Isolde Schmitt-Menzel

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Isolde Schmitt-Menzel (* 11. April 1930 in Eisenach; † 4. September 2022 in Frankfurt am Main[1]) war eine deutsche Designerin, Autorin, Illustratorin, Grafikerin und Keramikerin. Schmitt-Menzel war die „Erfinderin“ der „Maus“.

Die Maus am Kölner WDR-Gebäude (Foto: 2006)
Die Maus aus Bronze, Werk von Isolde Schmitt-Menzel (2013), im Skulpturenpark vor dem Gotischen Haus Bad Homburg

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isolde Schmitt-Menzel studierte an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle Buch- und Schriftgrafik sowie Freie Keramik. Dann flüchtete sie über die Zonengrenze zu ihrem Onkel an den Ammersee. Dort kam sie zeitweilig in der Keramikwerkstatt von Walter Popp unter. Sie studierte ab 1950 weiter an der Werkkunstschule Offenbach. Durch ihren Professor erhielt sie erste Aufträge. Dadurch lernte sie ihren späteren Ehemann, den Architekten Ottmar Schmitt kennen. Sie heirateten 1952 und bekamen im folgenden Jahr ihren ersten Sohn. In dieser Zeit fertigte Schmitt-Menzel Teppichentwürfe und Holzschnitte an und illustrierte Texte. 1955 zog die Familie nach Köln. Dort kamen auch ihre nächsten zwei Kinder zur Welt. Nach einem weiteren Umzug 1959 nach Frankfurt am Main begann Schmitt-Menzel, in der Keramikwerkstatt des Jugendhauses zu unterrichten.[2][3]

1968 zeichnete sie erstmals Bildergeschichten für den Hessischen Rundfunk und ab 1969 auch für den Westdeutschen Rundfunk (WDR). Aus einer Buchillustration „Die Maus im Laden“ wurde mit dem WDR zusammen „Die Maus“ entwickelt. Gert. K. Müntefering bat sie Storyboards auszudenken, die von Friedrich Streich animiert wurden.[4]

Ab 1971[3] lebte Schmitt-Menzel in Bad Homburg vor der Höhe. Im selben Jahr wurde die erste Sendung mit der Maus ausgestrahlt. Schmitt-Menzel lieferte im Zeitraum von drei Jahren 130 Ideen für ein- bis anderthalbminütige Maus-Spots, die zwischen den Beiträgen der Sendung liefen. Bis heute werden Maus-Spots produziert, die zwischen den Beiträgen gezeigt werden.

Ab 1980 verbrachte Schmitt-Menzel die Sommer zusammen mit einer befreundeten Keramikerin auf Jamaika. Mitten im Dschungel baute sie sich ein Holzhaus und arbeitete weiter an Geschichten rund um die Maus. 1985 zog sie auf die Kaimaninseln. Dort trat sie dem örtlichen Künstlerbund bei und stellte mehrmals ihre Arbeiten aus. Ab 1991 entstanden weitere Bücher und auch Hörspiele. In Texas baute sie sich ein Holzhaus im japanischen Stil. Ab 2000 war sie im Sommer oft in der südlichen Provence. Abseits der Maus begann sie Bücher zu entwerfen, in die sie japanische Haikus und Weisheiten aufnahm.[1]

Seit 1998 setzt der Porzellanhersteller Rosenthal die Mausbilder von Schmitt-Menzel erfolgreich in Kinder-Porzellansets um.

An die Geburtsstunde der Maus erinnerte sich Schmitt-Menzel in einem Interview des Westdeutschen Rundfunks zum 40. Geburtstag der Maus so: „Das war genau nicht mein Metier, eine graue Maus. Ich war für fantastische und verrückte Sachen. Da hab ich gedacht: Die Mäuse kriegen auf jeden Fall alle eine andere Farbe als grau. Und die Hauptmaus war orange, mit braunen Ohren, Armen und Beinen.“ Gelb stehe ja für Intelligenz, Rot sei Energie."[5]

Isolde Schmitt-Menzel schrieb und illustrierte über 35 Bücher. Sie starb im September 2022 im Alter von 92 Jahren in Frankfurt am Main.[6]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich habe ein sehr intensives Kind in mir leben. Mein Wesen, meinen Charakter habe ich der Maus gegeben. Ich bin die Maus.“

Isolde Schmitt-Menzel[7]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968 „Wibbelsterzchen, Herr Flupp und seine sieben Enten“
  • 1969 „Die Frau, die immer etwas anderes gedacht hat“
  • 1969 „Die Maus im Laden“

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isolde Schmitt-Menzel: Mosaik aus Stein, Glas, Holz, Papier, Verlag O. Maier 1968.
  • Isolde Schmitt-Menzel: Keramik bemalen, Verlag O. Maier 1970, ISBN 3-473-45533-4.
  • Isolde Schmitt-Menzel: Ton, geformt, bemalt, gebrannt, Verlag O. Maier 1970 2. Aufl., ISBN 3-473-45581-4.
  • Willi Fährmann, Isolde Schmitt-Menzel: Zwölf Wünsche für Elisabeth, Echter Verlag 1985, ISBN 3-429-00968-5.
  • Isolde Schmitt-Menzel, Cornelia Keller: Maus und Bär beim Zahnarzt, Xenos Hamburg 1995, ISBN 3-8212-1487-2.
  • Isolde Schmitt-Menzel, Ingeborg Ahrenkiel: Maus, erzähl mir was von der Schule, Xenos Hamburg 1995, ISBN 3-8212-1488-0.
  • Isolde Schmitt-Menzel: Die Maus sagt dir Gute Nacht, Xenos Hamburg 1997, ISBN 3-8212-1744-8.
  • Isolde Schmitt-Menzel: Die Maus hat Geburtstag, JaJa Spaß u. Spiel 1999, ISBN 3-930404-09-5.
  • Isolde Schmitt-Menzel: Die Maus auf dem Bauernhof, JaJa Spaß u. Spiel 2001, ISBN 3-933931-01-0.
  • Friedrich Streich, Isolde Schmitt-Menzel: Fingerspiele mit der Maus, Ravensburger Buchverlag 2003, ISBN 3-473-32149-4.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ich bin die Maus! – Isolde Schmitt-Menzel, Ausstellung in der Moritzburg in (Halle (Saale)) und im MoritzKunstCafe, 17. Juli bis 31. August 2010, Konzeption und Gestaltung mit Schwerpunkten Charakterentwicklung und Lebenswerk von Isolde Schmitt-Menzel, mit Katalog.[8]
  • Ein Leben mit der Maus – Kunstwerke von Isolde Schmitt-Menzel, Schöpferin der Maus. Ausstellung des Museums im Gotischen Haus, Bad Homburg v. d. Höhe, 17. November 2012 bis 17. Februar 2013.[9] Mit Katalog (darin: Nicole Schmitt-Ludwig: Das spannende Leben der Mutter der Maus), 64 S., ISBN 978-3-86568-878-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Frauen von hier – Hastuzeit. Abgerufen am 15. September 2022.
  2. https://hastuzeit.de/frauen-von-hier/ Frauen von hier
  3. a b Christine Jung: Denkmal: Hier kommt die Maus. In: Taunus-Zeitung. 6. Januar 2018 (fnp.de [abgerufen am 24. Juni 2021]).
  4. Holger Gertz: Isolde Schmitt-Menzel ist gestorben: Die Mausherrin. Abgerufen am 18. September 2022.
  5. hessenschau de, Frankfurt Germany: "Sendung mit der Maus": Grafikerin Isolde Schmitt-Menzel ist tot. 10. September 2022, abgerufen am 15. September 2022 (deutsch).
  6. Traueranzeige Isolde Schmitt-Menzel. Abgerufen am 17. September 2022.
  7. Jens Hirsch: Die Mutter der Maus. In: Top Magazin, Sommer 2021, S. 84.
  8. die Maus … kennt jeder, aber wer hat sie erfunden? Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, abgerufen am 24. Juni 2021.
  9. Ein Leben mit der Maus: Kunstwerke von Isolde Schmitt-Menzel, Schöpferin der Maus ; eine Ausstellung des Museums im Gotischen Haus, Bad Homburg v. d. Höhe, 17. November 2012 bis 17. Februar 2013. Imhof, Petersberg 2012, ISBN 978-3-86568-878-1 (dnb.de [abgerufen am 10. September 2022]).
  10. TOP MAGAZIN Thüringen - VERLAG. Abgerufen am 10. September 2022.