einmal in vier Speziallinien. Sie alle nannten sich Ysenburg und Büdingen und fügten jeweils den Sitz ihrer Linie hinzu (einheitliche Schreibweise jedoch erst ab dem 19. Jahrhundert): Ysenburg-Büdingen in Büdingen (ausgestorben 1941), Ysenburg-Büdingen in Marienborn (ausgestorben 1725), Ysenburg-Büdingen in Meerholz (ausgestorben 1929) und Ysenburg-Büdingen in Wächtersbach (die 1941 ihren Sitz in Büdingen nahmen; es war die einzige Linie, die übrig geblieben war). Die Teil-Grafschaften waren nicht nur durch die Blutsverwandtschaft, sondern insbesondere auch durch Hausverträge (Erbfolgeregelungen) verbunden (Agnaten).

Die zehn Reichskreise am Anfang des 16. Jahrhunderts
  • Oberrheinischer Kreis

Am 23. Juli 1687 erfolgte in einem erneuten Rezess (= Vergleich)[4] die Teilung des Landes unter den vier Söhnen von Maria Charlotte (1631–1693), Witwe des Johann Ernst von Ysenburg-Büdingen, Vormünderin ihrer Söhne. Da das Erbprinzip der Primogenitur in Ysenburg noch nicht eingeführt war, wurde das Territorium geteilt. Der älteste Sohn, Johann Casimir Graf von Ysenburg-Büdingen (1660–1693) erhielt Schloss, Stadt und Gericht Büdingen und die umliegenden Dörfer, Ferdinand Maximilian, der zweitälteste Sohn erhielt Schloss und Stadt Wächtersbach, Karl August erhielt Marienborn, im heutigen Büdinger Stadtteil Eckartshausen mit den umliegenden Dörfern und Georg Albrecht erhielt Meerholz und die umliegenden Dörfer. Da die Linie Ysenburg-Büdingen-Marienborn bald ausstarb, gab es in der Folgezeit neben der (älteren) Hauptlinie Isenburg-Birstein die (neuen) Speziallinien Ysenburg und Büdingen in Büdingen, Ysenburg und Büdingen in Meerholz und Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach.

Durch den Tod des Grafen Karl August von Ysenburg-Büdingen-Marienborn wurde entsprechend seinem Testament der Marienborner Besitz 1725 aufgeteilt, die Ämter Gründau und Eckartshausen, sowie die Dörfer Gettenbach und Haitz kamen zu Meerholz.

Jede der nunmehr drei Grafschaften umfasste jetzt ca. 200 km² mit ca. 6500 Einwohnern bei Einnahmen von ca. 35.000 fl.[5]

Drohender Staatsbankrott – Debitkommission des Kaisers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur ein paar Jahre später ruft Carl Friedrich - der Graf regierte seine Grafschaft 50 Jahre lang - seine Verwandten zu Hilfe. Sie sollten für die Schulden der Meerholzer mithaften, dafür bot er ihnen eine vollständige Finanzkontrolle seines Haus- und Staatsvermögens an. Durch einen sog. Erbbrüdervertrag waren die gräflichen Vettern eine Haftungsgemeinschaft. Trotzdem erhöhte sich der Schuldenstand, so dass 1758 eine kaiserliche Debitkommission beantragt werden musste, den anderen Linien des Hauses zu Ysenburg und Büdingen ging es später nicht anders. Erst 1804 konnte eine befriedigende Lösung für die Gläubiger gefunden werden.[6]

Verlust der Selbständigkeit im neuen Staat des Rheinbundes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Meerholz der Grafen von Ysenburg-Büdingen-Meerholz
Jagdschloss Gettenbach im Büdinger Wald der Grafen von Ysenburg-Büdingen-Meerholz

Durch die Rheinbundakte 1806[7] wurde Carl Fürst zu Isenburg-Birstein (* 1766; † 1820, er regierte von 1803 bis 1813 meist mit Residenz in Offenbach am Main) souverainer Fürst über alle isenburgische Lande (die Grafen von Isenburg-Birstein waren 1744 vom deutschen König und Kaiser in den Fürstenstand erhoben worden; aber erst 1803 nach dem Reichsdeputationshauptschluß erhielt Fürst Carl eine Virilstimme im Reichsfürstenrat). Die Speziallinien wurden im neuen Fürstentum Isenburg mediatisiert, die Gebiete der Grafschaften verloren ihre bisherige Quasi-Selbständigkeit und hießen nun Distrikte. Unter Fürst Carl wurde aus dem ehemaligen Reichsterritorium ein moderner Staat weitgehend nach napoleonischem Vorbild geformt.

Standesherren unter Kurfürst und Großherzog ab 1816[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Beschluss des Wiener Kongresses 1815 kam der Staat Fürstentum Isenburg an das Kaisertum Österreich[8] und Mitte des Jahres 1816 nach einem Teilungsvertrag[9] mit seinem südlich des Mains gelegenen Gebiet an das Großherzogtum Hessen, das Gebiet nördlich des Mains (und der Speziallinien Ysenburg und Büdingen) wurde zwischen dem Großherzogtum und dem Kurfürstentum Hessen geteilt. Im nachfolgenden zum Deutschen Bund gehörenden Großherzogtum Hessen und Kurfürstentum Hessen waren sowohl die Linie des Hauses in Birstein als auch die Speziallinien Standesherren in beiden Staaten, also auch Ysenburg-Büdingen-Meerholz. Die Grafen der Speziallinien schrieben ihr „Isenburg“ in der Folgezeit mit „Y“.[10]

Die Standesherren genossen Steuerfreiheit für Güter und Personen und unterlagen mit der Austrägalgerichtsbarkeit[11] einer Sonderjustiz. Zudem genossen sie Militärfreiheit, wurden aber andererseits, wenn sie Soldaten wurden, üblicherweise sofort als Leutnant eingestellt. In der Anfangszeit des Deutschen Bundes (1820er und 1830er Jahre) regelten die meisten Staaten zur Begründung eines bleibenden Rechtszustandes Unserer Standesherrn die Rechtsverhältnisse – soweit sie nicht schon durch die Bundes-Acte geregelt waren – ausführlich (für das Großherzogtum Hessen durch das Edict vom 17. Februar 1820[12]). Auf lokaler Ebene behielten sie im Gebiet ihrer ehemaligen Territorien richterliche und exekutive Befugnisse, die deutlich über die normaler adeliger Patrimonialgerichtsbarkeit hinausgingen. Neben den Resten der alten Feudalrechte ernannten die Standesherren die Schultheißen, die Pfarrer (Streit um die Stiftung Präsenz in Büdingen[13]) und Lehrer, sie besaßen die Forst- und Jagdpolizei und hatten ein Kontrollrecht in den Fragen der politischen Gemeinden. Es existierte ein eigener Beamten- und Justizapparat unabhängig von den staatlichen Instanzen[14]. Diese sehr weit gefassten Rechte konnten die Standesherren bis zur Revolution 1848/1849 behaupten, danach wurden sie in den meisten Staaten abgeschafft, wohl auch weil sie hohe Kosten verursachten.

Bis 1918 hatten sie in Teilen Deutschlands die so genannte „erbliche Landstandschaft“ inne: Die Standesherren hatten durch Geburt Anspruch auf einen Sitz in der ersten Kammer der Landesparlamente (etwa in der ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen oder des Kurfürstentums Hessen, nach dessen Annexion durch Preußen: im preußischen Herrenhaus). Da die Gebiete der Standesherren sich nicht immer mit den Grenzen der neu entstandenen Staaten deckten, konnte es sein, dass die Standesherren auch Mitglied der ersten Kammern verschiedener Staaten waren. So waren z. B. die jeweiligen Senioren der ysenburgischen Häuser Meerholz oder Wächtersbach Mitglied der ersten Kammer im Großherzogtum Hessen und in Kurhessen.

Ysenburg-Büdingen-Meerholzer Grafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitliche Reihenfolge der regierenden Grafen während des alten deutschen Reiches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Albrecht, Graf, Gründer des Hauses zu Ysenburg-Büdingen-Meerholz
  • Maria Charlotte, Tochter des Grafen zu Erbach-Breuberg, Witwe des Johann Ernst (1625–1673), Vormünderin ihrer vier Söhne (auch über Georg Albrecht) von 1673 bis 1691
    * 24. März 1631 † Meerholz 8. Juni 1693 (Grab: Schlosskirche Meerholz)
  • Georg Albrecht, regierte 1691–1724
    * 1. Mai 1664 † Meerholz 11. Februar 1724 (Grab Schlosskirche Meerholz)
    ⚭ 1691 Amalie Henriette, Tochter des Grafen von Sayn-Wittgenstein-Berleburg,
    * 24. Februar 1664; † Meerholz 9. Februar 1733 (Grab: Schlosskirche Meerholz)
  • Carl Friedrich, regierte 1724–1774, Senior des Gesamthauses Ysenburg-Büdingen
    * Meerholz 27. November 1700 † Meerholz 14. März 1774 (Grab: Schlosskirche Meerholz)
    ⚭ 24. Februar 1725 Eleonore Elisabeth Friederike Juliane, Tochter des Grafen von Solms-Rödelheim-Assenheim
    Gaildorf 23. September 1703 † Meerholz 1. Juni 1762 (Grab: Schlosskirche Meerholz)
    Tochter von Ludwig Heinrich von Solms-Rödelheim und Wilhelmine Christine von Limpurg-Schmiedelfeld, dadurch erwarb Carl Friedrich Mitbesitz an der Herrschaft Limpurg-Gaildorf[15]. Das Meerholzer Wappen wird um ein Innenschild (Limpurg-Gaildorf) „verbessert“.[16]
    Taufpate des gemeinsamen Sohnes Friedrich Ludwig Carl Albrecht war Nikolaus Ludwig Graf Zinzendorf, der mit der Herrnhuter Brüdergemeine im Schloss Marienborn[17] und auf dem Herrnhaag lebte.
  • Johann Friedrich Wilhelm, regierte 1774–1802, 1798–1802 Senior des Gesamthauses Ysenburg-Büdingen
    * Meerholz 2. Mai 1729 † Meerholz 4. Mai 1802 (Grab: Schlosskirche Meerholz)
    ⚭ Grumbach 11. Juni 1762 Caroline Christiane Louise, Tochter des Wild- und Rheingrafen von Salm-Grumbach
    * 20. April 1734 † 11. Mai 1791 (Grab: Schlosskirche Meerholz)
  • Carl Wilhelm Ludwig, regierte 1802–1806, Senior des Gesamthauses Ysenburg ab 1805, danach Standesherr, Mitglied der 1. Kammer (Großherzogtum Hessen) 1820 bis 1830[18], Graf von Limpurg-Gaildorf,
    * Meerholz 7. Mai 1763 † Meerholz 17. April 1832
    ⚭ 1785 Caroline von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Mitbesitzerin von Limpurg-Obersontheim
    * 13. September 1764 † 28. April 1833

Standesherren während der Zeit des Deutschen Bundes (1815–1866) und des Kaiserreichs (1871–1918)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

wie vor:

Gustav Clemens Friedrich Carl Ludwig (1863–1929), letzter Graf des Hauses zu Ysenburg-Büdingen-Meerholz
  • Carl Wilhelm Ludwig, Standesherr, Mitglied der 1. Kammer (Großherzogtum Hessen) 1820 bis 1830
  • Carl Friedrich Casimir Adolf Ludwig, Standesherr ab 1844 (Großherzogtum Hessen), von 1867–1900 erblicher Sitz in der Ersten Kammer des Preußischen Landtags (Preußisches Herrenhaus) [19]
    * Meerholz 26. Oktober 1819 † Meerholz 30. März 1900 (Familienmausoleum Meerholz)
    ⚭ 1) 1846 Johanna Constanze Agnes Helene, Tochter des Grafen von Castell-Castell
    * Castell 8. Februar 1822 † Castell 29. März 1863 (Grab: Familienmausoleum Meerholz),
    ⚭ 2) 1865 Agnes, Prinzessin zu Ysenburg-Büdingen-Büdingen,
    * Büdingen 20. März 1843 † Meerholz 17. Oktober 1912 (Grab: Familienmausoleum Meerholz)
  • Friedrich Casimir (Erbgraf), Standesherr, Sitz in der Ersten Kammer des Großherzogtums Hessen (Darmstadt) von 1872–1878[20]
    * Meerholz 10. August 1847 † Meerholz 9. März 1989
Wappen (zeitweise) der Grafen von Ysenburg-Büdingen-Meerholz

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die regierenden Fürsten führten im alten Reich keine durch Rechtsvorschrift festgelegte Bezeichnung. In Kurhessen und im Großherzogtum Hessen war den Behörden für die Standesherren eine Anrede vorgeschrieben; das Haupt einer fürstlichen Familie sollte nach dem Kanzlei-Zeremoniell als Durchlauchtig hochgeborener Herr Fürst und im Kontext als Eure Durchlaucht bezeichnet werden. Gegenüber den gräflichen Standesherrn hatten sich die Behörden der Anrede … Erlauchtig Hochgebohrner Herr Graf und im Context der Ausdrücke … „Euer Erlaucht“ zu bedienen.[22][23]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Ysenburger und Isenburger Häuser führten das Ober-Isenburger Wappen (zwei schwarze Querbalken auf silbernem Grund). Meerholz führte das Ysenburger Wappen mit Mittelschild für Limpurg-Gaildorf[24] (der 1725 erworbene Anteil an Limpurg-Gaildorf ging 1861 an das Königreich Württemberg); das Rheinbund-Fürstentum Isenburg, zu dem Meerholz 1806–1815 als Distrikt gehörte, führte das Ysenburger Wappen mit einem Mittelschild mit goldenem Löwen auf blauem Grund.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstieg und Niedergang der Ysenburger Speziallinien ist in der Parabel von den Vier Fichten populär geschildert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder – Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 7. Auflage (2007), C. H. Beck, München: 1988, ISBN 978 3 406 54986 1, Stichwort: Isenburg-Büdingen-Meerholz S. 313 Digitalisat (Leseprobe, nicht vollständig)
  • Neue Sammlung geographisch-historisch-statistischer Schriften, Vierter Band, Geographischer Schriften Vierter Teil: Die Geographischen Einleitung- und Beschreibung der meisten Länder des Oberrheinisch- und Westphälischen Kreises – Die Grafschaften Hessen samt den dazu gehörigen Ländern, Johann Georg Friedrich Jakobi, Weißenburg im Nordgau: 1786, S. 239–251, Digitalisat
  • Gustav Simon: Die Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen,
    Erster Band, Die Geschichte des Ysenburg-Büdingen'schen Landes
    , Frankfurt, Brönner, 1865, Digitalisat
    Zweiter Band: Die Ysenburg und Büdingen'sche Hausgeschichte, Frankfurt, Brönner, 1865, Digitalisat
    Dritter Band: Das Ysenburg und Büdingen'sche Urkundenbuch
    , Frankfurt, Brönner, 1865, Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Georg Semmel: „Grenzland Gründau“ – Eine Staatsgrenze durch Gründau. In: Grindaha 25, Geschichtsverein Gründau e. V., Gründau 2015, S. 129, 139 (mit Karten) ISSN 2194-8631
  2. „AM STICKELBERG“. Hessische Flurnamen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 16. Januar 2016.
  3. „AM HUEHNERHOF“. Hessische Flurnamen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 14. Januar 2016.
  4. Gustav Simon: Die Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg und Büdingen, Zweiter Band: Die Ysenburg und Büdingen'sche Hausgeschichte, Frankfurt, Brönner, 1865, S. 363 f.
  5. Johann Daniel Albrecht Hoeck: Historisch-statistische Topographie der Grafschaft Oberisenburg, Jäger, Frankfurt am Main, 1790, S. 99
  6. Norbert Breunig: Staatsbankrott in der Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Meerholz – Die Verschuldung der öffentlichen Hände einst und jetzt. In: Grindaha, Heft 25, Geschichtsverein Gründau e. V., Gründau 2015 S. 57 ff. ISSN 2194-8631
  7. Artikel 24 Abs. 11 der Rheinbundakte
  8. Johann Ludwig Klüber (Hrsg.): Kaiserlich-östreichisches Patent wegen der Übergabe der Oberhoheit über verschiedene fürstlich und gräflich-isenburgische Gerichte, an Kurhessen; ferner der Oberhoheit über die übrigen unter Benennung Fürstenthum Isenburg vereinigt gewesenen Gebietstheile, über die gräflich-schönbornsche Herrschaft Heusenstamm, die freiherrlich-groschlagische Herrschaft Eppertshausen, den gräflich-ingelheimischen Ort Obererlenbach und die gräflich-solmsische Hälfte des Ortes Niederursel, an das Großherzogthum Hessen Offenbach, den 9. Juli 1816, No. XXXVII., in: Johann Ludwig Klüber Staatsarchiv des teutschen Bundes, Band 1, J. J. Palm und Ernst Enke, Erlangen 1816, S. 419–421
  9. Convention Territorial entre le Grand Duc de Hesse et Electeur de Hesse. — Signèe à Francfort sur Mein, le 29 Juin, 1816. British and Foreign State Papers 1815–1816, Band 3, Compiled by the Librarian and Keeper of the Papers, Foreign Office, James Ridgway and Sons, Piccadilly, London 1838, S. 812–819 (größtenteils in deutscher Sprache)
  10. Zur Schreibweise des Namens des fürstlichen Hauses bzw. der gräflichen Häuser siehe Anton Calaminus: Die Einführung der Reformation in der Grafschaft Ysenburg in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 9. Band, Kassel 1862, S. 1–57; Digitalisat
  11. Bundesbeschluß über die Vermittlung der Bundesversammlung bey Streitigkeiten der Bundesglieder unter sich und Aufstellung einer wohlgeordneten Austrägal-Instanz vom 16. Juni 1817
  12. Edict, die standesherrlichen Rechts-Verhältnisse im Großherzogthum Hessen betreffend vom 17. Februar 1820, publiziert am 29. März 1820, Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1820 (Nr. 17) S. 125–160; Scan des Originals des Hessischen Regierungsblattes
  13. Christian Vogel: Ein Stück Monarchie im Deutschland des 21. Jahrhunderts – Kirchliche Stiftung „Präsenz“ in Büdingen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fürst zu Ysenburg und Büdingen wegen Verdachts der Untreue Gelnhäuser Neue Zeitung (GNZ) vom 7. April 2012
  14. Christian Vogel: Das späte Interesse der Ministerin – In Büdingen lagern historische Dokumente aus zwei Landkreisen – sie drohen zu verwittern Gelnhäuser Neue Zeitung (GNZ) vom 15. Januar 2013
  15. Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Gaildorf, Königlich statistisch-topographisches Bureau, J. B. Müller, Stuttgart 1852 Digitalisat bei Wikimedia Commons
  16. Bernhard Peter: „Die Wappen des Hauses Isenburg“
  17. Hermann Koblischke: Die Kirchengemeinschaft der Herrnhuter, der „Böhmischen und Mährischen Brüder“, auch „Brüdergemeine“ oder „Brüder-Unität“ genannt. In: Mitteilungsblatt der Heimatstelle Main-Kinzig. Jahrgang 3, 1978 (Heft IV)
  18. Jochen Lengemann: MdL Hessen 1808–1996, Biographischer Index Historische Kommission für Hessen, N. G. Elwert, Marburg: 1996, S. 422 ISBN 3-7708-1071-6
  19. Jochen Lengemann: MdL Hessen 1808–1996, Biographischer Index Historische Kommission für Hessen, N. G. Elwert, Marburg: 1996, S. 422 ISBN 3-7708-1071-6
  20. Jochen Lengemann: MdL Hessen 1808–1996, Biographischer Index Historische Kommission für Hessen, N. G. Elwert, Marburg: 1996, S. 422 ISBN 3-7708-1071-6
  21. Jochen Lengemann: MdL Hessen 1808–1996, Biographischer Index Historische Kommission für Hessen, N. G. Elwert, Marburg: 1996, S. 422 ISBN 3-7708-1071-6
  22. § 6 Abs. 1 des Edikts vom 29. Mai 1833, über die besonderen Rechtsverhältnisse der kurhessischen Standesherren Sammlung von Gesetzen etc. für Kurhessen (Nr. 10), kurhessGS 1833 S. 113; in Kraft ab 1. Juni 1833 Digitalisat
  23. § 6 Abs. 1 Edict, die standesherrlichen Rechts-Verhältnisse im Großherzogthum Hessen betreffend. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, 1820 (Nr. 17), S. 127; in Kraft ab 1. Juni 1820
  24. Das Wappen ist beschrieben in: Philipp Ludwig Hermann Röder Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Schwaben oder vollständige alphabetische Beschreibung aller im ganzen Schwäbischen Kreis liegenden Städte, Klöster, Schlösser, Dörfer, Flecken, Berge, Thäler, Flüsse, Seen, merkwürdiger Gegenden u. s. w. mit genauer Anzeige von deren Ursprung, ehemaligen und derzeitigen Besizern, Lage, Regiments-Verfassung, Anzahl und Nahrung der Einwohner, Manufakturen, Fabriken, Viehbestand, merkwürdigen Gebäuden, neuen Anstalten, vornehmsten Merkwürdigkeiten u. s. w. , Zweiter Band (Buchstaben von L bis Z), Zweite Auflage, 2 Bände [anonym erschienen], Stettinische Buchhandlung, Ulm 1801, Sp. 75 Digitalisat