Ivittuut

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Ivittuut (die mit vielen Grashalmen)
Ivigtût
Kryolithmine in Ivittuut im Sommer 1940
Kryolithmine in Ivittuut im Sommer 1940
Kommune Kommuneqarfik Sermersooq
Distrikt Ivittuut
Geographische Lage 61° 12′ 23″ N, 48° 10′ 18″ WKoordinaten: 61° 12′ 23″ N, 48° 10′ 18″ W
Ivittuut (Grönland)
Ivittuut
Einwohner 0
Zeitzone UTC-3
Besonderheiten Abbau von Kryolith

Ivittuut [iˌviˈtːuːtˢʰ] (nach alter Rechtschreibung Ivigtût) ist eine wüst gefallene grönländische Stadt im Distrikt Ivittuut in der Kommuneqarfik Sermersooq.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivittuut liegt am Südufer des Ilorput (Arsukfjord). Eine Straße verbindet Ivittuut mit dem 4,5 km nordöstlich liegenden Kangilinnguit. Die nächste dauerhaft bewohnte Siedlung ist das 15 km westlich liegende Arsuk.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tagebau von Ivittuut um 1900

Der dänische Chemiker Julius Thomsen entdeckte in den 1850er Jahren eine Methode, um Alaune und Natriumcarbonat aus Kryolith herzustellen. Bereits 1799 hatte der dänische Arzt und Tierarzt Peter Christian Abildgaard das in Ivittuut entdeckte Mineral untersucht. Die Grönländer hatten es zuvor bereits als Beschwerer für ihre Angeln und als Streckmittel für Schnupftabak genutzt. In den folgenden Jahren begann man zu untersuchen, inwiefern ein Abbau von Kryolith in Ivittuut durchgeführt werden könne. 1859 begann man mit der Verarbeitung des bereits abgebauten Kryoliths in Kopenhagen und ab 1865 wurde schließlich der Bergbau in Ivittuut aufgenommen. 1894 hörte man auf Natriumcarbonat aus Kryolith herzustellen, da man billigere Methoden entdeckt hatte, allerdings hatte man ebenfalls entdeckt, wie man Aluminium aus Kryolith herstellen konnte. 1987 wurde der Abbau eingestellt, da die Erzvorräte erschöpft waren und Kryolith mittlerweile synthetisch hergestellt werden konnte. 3,5 Millionen Tonnen (etwa 1,2 Millionen m³) Kryolith waren in den 122 Jahren abgebaut worden, wobei alleine 1943 80 Tausend Tonnen Erz gewonnen werden konnten.

Im Kryolitherz fand man auch Spuren von Siderit, Galenit, Silber, Sphalerit, Chalkopyrit, Quarz, Topas und Fluorit. Ivittuut ist zudem Erstfundplatz von bspw. Bøggildit, Bøgvadit, Jarlit, Kryolithionit und Weberit.[2]

Mit dem Ende des Kryolithabbaus verschwand auch die wirtschaftliche Grundlage von Ivittuut und der Ort wurde aufgegeben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 40 Leute lebten in den letzten Jahren des Bergbaus in Ivittuut. Seit der Beendigung des Kryolithabbaus war der Ort nahezu unbevölkert. Von 2000 bis 2012 lebten zeitweilig wieder Menschen in Ivittuut, aber seit 2013 ist der Ort vollständig verlassen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Ivittuut in Den Store Danske
  3. Einwohnerzahl Ivittuut 1977–2018 bei bank.stat.gl