Jägerhäuschen

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Das restaurierte Jägerhäuschen.
Es diente im 18. Jahrhundert als Station für Parforce-Jagden.
Heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Jägerhäuschen im Kottenforst bei Bonn ist eine um 1730 bis 1740 gebaute Unterkunft und war eine Station für die Parforce-Jagden des Kölner Kurfürsten Clemens August. Es steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Geschichtliche Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um von dort die von ihm geschätzte Hetzjagd zu Pferde betreiben zu können, baute Clemens August 1754 bis 1756 das Schloss Herzogsfreude, das an der Stelle des heutigen Bonner Ortsteils Röttgen stand und ließ ein Wegenetz durch den Kottenforst errichten, deren Wege sternförmig am ehemaligen Standort des Schlosses in Bonn-Röttgen zusammenlaufen. Das Jägerhäuschen liegt am Schnittpunkt zweier solcher Wege und diente für die Jagd als Relaisstation. Hier konnten die Pferde gewechselt werden; das Jägerhäuschen enthielt daher neben dem kleinen Aufenthaltsraum für die Jagdhelfer auf der linken Seite einen größeren Pferdestall auf der rechten Seite des Gebäudes.

Nachdem Clemens August im Jahre 1761 verstarb, wurden keine Parforcejagden mehr im Kottenforst abgehalten, seine Nachfolger betraten das Jagdschloss Herzogsfreude nicht. Es kam zu einem Rückbau des Schlosses (bis etwa 1810). Auch das Jägerhäuschen wurde nicht mehr genutzt und verfiel.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute wird es durch die für den Kottenforst zuständige Forstverwaltung, das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, genutzt. Die Forstverwaltung restaurierte das Jägerhäuschen zunächst und übernahm in der Folge die Verwaltung und Pflege des denkmalgeschützten Gebäudes.

Umgebung, Ausflugsziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar neben dem Jägerhäuschen befinden sich die Kaisereiche und die Prinz-Friedrich-Eiche (siehe unter Kaisereiche).

Sowohl Jägerhäuschen als auch Kaisereiche sind heute beliebte Ausflugsziele. Ganz in der Nähe befindet sich außerdem das archäologische Denkmal Ringwall Venne, bei dem es sich um die Reste einer frühmittelalterlichen Fliehburg handelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner D´hein: Kottenforst. 13 Wanderungen durch eine historische Kulturlandschaft. Gaasterland-Verlag, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-935873-21-5
  • Wilhelm Matthiessen: Die Katzenburg. Hermann Schaffstein Verlag, Köln 1965

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jägerhäuschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 1. Mai 2017), S. 34, Nummer A 205

Koordinaten: 50° 39′ 15,4″ N, 7° 3′ 48,3″ O