ish (Unternehmen)

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ish NRW GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 12. Oktober 2001
Auflösung 22. Mai 2007
Auflösungsgrund Zusammenschluss mit iesy zu Unity Media
Sitz Köln, Deutschland
Leitung
  • Herbert Leifker, Geschäftsführer
  • Christopher Winfrey, Geschäftsführer
Mitarbeiterzahl circa 935
Branche Kabelnetzbetreiber
Website ish.de

Die ish NRW GmbH war ein regionaler Kabelnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Köln. Das Unternehmen war Entwickler und Betreiber des ehemaligen Telekom-Kabelnetzes in Nordrhein-Westfalen, des größten zusammenhängenden Breitbandnetzes in Deutschland. Das ish-Produktangebot umfasste analoges und digitales TV via Kabel, Highspeed-Internetzugang und Telefonie.

Am 22. Mai 2007 wurden die regionalen Kabelnetzbetreiber iesy (Hessen), ish (NRW) – beide Netzebene 3 – und Tele Columbus West GmbH (Netzebene-4-Kabel-TV-Anbieter) zur neuen Marke Unity Media zusammengeführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kabelnetz in Nordrhein-Westfalen gehörte bis zum Juli 2000 der Deutschen Telekom, die es durch ihre Tochtergesellschaft Kabel NRW betrieb. Am 1. Juli 2000 wurde Kabel NRW dann privatisiert. Das amerikanisch-britische Unternehmen Callahan Associates International übernahm 55 % der Anteile am Kabelnetz der Deutschen Telekom in Nordrhein-Westfalen.[1] Zum Betrieb wurde ish als Tochtergesellschaft gegründet und am 12. Oktober 2001 auf dem Markt eingeführt. Im Jahr 2002 geriet es in finanzielle Schwierigkeiten. Schließlich führte ish eine drastische Gebührenerhöhung durch, die im Frühjahr 2002 von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) geprüft und gebilligt wurde.

Zeitgleich zur Privatisierung wurde die „ish KS NRW GmbH & Co. KG“ gegründet, die aus der früheren DeTeKabelService GmbH (DeTeKS) in Nordrhein-Westfalen, einer Service-Tochter der Deutschen Telekom, hervorging. Als Schwesterunternehmen von ish, sorgte ish KabelService (ish KS) für die professionelle Verteilung der Kabelsignale auf der sogenannten Netzebene 4 – also innerhalb des Hauses. Mit der Umbenennung von ish in die ish NRW GmbH wurde die frühere Tochter „ishKS“ Teil der ish NRW GmbH.[2]

Eine Übernahme durch Kabel Deutschland wurde im September 2004 vom Bundeskartellamt abgelehnt. Zwei Jahre lang gehörte ish einem internationalen Bankenkonsortium, bevor das Unternehmen im Juni 2005 mit iesy Hessen mit Genehmigung des Bundeskartellamtes unter dem Dach des neu gegründeten Unternehmens Unity Media zusammengeschlossen wurde.

Laut Unternehmensinformationen versorgte ish zuletzt rund 3,7 Millionen Haushalte (Stand April 2007). Im Unternehmen arbeiteten insgesamt 900 Mitarbeiter. Im Call-Center in Bochum waren weitere 250 Mitarbeiter beschäftigt.

Verbreitungsgebiet der ish-Kabelnetze

Zwischenzeitlich firmierte die Gesellschaft unter Unitymedia NRW GmbH,[3] die mittlerweile als Vodafone NRW GmbH[4][5] und Vodafone Kabel Deutschland zu Vodafone gehören.

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die digitalen Programme waren bei ish wie folgt zusammengestellt:

  • ARD Digital
  • ZDFvision
  • tividi Free
  • tividi Family
  • tividi Basic (beinhaltete zusätzlich zum Family-Paket weitere Programme)
  • tividi Home (zusätzlich mit Arena-Paket)
  • tividi Extra („nationale und internationale Sportprogramme, internationale Informationsprogramme, Erotikangebote; Nachfolgepaket der früheren Pakete tividi Global, tividi Sports und tividi Privat“)
  • tividi International („internationale Unterhaltungsprogramme, Schwerpunkt Türkei“)
  • tividi Spanien/Portugal
  • tividi Polen
  • tividi Russland
  • tividi Italien
  • tividi Griechenland
  • tividi Audio (Classical, Country, Dance, Instrumental, Jazz, Latin, Soul, Oldies, Rock, Pop, International)

Grundverschlüsselung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ish sendete alle digitalen Sender mit Verschlüsselung (Nagravision). Für den Empfang wurde ein Digital-Receiver sowie eine SmartCard von ish benötigt. Der Digitale Kabelanschluss kostete 1,41 Euro/Monat für ish-Kabelkunden mit Einzelnutzerverträgen (Stand: April 2007), die Mindestvertragslaufzeit betrug 24 Monate.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Telekom verkauft Kabelnetz-Mehrheit in Nordrhein-Westfalen. In: heise online. 22. Februar 2000, abgerufen am 14. April 2020.
  2. ish Historie (Memento vom 17. Dezember 2005 im Internet Archive), abgerufen am 26. Dezember 2020
  3. Handelsregisterauszug von ish NRW GmbH (HRB 55984). Abgerufen am 6. Juli 2020.
  4. Handelsregisterauszug von Unitymedia NRW GmbH (HRB 55984). Abgerufen am 6. Juli 2020.
  5. Handelsregisterauszug von Vodafone NRW GmbH (HRB 55984). Abgerufen am 6. Juli 2020.