Isländische Fußballnationalmannschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Herrenmannschaft. Zum Team der Frauen, siehe isländische Fußballnationalmannschaft der Frauen.
Island
Logo des Isländischen Fußballverbandes
Verband Knattspyrnusamband Íslands
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Erreà
Trainer Heimir Hallgrímsson
Co-Trainer Helgi Kolviðsson
Kapitän Aron Gunnarsson
Rekordtorschütze Eiður Guðjohnsen (26)
Rekordspieler Rúnar Kristinsson (101/104
gemäß Verbandszählung)
FIFA-Code ISL
FIFA-Rang 21. (920 Punkte)
(Stand: 16. Oktober 2017)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
401 Spiele
117 Siege
76 Unentschieden
208 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
IslandIsland Island 0:3 Dänemark DanemarkDänemark
(Reykjavík, Island; 17. Juli 1946)
Höchster Sieg
IslandIsland Island 9:0 Färöer FaroerFäröer
(Keflavík, Island; 10. Juli 1985)
Höchste Niederlage
DanemarkDänemark Dänemark 14:2 Island IslandIsland
(Kopenhagen, Dänemark; 23. August 1967)
Erfolge bei Turnieren
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2016)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 2016
(Stand: 15. Januar 2017)

Die isländische Fußballnationalmannschaft der Männer repräsentiert den Isländischen Fußball-Bund (KSÍ) als Auswahlmannschaft bei Länderspielen auf internationaler Ebene gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände.

Die Mannschaft konnte sich weder für eine Fußball-Weltmeisterschaft noch für eine andere Fußball-Europameisterschaft qualifizieren, bis sie sich am 6. September 2015 durch ein 0:0 gegen Kasachstan die Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft 2016 sicherte. In der FIFA-Weltrangliste steht sie auf Platz 19 (Stand: Juli 2017).[2] Kapitän ist aktuell Aron Gunnarsson, Rekordtorschütze mit 26 Toren ist Eiður Guðjohnsen.

In der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien traf Island auf Albanien, Norwegen, die Schweiz, Slowenien und Zypern. Island erreichte den zweiten Gruppenplatz, spielte in den Play-Offs am 15. und 19. November 2013 gegen Kroatien und verlor nach einem torlosen Remis in Reykjavík 0:2 in Zagreb.

In der Qualifikation zur EM 2016 spielte Island gegen die Niederlande, Tschechien, die Türkei, Lettland sowie erstmals Kasachstan, womit die beiden geografisch am weitesten auseinander gelegenen UEFA-Mitglieder aufeinandertrafen.

In der Qualifikation zur WM 2018 traf Island auf Kroatien, die Ukraine, die Türkei, Finnland und den Kosovo und qualifizierte sich als Tabellenerster für das Endturnier.

Die Spieler konnten in der Vergangenheit nur im kurzen isländischen Sommer trainieren; durch den Bau von Hallen und eine Optimierung der Trainerausbildung wurde hier eine deutliche Verbesserung herbeigeführt.[3]

Bemerkenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Freundschaftsspiel vom 24. April 1996 gegen Estland in Tallinn wurde in der zweiten Halbzeit Eiður Guðjohnsen als Ersatz für seinen Vater Arnór eingewechselt. Das war das erste Mal, dass ein Vater und sein Sohn im gleichen internationalen Match spielten.

Nachdem Deutschland am 6. September 2003 auf Island nicht über ein 0:0 hinausgekommen war, verlor der damalige DFB-Teamchef Rudi Völler während eines ARD-Interviews die Beherrschung und beleidigte die anwesenden Kommentatoren.[4]

Ein anderer Meilenstein für den isländischen Fußball war der 2:0-Sieg gegen Italien in einem Freundschaftsspiel am 18. August 2004 im Nationalstadion Laugardalsvöllur mit 20.034 anwesenden Zuschauern (isländischer Rekord).

In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 besiegte die isländische Nationalmannschaft die nach dem UEFA-Koeffizienten drittstärkste Mannschaft der Qualifikation, die Niederlande, in beiden Spielen. Nach einem 0:0 gegen Kasachstan am 6. September 2015 stand Island mit 19 Punkten an erster Position der Gruppe A und sieben Punkte vor dem Dritten Türkei. Damit waren die Isländer bei zwei verbleibenden Spieltagen nicht mehr einzuholen und qualifizierten sich direkt für die Europameisterschaft 2016 – die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde. Dort erreichten die Nordeuropäer nach Unentschieden gegen Portugal und Ungarn und einem Sieg über Österreich das Achtelfinale und zogen durch einen 2:1-Sieg gegen England ins Viertelfinale ein, welches sie jedoch mit 2:5 gegen Gastgeber Frankreich verloren. Der Sprung ins Viertelfinale einer Europameisterschaft stellt somit den bislang größten Erfolg einer isländischen Fußballnationalmannschaft dar.

Für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland und damit erstmals für eine WM-Endrunde qualifizierte sich Island als Gruppenerster in einer Gruppe mit Kroatien, der Ukraine und der Türkei.

Kader der isländischen Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler wurden für die WM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei und Kosovo im Oktober 2017 nominiert.

Nr. Pos. Spieler Einsätze Tore Verein
TW Hannes Þór Halldórsson 46 0 DanemarkDänemark Randers FC
TW Ögmundur Kristinsson 14 0 NiederlandeNiederlande Excelsior Rotterdam
TW Rúnar Alex Rúnarsson 0 0 DanemarkDänemark FC Nordsjælland
AB Birkir Már Sævarsson 74 1 SchwedenSchweden Hammarby IF
AB Ragnar Sigurðsson 71 3 RusslandRussland Rubin Kasan
AB Kári Árnason 61 3 SchottlandSchottland FC Aberdeen
AB Ari Freyr Skúlason 49 0 BelgienBelgien Sporting Lokeren
AB Sverrir Ingi Ingason 12 3 RusslandRussland FK Rostow
AB Hörður Björgvin Magnússon 12 2 EnglandEngland Bristol City
AB Jón Guðni Fjóluson 10 0 SchwedenSchweden IFK Norrköping
AB Hjörtur Hermannsson 3 0 DanemarkDänemark Brøndby
MF Aron Gunnarsson ((C)Kapitän der Mannschaft) 73 2 WalesWales Cardiff City
MF Birkir Bjarnason 60 8 EnglandEngland Aston Villa
MF Jóhann Berg Guðmundsson 60 5 EnglandEngland FC Burnley
MF Emil Hallfreðsson 60 1 ItalienItalien Udinese Calcio
MF Gylfi Þór Sigurðsson 52 17 EnglandEngland FC Everton
MF Rúrik Gíslason 41 3 DeutschlandDeutschland 1. FC Nürnberg
MF Ólafur Ingi Skúlason 30 1 TurkeiTürkei Kardemir Karabükspor
MF Arnór Smárason 22 2 SchwedenSchweden Hammarby IF
MF Arnór Ingvi Traustason 13 5 GriechenlandGriechenland AEK Athen
MF Rúnar Már Sigurjónsson 12 1 SchweizSchweiz Grasshopper Club Zürich
ST Alfreð Finnbogason 43 11 DeutschlandDeutschland FC Augsburg
ST Jón Daði Böðvarsson 34 2 EnglandEngland FC Reading
ST Viðar Örn Kjartansson 14 1 IsraelIsrael Maccabi Tel Aviv
ST Kjartan Finnbogason 7 1 DanemarkDänemark AC Horsens

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum Rekordnationalspieler
01. Rúnar Kristinsson 104 3 Mittelfeld 1987–2004 seit 8. September 1999 (78 bis 104 Spiele)
02. Hermann Hreiðarsson 89 5 Abwehr 1996–2011
03. Eiður Guðjohnsen 88 26 Angriff 1996–
04. Guðni Bergsson 80 1 Mittelfeld 1984–2003 9. Oktober bis 10. November 1996 zusammen mit Ólafur Þórðarson (71 Spiele)
7. Juni 1997 bis 8. September 1999 (73 bis 77 Spiele)
05. Brynjar Gunnarsson 74 5 Mittelfeld 1997–2009
Birkir Kristinsson 74 0 Tor 1988–2004
07. Arnór Guðjohnsen 73 14 Angriff 1979–1997
08. Ólafur Þórðarson 72 5 Mittelfeld 1984–1996 9. Oktober bis 10. November 1996 zusammen mit Guðni Bergsson (71 Spiele)
10. November 1996 bis 7. Juni 1997 (72 Spiele)
09. Árni Gautur Arason 71 0 Tor 1998–2010
Arnar Grétarsson 71 2 Mittelfeld 1991–2004

Stand: 15. Januar 2017

Rekordtorschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eiður Guðjohnsen ist seit dem 13. Oktober 2007 Rekordtorschütze, als er beim 2:4 im EM-Qualifikationsspiel gegen Lettland mit seinem 18. Tor den mehr als 30 Jahre alten Rekord von Ríkharður Jónsson überbot.

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum
01. Eiður Guðjohnsen 26 88 0,30 1996–
02. Kolbeinn Sigþórsson 22 44 0,50 2010–
03. Ríkharður Jónsson 17 33 0,52 1947–1965
04. Ríkharður Daðason 14 44 0,32 1991–2003
Arnór Guðjohnsen 14 73 0,19 1979–1997
0 Gylfi Sigurðsson 14 44 0,32 2010–
07. Þórður Guðjónsson 13 58 0,22 1993–2004
08. Heiðar Helguson 12 55 0,22 1999–2011
Tryggvi Guðmundsson 12 42 0,29 1997–2008
10. Pétur Pétursson 11 41 0,27 1978–1990
Matthías Hallgrímsson 11 45 0,24 1968–1977
Alfreð Finnbogason 11 40 0.28 2010–
13. Helgi Sigurðsson 10 62 0,16 1993–2008
Eyjólfur Sverrisson 10 66 0,15 1990–2001
Quellen: Iceland – Record International Players, PLAYERS for Iceland, Alle Länderspiele Islands
Stand: 15. Januar 2017

Weitere bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, 16. Oktober 2017, abgerufen am 16. Oktober 2017
  2. fifa.com: „Lagerbäck und Island machen sich Hoffnungen“
  3. Hendrik Buchheister, Detlef Hacke, Juan Moreno: „Hu! Hu!“ in: Der Spiegel, 2. Juli 2016, S. 97–98, hier S. 98
  4. YouTube: Rudi Völler beleidigt Kommentatoren