Iwan Sergejewitsch Schmeljow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Iwan Schmeljow

Iwan Sergejewitsch Schmeljow (russisch Иван Сергеевич Шмелёв; * 21. Septemberjul./ 3. Oktober 1873greg. in Moskau; † 24. Juni 1950 in Bussy-en-Othe, Département Yonne) war ein russischer Schriftsteller.

Leben und Nachwirken[Bearbeiten]

Schmeljow wurde als viertes von fünf Kindern einer Moskauer Kaufmannsfamilie geboren, wuchs in einer streng religiösen Atmosphäre auf und studierte von 1894 bis 1898 an der juristischen Fakultät der Moskauer Universität. Er wurde nach einem ersten literarischen Misserfolg Steuerinspektor in der Provinz Wladimir. Hier fand er den Stoff zu seinen Erzählungen. 1918 bis 1922 lebte er mit seiner Frau in Aluschta auf der Krim. Sein einziger Sohn Sergei, der in der Armee des General Wrangel diente, wurde auf der Krim verhaftet und erschossen.

In der Emigration entstanden die Werke, in denen er die tradierte religiöse Ordnung des alten Russlands zum Ideal machte und in immer neuen Zugangsweisen beschreibt. Sein wohl bekanntestes Werk ist „Die Sonne der Toten“. Thomas Mann setzte sich mit dem Buch intensiv auseinander.[1] Schmeljow galt zu Beginn der 1930er Jahre als Anwärter für den Nobelpreis für Literatur.[2]

Mit dem Fall der Sowjetunion wurde Schmeljow in Russland wiederentdeckt. 2000 wurden seine sterblichen Überreste und die seiner Frau vom Russischen Friedhof von Sainte-Geneviève-des-Bois ins Donskoi-Kloster überführt.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Sonne der Toten. (Übersetzung Käte Rosenberg[3]), Berlin: S. Fischer Verlag, 1925.
  • Der Kellner. (Übersetzung Käte Rosenberg), Berlin: S. Fischer-Verlag, 1927. Rezension von Walter Benjamin.
  • Vorfrühling. (Übersetzung Rebecca Candreia), Erlenbach-Zürich und Leipzig: Rotapfel-Verlag, o.J. [1931].
  • Die Straße der Freude.
  • Das Licht des Geistes und Des Teufels Schaubude. Krefeld: Scherpe-Verlag, o.J.
  • Wanja im heiligen Moskau. Freiburg: Herder, 1958.
  • Der niegeleerte Kelch. (Übersetzung Hans Ruoff), Ellermann Verlag, 1961.
  • Dunkel ist unser Glück. (Übersetzung Rudolf Karmann), Freiburg: Herder, 1965.
  • Der Abschied des Danila Stepanytsch. Freiburg: Herder, 1973.
  • Ossja, der Maler. Baden-Baden: Signal Verlag, 1975.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ivan Shmelyov – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexej Baskakov: Thomas Mann und Iwan Schmeljow. Interpretation einer Bekanntschaft. In: Thomas-Mann-Jahrbuch., Vittorio Klostermann, Bd. 13, 2000, S. 133-146
  2. Tatjana Marčenko: Ivan Šmelev und der Nobelpreis für Literatur. Zeitschrift für Slawistik. 2001, Band 46, Heft 4, Seiten 377–389. doi:10.1524/slaw.2001.46.4.377
  3. Käte Rosenberg (1883–1960) war eine Cousine von Katia Mann. Siehe: Thomas Mann: Briefe., S. Fischer, 2002, S. 782, Anm. 22, ISBN 978-3100483706