Italienischer Mobilfunkmarkt

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Auf dem italienischen Mobilfunkmarkt gibt es drei kommerzielle Netzbetreiber und ein eisenbahninternes Funknetz. Dazu gibt es noch mehrere virtuelle Netzbetreiber, die eines der großen Netze anmieten.

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2017 sind in Italien drei Netzbetreiber kommerziell in Betrieb: Telecom Italia, Wind Tre sowie Vodafone Italia. Alle Unternehmen haben GSM-, UMTS- und LTE-Netze. Des Weiteren betreibt die Italienische Eisenbahn über ihr Infrastrukturunternehmen RFI ein GSM-R-Netz. Zusammengerechnet gibt es in Italien teilweise noch durch den Zusammenschluss von Wind Tre 4 UMTS-, 4 LTE- und 4 GSM-Netze, wobei das ehemaligst 4te Netz, damals von H3G, bei Wind integriert wurde und das 4te LTE-UMTS Netz von Iliad betrieben wird. Die Namen der Netze sind wie folgt:

Mobilfunkbetreiber Italien Liste.png

iPhone:
Telecom Italia: I TIM (in Netzsuche) / TIM (Links oben neben Empfangsstärke)
Wind Telecom.: I WIND
Vodafone: vodafone IT
H3G: 3 ITA
Bei H3G und Wind wird 4G/LTE als LTE, bei Vodafone und TIM als 4G auf dem Gerät angezeigt.
Android: (siehe screenshot rechts)
Telecom Italia: I TIM oder Telecom Italiz SpA (Technik)
Wind Telecom: I WIND oder Wind Telecomunicazioni SpA (Technik)
Vodafone: vodafone IT oder Vodafone Omnitel N.V. (Technik)
H3G: 3 ITA oder Hutchinson 3G (Technik)

Telecom Italia Mobile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Telecom Italia Mobile (auch: TIM) entstand 1995 aus einem Teil Staatstelekom SIP und operierte 20 Jahre lang nur als Mobilfunkbetreiber. 2015 wurden TIM alle Markttätigkeiten der Muttergesellschaft Telecom Italia übertragen, darunter Festnetz-Dienste und Dienste für Unternehmen. TIM selbst existiert dadurch nur noch als Marke der Telecom Italia.

Vodafone ehem. Omnitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vodafone Italia wurde 1994 als Omnitel gegründet, womit das Monopol der SIP (heute TIM) gebrochen wurde. Ende 2003 übernahm Vodafone zusammen mit Verizon Communications Omnitel und änderte den Markennamen. 2014 stieg Verizon vollständig aus Vodafone Italia aus. 2015 wurde die bis dahin bestehende Gesellschaft "Vodafone Omnitel NV" in zwei Tochterfirmen aufgespalten und der Hauptsitz wurde nach Italien verlegt. Die 2 Gesellschaften sind: Vodafone Italia AG und Vodafone Gestioni AG. (ital SpA)

Wind Tre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wind Telecomunicazioni sowie H3G waren zunächst getrennte Unternehmen. WIND ist der vom Energieversorger Enel in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom und der France Télécom 1997 gegründete Gegner für TIM und (damals) Omnitel. 2003 war ENEL alleiniger Eigentümer von WIND. 2005 wurde WIND an Weather Investments verkauft; diese verkauften WIND 2010 an die VimpelCom weiter.[1]

H3G war der kleinste italienische Mobilfunkbetreiber, 2000 als Andala gegründet, stach H3G 2002 blu durch den Erwerb einer UMTS-Lizenz als vierten Betreiber aus.[2]

Im August 2015 wurde die Fusion von WIND und H3G angekündigt, die Fusion wurde im September 2016 genehmigt. Seit dem 31. Dezember 2016 entstand mit dem neuen Unternehmen Wind Tre Italiens drittstärkster Mobilfunkbetreiber.[3]

Iliad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iliad wird ab 2017/18 der vierte Italienische LTE-UMTS Netzbetreiber und sendet unter dem MNC 222-50. Das Netz besteht aus eigenen Sendern und einem vorläufigen 10-Jährigen Roamingvertrag mit WindTre.[4]

RFI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Italienische Eisenbahn betreibt ein GSM-R-Netz entlang der Eisenbahnen, das für normale Mobiltelefone nicht sichtbar ist. Die Anlagen der RFI sind meistens mit zweierpaaren aus Antennen zu zwei Sektoren ausgerüstet. Auf manchen Basisstationen sind zusätzlich zu den eigenen Antennen noch Antennen eines anderen Betreibers angebracht. Diese sind meist größer und unterscheiden sich wesentlich von denen der RFI.[5]

Markt und Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tim Vodafone Wind Tre
GSM Abdeckung 99,8 % 99,8 % 99,9 % TIM Roaming
UMTS Abdeckung 96 % 97,7 % 98,5 % 92 %
LTE Abdeckung 94,5 % 96 % 62 % 96 %
Kunden 29,8 Mio 28 Mio 21,9 Mio 10,1 Mio
in Prozent 30,8 % 28,9 % 22,6 % 15,7 %

[6]

Frequenzaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Band 1 ITA.png
Band 3 ITA.png
Band 7 ITA.png
Band 8 ITA.png
Band 20 ITA.png
Band 32 ITA.png

Zulieferer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ericsson
Ericsson diente als Zulieferer und Verwalter des kompletten Netzes von Drei, als Zulieferer im Nordosten für Wind und als Zulieferer im Westen von Italien für Tim. Wind und Tre beendeten mit der Fusion die Zusammenarbeit mit Ericsson, Tim kauft weiterhin Ericsson Technik ein.[7]

Nokia
Nokia ist Vodafones Zulieferer für den Norden Italiens und Tim's Zulieferer für den Nordosten Italiens. Nokia lieferte bis zur Fusion von Wind und Tre ebenfalls die Technik für den Süden und den Nordwesten des Wind Netzes. Nokia war bis zum beginn des LTE Ausbau Hauptzulieferer für Vodafone und stellte die Technik für das fast komplette Netz, als Huawei als neuer Zulieferer für Mittel und Süditalien auserwählt wurde und das komplette Netz getauscht wurde.

Huawei
Huawei ist Vodafones Zulieferer für Basisstationen in Süditalien und Mittelitalien, für Tim im Östlichen Mittelitalien und Süditalien, und diente bei Wind als Zulieferer für Mittelitalien. Zu beginn des LTE Ausbaus sollte Huawei das komplette Netz für Wind liefern, diese Kooperation wurde jedoch frühzeitig beendet. Alle drei Betreiber kaufen ihre Antennen für ganz Italien teilweise bei Huawei.

ZTE
ZTE ist der neue Netzzulieferer für das Netz der WindTre. Die neuen Maschinen werden teilweise nur für LTE neben den alten Geräten von Ericsson, Nokia und Huawei betrieben oder in Süditalien wird die alte Technik komplett gegen ZTE ausgetauscht. In Zukunft soll das komplette Netz auf ZTE umgebaut werden, die alte Technik wird verkauft.

Nortel, Alcatel und Siemens
Nortel, Alcatel und Siemens sind ehemalige Lieferanten für die italienischen Mobilfunknetze. Nortel war für Vodafone tätig und belieferte teile des Nordens, nach Nortels Insolvenz wurden die Gebiete auf Nokia umgestellt. Alcatel lieferte für Wind den Süden Italiens, in den 2000 Jahren, als Alcatel in finanzielle Schwierigkeiten gelang, wurde Siemens als neuer Händler verpflichtet. Seit Siemens mit Nokia fusionierte wurde bis 2017 Technik verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sì dall'Europa alla fusione Wind-Tre. E arriva Iliad - Wired. 1. September 2016, abgerufen am 1. Oktober 2016 (it-IT).
  2. Die Geschichte von Tre (italienisch)
  3. Italiens Mobilfunker Wind Tre startet nach Fusion
  4. Illiad Roaming auf Wind
  5. RFI Bericht über das GSM-R Netz. (italienisch)
  6. Johann Silbernagl: http://www.silbernagl.biz/Mobilfunk/MobilfunkmarktItalien.php. In: www.silbernagl.biz. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  7. http://www.corrierecomunicazioni.it/digital/45009_rete-wind-3-timore-tagli-in-ericsson-zte-pronta-ad-assumere.htm