Jägersprache

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Die Jägersprache oder Waidmannssprache ist als Sondersprache eine Fachsprache, oder auch Berufssprache,[1] die sich aus Fachwörtern aus dem Bereich der Jagd bildet und von Jägern als solche benutzt wird. Sie dient heute auch der Erhaltung des jagdlichen Brauchtums.

Orthografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waidmannssprache leitet sich ab aus dem althochdeutschen Waidewerg, Waydwerk, waydlich, d. h. „jagdgemäß“. Es existieren zwei Schreibungen, nämlich Waidmannssprache und Weidmannssprache. Die „ai“-Schreibweise wird vorwiegend in Süddeutschland, die „ei“-Schreibweise öfter in Nord- und Mitteldeutschland verwendet. Über die weitere Geschichte der unterschiedlichen Schreibungen findet man unterschiedliche Erklärungen in der Literatur.[2][3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jägersprache ist im deutschen Sprachraum allgemein gültig. Dazu gibt es oft regionalspezifische Ergänzungen, z. B. im Alpenraum für Murmeltier den Ausdruck „Mankei“ oder „Mungg“ (Deutschschweiz). Die Verwendung und Pflege der Jägersprache dient als Fachsprache der exakten Verständigung von Jägern untereinander. Zusätzlich gehört sie zum jagdlichen Brauchtum. Nichtjägern gegenüber verwendet der rücksichtsvolle Jäger die Jägersprache nicht, um Verständnisprobleme zu vermeiden. Ein Versuch, die Jägersprache zur Abgrenzung von Nichtjägern zu verwenden, wird dem Ansehen der Jäger in der breiten Bevölkerung nicht gerecht. Viele Redewendungen sind schon etliche Jahrhunderte in Gebrauch und seit ihrer Prägung teilweise auch in die Umgangssprache übernommen worden („jemandem eins hinter die Löffel geben“, „wissen, wie der Hase läuft“, „zur Strecke bringen“, „das ist mir durch die Lappen gegangen“).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jägersprache hat ihre Ursprünge zum einen in der präzisen Beschreibung von Naturbeobachtungen und Zeichen des zu erlegenden Wildes als Fachsprache bis heute, zum anderen historisch gesehen in der bewussten Absetzung des Adels vom „gemeinen Volk“ (insbesondere den weniger zur Verklärung neigenden „Bauernjägern“). Eine wesentliche Entwicklung durchlief die Sprache ab dem 12. Jahrhundert als Zunftsprache der Berufsjäger. Zu dieser Zeit beschränkte sie sich jedoch auf Bereiche der Rotwildjagd, bzw. der Hochwildjagd, der Jagdhunde, der Falknerei und des Vogelfangs. Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurden verstärkt Begriffe aus der Niederwildjagd aufgenommen.

Jägerlatein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was dem Angler das Anglerlatein, ist dem Waidmann das Jägerlatein. Hier wird eine übertriebene Erlebnisgeschichte dargestellt, in der sich der Erzähler meist einer Sprache bedient, die der Jägersprache ähnelt, von dieser aber wohl zu unterscheiden ist. Meist verwendet der Jäger das Jägerlatein in übertreibender Weise, ähnlich wie der Seemann das Seemannsgarn, und zum Scherz, um den Unkundigen in die Irre zu führen oder Geschichten mit geringem Wahrheitsgehalt zu erzählen, bzw. um zu prahlen. So entstehen denn auch seltsame Wildarten wie unter anderem der Rasselbock oder der Wolpertinger.

Beispiele aus der Jägersprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aalstrich: Der dunkle Strich auf dem Rücken bei Hirscharten, Gamswild im Sommer und bei manchen Hunden.
  • Aasjäger: Ein Jäger, durch dessen unwaidmännische Jagdausübung viel Wild verloren geht (verludert)
  • abbalgen: Haut, bzw. Fell abziehen bei Raubwild und Hasenartigen
  • Abbaumen: Federwild verlässt einen erhöhten Platz, auch das Verlassen einer jagdlichen Einrichtung wie Hochsitz, Ansitzleiter u. ä. durch den Jäger
  • abblasen: die Gesellschaftsjagd mit dem Jagdhorn beenden
  • abfährten: im Revier nach Fährten suchen
  • abfangen: krankes Wild mit einer kalten Waffe töten
  • Abkommen: (siehe auch: das Absehen)1. Visiereinrichtung im Zielglas 2. das Erfassen des Zieles bei Abgabe des Schusses – „Ich bin gut abgekommen“ heißt, der Schuss ging dahin, wo er hin sollte. 3. gesundheitlicher Verfall eines Tieres: abgekommen: in schlechter körperlicher Verfassung. 4. Verlieren einer Fährte durch den Jagdhund, z.B. bei der Nachsuche
  • abnicken (siehe auch: abfangen): Verletztes Wild nach Schuss oder Unfall mit einer blanken Waffe (Jagdmesser = Nicker oder Knicker) durch Stich ins Hinterhauptloch (Genick) töten; dazu wurde der Kopf nach vorne gedrückt, daher der Ausdruck „Abnicken“
  • abrichten: den Jagdhund ausbilden
  • abschlagen: der alte Hirsch vertreibt den jüngeren [4]
  • Abschuss: Anzahl des Wildes laut Abschussplan, vor und nach der Ausführung
  • abschussnotwendig: schwaches und krankes Wild für den Hegeabschuss
  • abschwarten: Häuten von Schwarzwild und Dachs
  • Absehen: Markierung in der Optik des Zielfernrohrs (z. B. Fadenkreuz), die genaueres Zielen und Einschätzung von Entfernungen ermöglicht
  • abstreichen: Wegfliegen von Federwild
  • abtragen: den Greifvogel zur Jagd ausbilden[5]
  • Abtritt: 1) Losungsplatz am Dachsbau; 2) Hirschgerechte Zeichen, wenn der Hirsch Grashalme beim Tritt mit seinen Schalen abschneidet
  • Abwurfstange: das abgeworfene Geweih von Cerviden (Geweihträgern)
  • Achtender: ein Hirsch mit einem achtendigen Geweih
  • äsen: vgl. Äsung
  • Äser: Maul der meisten Schalenwildarten. Mit dem Äser wird Äsung, d. h. Nahrung, aufgenommen
  • Äsung: bezeichnet die Nahrung des Schalenwildes, insbesondere von Rehen sowie Dam- und Rothirsch, außer bei Schwarzwild. „Äsen“ ist der Vorgang der Nahrungsaufnahme.
  • Affe, der: Junges des Murmeltiers
  • annehmen: wenn ein Jäger von einem Stück Wild angegriffen wird: „Der Keiler hat mich angenommen“.
  • anbacken: die Langwaffe in den Anschlag („an die Backe“) nehmen
  • Anschuss: 1) Ort an dem das Wild im Schuss stand, wichtig für Schusszeichen, Pirschzeichen und Nachsuche; 2) Eintrittswunde im Wildkörper
  • Ansprechen: Wild nach Art, Geschlecht, Alter und Zustand erkennen und klassifizieren. Wird auch auf Pflanzen angewandt: einen Baum ansprechen = Art und Zustand des Baumes identifizieren
  • anstellen: bei der Jagd werden den Schützen feste Plätze durch den Ansteller zugewiesen
  • Ansteller: revierkundiger Jäger weist den Jagdgästen einen festen Platz, Stand, Sitz, Kanzel zu.
  • Aser: Jägerrucksack
  • Aufbaumen: das Setzen oder sich Niederlassen von Wild auf einen erhöhten Platz wie z. B. auf einen Ast. Auch der Jäger, der seinen Hochsitz besteigt, „baumt auf“
  • aufbrechen: ausweiden, d.h. aufschneiden des „zur Strecke gebrachten“ Wildes zur Entnahme des „Aufbruches
  • Aufbrechpause: bei länger andauernden Gesellschaftsjagden wird aus wildbret-hygienischen Gründen manchmal eine Pause eingelegt
  • Aufbruch: die Eingeweide, als Gesamtheit der in den großen Körperhöhlen gelegenen inneren Organe
  • Aufgang: Beginn der Jagdzeit nach der Schonzeit (Beispiel: Hasen sind „auf“ = Hasen dürfen gejagt werden)
  • Aufwerfen: plötzliches Anheben des Kopfes zum Lokalisieren von, z. B. Störungen, Geräuschen oder Bewegungen
  • äugen: sehen, von Auge
  • ausfallen: aus dem Ei schlüpfen von Federwild

B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bache: weibliches, ausgewachsenes Wildschwein (Schwarzwild)
  • Balg: Haut mit Fell von Feldhase (→ s. Hasenfell) und Kaninchen, Rotfuchs (→ s. Rotfuchsfell) und Marder
  • Ballenzeichen: Hirschgerechte Zeichen von den Ballen zwischen den Schalen, z.B. Burgstall
  • Basse: ein starkes, altes, männliches Wildschwein (Keiler)
  • Bast: sehr gut durchblutete Schutzhaut über dem im Wachstum befindlichen Geweih oder Gehörn
  • Behang: die Ohren eines Jagdhundes mit Schlapp- oder Hängeohren; wird bei diesen Hunden auch zur Bezeichnung des Alters verwendet: „im 1. Behang“ = im 2. Lebensjahr
  • Beize, die (von beißen) oder Beizjagd: das Jagen mit dem abgetragenen Greifvogel ist eine der ältesten Jagdarten, z. B tötet der Falke mit dem Falkenzahn die Beute mit einem Biss ins Genick
  • Beschlagen: das Begatten bei allem Schalenwild,[6] z. B.eines brunftigen Tieres durch den Hirsch; das Tier, welches sich beschlagen lässt, „steht“ bei diesem Vorgang
  • bestätigen (auch bestatten): Feststellen und Ansprechen von Wild, Standorten etc. besonders bei Rotwild durch Hirschgerechte Zeichen
  • blanke (kalte) Waffen: Hirschfänger, Nicker und ähnliche Waffen für die Jagd
  • Blasen: Lautäußerung, Warnruf der Bache (Leitbache)
  • Blattschuss: Schuss, der ins Schulterblatt eines Tieres trifft. Da er Herz, Lunge und/oder große Blutgefäße verletzt, führt er zum sofortigen Verenden
  • Blattzeit: Paarungszeit beim Rehwild. Der Begriff leitet sich ab von der zu dieser Zeit möglichen Lockjagd durch Pfeifen auf einem Buchenblatt oder Blatter
  • Blatter: Instrument zur Blattjagd
  • Blume: Schwanz des Feldhasen und das Ende der Lunte beim Rotfuchs
  • Bockfieber oder Jagdfieber: gelegentlicher, aufgeregter Gemütszustand des Jägers kurz vor und auch nach dem Schuss auf Wild
  • Brand: Milzbrand (Anthrax) ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich bei Paarhufern auftritt
  • Bringsel: ein kurzer Lederriemen an der Halsung wird vom Jagdhund in den Fang (Maul) genommen und zeigt dem Jäger, dass eine Nachsuche erfolgreich war
  • Brocken: Köder
  • Brocker: der Schnabel des Auerhahns
  • Bruch oder Bruchzeichen: Informationszeichen, die zwischen Jägern verwendet werden; es handelt sich regelmäßig um belaubte bzw. benadelte Zweige bestimmter Bäume
  • Brunft oder Brunst: Paarungszeit bei einigen Wildtieren, z. B. Rot- und Damwild
  • Brunftkugeln: die Hoden beim Schalenwild, Steine beim Keiler
  • Brunftrute: das männliche Geschlechtsteil beim Schalenwild, außer Reh- und Schwarzwild (hier Pinsel).
  • Büchsenlicht: bezeichnet zur Jagd ausreichende Lichtverhältnisse, d.h. Kimme und Korn auf dem Büchsenlauf sind noch erkennbar
  • Burgfrieden: verschiedene Tierarten leben in einem Bau, z. B. Fuchs und Dachs
  • Burgstall vgl. Hirschgerechte Zeichen: kleine Erhöhung in der Fährte

C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • changieren: der Hund wechselt die Spur oder Fährte, insbesondere bei der Nachsuche auf eine (meist) wärmere oder gesunde Spur/Fährte
  • Chinaseuche (Rabbit Haemorrhagic Disease): Viruserkrankung bei Kaninchen
  • Choke: Würgebohrung, Verengung des Innendurchmessers an der Laufmündung bei Flinten, um die Streuung und Geschwindigkeit zu beeinflussen
  • Coccidien: innere Parasiten, oft bei Hasen, Fasanen und Rebhuhn „Rote Kükenruhr“[7]
  • Conibearfalle: Totschlagfalle aus Stahldraht
  • Cureé: Recht der Hunde, das heißt den Hunden zustehender Teil des Wildes nach der Parforcejagd, das Genossenmachen

D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Damwild: Damhirsche (dama dama)
  • Decke: Fell von Schalenwild (außer Schwarzwild = Schwarte)
  • Dick gehen: trächtiges Wild
  • Dohne, die: Fangschlingen zum Vogelfang
  • Doppeln: unbeabsichtigtes Lösen von zwei Schüssen gleichzeitig aus einer mehrläufigen Waffe, z. B. Drilling
  • Dublette: Erlegung von zwei Stück Wild aus derselben Waffe in zeitlich unmittelbarer Abfolge. Außerdem das Beschießen von zwei gleichzeitig gestarteten Tontauben beim Tontauben-Schießen
  • durch die Lappen gehen (Lappjagd): wenn Wild entkommt, eine Redensart, die sich aus der Jägersprache ableitet
  • Dunst: sehr feiner Schrot für die Vogeljagd

E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenlauf: der rechte Vorderlauf des parforce gejagten Hirsches. Galt früher als Trophäe und wurde dem würdigsten Jagdgast überreicht
  • Eichelmast: Die Früchte der Eichen (Stiel- und Traubeneiche), die insbesondere dem Schwarzwild als Nahrung dienen.
  • Einfahren: Beschreibt das Verhalten baubewohnender Wildarten, die in ihren Bau hineinkriechen.
  • Einfahrt: Der Eingang eines Baues.
  • Einfallen: Das Niederlassen von Federwild auf Boden, Baum oder Wasser.
  • Eingehen: Niederwild, das auf natürliche Weise (z. B. Krankheit) ohne Fremdeinwirkung umkommt, Fallwild.
  • Einlauf: 1) Öffnung in einem Gatter, durch die das Wild zwar hinein-, aber nicht mehr hinauslaufen kann, Einsprung. 2) Das morgendliche Einrücken des Hasen in den Wald
  • Einsprung: Öffnung in ein Gatter
  • Einstand: eine Rückzugsregion oder eine Rückzugsfläche für Wildtiere, die diese zum Schutz oder als Ruheraum aufsuchen.
  • Einstecklauf: Ein meist für kombinierte Jagdwaffen (z. B. Drilling) verwendeter Lauf, der in den Schrotlauf der Waffe eingesteckt wird, um ein anderes, meist kleineres Kaliber oder eine andere Art von Munition mit ein und derselben Waffe verschießen zu können.
  • Erlegen: Ein Stück Wild töten.

F[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fähe: weibliches Tier des Fuchses sowie aller Marderartigen,[8] mit Ausnahme des Dachses[9] Herkunft: mittelhochdeutsch vohe, althochdeutsch voha = „Füchsin“[8]
  • Fährte: die auf dem Erdboden hinterlassenen „Fußabdrücke“ des Schalenwildes (vgl. „Spur“ und „Geläuf“)
  • Fährtenschuh: Schuh mit an der Unterseite befestigten Schalen von Schalenwild zur Herstellung einer künstlichen Schweißfährte zur Einübung des Hundes[10]
  • Falkner: ein Falkner (oder Beizjäger) betreibt die Jagd mit Greifvögeln wie Falken, Sperbern, Habichten oder Adlern auf Federwild (z. B. Rebhuhn) und kleines Haarwild (z. B. Kaninchen)
  • Fallensteig: hergerichteter Pfad, auf dem sich eine Falle befindet: glatter Gang, guter Fang
  • Fang: die Schnauze von Raubtieren, auch des Hundes; ebenso die Füße (Krallen) von Greifvögeln, siehe: Vogelfuß
  • Fangschuss: derjenige Schuss, der abgegeben wird, um waidwundes, also nicht unmittelbar tödlich getroffenes oder angefahrenes Wild zu töten
  • Fasch, das oder Fleisch: der Schweiß[11]
  • Faschen: schweißen oder bluten[11]
  • Federspiel: Trainingsgerät aus einer Schnur und einer Beutetierattrappe zur Abrichtung von Greifen
  • Federwild: die dem Jagdrecht unterliegenden Vögel
  • Fegen: das Abreiben des „Bastes“ von den ausgebildeten Geweihen der Hirsche und der Gehörne der Rehböcke an Bäumen und Sträuchern
  • Feistzeit: Zeit vor der Brunft, also die Zeit vor der Fortpflanzung – sie dient Rehböcken bzw. Hirschen dazu, sich für die folgende, kräfteraubende Zeit Fettreserven zuzulegen
  • Feld: Altersbezeichnung für Vorstehhunde (Jagdhunde, die insbesondere zum Vorstehen verwendet werden): „im 1. Feld stehen“ = sich im 2. Lebensjahr befinden
  • Ferm (auch firm): ein fertig ausgebildeter Jagdhund bzw. auch für einen waidgerecht jagenden Waidmann
  • Feuchtglied: das männliche Geschlechtsteil bei Haarraubwild und beim Hund
  • Forkeln: Kämpfen bzw. Stoßen eines Geweih- oder Gehörnträgers gegen einen Nebenbuhler, Mensch oder Hund
  • Frischen: Frischlinge gebären
  • Frischling: frisch geborenes Wildschwein im ersten Lebensjahr (ursprünglich: im ersten Jagdjahr)
  • Fuchsprellen: grausames „Jagdvergnügen“ der höfischen Jagd
  • Führen: (1) ein Muttertier führt ein Junges,(2) ein Gewehr benutzen, (3) einen Jagdhund halten, (4) ein Leittier führt ein Rudel
  • Führigkeit, die: die gute Zusammenarbeit zwischen Jagdhund und Hundeführer[12]
  • Fußgestell: Schenkel des Habichtes

G[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabler: Rothirsch, dessen Geweih zu einem Spieß einen Augsproß zeigt bzw. Rehbock, dessen Stangen jeweils nur eine Vereckung haben
  • Gefege: die haarigen Fasern, die nach dem Fegen des Bastes entstehen.
  • Geheck(e): Die geworfenen Jungen beim Haarraubwild bzw. die ausgefallenen Jungen bei Wasservögeln.
  • Gehöre: die Ohren des Raubwildes[13]
  • Gehörn: Das Geweih des Rehwildes wird als Gehörn bezeichnet
  • Geilen, Mz: Hoden des Haarwildes, ausgenommen Schalenwild, sowie von Auer-, Trapp- und Wildputerhahn
  • Geiß: Ricke, führendes Muttertier beim Reh
  • Geläut: Gebell der Hunde z. B. bei Treibjagden
  • Geräusch: Lunge, Herz, Luft- und Speiseröhre beim Schalenwild
  • Gescheide (auch Geschlinge): Eingeweide von allem Wild; Magen: großes Gescheide, Kleines Gescheide: Gedärm
  • Geschleif: Eingänge zum Dachs-, Fuchs- oder Biberbau[14]
  • Geschleppe: Köderfleisch an einer Leine, mit der man eine Spur zum Schieß- oder Fangplatz des Jagdtieres zieht und dort gegen Wegnahme zugänglich befestigt[15]
  • Gestell: schneisenartig ausgehauenes Waldstück, ursprünglich zum Stellen des Jagdzeugs (Netze, Lappen), heute meist zum Abtransport geschlagenen Holzes (vgl. Adlergestell)
  • Gewaff auch Waffen: Eckzähne beim Keiler (männliches Wildschwein); im Unterkiefer Gewehre oder Hauer, im Oberkiefer Haderer
  • Geweih: der „Kopfschmuck“ von männlichen Tieren, die zu den Cerviden gerechnet werden
  • Grandeln: die oberen Eckzähne von Wiederkäuern (in der Regel von Hirschen), ebenso die ersten Federn vom Schwingenbug des Auerhahns; gehören zu den Jagdtrophäen
  • Grashirsch: Rothirsch, der bis zur Milchreife des Hafers (Juni) nur Gras gefressen hat[16], später Feisthirsch, dann Brunfthirsch

H[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haar, das: bei Haarwild, außer Hase und Kaninchen (Wolle) und Schwarzwild (Borsten)
  • Haarwild: dem Jagdrecht (Wild) unterliegende Säugetiere
  • Haderer, die: obere Eckzähne im Oberkiefer des Keilers
  • Haken, die: Eckzähne im Kiefer der Bache
  • Halali: ist sowohl Gruß und Jagdruf als auch jagdliches Brauchtum
  • Halsung: Halsband oder Riemen für den Jagdhund
  • Häsin: Bezeichnung für den weiblichen Hasen als auch für das weibliche Kaninchen
  • Hatz: Jagdart, bei der schwere Hunde auf schweres, lebendes Wild (Schwarzwild, Bären) gehetzt werden, um dieses zu stellen und zu binden
  • Hauer, die: untere Eckzähne im Unterkiefer des Keilers
  • Haupt: Kopf beim Schalenwild ausgenommen beim Schwarzwild, dort Kopf
  • Hetze: falls erforderlich, ein Hetzen und Stellen des kranken Wildes am Ende einer Nachsuche
  • Hetzjagd: mit Windhunden auf leichtes Wild, mit Packern auf grobes Wild; in Deutschland heute verboten
  • Hexenringe: Spuren, die der treibende Rehbock und die Ricke/Schmalreh im Getreide hinterlassen
  • Himmelszeichen vgl. Hirschgerechte Zeichen: Spuren des Rothirschgeweihes, die beim Durchwechseln an Bäumen im Ast- und Blattwerk in Geweihhöhe entstehen, auch abgestreifter Schnee kann ein solches Zeichen sein
  • Hirsch: Cervus elavus vgl. Rothirsch
  • Hirschruf: Instrument zur Nachahmung der Rothirschstimme, z. B. Tritonmuschel[17]
  • Hitze: Zeit des Eisprungs beim weiblichen Jagdhund
  • hitzig: 1. Hitze 2. Jäger, der aus Beutegier zu hastig schießt
  • Hochwild: heute alles Schalenwild außer Rehwild, sowie Auerwild und Stein- und Seeadler
  • Holzen: sich von Ast zu Ast bzw. von Baum zu Baum fortbewegen, z. B. der Marder
  • Horrido: bei Jägern als Begrüßung, aber auch zur Ehrenbekundung als Hochruf
  • Hudern: Sandbaden von Federwild, zur Reinigung und Beseitigung von Milben u. a.

I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • im Feld stehen: Alter des Vorstehhundes
  • im Feuer: beschossenes Wild bricht im Schuss zusammen
  • Inbesitznahmebruch: ein Bruch, der den rechtlichen Besitz eines erlegten Wildes am Ort der Erlegung anzeigt
  • Innehaben: Trächtigkeit bei Hasen, Kaninchen und kleinem Haarraubwild
  • Insiegel: Fährtenzeichen, das beim Ziehen durch weichen lehmigen Boden oder bei Schnee entsteht. Reste von Lehm oder Schnee lösen sich erst später aus den Schalen des Schalenwildes. Insiegel ist ein hirschgerechtes Zeichen

J[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jagdfieber: eine Stressreaktion, die manchen Jäger beim Anblick von Wild befällt und einen sicheren Schuss verhindert
  • Jägerlatein: die mehr oder weniger wahren Erzählungen von Jägern, die oft die Zahl und besonders die Größe der erlegten Tiere übertreiben
  • Jagdgewehre: 1. Flinten für den Schrotschuss 2. Büchsen für den Kugelschuss 3. Kombinierte Waffen, z. B. Drilling
  • Jagdsignale: Tonfolgen oder Musikstücke, die auf Jagdhörnern geblasen werden
  • Jagdtross: das Gefolge einer Jagd, insbesondere historisch
  • Jagdzeug: Gerätschaften zur Durchführung einer Jagd

K[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalb: Jungtiere von Rot-, Elch- und Damwild von der Geburt bis zum Martinstag oder 31. März des auf die Geburt folgenden Jahres
  • kalte Fährte: Fährte, die vor der Nachsuche mehrere Stunden gestanden hat, über Nacht
  • kalte (oder: blanke) Waffen: Messer (z. B. Waidblatt) und ähnliche Waffen (z. B. Saufeder), die zur Jagd verwendet werden
  • Kammer: Brustkorb des Haarwildes
  • Kanzel: Hochsitz
  • kapital: groß oder stark, z.B. ein kapitaler Hirsch mit starker Geweihbildung
  • Katz, die (Katze): 1) weibliches Murmeltier, 2) weibliche Wildkatze (Kätzin)[18]
  • Keiler: männliches ausgewachsenes Wildschwein
  • Kern: „nackter“ Tierkörper kleineren Haarwildes (insbesondere Raubwildes) nach dem Abbalgen (siehe auch Balg)
  • Kessel:[19]
    • der Hauptraum eines Tierbaus, z. B. im Rotfuchsbau
    • das Lager einer Wildschweinrotte und der Bache mit Frischlingen
    • bei der Treibjagd ein von Jägern und Treibern gebildeter Kreis, in dem und aus dem hinaus das Wild getrieben wird
    • Ort, an dem eine Kette Rebhühner gehudert oder gelagert hat
  • Kette: Familienverband beim Rebhuhn
  • Kipplaufwaffe: Jagdgewehr mit abkippbarem Lauf, meist Flinten, aber auch als Büchsen oder kombinierte Waffen, z. B. Drilling
  • Kirrung, die: Futterausbringung zwecks Anlockens von Schwarzwild (Wildschweinen)
  • Kitz: Jungtier von Reh, Gämse oder Steinwild
  • kleines Jägerrecht: Traditionelles Recht, nach dem das Geräusch demjenigen zusteht, der das Stück aufgebrochen hat
  • kleines Jagdrecht: Recht des Grundeigentümers auf seinem Grundstück im befriedeten Bezirk (Fallen-)Jagd auf Kaninchen und Steinmarder auszuüben.
  • Klötze: die Hoden beim männlichen Schwarzwild
  • Knautschen: schlechte Eigenschaft des Jagdhundes, der gebrachtes Wild quetscht
  • Knopfbock, auch Knöpfler: geringer Rehbock mit kümmerlicher Geweihbildung, z. B. als Knöpfe oder kurze Spieße
  • Kolbenhirsch: Hirsch im Bast
  • kollern: Lautäußerung des Birkhahnes
  • krank: Zustand eines angeschossenen oder auch angefahrenen Stückes
  • Kranz: vgl. Kränzen
  • Kränzen: hinterlassene Hirschfährte[20] im harten Boden[21] durch die äußeren Schalenkanten, den Kranz
  • Krellschuss: Schuss, der anstatt das Wild zu töten nur den Dornfortsatz eines Wirbelkörpers trifft
  • Krickel: das Horn der Gams
  • Krucke: das Horn des Steinbocks[22]
  • Krumme, der: scherzhaft Feldhase
  • Kuder, der: männliches Tier des Luchses oder der Wildkatze
  • Kudern: das „Knurren“ des Birkhahnes, auch Nachahmung des Birkhahnes durch den Jäger [23] (wahrscheinlich nicht mehr in Gebrauch)
  • Kugelschlag: Geräusch beim Auftreffen des Geschosses auf den Wildkörper, vgl. Schusszeichen
  • Kuhle: Schlafmulde bzw Lager des Schalenwildes
  • Kurzwildbret: Penis und Hoden beim Hoch-, Reh- und Schwarzwild

L[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lager: 1) Ruheplatz des Wildes 2) Patronenlager 3) Platz für ein Fangeisen
  • lahnen: das Betteln nach Futter des fehlgeprägten Beizvogels beim Anblick des Falkners durch lautes Rufen (meistens nur im ersten Lebensjahr zu beobachten)
  • Lampe: Der helle Fleck des Hasenschwanzes
  • Läufe: Beine von vierfüßigem Wild
  • Laut: Gebell der Jagdhunde, sie geben oder werden laut: waid-, spur-, baulaut, Stand-, Hetzlaut
  • Lappjagd: Schnüre werden mit Lappen gespannt; das Wild geht – normalerweise – nicht unter den Lappen durch und kann so zielgerichtet getrieben werden
  • Lecker: Zunge des Schalenwildes
  • Lehrprinz: Lehrmeister eines in der Ausbildung befindlichen Jungjägers
  • Leiter: Ansitzleiter
  • Licht: Auge des Schalenwildes
  • Löffel: Ohren des Hasen oder Kaninchens
  • lösen: 1) Tiere setzen Kot ab: lösen sich; 2) den Jagdschein einlösen bzw. erneuern
  • Löseplatz: ein Ort, an dem sich der Jagdhund lösen, also Kot und Urin absetzen kann
  • Losung: hinterlassene Exkremente
  • Luder: als Köder für Raubwild verwendetes, totes Wild oder Teile davon, z. B. Aufbruch
  • Luderplatz: Stelle, an der Luder ausgebracht wird
  • Lunte: Schwanz vom Rotfuchs
  • Luser: Lauscher

M[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

N[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Orgeln: das anhaltende Schreien des Rothirsches in der Brunft

P[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paarhühner: Elterntiere beim Rebhuhn, die mit ihrem Gelege später eine Kette bilden
  • Paartritt: Spur von Wiesel und Marder
  • Pansen: einer der drei Vormägen von Wiederkäuern, großer Vorratsmagen
  • Parforcejagd: Jagd zu Pferd hinter der Hundemeute
  • Pass: Wildwechsel von Niederwild außer Rehwild
  • Patentjagd: Lizenzjagd im Gegensatz zur Revierjagd
  • Perlen: kleine Erhebungen an Geweihstangen
  • Perückenbock: krankhafte Veränderung des Gehörns beim Rehbock
  • Petschaft: Bruchstelle an der Abwurfstange bei den Cerviden (Hirschartigen)
  • plätzen: mit den Vorderläufen das Laub wegschlagen
  • Pflanzzeit: Zeit zum Ausbringen der Forstpflanzen
  • Plattkopf oder Mönch: Rothirsch ohne Trophäe
  • Pinsel: Bezeichnung für das längere Haarbüschel am Penis des Schalenwildes
  • Pirsch: Einzeljagd, bei der der Jäger vorsichtig und leise im Revier gegen den Wind „pirscht“ bzw. schleicht, um unbemerkt möglichst nahe ans Wild zu kommen. Dazu ist gute Revierkenntnis erforderlich. Ebenso saubere Pirschpfade
  • Pirschzeichen: Blut, Knochensplitter, Fleischstücke usw. von angeschossenem Wild
  • Platzhirsch: „Herrscher“ über das Brunftrudel (Kahlwild)
  • Pürzel: Schwanz beim Dachs und Schwarzwild
  • puitzen: Lockruf der Schnepfe beim Balzflug

Q[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Quäke, die (Hasen-): Lockinstrument zur Fuchsjagd
  • Quarthase: ein bis zwei Monate alter Hase
  • Quaste, die: Schwanzende beim Schwarzwild und Hermelin
  • Querflinte: Doppelflinte mit nebeneinander liegenden Läufen
  • Querschläger: falsch für Abpraller
  • Quersuche: die weit nach rechts und links ausholende Suche des Jagdhundes vor dem Jäger
  • quittieren: ein beschossenes Stück Wild quittiert den Schuss, es zeichnet
  • quorren: Lautäußerung der balzenden Schnepfe

R[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rammelwolle: Haarbüschel von Hasen und Wildkaninchen während der Brunft
  • Raubwild: Beutegreifer, Raubtier
  • Raubzeug: nicht dem Jagdrecht unterliegende Beutegreifer, u. a. streunende, revierende oder wildernde Hunde oder Katzen
  • Rausche: Paarungszeit des Schwarzwildes
  • Rauschsynchronisation: Paarungssynchronisation des Schwarzwildes ist eine Annahme, die bisher nicht belegt ist
  • Reh oder Rehwild: Sammelbezeichnung für Rehwild
  • Reif oder Reifel: das Hinterlassen einer Hirschfährte,[27] so dass beim Ineinandertreten von Vorder- und Hinterlauf ein kleiner Erdstreifen entsteht
  • Reihzeit: Begattungszeit bei Wasservögeln
  • Reinecke: der Fuchs in der Fabel, auch Reineke Voss
  • Revier: Jagdbezirk
  • revieren: systematisches Absuchen des Geländes durch den Jagdhund
  • revidieren: tägliche Kontrolle der Fallen
  • Ricke: Weibliches Reh, auch Geiß
  • Riegel: Wildwechsel im Gebirge
  • Riegeln, Riegeljagd: Drückjagd mit wenigen Treibern, bei der Waldstücke an den Riegeln abgestellt werden
  • Rinnen: Schwimmen beim Haarwild
  • Ringeln: 1) neue, hygienische Methode beim Aufbrechen[28]; 2) Entrinden durch Eichhörnchen[29]
  • Rollieren, Radschlagen: das (manchmal vorkommende) Überschlagen des flüchtenden Wildes nach Erhalt der Kugel oder der Schrote
  • Rotte: 1) Gruppe von mehreren Wildschweinen; 2) auch beim Wolf (selten)
  • Rotwild: Rothirsche
  • Rudel: Gruppe von mehreren Tieren einer Schalenwildart, außer Schwarzwild, und von Wölfen
  • rudeln: 1) Sammeln der Tiere, die ein Rudel bilden; 2) Lautäußerung des Birkhahnes[30]
  • Rute: 1) Schwanz bei Hunden, allem Haarraubwild, außer Fuchs (Lunte), Dachs und Bär (Bürzel); 2) Penis bei Schalenwild (Brunftrute), Raubwild und Hund (Feucht- oder Fruchtglied), Hase, Kaninchen und Murmeltier (Brunftrute)

S[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sasse: Lager des Hasen
  • Sau: ein Wildschwein (als Art – speziell als weibliches Tier siehe: Bache)
  • Saufänger: eine Klinge zum Abfangen (Erstechen) von Schwarzwild, z. B. bei einer Drückjagd
  • Saufang: lebend fangende Falle für Wildschweine
  • Saufeder: eine lange, zweischneidige Klinge, die auf einem bis zu zwei Meter langen Hartholzstiel montiert und zum Abfangen von annehmendem Schwarzwild verwendet wird
  • Schadhirsch: auch Mörderhirsch, weil er als meist älterer, zurückgesetzter Rothirsch mit Stangen ohne ausgebildete Enden andere Hirsche forkeln kann
  • schädelecht: Gehörn oder Geweih, das nicht abgeworfen wurde (Abwurfstangen), sondern beim Erlegen des Tieres fest mit dem Schädelknochen verbunden war
  • Schale: die Klauen des wiederkäuenden Haarwildes und des Wildschweins
  • Schalenwild: Wildarten mit Schalen (Klauen), also wiederkäuendes Haarwild und Wildschweine
  • Scherenfalle: ein früher gebräuchliches Fanggerät, das aus Knüppeln gebaut wurde und sich besonders zum Fang von Mardern eignete
  • Schild: Verdickung der Schwarte auf den Schulterblättern der männlichen Wildschweine (Keiler)
  • Schloss: Bezeichnung des Knorpels im Beckenboden, durch den der Mastdarm des Wildes geht. Mit Kraftanstrengung ist der Knorpel mit einem Messer durchtrennbar – das Schloss wird geöffnet und die Entfernung des Mastdarmes bis zum Weidloch gelingt einfacher[31]
  • Schlüpfertyp: Klassifizierung von Reh- und Sikawild
  • Schmalz: Fett des Murmeltieres und des Dachses
  • Schmalzmann: Dachs, auch Grimbart
  • Schmelz: Ausscheidungen von Greifvögeln
  • Schnalle: das äußere weibliche Geschlechtsteil von Hunden, Füchsen, Wölfen u. a.
  • Schnallen: wenn der Jagdhund (vor allem der Schweißhund) bei der Nachsuche auf angeschossenes Wild von der Leine gelassen wird, um das Wild zur Strecke zu bringen
  • Schnecke: 1. Horn des Widders, jagdliche Trophäe; 2. Gehäuse der Tritonschnecke vgl. Hirschruf
  • Schnepfenstrich: Balzflug der Waldschnepfe
  • Schnitthaar: bei Eintritt des Geschosses in den Wildkörper abgeschnittenes Haar
  • Schnüren: Gangart bei Rotfuchs, Wolf oder Luchs, bei dem die Läufe in einer Linie genau hintereinander gesetzt werden, im Gegensatz zum Schränken
  • Schrank vgl. Hirschgerechte Zeichen der seitliche Abstand der Tritte des rechten Laufpaares vom linken in der Schrittfährte
  • Schränken: das Nebeneinandersetzen der Läufe (Beine), abweichend von der geraden Linie („verschränken“)
  • Schürze: beim weiblichen Rehwild helles Haarbüschel über dem weiblichen Geschlechtsteil (Feuchtblatt)
  • Schützenbruch: Zweig einer gerechten Holzart, die dem Erleger eines Stückes Wild vom Jagdherrn überreicht wird[32]
  • Schüsseltrieb: geselliges Beisammensein nach beendeter Gesellschaftsjagd
  • schussfest: ist ein Jagdhund, wenn er bei Abgabe eines Schusses nicht erschrickt
  • schusshitzig: ist ein Jagdhund, der gleich nach Abgabe eines Schusses ohne Befehl das Wild verfolgen oder nachsuchen möchte
  • Schwarte: die dicke behaarte Haut bei Dachs und Schwarzwild
  • Schwarzwild: jagdlicher Oberbegriff für Wildschweine
  • Schweinesonne: Vollmond wobei das Licht beim nächtlichen Ansitz auf Wildschweine besonders günstig ist
  • Schweiß: das Blut des Wildes und des Jagdhundes, sobald es aus dem Tierkörper austritt
  • Schweißhund: Jagdhund, der darauf spezialisiert ist, krankes (verletztes), schweißendes (blutendes) Schalenwild im Rahmen der Nachsuche zu suchen, zu finden und zu stellen
  • Seher, die: Augen des Haarraubwildes wie Fuchs, Hasen, Kaninchen und Murmeltier[33]
  • Spiegel: die helle Fellfärbung am Hinterteil der Cerviden (Hirschartigen), z. B.: beim männlichen Reh nierenförmig, beim weiblichen Reh herzförmig mit zusätzlicher heller Behaarung über dem Feuchtblatt, welche auch Schürze genannt wird
  • Spiel: Gesamtheit der Schwanzfedern beim Birkhahn
  • Sprengen: Wild mit dem Bauhund aus dem Fuchsbau treiben
  • Sprengruf: der Kampfschrei eines Platzhirsches, um Nebenbuhler zu vertreiben
  • Sprinz: männlicher Sperber, bei allen anderen Greifen heißt der männliche Vogel Terzel.
  • Sprung: eine Gruppe von Rehen in der Winterzeit. Im Sommer sind Rehe Einzelgänger (Böcke und Schmalrehe) oder kleine Familienverbände (Ricke mit Kitz)
  • Sprung: das hintere Bein des Feldhasen
  • Spur: Trittsiegel bei allen Haarwildarten außer Schalenwild
  • spurlaut, vgl. fährtenlaut: beschreibt den auf der Spur oder Fährte des Wildes laut jagenden, also bellenden Jagdhund
  • Ständer: Beine und Vogelfuß beim Federwild
  • Standarte, oder Lunte: der Schwanz des Fuchses und des Wolfes
  • Standwild: Wild, das sich im Gegensatz zum Wechselwild ständig in einem Revier aufhält
  • Steine: Hoden des Keilers (selten); auch: Besonders große Perlen an Geweihen [34]
  • Stellen: der Hund stellt das Wild, wenn er es zum Stehen bringt, z.B. bei einer Hetze nach der Nachsuche; Beizvogel lässt sich nieder; Falle fängisch stellen
  • Stern: die Iris beim Wild
  • Stoß: die Gesamtheit der Schwanzfedern eines Greifvogels
  • Strecke, Jagdstrecke: alle erlegten Tiere einer (Gesellschafts-)Jagd, nach einer festgelegten Ordnung in Reihen ausgelegt („die Strecke legen“, „zur Strecke bringen“)
  • Strich: regelmäßig eingehaltene Flugbahn von Vögeln („Federwild“) von und zu Rastplätzen oder Nahrungsplätzen, oder bei der Balz, z. B. Schnepfenstrich
  • Stück: allgemeiner Zahlklassifikator für Dinge und Tiere (ohne Plural, also z. B. zwei Stück Rehwild), insbesondere weil man jagdlich nicht das Reh oder das Tier sagt, sondern von einem Stück spricht.
  • Schusszeichen: Hinweise beim Einschlag des Geschosses in den Wildkörper

T[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teller: Ohren des Schwarzwildes
  • Terzel: männlicher Greifvogel (Ausnahme: Sprinz für den männlichen Sperber)
  • Tier: weiblicher Hirsch, je nach Tierart heißt es vollständig Rottier oder Damtier
  • Totverblasen, Totsignal: individuelle Jagdhornsignale für alle auf einer Gesellschaftsjagd zur Strecke gebrachte Tierarten
  • Tracht: die Gebärmutter des Haarwildes, auch der Embryo
  • Träger: der Hals von Schalenwild außer Schwarzwild[35]
  • Tropfbett: Ansammlung von heruntergetropftem Schweiß eines angeschossenen aber noch stehenden Tieres, das an diesem Platz Deckung gesucht hat
  • Tritt: einzelner Fußabdruck von Schalenwild (mehrere Tritte bilden eine Fährte)
  • Trosch: Federbusch auf der Falken-Kappe

U[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • überfallen: Schalenwild überfällt Hindernisse, d.h. überspringt diese
  • übergehen: 1. Übersehen, z. B. Fährte, Pirschzeichen, 2. z. B. an einem sich drückenden Hasen vorbeigehen, 3. ein weibliches Stück Schalenwild wird nicht beschlagen, so dass es im folgenden Jahr nicht führt, d.h. keinen Nachwuchs hat
  • überjagen: ein Jagdhund verlässt den zu bejagenden Bezirk oder jagt über die Reviergrenze hinaus
  • Überläufer: junges Wildschwein im Alter zwischen 12 und 24 Monaten (ursprünglich: in dem auf die Geburt folgenden Jagdjahr)
  • überlassen (im Sinne des Waffenrechtes): einem anderen die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über eine Schusswaffe einräumen
  • überrollen: bei der Baujagd gelangen Fuchs oder Dachs über den vorliegenden Hund ins Freie

V[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • verbeißen oder Verbiss: Fraßspuren an Bäumen und Sträuchern
  • verblatten: den Rehbock bei der Blattjagd vergrämen
  • vergrämen oder Vergrämung: meist unbeabsichtigtes Verjagen von Wild
  • verhitzen: die stickige Reifung (Verderben) von geschossenem Wild durch Hitzestau im Kadaver, wenn es nicht rechtzeitig aufgebrochen wird
  • verhoffen: das Stehenbleiben ziehenden oder äsenden Wildes, z. B. um einen „verdächtigen“ Gegenstand zu betrachten oder ein Geräusch zu orten
  • verludern: Das Verderben von angeschossenem Wild, das nicht rechtzeitig gefunden wurde
  • vernehmen: hören
  • verprellen: Wild aus Unvorsichtigkeit oder Ungeschicklichkeit verjagen
  • Vorstehhunde: Jagdhunderassen, die die Eigenschaft des „Vorstehens“ ausgeprägt aufweisen, d. h. sie zeigen dem Jäger entdecktes Wild durch „Vorstehen“ an

W[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waid oder Weid: nach Duden beide Formen möglich; wo es um jagdliche Dinge geht, ist Waid vorzuziehen[36]
  • Waidgerechtigkeit: ethische Regeln, nach denen ein fermer Jäger handeln und jagen soll
  • Waidloch: After oder auch Enddarm des Wildes oder des Jagdhundes
  • Waidmannsdank!: Antwort auf ein als Gratulation gedachtes „Waidmannsheil!
  • Waidmannsheil!: Traditionelle Begrüßungs-, Verabschiedungs-, oder Gratulationsformel unter Jägern
  • waidwund: ein Schuss in die Eingeweide (Gescheide)
  • Wechselwild: Schalenwild, das nicht als Standwild in einem bestimmten Revier oder Gebiet vorhanden ist, sondern aus bestimmten Gründen, wie z. B. Brunft oder Äsungsangebot einwechselt und das Revier oder Gebiet bald wieder verlässt
  • Wedel: Schwanz bei Hirschartigen (Cerviden)
  • Welpe: Jungtier von Raubtieren, also prinzipiell auch von Katzen, meist jedoch von Hundeartigen
  • Wild: im Bundesjagdgesetz als solches definierte Wildtiere
  • Wildbret: das zum Verzehr bestimmte Fleisch von erlegtem Wild
  • Wildfolge: Vereinbarung, krankes, bzw. angeschossenes Wild über die Reviergrenze nachzusuchen
  • Wimpelschlagen, ein Himmelszeichen: ist das Auseinanderwerfen von Ameisenhaufen, das die Rothirsche mit dem Geweih bewirken; die Schäden werden auch als Wimpelschäden bezeichnet
  • winden: mit dem Geruchssinn etwas wahrnehmen, riechen; beim Wild und beim Hund gebraucht
  • Windfang: Nase des Schalenwildes, außer Schwarzwild
  • Witterung: Geruchssinn oder Geruch („Witterung aufnehmen“, schnuppern)
  • Worgen: (auch wörgen, würgen, kröpfen) knarrende bzw. würgende Laute eines Auerhahnes, wenn er auf seinem (Schlaf-)Baum aufgebaumt hat
  • Wundbett: Stelle, an der sich ein verletztes Stück Schalenwild niedertut, das heißt niederlegt

Z[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeichnen: Reaktion des Wildes auf den Schuss durch Bewegung und Lautäußerung.
  • Zerwirken: Zerlegen von Wild zu Wildbret in küchenfertige Teile
  • Zielwasser: Alkohol, der dabei helfen soll, von ruhiger Hand zu zielen
  • Ziemer oder Zimmer: Rückenbraten vom Wildbret von zerlegtem Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild, der wieder in Wedel- oder Blumenziemer, Mittelziemer und Vorder- oder Blattziemer unterschieden wird.
  • Zwang vgl.Hirschgerechte Zeichen: die im Tritt zusammengepresste Erde oder Schnee

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blase, Kleines Wörterbuch der Jägersprache, ISBN 978-3-494-01491-3.
  • Georg Ludwig Hartig: Anleitung zur Forst- und Weidmanns-Sprache; oder, Erklärung der älteren und neueren Kunstwörter beym Forst- und Jagdwesen. 2. Auflage. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1821 (Digitalisat)
  • Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: Knaurs Großes Jagdlexikon. Droemersche Verlagsanstalt, München 1996,(Weltbild-Verlag, Augsburg 2000) ISBN 3-8289-1579-5.
  • F. Müller, D. G. Müller (Hrsg.): Wildbiologische Informationen für den Jäger – Band 1: Haarwild. Kessel, Remagen 2004, ISBN 3-935638-51-5.
  • F. Müller, D. G. Müller (Hrsg.): Wildbiologische Informationen für den Jäger – Band 2: Federwild. Kessel, Remagen 2006, ISBN 3-935638-60-4.
  • Walter Frevert: Jagdliches Brauchtum und Jägersprache. Kosmos, Stuttgart 2007, 262 S., ISBN 978-3-440-11034-8 oder ISBN 3-440-11034-6.
  • W. Prader: Jägersprache von A bis Z. – In: Südtiroler Jagdportal. Aufgerufen am 25. Juni 2010.
  • Carl Zeiß, Fritz Dobschova: Lexikon der Waidmannssprache und weiterer Sachgebiete der Jagd. Wildbiologie, Wildkrankheiten, Wildhege, Jagdbetrieb, Jagdpolitik, Jagdliches Brauchtum, Waffentechnik, Munitionskunde, Schießwesen, Jagdoptik, Jagdhundewesen, Falknerei u. v. m.. VMA-Verlag, Wiesbaden 1996, 285 S., ISBN 3-928127-37-3.
  • Riesenthals Jagdlexikon, Nachschlage- und Handbuch für Jäger und Jagdfreunde, Neudamm 1916, Weltbild Verlag, Augsburg 1999 ISBN 3-8289-4143-5.
  • Dombrowski, Ernst Ritter von: Deutsche Weidmannssprache. Mit Zugrundelegung des gesamten Quellenmaterials für den praktischen Jäger, Neudamm, J. Neumann, 1913.
  • Kehrein, Joseph und Franz: Wörterbuch der Weidmannssprache für Jagd- und Sprachfreunde. Aus den Quellen bearbeitet. Wiesbaden: Chr. Linbarth, 1871; Reprint: Wiesbaden, M. Sändig, 1969.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Jägersprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Verzeichnis:Deutsch/Jägersprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riesenthal S.617
  2. Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner, Stichwort: Waid, S.856
  3. http://www.duden.de/rechtschreibung/Weidmannsheil abgerufen 5. Januar 2016
  4. weitere Bedeutungen bei Haseder S. 16
  5. www.vpnk.de
  6. Zeiß, S. 31
  7. Haseder, S. 146
  8. a b Duden, Stichwort: 'Fähe'.
  9. I.Haseder, G.Stinglwagner S.201 I; Carl Zeiss, Fritz Dobschova S. 63.
  10. Haseder, S.202
  11. a b Ernst Winkelmann: Erklärung von 20.000 Fremdwörtern und technischen Ausdrücken welche in der deutschen Sprache gebräuchlich sind. Verlag Paul Neff, Stuttgart 1863, S. 322.
  12. Haseder S. 268
  13. Haseder S. 282
  14. Pierer’s Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859, S. 269.
  15. Georg Ludwig Hartig: Lexikon für Jäger und Jagdfreunde; oder waidmännisches Konversations-Lexikon. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1836, S. 209.
  16. Haseder, S. 297
  17. http://www.google.com/imgres?imgurl=http://cdn1.spiegel.de/images/image-56344-galleryV9-tdnd.jpg&imgrefurl=http://www.spiegel.de/fotostrecke/wett-roehren-wie-der-hirsch-auf-der-lichtung-fotostrecke-51529.html&h=564&w=850&sz=70&tbnid=qwVGuH6lq_o54M:&tbnh=90&tbnw=136&zoom=1&usg=__MRkMbbcmT0g82cVZTHBNmMSoeQQ=&docid=PyMobhbeB4sHGM&hl=de&sa=X&ei=8tulUuv2CsrNswao4ICQBw&ved=0CD0Q9QEwBA
  18. Haseder S.459
  19. Haseder, S. 460
  20. Hirschgerechte Zeichen
  21. Ernst Winkelmann: Erklärung von 20.000 Fremdwörtern und technischen Ausdrücken welche in der deutschen Sprache gebräuchlich sind. Paul Neff, Stuttgart 1863, S. 491.
  22. Krebs, Vor und nach der Jägerprüfung 58.Auflage ISBN 9783835406056 S.114
  23. Gottlob Heinrich Heinse: Enzyklopädisches Wörterbuch oder alphabetische Erklärung aller Wörter aus fremden Sprachen, die im Deutschen angenommen sind. Band 5, Wilhelm Wabel, Zeitz/Naumburg 1802, S. 2.
  24. Haseder S. 540
  25. Haseder, S. 565
  26. Siehe Eintrag bei duden.de
  27. Hermann Julius Meyer: Das große Konversations-Lexikon für die gebildeten Stände. 2. Abteilung, Band 5, Druck und Verlag des Bibliographischen Instituts, Hildburghausen 1850, S. 789.
  28. http://www.deutsches-jagd-lexikon.de/index.php?title=Siebern,_Werner abgerufen 5. März 2016
  29. Haseder, S. 657
  30. Ilse Haseder S. 675
  31. Georg Ludwig Hartig: Lexikon für Jäger und Jagdfreunde; oder waidmännisches Konversations-Lexikon. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1836, S. 433.
  32. Haseder, S.127
  33. Haseder S. 749
  34. Carl Zeiß, Fritz Dobschova: Lexikon der Waidmannssprache.
  35. Haseder S.792
  36. Carl Zeiß, Fritz Dobschova, Lexikon der Waidmannssprache, Wien 1992, S.212