Istha

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Istha
Stadt Wolfhagen
Koordinaten: 51° 18′ 14″ N, 9° 13′ 43″ O
Höhe: 333 m ü. NHN
Fläche: 9,2 km²[1]
Einwohner: 832 (16. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34466
Vorwahl: 05692

Istha ist ein Stadtteil der Stadt Wolfhagen im nordhessischen Landkreis Kassel.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Istha liegt etwa im Zentrum des Naturparks Habichtswald rund 4,8 km (Luftlinie) südöstlich der Wolfhagener Kernstadt. Es befindet sich südlich des Isthabergs (523,1 m ü. NN) auf der Isthaebene, einer Hochfläche als Teil der Wasserscheide von Diemel und Eder. Durch das 333 m hoch gelegene Dorf fließt der Limeckebach. Westlich, südlich und östlich um die Ortschaft herum führt als Umgehungsstraße die Bundesstraße 251, die sich dort einen Abschnitt mit der Bundesstraße 450 teilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Besiedlung erfolgte vermutlich bereits vor dem 4. Jahrhundert; der Fund eines Menhirs, der sich heute im Heimatmuseum in Wolfhagen befindet, deutet darauf hin, dass Istha eine sehr alte Siedlung ist.[3]

1123 wird Istha erstmals als „Isede“ (auch „Isiede“) in den Akten des Klosters Hasungen erwähnt.[1] Im gleichen Jahr wird ein Adelbarth de Isede erwähnt, offenbar Mitglied eines Ortsadelsgeschlechts, das sich nach dem Ort nannte. 1180 wird der Ort als „Isithe“, 1253 als „Iste“ und 1258 als „Hyste“ bezeichnet (später wird der Ort auch „Yste“ genannt). Das Dorf gehörte zur Vogtei und zum Amt Wolfhagen und kirchlich bis 1235 zur Erzpriesterkirche „St. Petri zu Schützeberg“ auf dem Schützeberg, einer der neun Dekanatskirchen der Propstei Fritzlar. 1253 war Istha vollständig im Besitz des Klosters Hasungen. 1376 wurde das von den hessischen Landgrafen an Herbold von Mederich verpfändete Dorf zu einem Viertel vom Kloster Hasungen, ebenfalls zu einem Viertel von den Herren von Helmern (dieser Teil ging 1386 an die Herren von Hertingshausen) und zur Hälfte von denen zu Schartenberg eingelöst. Von 1437 bis 1448 war Istha hessisches Lehen von Reinhard von Dalwigk und Friedrich IV. von Hertingshausen.

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Istha in die Stadt Wolfhagen eingegliedert.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche ist eine barocke Saalkirche mit romanischem Turm, deren Ursprung auf die Gründung des Ortes zurückgeht. 1743–1747 wurde das Kirchenschiff in seiner jetzigen Größe unter Pfarrer Johann Philipp Bockewitz (1740–1748 Pfarrer in Istha) gebaut.[5] Zum Abschluss der 1997–2000 durchgeführten Kirchenrenovierung wurde das Ostfenster hinter dem Fenster künstlerisch von Anna Pauli verglast.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landau, Ritterburgen 2, S. 305 u. 318.
  • Hochhuth, Statistik, S. 236.
  • Heinrich Reimer (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen). Elwert, Marburg, 1974, S. 265.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Istha, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen im Haushaltsplan 2015 der Stadt Wolfhagen, abgerufen im Februar 2016.
  3. In der Gemarkung von Istha befinden sich eine Anzahl von Dorfwüstungen: Bensen (Istha), Büttelsen, Happenrode, Herbshausen, Nieheim (Istha) und Strucke.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  5. Kirche Istha
  6. GJP (Götz J. Pfeiffer): Altarfenster von Anna Pauli, in: Mut zum Gestalten. Kunstförderung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel, 2013, S. 30–31.