Italien beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Italiens
Übertragende Rundfunkanstalt
RAI
Erste Teilnahme
1956
Anzahl der Teilnahmen
44 (Stand 2018)
Höchste Platzierung
1 (1964, 1990)
Höchste Punktzahl
334 (2017)
Niedrigste Punktzahl
0 (1966)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
63,49 (Stand 2016)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
3,72 (Stand 2016)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Italiens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domenico Modugno 1958 in Hilversum

Italien nahm bereits am ersten Eurovision Song Contest im Jahr 1956 teil. Allerdings wurden, abgesehen vom Schweizer Sieg, die restlichen Platzierungen nie bekannt gemacht. 1957 erreichte Italien dann einen sechsten Platz von zehn Teilnehmern. Aber schon 1958 konnte Italien mit Domenico Modugno einen dritten Platz erreichen. Auch in den Jahren danach konnte das Land mindestens immer einen Platz unter den besten Zehn erreichen. 1963 konnte dann der nächste dritte Platz eingefahren werden. 1964 gelang dann auch schon der erste Sieg Italiens beim ESC mit Gigliola Cinquetti und ihrem Lied Non ho l’età. 1965 konnte Italien dann als Gastgeber einen fünften Platz erreichen. 1966 trat dann Domenico Modugno zum dritten Mal für Italien an. Dieses Mal hatte er allerdings keinen Erfolg und landete mit 0 Punkten zusammen mit Monaco auf den letzten Platz und erreichte damit die bis dahin schlechteste Platzierung Italiens beim ESC. In den Jahren danach waren die Platzierungen mit Platz 11 1967, Platz 10 1968 und Platz 13 1969 eher durchschnittlich. Erst 1970 erreichte das Land wieder eine Platzierung unter den besten Zehn. Bis 1976 konnte sich Italien dann, mit Ausnahme von 1973, immer unter den besten Zehn platzieren. 1974 erreichte Gigliola Cinquetti, die 1964 den ESC für Italien gewann, sogar einen zweiten Platz, während Wess & Dori Ghezzi einen dritten Platz 1975 erreichten. Von 1977 bis 1979 erreichte Italien wieder nur durchschnittliche Platzierungen. Während 1980 noch ein sechster Platz erreicht wurde, setzte Italien 1981 und 1982 beim ESC aus. Grund dafür waren wohl interne Querelen mit der EBU.

1983 kehrte Italien aber schon wieder zurück. Die Rückkehr war dann aber von einem durchschnittlichen Platz geprägt. 1984 und 1985 gelangen dann allerdings wieder zwei Platzierungen unter den besten Zehn. Während 1986 aufgrund mangelndem Interesse und niedrigen Einschaltquoten ausgesetzt wurde, kehrte Italien 1987 wieder zurück und erreichte sofort einen dritten Platz, der damit der bisher schon vierte dritte Platz in Italiens ESC Geschichte war. 1988 schnitt das Land dann wieder durchschnittlich ab. Von 1989 bis 1992 war Italien dann sehr erfolgreich. Insgesamt holte Italien in dem Zeitraum nur Platzierungen unter den besten Zehn und 1990 mit Toto Cutugno sogar den zweiten Sieg für Italien. 1993 war diese erfolgreiche Zeit dann aber vorbei. Italien erreichte nur einen durchschnittlichen zwölften Platz. Von 1994 bis 1996 setzte das Land dann erneut aufgrund mangelndem Interesse und niedrigen Einschaltquoten aus.

Die Teilnahme am Eurovision Song Contest 1997 kam angeblich nur zustande, weil das nationale Fernsehen RAI die Absagefrist versäumt hatte und sonst hohe Strafgebühren zu zahlen gehabt hätte. Trotzdem erreichte Italien bei der Rückkehr einen vierten Platz. Ab 1998 setzte Italien dann aber komplett aus und blieb bis 2010 jedes Jahr vom ESC fern. Gründe für dieses Fernbleiben wurden allerdings nie bekannt.

Am 2. Dezember 2010 wurde aber bekannt gegeben, dass Italien ab 2011 wieder am Wettbewerb teilnehmen möchte.[1] Durch Italiens Rückkehr wurde aus der damaligen Big 4 die heute bekannte Big 5, womit Italien neben Deutschland, Frankreich, Spanien und dem Vereinigten Königreich nun zu den größten Geldgebern für den Wettbewerb zählt. In Düsseldorf war Italiens Rückkehr dann ein voller Erfolg. Raphael Gualazzi holte Platz 2 und die damit beste Platzierung seit dem Sieg 1990. Ebenso gewann Italien das Juryvoting 2011, konnte im Televoting allerdings nur Platz 11 holen. 2012 und 2013 war Italien ebenfalls erfolgreich und holte zwei Platzierungen unter den besten Zehn. 2014 kam dann allerdings ein kurzer Tiefpunkt. Emma Marrone holte 2014 in Kopenhagen mit Platz 21 Italiens schlechtestes Ergebnis allerzeiten in seiner Geschichte beim ESC. Allerdings war 2015 wieder ein voller Erfolg. Il Volo gewannen das Televoting und holten Platz 6 im Juryvoting, womit sie insgesamt Platz 3 erreichten. Mit 292 Punkten holten sie die bis dahin höchste Punktzahl Italiens beim ESC. 2016 erreichte Italien mit Platz 16 wieder nur einen durchschnittlichen Platz. 2017 und 2018 konnte Italien aber wieder einen Platz unter den besten Zehn erreichen. 2017 erreichte Francesco Gabbani mit 334 Punkten allerdings einen neuen Punkterekord für Italien beim ESC. Somit holte Italien seit der Rückkehr 2011, mit Ausnahme 2014 und 2016, nur Platzierungen unter den besten Zehn.

Insgesamt landeten also 28 von den 43 Beiträge in der linken Tabellenhälfte. Mit nur einem letzten Platz, zwei Siegen, zwei zweiten Plätzen, fünf dritten Plätzen und vielen weiteren Platzierungen unter den besten Zehn gehört Italien zu den erfolgreichsten Ländern im Wettbewerb.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
1956 Tonina Torrielli Amami se vuoi
M: Vittorio Mascheroni; T: Mario Panzeri
Italienisch Liebe mich, wenn Du willst k. A. / 14 k. A. Direkte Teilnahme Sanremo-Festival 1956
Franca Raimondi Aprite le finestre
M: Virgilio Panzuti; T: Pinchi
Italienisch Öffnet die Fenster k. A. / 14 k. A.
1957 Nunzio Gallo Corde della mia chitarra
M: Mario Ruccione; T: Giuseppe Fiorelli
Italienisch Saiten meiner Gitarre 6 / 10 7 Sanremo-Festival 1957
1958 Domenico Modugno Nel blu dipinto di blu
M: Domenico Modugno; T: Domenico Modugno, Franco Migliacci
Italienisch In blau gemaltes Blau 3 / 10 13 Sanremo-Festival 1958
1959 Domenico Modugno Piove (Ciao, ciao, bambina)
M: Domenico Modugno; T: Dino Verde
Italienisch Es regnet (Ciao, ciao, Mädchen) 6 / 11 9 Sanremo-Festival 1959
1960 Renato Rascel Romantica
M: Dino Verde; T: Renato Rascel
Italienisch Romantisch 8 / 13 5 Sanremo-Festival 1960
1961 Betty Curtis Al di là
M: Carlo Donida; T: Mogol
Italienisch Jenseits 5 / 16 12 Sanremo-Festival 1961
1962 Claudio Villa Addio, addio
M: Domenico Modugno; T: Franco Migliacci
Italienisch Tschüss, tschüss 9 / 16 3 Sanremo-Festival 1962
1963 Emilio Pericoli Uno per tutte
M: Tony Renis; T: Mogol, Alberto Testa
Italienisch Einer für alle 3 / 16 37 Sanremo-Festival 1963
1964 Gigliola Cinquetti Non ho l’età
M: Mario Panzeri, Gene Colonnello; T: Nicola Salerno
Italienisch Ich bin nicht alt genug 1 / 16 49 Sanremo-Festival 1964
1965 Bobby Solo Se piangi, se ridi
M: Gianni Marchetti, Roberto Satti; T: Mogol, Roberto Satti
Italienisch Wenn Du weinst, wenn Du lachst 5 / 18 15 Sanremo-Festival 1965
1966 Domenico Modugno Dio, come ti amo
M/T: Domenico Modugno
Italienisch Mein Gott, wie sehr ich dich liebe 17 / 18 0 Sanremo-Festival 1966
1967 Claudio Villa Non andare più lontano
M: Gino Mescoli; T: Vito Pallavicini
Italienisch Geh nicht weiter 11 / 17 4 interne Auswahl
1968 Sergio Endrigo Marianne
M/T: Sergio Endrigo
Italienisch Marianne 10 / 17 7 interne Auswahl
1969 Iva Zanicchi Due grosse lacrime bianche
M: Piero Soffici; T: Carlo Daiano
Italienisch Zwei große weiße Tränen 13 / 16 5 interne Auswahl
1970 Gianni Morandi Occhi di ragazza
M: Lucio Dalla; T: Sergio Bardotti, Gianfranco Baldazzi
Italienisch Mädchenaugen 8 / 12 5 interne Auswahl
1971 Massimo Ranieri L’amore è un attimo
M: Enrico Polito; T: Giancarlo Bigazzi, Gaetano Savio
Italienisch Die Liebe ist ein Augenblick 5 / 18 91 interne Auswahl
1972 Nicola di Bari I giorni dell’arcobaleno
M: Piero Pintucci, Nicola di Bari; T: Dalmazio Masini
Italienisch Die Tage des Regenbogens 6 / 18 92 Sanremo-Festival 1972
1973 Massimo Ranieri Chi sarà
M: Enrico Polito, Gaetano Savio; T: Giancarlo Bigazzi
Italienisch Wer wird sein 13 / 17 74 interne Auswahl
1974 Gigliola Cinquetti
M/T: Mario Panzeri, Daniele Pace, Lorenzo Pilat, Corrado Conti
Italienisch Ja 2 / 17 18 interne Auswahl
1975 Wess & Dori Ghezzi Era
M: Shel Shapiro; T: Andrea Lo Vecchio
Italienisch Es war 3 / 19 115 interne Auswahl
1976 Al Bano & Romina Power We’ll Live It All Again
M: Detto Mariano; T: Romina Power, Albano Carrisi
Italienisch, Englisch Wir werden alles noch einmal erleben 7 / 18 69 interne Auswahl
1977 Mia Martini Libera
M: Salvatore Fabrizio; T: Luigi Albertelli
Italienisch Frei 13 / 18 33 interne Auswahl
1978 Ricchi e Poveri Questo amore
M: Dario Farina, Mauro Lusini; T: Sergio Bardotti
Italienisch Diese Liebe 12 / 20 53 interne Auswahl
1979 Matia Bazar Raggio di luna
M: Antonella Ruggiero, Piero Cassano, Carlo Marrale; T: Salvatore Stellita, Giancarlo Golzi
Italienisch Mondstrahl 15 / 19 27 interne Auswahl
1980 Alan Sorrenti Non so che darei
M/T: Alan Sorrenti
Italienisch Ich weiß nicht, was ich geben würde 6 / 19 87 interne Auswahl
1981
1982
Auf Teilnahme verzichtet
1983 Riccardo Fogli Per Lucia
M: Maurizio Fabrizio; T: Riccardo Fogli, Vincenzo Spampinato
Italienisch Für Lucia 11 / 20 41 Direkte Teilnahme interne Auswahl
1984 Alice & Franco Battiato I treni di Tozeur
M: Franco Battiato; T: Rosario Consentino, Giusto Pio
Italienisch Die Züge Tozeurs 5 / 19 70 interne Auswahl
1985 Al Bano & Romina Power Magic, Oh Magic
M: Dario Farina, Michael Hoffmann; T: Cristiano Minellono
Italienisch, Englisch Magisch, oh wie magisch 7 / 19 78 interne Auswahl
1986 Auf Teilnahme verzichtet
1987 Umberto Tozzi & Raf Gente di mare
M: Umberto Tozzi, Raf; T: Giancarlo Bigazzi
Italienisch Leute des Meeres 3 / 22 103 Direkte Teilnahme interne Auswahl
1988 Luca Barbarossa Vivo (ti scrivo)
M/T: Luca Barbarossa
Italienisch Ich lebe (ich schreibe dir) 12 / 21 52 interne Auswahl
1989 Anna Oxa & Fausto Leali Avrei voluto
M: Franco Fasano; T: Franco Ciani, Franco Berlincioni
Italienisch Ich hätte gewollt 9 / 22 56 interne Auswahl
1990 Toto Cutugno Insieme: 1992
M/T: Salvatore Cutugno
Italienisch, Englisch Zusammen: 1992 1 / 22 149 interne Auswahl
1991 Peppino di Capri Comme è ddoce ’o mare
M: Marcello Marocchi; T: Giampiero Artegiani
Neapolitanisch Wie süß das Meer ist 7 / 22 89 interne Auswahl
1992 Mia Martini Rapsodia
M: Giuseppe Dati; T: Giancarlo Bigazzi
Italienisch Rhapsodie 4 / 23 111 interne Auswahl
1993 Enrico Ruggeri Sole d’Europa
M/T: Enrico Ruggeri
Italienisch Sonne Europas 12 / 25 45 interne Auswahl
1994
bis
1996
Auf Teilnahme verzichtet
1997 Jalisse Fiumi di parole
M: Fabio Ricci; T: Carmen Di Domenico, Alessandra Drusi
Italienisch Wortflüsse 4 / 25 114 Direkt für das Finale qualifiziert Sanremo-Festival 1997
1998
bis
2010
Auf Teilnahme verzichtet
2011 Raphael Gualazzi Madness of Love
M: Raphael Gualazzi; T: Raphael Gualazzi, Ferdinando Arnò
Italienisch, Englisch Liebeswahn 2 / 25 189 Direkt für das Finale qualifiziert Sanremo-Festival 2011
2012 Nina Zilli L’amore è femmina (Out of Love)
M/T: Nina Zilli, Christian Rabb, Kristoffer Sjokvist, Frida Molander, Charlie Mason
Englisch, Italienisch Die Liebe ist weiblich 9 / 26 101 Sanremo-Festival 2012
2013 Marco Mengoni L’essenziale
M/T: Marco Mengoni, Roberto Casalino, Francesco de Benedittis
Italienisch Das Wesentliche 7 / 26 126 Sanremo-Festival 2013
2014 Emma Marrone La mia città
M/T: Emma Marrone
Italienisch Meine Stadt 21 / 26 33 interne Auswahl
2015 Il Volo Grande amore
M/T: Francesco Boccia, Ciro Esposito
Italienisch Große Liebe 3 / 27 292 Sanremo-Festival 2015
2016 Francesca Michielin No Degree of Separation
M/T: Francesca Michielin, Federica Abbate, Cheope, Fabio Gargiulo, Norma Jean Martine
Italienisch, Englisch Kein Grad der Trennung 16 / 26 124 Sanremo-Festival 2016
2017 Francesco Gabbani Occidentali’s Karma
M/T: Fabio Ilacqua, Francesco Gabbani, Luca Chiaravalli, Filippi Gabbani
Italienisch Karma der Abendländer 6 / 26 334 Sanremo-Festival 2017
2018 Ermal Meta & Fabrizio Moro Non mi avete fatto niente
M/T: Ermal Meta, Fabrizio Moro, Andrea Febo
Italienisch Ihr konntet mir nichts anhaben 5 / 26 308 Sanremo-Festival 2018

Nationale Vorausscheidungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis einschließlich 1966 und 1972 waren die Siegertitel des Sanremo-Festivals automatisch die italienischen Beiträge beim Eurovision Song Contest, auch die Interpreten stimmten in der Regel überein, auch wenn einige Lieder beim nationalen Festival als Duette, international aber solo vorgestellt wurden. 1956 war, da zwei Beiträge eingereicht wurden, auch der zweitplatzierte Titel vertreten. In den Jahren 1967 bis 1969 wurde das Sanremo-Festival jeweils von Gesangsduos gewonnen, von denen je einer als Vertreter für den Eurovision Song Contest ausgewählt wurde, allerdings mit einem neuen Titel. Bis 1988 wurden die italienischen Vertreter intern ausgewählt, in den Jahren 1978 und 1985 waren es – mehr zufällig – die Vorjahressieger von Sanremo. 1989 waren die Sieger des Festivals wieder die italienischen Vertreter beim Grand Prix, allerdings mit einem neuen Lied, ebenso 1993. 1997 gewannen Jalisse mit Fiumi di Parole und reisten mit diesem Lied auch nach Dublin. In den verbleibenden Jahren wurde ebenfalls intern gewählt.[2]

Nach der Rückkehr Italiens 2011 wurden bis einschließlich 2013 alle Interpreten (bis auf 2012 auch der Titel) aus dem Teilnehmerfeld des Sanremo-Festivals ausgewählt. 2014 wurde Emma Marrone intern ausgewählt, das Land zu vertreten. 2015 durfte wieder der Sieger des Festivals beim ESC antreten, sofern er das wollte. Ursprünglich gewann die Gruppe Stadio das Sanremo-Festival 2016, jedoch entschied sich die Gruppe Italien nicht beim ESC vertreten zu wollen. Die RAI wählte dann die Zweitplatzierte Francesca Michielin aus, Italien zu vertreten.[3]

Unabhängig vom Eurovision Song Contest gewannen auch einige andere italienische Vertreter vor oder nach ihrer Teilnahme das Sanremo-Festival, allen voran Iva Zanicchi mit insgesamt zwei weiteren Siegen.

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unabhängig von ihrem Abschneiden waren viele italienische Beiträge auch international erfolgreich. Am bekanntesten darunter wohl Nel blu dipinto di blu (Volare), das europaweit und auch in den USA den ersten Platz in den Charts erreichte und im gleichen Jahr auch den Grammy als Best song gewann. Andere internationale Hits waren Piove (Ciao, ciao, bambina), das in der Originalversion kommerziell erfolgreich war und von Caterina Valente auf Deutsch eingesungen den zweiten Platz in den deutschen Charts erreichte,[4] der erste Siegertitel Non ho l’età sowie Non so che darei aus dem Jahr 1980.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien ist seiner Landessprache über die Jahre sehr treu geblieben, nahezu alle Beiträge wurden komplett auf Italienisch gesungen. Die erste Ausnahme gab es 1976, als der Beitrag von Romina Power und Al Bano auf Englisch und Italienisch gesungen wurde. 1984 wurden zwei Zeilen des Liedes I treni di Tozeur auf Deutsch gesungen, tatsächlich handelte es sich um einen Satz aus Mozarts Zauberflöte.[5] 1985 wurde der zweite Beitrag von Romina Power und Al Bano überwiegend auf Italienisch gesungen, allerdings mit der englischen Titelzeile Magic, oh magic. 1990 endete jeder Refrain des Liedes Insieme: 1992 mit den englischen Wörtern unite, unite, Europe.[6] Sprachlich bemerkenswert ist auch das im neapolitanischen Dialekt vorgetragene Comme è ddoce 'o mare von 1991. 2011 brachte Raphael Gualazzi ebenfalls ein zweisprachiges Lied. Madness Of Love wurde jeweils zu ca. 50 % auf Italienisch und auf Englisch gesungen, ebenso L’amore è femmina (Out Of Love) 2012. 2013 und 2014 sangen die Interpreten Marco Mengoni mit L’essenziale und ebenso Emma Marrone mit La mia città nur auf Italienisch. Auch der Beitrag von 2015 Grande Amore wurde komplett auf Italienisch vorgetragen. 2016 hingegen entschied sich Francesca Michielin den ursprünglich italienischen Beitrag Nessun grado di separazione in Stockholm teils auf Italienisch und auf Englisch zu singen. Der Titel wurde im Englischen zu No Degree of Seperation umgewandelt.

Ausgetragene Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Stadt Austragungsort Moderation
1965 Neapel Auditorium Rai di Napoli Renata Mauro
1991 Rom Studio 15 de Cinecittà Gigliola Cinquetti & Toto Cutugno

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Italien (Stand: 2018):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 FrankreichFrankreich Frankreich 142
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 130
3 SpanienSpanien Spanien 120
4 IrlandIrland Irland 118
5 DeutschlandDeutschland Deutschland 107
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 FrankreichFrankreich Frankreich 142
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 130
3 IrlandIrland Irland 120
SpanienSpanien Spanien 120
5 SchweizSchweiz Schweiz 110
UkraineUkraine Ukraine 110
Die meisten erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 SpanienSpanien Spanien 216
2 PortugalPortugal Portugal 205
3 SchweizSchweiz Schweiz 178
4 FinnlandFinnland Finnland 167
5 FrankreichFrankreich Frankreich 166

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Einführung des Zwölf-Punktesystems 1975 vergab Italien die Höchstpunktzahl an 19 verschiedene Länder. Am meisten erhielt Irland von Italien fünfmal zwölf Punkte bisher.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
1975 SchweizSchweiz Schweiz 6
1976 IrlandIrland Irland 10
1977 MonacoMonaco Monaco 4
1978 LuxemburgLuxemburg Luxemburg 7
1979 SpanienSpanien Spanien 2
1980 DeutschlandDeutschland Deutschland 2
1981 Auf Teilnahme verichtet
1982 Auf Teilnahme verzichtet
1983 LuxemburgLuxemburg Luxemburg 1
1984 IrlandIrland Irland 2
1985 IrlandIrland Irland 6
1986 Auf Teilnahme verzichtet
1987 IrlandIrland Irland 1
1988 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 2
1989 OsterreichÖsterreich Österreich 5
1990 OsterreichÖsterreich Österreich 10
1991 FrankreichFrankreich Frankreich 2
1992 GriechenlandGriechenland Griechenland 5
1993 IrlandIrland Irland 1
1994
bis
1996
Auf Teilnahme verzichtet
1997 EstlandEstland Estland 8
1998
bis
2010
Auf Teilnahme verzichtet
2011 RumänienRumänien Rumänien 17
2012 AlbanienAlbanien Albanien 5
2013 DanemarkDänemark Dänemark 1
2014 OsterreichÖsterreich Österreich 1
2015 SchwedenSchweden Schweden 1
2016 SpanienSpanien Spanien (J) 22
UkraineUkraine Ukraine (T) 1
2017 AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan (J) 14
Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau (T) 3
2018 NorwegenNorwegen Norwegen (J) 15
AlbanienAlbanien Albanien (T) 11

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toto Cutugno Insieme: 1992 ist der einzige Siegertitel im Wettbewerb mit einem zu seiner Zeit aktuellen politischen Bezug: Es ging um das Schengener Abkommen.[7]
  • 1974 wurde der Contest von der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalt RAI nicht übertragen, da befürchtet wurde, der von Gigliola Cinquetti interpretierte Beitrag („Ja“), könne die Volksabstimmung zur Abschaffung des alten Scheidungsrechts, die etwa fünf Wochen später am 12. Mai stattfinden sollte, hin zu einem positiven Wahlergebnis beeinflussen.[8]
  • Mit der Rückkehr Italiens zum Wettbewerb im Jahr 2011, wurden die Großen Vier Spanien, Deutschland, Großbritannien und Frankreich um Italien zu den Großen Fünf erweitert. Der italienische Beitrag ist somit immer für das Finale qualifiziert.
  • Hätte es 2011 eine reine Jury-Abstimmung gegeben, hätte Italien gewonnen.[9]
  • Hätte es 2015 eine reine Televoting-Abstimmung gegeben, hätte Italien gewonnen.[10]

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Italy applied for 2011 Eurovision Song Contest auf eurovision.tv (abgerufen am 2. Dezember 2010)
  2. San Remo Festival 1951–2006
  3. Sanremo 2016, 5 cose da sapere sugli Stadio - Panorama. Abgerufen am 22. August 2016 (it-IT).
  4. Charts-Surfer: Liedersuche
  5. I treni di Tozeur
  6. Insieme: 1992
  7. Song Contest 1990 Eurovision Club Germany e. V.; abgerufen am 19. November 2010
  8. Song Contest 1974 Eurovision Club Germany e. V.; abgerufen am 19. November 2010
  9. EBU reveals split televoting and jury results. In: eurovision.tv. 26. Mai 2011, abgerufen am 27. Mai 2015.
  10. Die Zuschauer hätten einen anderen Sieger gekürt. In: FAZ.net. 24. Mai 2015, abgerufen am 26. Mai 2015.