Ixelles/Elsene

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Ixelles/Elsene
Armoiries Ixelles.png Flag of Elsene.svg
Ixelles/Elsene (Belgien)
Ixelles/Elsene
Ixelles/Elsene
Staat Belgien
Region Brüssel-Hauptstadt
Bezirk Brüssel-Hauptstadt
Koordinaten 50° 50′ N, 4° 22′ O50.82754.3716666666667Koordinaten: 50° 50′ N, 4° 22′ O
Fläche 6,34 km²
Einwohner (Stand) 83.425 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 13159 Einw./km²
Postleitzahl 1050
Vorwahl 02
Bürgermeister Willy Decourty (PS)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Chaussée d'Ixelles 168/
Elsense Steenweg 168
1050 Brüssel
Webseite www.ixelles.be

lplblelslh

Ixelles (französisch) oder Elsene (niederländisch) ist eine Gemeinde der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt, Belgien, mit 83.425 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012). Sie liegt im Südosten der Brüsseler Innenstadt und grenzt an die Stadt Brüssel, an Etterbeek, Auderghem/Oudergem, Watermael-Boitsfort/Watermaal-Bosvoorde, Uccle/Ukkel und Saint-Gilles/Sint-Gillis. Das Gemeindegebiet ist zweigeteilt, weil die mitten durch Ixelles/Elsene verlaufende Prachtstraße Louisenallee (Avenue Louise oder Louizalaan) zur Gemeinde Brüssel gehört. Der Name Elsene entstammt einer Bezeichnung des Dorfes Elsele, und bedeutet so viel wie Erlenheim (Else für Erle).

Kirche der Abtei De la Cambre/Ter Kameren an der Quelle der Maelbeek

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bau der mit Kastanienbäumen gesäumten Louisenallee wurde 1847 in Auftrag gegeben. Die Allee sollte der Boulevard Brüssels werden, der sich mit dem Boulevard Haussmann messen konnte. Gegen das Projekt gab es zunächst heftigen Widerstand aus Ixelles/Elsene. Da die Allee als einziger Zugangsweg zum Stadtwald (Bois de la Cambre/Ter Kamerenbos) vom König genutzt werden sollte und alle Verhandlungen mit der Gemeinde Ixelles/Elsene fruchtlos blieben, wurde der schmale Streifen von der Gemeinde Brüssel 1864 annektiert und somit der Widerstand der Gemeinde Ixelles/Elsene umgangen. Die Annexion resultierte in einer geografischen Zweiteilung der Gemeinde Ixelles/Elsene.

Gemeinde[Bearbeiten]

Ecke Rue du Lac 52–54 / Av. Louise 340 bzw. Meerstr. 52–54 / Louizalaan 240

Als sehr kontrastreiche Gemeinde umfasst Ixelles/Elsene geschäftige Viertel im Bereich des Namener Tors (Porte de Namur/Naamse poort), Grünzonen in der Nähe des Stadtwaldes Bois de la Cambre/Ter Kamerenbos, Luxusviertel, aber auch Problemzonen. Mit seinen zahlreichen Theatern und Kinos hat die Gemeinde sich als ein Zentrum des Brüsseler Kultur- und Nachtlebens etabliert. Sehenswert sind die Elsener Teichpromenaden Les Étangs d’Ixelles/Vijvers van Elsene, die anliegenden Jugendstil-Wohnviertel und die Abtei de la Cambre/ter Kameren deren Stadtwald Le Bois de la Cambre/Ter Kamerenbos jedoch auf Brüsseler Stadtgebiet liegt. In Ixelles/Elsene liegen die nach Sprachen getrennten, eigenständigen Universitäten Vrije Universiteit Brussel (VUB) und Université Libre de Bruxelles (ULB). Das Leopoldsviertel und der Bahnhof Brüssel-Luxemburg gehören teilweise zu Ixelles/Elsene, ebenfalls einige der gleich hinter dem Bahnhof stehenden Gebäude des Europäischen Parlaments. Durch seine Nähe zu den Europäischen Institutionen ist Ixelles/Elsene eine beliebte Wohngegend für junge Mitarbeiter und Praktikanten der Institutionen und Verbände geworden.

Besondere Stadtviertel[Bearbeiten]

Die Abtei De la Cambre/Ter Kameren
Jugendstilhäuser 9 und 11 Rue Vilain XIV
Art-Déco-Bauwerke am Place de Etoile: Palais de la Folle Chanson und Résidence de la Cambre
Gemeindefriedhof
Typischer Straßenzug im geschäftigen Teil von Ixelles/Elsene - Chausée d’Ixelles/Elsensesteenweg
Die Weiher von Ixelles/Elsene (Étangs/Vijvers) mit dem Centre culturel Flagey und der Kirche Ste-Croix
Panorama des Gemeindegebiets

Das afrikanisch anmutende Viertel Matongé rund um das Namener Stadttor ist für seinen multikulturellen Charme bekannt, dessen Ursprung sich im Maison Africaine findet, dem ehemaligen Studentenwohnheim für kongolesische Studenten. Vor allem in der Rue de la Longue Vie/Lang Levenstraat entfaltet sich abends das afrikanische Nachtleben. In den frühen 2000er Jahren kam Matongé wegen Krawallen und Kriminalität als Problemzone zeitweilig in Verruf. Südwestlich von Matongé befindet sich das Luxusviertel um die zum Brüsseler Stadtgebiet gehörende Louisenallee, das zum Flanieren und Shoppen einlädt. Auch die Boulevards am Meeussquare und am Froidurepark laden zum Spazieren gehen ein. Das Boondaelviertel, zwischen den beiden Universitätscampus der Université Libre de Bruxelles gelegen, gilt als studentisches Szeneviertel und ist ebenso lebhaft wie das multikulturelle Viertel Flagey, das eine Aufwertung durch den derzeitigen Umbau seines zentralen Platzes Eugène Flagey erfahren soll. Im eher bürgerlichen Kastanienviertel (am Place du Châtelain/Kasteleinsplein) findet man überdurchschnittlich viele Restaurants gehobener Klasse, Biolebensmittelläden, Büchereien und Kunstläden.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Ixelles/Elsene fahren die Straßenbahnlinien 23, 24, 25, 81, 83, 92 und 94. Außer dem Bahnhof Brüssel-Luxembourg liegen noch die Stationen Etterbeek und Boondael/Boondaal der Belgischen Eisenbahngesellschaft (SNCB/NMBS) im Gemeindegebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Jugendstilbauwerke im Grenzbereich von Ixelles, St. Gilles und der zum Brüsseler Stadtgebiet gehörenden Avenue Louise:
Hôtel Solvay (Architekt: Victor Horta; UNESCO-Weltkulturerbe; →Lage50.8263254.365453)
Hôtel Tassel (Victor Horta; UNESCO-Weltkulturerbe; →Lage50.8278414.361974)
Maison Hankar (71 Rue Defacqz, Architekt: Paul Hankar; →Lage50.8272364.357868)
Hôtel Ciamberlani (48 Rue Defacqz, Architekt: Paul Hankar; →Lage50.8278834.359701)
  • Jugendstilbauwerke an der Westseite der Seen Étangs d'Ixelles:
38 Avenue du Général de Gaulle (→Lage50.8239634.372094)
Maison von Léon Delune (6 Rue de Lac; →Lage50.8243554.370751)
42-46 Rue Bellevue (Architekt: Ernest Blerot; →Lage50.8201444.371599)
30 und 32 Rue Bellevue (→Lage50.8204624.371861)
9 und 11 Rue Vilain XIV (Architekt: Ernest Blerot; →Lage50.823484.371908)
  • Art-Déco-Bauwerke am Place de Etoile: Palais de la Folle Chanson und Brüssels erster Wolkenkratzer Résidence de la Cambre (→Lage50.8172544.378185)
  • die Abtei de la Cambre (→Lage50.8186324.374288)
  • das Rathaus (→Lage50.8327494.367376)
  • die Kirche St-Boniface (→Lage50.8355544.365487)
  • Das 1930 im Art Déco Stil bis Bauhaus gebaute Flageygebäude (Centre culturel Flagey) am Flageyplatz, das unter seinem früheren Namen „Maison de la Radio“ Bekanntheit erlangte, wurde 2002 renoviert und beherbergt seitdem eine Reihe niederländischsprachiger Medien (→Lage50.827034.372686).
  • die Université Libre de Bruxelles (Universität mit historischen Gebäuden; →Lage50.8117214.380953)
  • Jugendstilvilla im Villenviertel (→Lage50.8089454.384413)
  • Der 5 Hektar große Gemeindefriedhof wird gemessen an den dort begrabenen Persönlichkeiten als einer der wichtigsten belgischen Friedhöfe angesehen. Unter vielen anderen ist dort der belgische Architekt Victor Horta begraben (→Lage50.8153174.391525).

Museen:

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ixelles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien