Jänickendorf (Nuthe-Urstromtal)

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Jänickendorf
Koordinaten: 52° 3′ 22″ N, 13° 13′ 37″ O
Höhe: 56 m ü. NHN
Fläche: 23,8 km²
Einwohner: 632 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 14947
Vorwahl: 03371
Dorfkirche Jänickendorf
Dorfkirche Jänickendorf

Das Dorf Jänickendorf ist seit 1993 einer von 23 Ortsteilen der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt südwestlich des Gemeindezentrums. Er grenzt im Westen an den Ortsteil Kolzenburg der Stadt Luckenwalde an. Nördlich ist der Wohnplatz Elsthal (ebenfalls zu Luckenwalde). Es folgen im Uhrzeigersinn die Ortsteile Gottow, Dümde und Holbeck, die ebenfalls zu Nuthe-Urstromtal gehören. Die Landstraße 73 führt von Nordwesten kommend in östlicher Richtung durch den Ort.

Geschichte und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jänickendorf wurde 1285 erstmals als Jenkendorff oder Jinkendorff erwähnt. Der Name des Ortes könnte sich vom Personennamen Jenke als Kosename von Jan-Johannes ableiten, könnte aber auch slawischen Ursprungs sein. Die Schreibweise wechselte über die Jahrhunderte. So ist aus dem Jahr 1307 ein Gentkendorff, aus 1419 ein Jenikendorf und Penikendorff, aus 1459 Jevekendorf, aus 1474 Jengendorf und aus 1580 Jenikendorf überliefert. Ein Chronist gibt an, dass sich der Ort zu dieser Zeit im Besitz derer von Richow befand.[1] Die Gemeinde Nuthe-Urstromtal geht hingegen davon aus, dass er zum Kloster Zinna gehörte.[2] Die Bewohner betrieben über viele Jahrhunderte überwiegend Landwirtschaft. Sie nutzten die umliegenden Wälder und errichteten mehrere Pechöfen, darunter auch die Luckenwalder Pechhütte, die auf der Gemarkung des Angerdorfes lag.

Im 16. Jahrhundert erschien der Ort im Jahr 1562 als Jenickendorf; 1571 wurde erstmals eine Dorfkirche erwähnt, die jedoch zwei Mal abbrannte. 1830 zerstörte ein Feuer eine Mühle im Ort. Von 1833 bis 1835 errichteten Handwerker auf dem Fundament einen Nachfolgebau 1753 hieß der Ort Janickendorf, während 1861 erstmals die Schreibweise Jänickendorf überliefert ist. Handwerker errichteten 1793 neben dem Pfarrhaus ein erstes Schulgebäude. 1897 kam ein zweites Schulgebäude hinzu. Im gleichen Jahr erhielt der Ort den Anschluss an die Königlich Preußische Militär-Eisenbahn und erlebte einen bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung. Nun entstanden neben den Pechöfen auch Sägewerke, mit denen Holz bis nach Berlin transportiert werden konnte. 1920 erhielt der Ort den Anschluss an das elektrische Stromnetz. 1922 stellte die Gemeinde ein Denkmal für die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg auf. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges entfernten Soldaten der Roten Armee den darauf befindlichen Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Er wurde 1994 bei einer Sanierung des Denkmals wieder ersetzt. Während den Kriegshandlungen wurde auch eine der beiden Mühlen zerstört.

Mit Wirkung zum 31. Dezember 1963 wurde der Betrieb der Kleinbahn eingestellt. Jänickendorf wurde am 6. Dezember 1993 in die neue Gemeinde Nuthe-Urstromtal eingegliedert.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Landesstraße L 73.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortsteil Jänickendorf, Webseite der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, abgerufen am 21. Januar 2019.
  • Jänickendorf, privat betriebene Webseite über den Ort, abgerufen am 21. Januar 2019.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsgeschichte Webseite der Museums-Scheune Jänickendorf, abgerufen am 21. Januar 2019.
  2. Ortsteil Jänickendorf, Webseite der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, abgerufen am 21. Januar 2019.
  3. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1993 StBA
  4. Museums-Scheune, Webseite der Museums-Scheune Jänickendorf, abgerufen am 21. Januar 2019.