Isländische Küstenwache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gösch der Isländischen Küstenwache
Þór – das Flaggschiff der Isländischen Küstenwache seit 2011

Die Ursprünge der Isländischen Küstenwache (Landhelgisgæsla Íslands oder Landhelgisgæslan) können bis ins Jahr 1859 zurückverfolgt werden, als die Korvette Ørnen mit Patrouillen in isländischen Gewässern begann. Im Jahre 1906 kam das erste eigens für diesen Zweck gebaute Patrouillenboot Islands Falk nach Island. Die Verteidigung des eigenen Hoheitsgebietes auf See begann ungefähr 1920. Offiziell wurde die Isländische Küstenwache am 1. Juli 1926 gegründet. Eine entscheidende Rolle spielte die Isländische Küstenwache in der Zeit der Kabeljaukriege mit England um Fischereirechte in den Gewässern um Island.

Problem Küstensicherung[Bearbeiten]

Über Jahre hatte Island die Fischereizonen rund um die Insel vergrößert und als NATO-Mitglied von den USA überwachen lassen. Jetzt ist der Stützpunkt Keflavík geschlossen und die Amerikaner sind abgezogen. Mit dem Rückzug der Amerikaner aus Island ist das Land für die Küstensicherung selbst verantwortlich. Keine leichte Aufgabe, denn die vorhandenen Kräfte der LANDHELGISGÆSLAN sind gering. Zuletzt hatte die unabhängige 85. Group als Teil der EUCOM (European Commands) die Iceland Defense Force (IDF) gebildet und stand unter dem Kommando von Colonel Philip G. Gibbons/USAF. Ihm waren sieben Squadrons mit rund 700 amerikanischen und mehr als 700 isländischen Zivilbeschäftigten unterstellt. Die kampfstarke Komponente der 85. Operations Squadron mit McDonnell Douglas F-15, F-18, Lockheed Martin HC-130, Orion und Boeing KC-135 wird man nicht vermissen. Es ist vielmehr die 56 RQS, die 56. Rescue Squadron der Amerikaner mit ihren nachtankfähigen Helikoptern Sikorsky HH-60G Pavehawk, die bis dato permanent im Nordatlantik stationiert war, um Rettungs- (SAR) und Kampfrettungseinsätze (CSAR) zu fliegen. In diese Lücke muss jetzt die LANDHELGISGÆSLAN stoßen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hubschrauber TF-LIF, ein AS 332L2 Super Puma
  • 1954 übernahm die LANDHELGISGÆSLAN ein früheres USN-Flugboot Consolidated PBY-6A Catalina, das 1962 von einer mit Radar und Suchscheinwerfern modifizierten Douglas C-54 Skymaster abgelöst wurde.
  • Ab 1969 erledigten zwei Flugboote Grumman HU-16C Albatros deren Aufgaben. Eine frühere All Nippon F-27-200 löste diese 1972 ab, bevor die heutige Überwachungsmaschine TF-SYN – 1976 noch fabrikneu – des gleichen Fokker-Typs angeschafft wurde.
  • 1985 und 1986 folgten dann die ersten beiden Helikopter Aérospatiale AS 350B Ecureuil (TF-GRO) und Aérospatiale AS 365N Dauphin (TF-SIF). 1995 wurde noch ein Eurocopter (Aerospatiale) AS 332L2 Super Puma beschafft. Zu diesem Arsenal gehören derzeit noch drei bewaffnete Küstenwachboote der 1100-Tonnen-Klasse mit Flugdeck und Hangar sowie ein Wachboot mit 54 BRT.
  • Aktuell benötigt Island drei Helikopter der Super-Puma-Größenklasse, die über ordentliche Ausschreibungen in den nächsten Jahren beschafft werden sollen. Zwischenzeitlich werden zwei gecharterte oder geleaste Maschinen die von den Amerikanern hinterlassene Lücke ausfüllen. Dazu wurde bereits grünes Licht für die Verdoppelung des Personalbestandes des „Air Wing“ der isländischen Küstenwache gegeben. Trotz komplizierter meteorologischer Bedingungen wird stets geflogen, wenn Menschenleben in Gefahr sind und mangels anderer Rettungsorganisationen auch bei Auto- oder Snowmobil-Unfällen auf Straßen und Eisgletschern. Auch Außenlastflüge gehören zur Routine der Hubschrauberpiloten, genau wie das Winschen von fahrenden Schiffen.

Aufgaben[Bearbeiten]

Wichtigste Aufgabe ist aber der Schutz der Fischereigrenzen. So hatte z.B. Mitte Juni 2006 die LANDHELGISGÆSLAN mit Hilfe eines Aufklärungshelikopters und einer Entermannschaft einen Trawler der Färöer-Inseln aufgebracht, der in der isländischen Fischereizone auf Fang war.

Siehe auch[Bearbeiten]

Schiffe der Isländischen Küstenwache

Weblinks[Bearbeiten]