Iterative Programmierung

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Die iterative Programmierung (von lat. iterare = wiederholen) verwendet im Gegensatz zur rekursiven Programmierung keine Selbstaufrufe, sondern Schleifen (Wiederholungen von Anweisungen oder Anweisungsfolgen). Prinzipiell lassen sich rekursive Algorithmen auch iterativ implementieren und umgekehrt.

Gegenüberstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Literatur werden Funktionen gerne im rekursiven Programmierstil vorgestellt. Der Anwender hat aber mehrere Vorteile davon, wenn der Implementierer die vom Aufschreiben her eleganten Rekursionen durch simple Iterationen ersetzt:

  • Bei iterativer Programmierung kann der Speicherbedarf schärfer durch den Programmierer zugeschnitten und kontrolliert werden, wogegen bei rekursiver bei jedem Selbstaufruf unvermeidlich viel Prozedurkontext gerettet wird.
  • Darüber hinaus ist der Speicherbedarf für den Programm-Stapelspeicher programmiersprachlich schwer oder gar nicht kontrollierbar, wovon die berüchtigten Stapelüberläufe eine Folge sind.
  • Im rekursiven Programmierstil lassen sich manche Szenarien nur durch eine sog. Rückruffunktion (englisch callback function) realisieren. Beispielsweise wird bei einer rekursiv programmierten Traversierfunktion eines Binärbaums dieser stets in seiner Gänze durchlaufen und die Nutzfunktion in einem Rückruf implementiert.
    Im Gegensatz dazu kann bei iterativer Programmierung das zu bearbeitende Segment des Baums durch eine Suchfunktion angesteuert, die Nutzfunktion nach Belieben als flache Anweisungsfolge bzw. als Unterprogramm implementiert und nach einem (iterativen) Querschritt beim nächsten Element wiederholt werden.[1]

Beispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für die iterative Programmierung ist ein Datenbankdurchlauf (Pascal):

 procedure Durchlauf;
 begin
  while not Dataset.Eof do
  begin
   Befehl_1;
   Befehl_2;
   Befehl_3;
   Dataset.Next;
  end;
 end;

Dabei werden Befehl_1, _2 und _3 solange wiederholt, bis alle Datensätze durchlaufen wurden.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe dazu Traversierung (mit Codebeispielen) und Ben Pfaff: An Introduction to Binary Search Trees and Balanced Trees. Free Software Foundation, Inc. Boston 2004, S. 47 „4.9.2 Traversal by Iteration“.