Ixheim

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Ixheim
Wappen der ehemaligen Gemeinde Ixheim
Koordinaten: 49° 14′ 5″ N, 7° 21′ 43″ O
Höhe: 230 m ü. NHN
Einwohner: 5590 (2005)
Eingemeindung: 1. April 1938
Postleitzahl: 66482
Vorwahl: 06332
Karte
Lage in Zweibrücken

Ixheim ist ein Stadtteil von Zweibrücken in Rheinland-Pfalz, der südlich der Innenstadt liegt. Südlich des Ortes, auf Ixheimer Gemarkung, liegt das Gestüt Birkhausen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ixheim ist im 19. und 20. Jahrhundert mit der Kernstadt Zweibrücken zusammengewachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren stammen aus der Römerzeit, Funde werden im Stadtmuseum von Zweibrücken aufbewahrt. Der Ortsname auf „-heim“ gehört zu einem Ortsnamentypus, der zu Beginn des Frühmittelalters häufig gewählt wurde. Die schriftliche Überlieferung setzt im 11. Jahrhundert ein. Ixheim erscheint 1026 als Hukinesheim. Eine auf das Jahr 962 rückdatierte Besitzbestätigung der Reichsabtei St. Maximin ist unecht.[1] Ixheim hatte stets die gleiche Landeszugehörigkeit wie Zweibrücken.

1289 erfolgt die erste Erwähnung als Pfarrei. Bis 1448 war diese Kirche auch für die Bürger Zweibrückens zuständig. Im 16. Jahrhundert war Ixheim Sitz einer Schultheißerei für die umliegenden Ortschaften. Während der Regentschaft von Herzog Karl II. August wurde die Ixheimer Getreidemühle zur Knochenmühle umgerüstet und hier das Futter für die Hundemeute auf Schloss Karlsberg hergestellt.

Das Gestüt Birkhausen liegt an der Stelle eines vor 1564 eingegangenen Dorfes Berghausen. 1756 wurde dort ein herzoglicher Tiergarten angelegt, aus dem sich ein Ableger des Zweibrücker Landgestüts entwickelte. 1960 ging die Anlage im Zuge der Umgestaltung des staatlichen Gestütswesens an den Deutschen Trakehner-Verband über. Mittlerweile ist es privatisiert und ein beliebtes Ausflugsziel mit Biergarten. Das ehemalige „Freigängerhaus Birkhausen“ der JVA Zweibrücken wurde inzwischen zur „Gewahrsamseinrichtung Zweibrücken/Birkhausen“ mit 70 Haftplätzen für Abschiebehäftlinge umgestaltet.

In Ixheim befand sich die letzte amische Gemeinde Deutschlands. Im Jahr 1937 schloss sich diese der heute noch bestehenden Mennonitengemeinde Zweibrücken an.[2]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1843 wurde am Hornbach das Draht- und Nagelwerk Roth, Heck & Schwinn gegründet, das heute noch besteht und zeitweise weltweite Lieferbeziehungen für Spezialdrähte unterhielt. Das Unternehmen ist seit 2002 Teil der WDI aus Hamm.

Ixheim verfügt über einen Autobahnanschluss an die A 8 und wird in Nord-Süd-Richtung von der ehemaligen B 424 durchquert, die in Ixheim Bitscher Straße heißt, einer Straßenverbindung vom Raum Zweibrücken in das benachbarte Lothringen. Von 1913 bis 1996 besaß Ixheim außerdem einen Bahnhof an der inzwischen stillgelegten Hornbachbahn.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ixheim ist Ausgangspunkt des Europäischen Mühlenradwegs, der auf der ehemaligen Bahntrasse nach Hornbach, weiter über Schweyen nach Volmunster und dann durch das Bickenalbtal zurück nach Ixheim führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Magel (1795–1863), langjähriger Stadtpfarrer in Neustadt/Weinstraße, baute die dortige Marienkirche, wo er auch begraben ist; bedeutender Priester der Diözese Speyer, im 19. Jahrhundert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879, S. 596 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat), Urkunde Nr. 442.
    Vgl. Martin Dolch; Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz, Speyer 1991, S. 243
  2. Eintrag in der Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online