Italienisches Dörfchen

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Italienisches Dörfchen, vom Theaterplatz aus gesehen

Das Italienische Dörfchen ist eine Gaststätte in Dresden. Sie befindet sich am Theaterplatz in der Nähe der Hofkirche, des Zwingers und der Semperoper im historischen Bereich des Stadtzentrums.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Italienische Dörfchen um 1809 zwischen Zwinger und Elbe, mit „H“ ist das Morettische Opernhaus bezeichnet
Das Italienische Dörfchen um 1865
Helbig’s Restauration um 1880
Anlegestelle am Terrassenufer und Raddampfer Meißen um 1900
Italienisches Dörfchen von der Hofkirche aus gesehen (1955)

Als der italienische Architekt Gaetano Chiaveri die Katholische Hofkirche errichtete, wohnten Chiaveris vermutlich auch aus Italien kommende Handwerker und Künstler nahe der Baustelle auf dem linken, steilen Ufer des Elbbogens in zahlreichen kleinen Häuschen. Das entsprach dem Prinzip der Dombauhütten, die im Mittelalter während des Baus und auch für die spätere Instandhaltung der großen Kathedralen eingerichtet wurden. Der Dresdner Volksmund nannte die Häuschen bald „Italienisches Dörfchen“. Im Zuge der Erbauung des neuen Königlichen Hoftheaters, der ersten Semperoper, wurde die Siedlung mit Ausnahme einiger Wirtshäuser abgerissen.

Später befand sich an dieser Stelle eine beliebte Gaststätte, die den Namen „Italienisches Dörfchen“ übernahm. Dort wurde am Reformationstag 1861 der Verein zur Pflege der freien Rede Polyhymnia, das spätere Corps Altsachsen, gegründet. Vor dem Ersten Weltkrieg in den Jahren 1911/13 entstand nach dem Entwurf des Dresdner Stadtbaurates Hans Erlwein ein zum architektonischen Rang der Bauten in der Umgebung und zu dem benachbarten führenden Dresdner Hotel Bellevue (vormals Calberlasche Zuckersiederei) passender repräsentativer Neubau. 1956/57 wurde der zerstörte Bau von dem Architekten Gerhard Guder wiederaufgebaut.

Nach der Wende wurde die Gaststätte zunächst geschlossen und später restauriert. Heute ist sie aufgrund ihrer zentralen Lage besonders bei Touristen beliebt. Unweit des Italienischen Dörfchens, auf der anderen Straßenseite des Terrassenufers, steht das Basteischlösschen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Italienische Dörfchen. (= Die Architektur des XX. Jahrhunderts, Sonderheft 12.) Wasmuth, Berlin 1913.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Italienisches Dörfchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 3′ 16″ N, 13° 44′ 14,2″ O