Islamic Relief

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Dieser Artikel behandelt die Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland, nicht die in Saudi-Arabien ansässige International Islamic Relief Organization.
Islamic Relief Deutschland e.V.
Islamic Relief Deutschland Logo
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1996
Sitz Köln
Personen Tarek Abdelalem (Geschäftsführer), Almoutaz Tayara (Vorstandsvorsitzender)
Schwerpunkt Humanitäre Hilfe
Angestellte 85
Motto "Gemeinsam für eine bessere Zukunft"
Website islamicrelief.de
Infostand von Islamic Relief Deutschland in Sony-Center in Berlin. Gemeinsame Veranstaltung mit Aktion Deutschland Hilft.

Islamic Relief Deutschland (IRD) ist eine gemeinnützige, deutsche Nichtregierungsorganisation. Sie ist seit ihrer Gründung 1996 in Köln ansässig. Niederlassungen befinden sich darüber hinaus in Berlin, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg und München. Islamic Relief Deutschland ist Teil des Islamic Relief-Netzwerkes, das in mehr als 40 Ländern der Welt aktiv ist. Dank des weltweiten Netzwerkes von Partner- und Projektbüros erreicht Islamic Relief mit ihren Nothilfe- und Entwicklungsprojekten bedürftige Menschen in Afrika, Asien, Nahost und Osteuropa. Unterstützt wird ihre Hilfe durch Tausende von einheimischen Helfern und koordiniert durch Islamic Relief Worldwide in Birmingham.

Selbstdarstellung von Islamic Relief Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als muslimische Wohltätigkeitsorganisation zeigt sich Islamic Relief Deutschland von islamischen Werten inspiriert.[1] Zudem weißt die Organisation das Handeln durch politische Überzeugungen von sich und handelt nach eigenen Angaben ungeachtet von nationaler oder ethischer Herkunft, Geschlecht, Religion und ohne Erwartung von Gegenleistung. Auch setzt sie sich nach eigenen Angaben für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und nahm zu diesem Anlass auch an der Weltfrauenkonferenz teil. [2][3]

Transparenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr veröffentlicht die Organisation neben dem Jahresbericht auch einen Finanzbericht und möchte Spendern somit volle Transparenz bieten. Zudem ist sie Mitglied im Deutschen Spendenrat und in der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.[4][5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 erhielt die Organisation die Wertung "Quality Mark 2 - Verified Compliant" von People in Aid. Somit ist sie auch Mitglied der CHS-Alliance.[6] Im Februar 2016 erhielt sie zusätzlich den Ludwig-Erhard-Preis durch die EFQM-Auszeichnung "3 Stars - Recognised for Exellence". Damit ist Islamic Relief Deutschland die erste Hilfsorganisation in Deutschland, die diese Anerkennung erhält.[7]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Islamic Relief Deutschland setzt sich für die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen ein, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und ist überwiegend in den Bereichen Nothilfe, Katastrophenvorsorge, Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung, Bildung, Waisen- und Kinderförderung, Wasser- und Sanitärversorgung und Einkommenssicherung tätig. Wichtiges Merkmal bei der Arbeit von Islamic Relief Deutschland ist eine enge Zusammenarbeit mit ihren Islamic Relief Partnerorganisationen sowohl im lokalen als auch im nationalen und internationalen Kontext. Mit der Unterzeichnung des "Code of Conduct" (Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung) gewährleistet "IRD", dass alle Projekte den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.[1][3]

Aufgabenbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundespräsident a.D. Christian Wulff bei einem "Speisen für Waisen"-Essen. Links: IRD-Geschäftsführer Tarek Abdelalem
Februar 2015 in Hannover

Als nichtstaatliche Organisation (NGO) verpflichtet sich Islamic Relief Deutschland, den Ärmsten dieser Erde zu helfen, unabhängig von Rasse, Religion oder Geschlecht. In Krisengebieten kümmert sich ‘‘IRD‘‘ unter anderem um die Verteilung von Lebensmittel- und Hygienepaketen, die Versorgung mit Trinkwasser, die Lieferung von Treibstoff für Pumpen und Generatoren und allgemeine Wiederaufbauhilfe. Islamic Relief Deutschland ist in folgenden Sektoren aktiv: Nothilfe- und Hilfsprojekte, Wasser- und Sanitärprojekte, Gesundheits- und Ernährungsprojekte, Einkommenssicherungsprojekte, Bildungsprojekte und Waisenpatenschaften. Des Weiteren unterstützt IRD mit ihren saisonalen Projekten während des Fastenmonats Ramadan und des islamischen Opferfestes Kurban Familien, indem Lebensmittel-und Fleischpakete an diese verteilt werden.[8] Seit 2015 hilft Islamic Relief auch Flüchtlingen in Deutschland.

Mitgliedschaften und Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muslimisches Seelsorgetelefon (MuTeS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 ist Islamic Relief Deutschland Trägerverein des Muslimischen SeelsorgeTelefons (MuTeS) in Berlin. MuTeS ist das erste Projekt, das Islamic Relief Deutschland erstmals in Deutschland dauerhaft etabliert hat. Bei diesem Projekt kooperiert Islamic Relief Deutschland mit Caritas, Diakonie und Kirchlichen TelefonSeelsorge Berlin (KTS). Die Kooperation bezieht sich vor allem auf die Bereiche Ausbildung, Weiterbildung und Supervision. [13][14][15][16]

Speisen für Waisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 startete Islamic Relief Deutschland die Aktion "Speisen für Waisen", die jedes Jahr mit dem Geburtstag des Propheten Muhammad beginnt und mehrere Wochen dauert. Dabei veranstalten Muslime Essen für den guten Zweck, zu denen sie Familie, Freunde oder Bekannte einladen und dabei Spenden für Waisenkinder in Not sammeln. Die Spendenessen sollen ausdrücklich auch der interreligiösen und interkulturellen Begegnung dienen. Die Aktion stieß bisher auf ein reges Medieninteresse. Zu den prominenten Unterstützern der Aktion zählen unter anderem Christian Wulff, Frank-Walter Steinmeier, Aydan Özoğuz, Margot Käßmann, die jeweils auch an Spendenessen teilgenommen haben, sowie Hannelore Kraft, Cem Özdemir, Navid Kermani und Aiman Mazyek.[17][18][19][20][21][22]

Islamic Relief Kleiderkammer gGmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 wurde die Islamic Relief Kleiderkammer gGmbH gegründet. Deren Ziel ist es, Einkommen durch gespendete Kleidung zu generieren, um damit Entwicklungsprojekte zu fördern. Die Einnahmen fließen vollständig zurück an Islamic Relief und dienen ausschließlich gemeinnützigen Projekten, die Bedürftigen zugutekommen. Die Kleiderkammer gGmbH ist in Köln und Berlin ansässig. Die Islamic Relief Kleiderkammer gGmbH betreibt auch zwei "Charity Shops" (in Köln und Berlin), in denen gespendete Kleidung und andere Sachspenden wie Spielwaren oder Haushaltswaren verkauft werden. Die Kleiderkammer gGmbH ist auch in der Flüchtlingshilfe tätig.[23][24]

Besuch des britischen Politikers Tim Farron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Februar 2016 besuchte der Parteichef der Liberal Democrats, Tim Farron, die Islamic Relief Deutschland-Zentrale und informierte sich dort über die Flüchtlingskrise. Gemeinsam wurde anschließend das Kölner Rathaus besucht und zusammen mit Vize-Bürgermeister Andreas Wolter über die Herausforderungen in der Flüchtlingskrise gesprochen.[25]

Konferenz in Kooperation mit der Deutschen Welthungerhilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. und 8. Dezember 2009 fand in Bonn die Konferenz „Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Arbeit im Kontext des Islam“ statt. In Kooperation mit der Deutschen Welthungerhilfe veranstaltete Islamic Relief Deutschland eine zweitägige Konferenz.[26]

Teilnahme an der "Support Syria 2016"-Konferenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Bundesregierung und anderen deutschen NGOs nahm Islamic Relief Deutschland an der Syrien-Geberkonferenz teil. Zusammen mit 70 anderen Organisationen unterzeichnete Islamic Relief ein Positionspapier, welches fordert, Belagerungszustände sofort zu beenden, die humanitäre Hilfe in Syrien nicht zu behindern, die Mühe bei Friedensverhandlungen zu verdoppeln und Flüchtlingen eine legale Alternative zu illegalen Flüchtlingsrouten zu ermöglichen. Auf der Konferenz sicherten die Teilnehmerstaaten insgesamt 11 Milliarden Dollar an humanitäre Hilfe in Syrien zu.[27]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lisa Schiemann: Fundraising als Managementaufgabe. Zwischen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel der humanitären Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland [Elektronische Ressource], 1. Auflage, Saarbrücken: AV Akademikerverlag, 2013, ISBN 978-3-639-47026-0 und ISBN 3-639-47026-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Islamic Relief Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.islamicrelief.de/ueber-uns/unsere-arbeit/
  2. Calendar of Side Events. In: Headquarters. Abgerufen am 26. April 2016.
  3. a b So arbeitet "Islamic Relief" im Team mit christlichen Hilfsorganisationen. In: www.tagesspiegel.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  4. Unterzeichner ITZ. Abgerufen am 27. Juni 2016.
  5. Deutscher Spendenrat e.V. In: www.spendenrat.de. Abgerufen am 27. Juni 2016.
  6. a b Our Members — CHS Alliance. In: www.chsalliance.org. Abgerufen am 26. April 2016.
  7. Auszeichnungen: Islamic Relief Deutschland. In: www.islamicrelief.de. Abgerufen am 26. April 2016.
  8. http://www.islamicrelief.de/uploads/media/Jahresbericht_2008_Islamic_Relief_Deutschland.pdf
  9. Auswärtiges Amt - Startseite - Rede von Europa-Staatsminister Michael Roth zur Ausstellungseröffnung "Forty out of one million. The human cost of the Syrian war" im Lichthof des Auswärtigen Amts. In: www.auswaertiges-amt.de. Abgerufen am 27. Juni 2016.
  10. Syrien: Medizinische Versorgung IV: Islamic Relief Deutschland. In: www.islamicrelief.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  11. Jordanien: Rehabilitation und Prothesenversorgung: Islamic Relief Deutschland. In: www.islamicrelief.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  12. http://www.presseanzeiger.de/meldungen/gesellschaft-kultur/379217.php
  13. Muslimisches SeelsorgeTelefon (MuTeS). In: Berliner Ratschlag für Demokratie. Abgerufen am 28. Juni 2016 (de-de).
  14. Muslimische Seelsorge: Ein offenes Ohr für Muslime - Qantara.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  15. Bundeszentrale für politische Bildung: MUSLIMISCHES SEELSORGETELEFON- MuTeS | BfDT Bündnis für Demokratie und Toleranz. In: www.buendnis-toleranz.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  16. Muslimisches SeelsorgeTelefon - : Partner. In: www.mutes.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  17. Prominente. In: speisen-fuer-waisen.islamicrelief.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  18. Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hannover, Niedersachsen, Germany: Christian Wulff bei “Speisen für Waisen” / Fotostrecken Hannover / Hannover - HAZ – Hannoversche Allgemeine. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 28. Juni 2016 (de-de).
  19. J. Amberger: Islamische Wohltätigkeit in Deutschland: Speisen für Waisen. In: die tageszeitung. (taz.de [abgerufen am 28. Juni 2016]).
  20. Steinmeier macht Mittag bei muslimischer Familie. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  21. Staatsministerin Aydan Özoğuz zu Gast beim “Speisen für Waisen”-Essen muslimischer Poetry-Slammer. Abgerufen am 28. Juni 2016 (de-de).
  22. Rekord bei „Speisen für Waisen“. In: WAZ. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  23. Angebote Dritter: Interkulturelle Zentren, Kleiderkammern und Lebensmittelausgabestellen. In: www.stadt-koeln.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  24. Kleiderkammer: Islamic Relief Deutschland. In: www.islamicrelief.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  25. Tim Farron writes: the local community comes together in Cologne. Abgerufen am 27. Juni 2016.
  26. http://www.welthungerhilfe.de/islamkonferenz.html
  27. 11 Milliarden Dollar für Syrien und Region. In: www.islamicrelief.de. Abgerufen am 26. April 2016.