Jö Bonus Club

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Der jö Bonus Club (bzw. Österreichs Bonus Club[1]) ist ein kostenloses Kundenbindungsprogramm mehrerer Handelsunternehmen in Österreich. Teilnehmende Geschäfte sind die Rewe Group Austria (Billa, Bipa, Penny und Merkur), die OMV-Tankstellen, Libro, Interio, die Bawag PSK und Zgonc. Die dazu gehörende „jö Card“[2] wurde am 2. Mai 2019 offiziell eingeführt.

Anmeldung für Kunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anmeldung zum Club kann über mehrere Kanäle erfolgen:

  • mit der jö-App am Smartphone oder Tablet
  • über die Online-Plattform jö-club.at
  • mit dem Anmeldeformular bei allen teilnehmenden Partnern
  • über die digitale Anmeldestation in ausgewählten Filialen ("jö Tower")

Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 16 Jahren, die ihren Hauptwohnsitz in einem Land des Europäischen Wirtschaftsraums oder in der Schweiz haben.[3]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jö funktioniert ähnlich wie das Payback-Bonusprogramm: Durch Vorweisen der jö-Karte sammeln die Kunden bei ihren Einkäufen in teilnehmenden Geschäften Punkte, die sie gegen Rabatte oder für Sonderaktionen bei jedem der Partnerunternehmen einlösen können.[4] Dazu werden bei jedem Kauf die exakten Mengen und die bezahlten Preise aller gekauften Produkte oder sonstiger in Anspruch genommener Leistungen lückenlos erfasst und dem Clubmitglied zugeordnet.

Kritik und Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Einführung der Karte haben sich kritische Stimmen gemeldet. Hinterfragt wird der tatsächliche Nutzen für die Kunden und die fehlende Transparenz darüber, was mit den gesammelten Daten passiert. Auch sind bereits Fälle von Verschlechterungen der Konditionen für Kunden gegenüber den früheren individuellen Programmen der einzelnen Geschäfte bekannt.[5]

Dadurch, dass mehrere Handelsketten beim gleichen Programm mitmachen, können die Teilnahme- und Einkaufsdaten – anders als bei den bisherigen Kundenkarten – Handelsketten-übergreifend zu umfassenden Kundenprofilen zusammengeführt werden, wodurch sowohl Werbung als auch Konditionen stark personalisiert werden können.[6] Unklar ist derzeit, wie detailliert die Informationen sind, die die teilnehmenden Geschäfte über die Einkäufe von Jö-Club-Kunden bei anderen Geschäften erhalten.

Die gesammelten Kundendaten stehen darüber hinaus nicht nur den Geschäften zur Verfügung, sondern auch den Lieferanten. Für die Lizenzierung der Daten verlangt Rewe von den Lieferanten bis zu ein Prozent des Umsatzes. Unklar ist dabei, welche Informationen die einzelnen Lieferanten über die Jö-Club-Kunden erhalten, die ihre Produkte gekauft haben, und inwieweit sie Informationen über die gekauften Produkte anderer Lieferanten erhalten.

Kritische Stimmen dazu kommen auch vonseiten der Lieferanten, die bei Nichtlizenzierung der Daten eine Schlechterstellung durch Rewe etwa bei Aktionen befürchten, so der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie. Obwohl Rewe bestreitet, dass es solche Schlechterbehandlungen geben soll, zahlen aus dieser Angst heraus vor allem kleinere Unternehmen die geforderten Lizenzgebühren, auch wenn sie die Daten nicht sinnvoll nutzen können.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jö Card. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  2. Jö Card. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  3. Jö Card. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  4. Jö Card. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  5. KONSUMENT.AT - Jö-Bonusclub: anmelden? Abgerufen am 10. Mai 2019.
  6. Konsumentenschützer warnen: Kunden zahlen für Bonusprogramme mit ihren Daten im Standard vom 12. Mai 2019, abgerufen am 12. Mai 2019
  7. Kritik an „Jö“-Kundenkarte wächst in den OÖ Nachrichten vom 30. Juli 2019 abgerufen am 30. Juli 2019