Jörg Bong

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Jörg Bong (* 1966 in Bad Godesberg) ist ein deutscher Verleger, Literaturwissenschaftler, Lektor, Rezensent, Herausgeber, Autor und Übersetzer. Er ist seit 2002 Programmgeschäftsführer des S. Fischer Verlages, seit 2008 der gesamten S. Fischer Verlage, zu denen zudem der Fischer Taschenbuch Verlag sowie die Verlage Scherz, Krüger, FJB und die Kinder- und Jugendbuchverlage KJB, Duden, Sauerländer und Meyers gehören. 2014 wurde er der verlegerische Geschäftsführer der S. Fischer Verlage und Sprecher der Geschäftsführung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bong studierte Germanistik, Philosophie, Geschichte und Psychoanalyse an der Universität Bonn und der Universität Frankfurt am Main. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Volker Bohn und Silvia Bovenschen. Er promovierte in Frankfurt über den Begriff der Phantasie und ästhetische Fragen zwischen Spätaufklärung und Frühromantik im Werk von Ludwig Tieck. Von 1992 bis 1996 betreute er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen. 1995 und 1996 war Bong Projektleiter des Aufbaustudiengangs Buch- und Medienpraxis der Universität Frankfurt a.M. Ab 1996 war er freier Mitarbeiter des Kritischen Lexikons zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und von text + Kritik, herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold. Seit 1997 ist Bong für den S. Fischer Verlag tätig. Er lebt in Frankfurt am Main. Bong ist Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. In der Zeit von Bongs Programmverantwortung wurden unter anderem die Reihen „Fischer Klassik“, „Fischer Wissenschaft“, „Fischer Geschichte“, „Fischer Jugendbuch“ (FJB) und „Fischer Taschenbibliothek“ gegründet.

Sein Pseudonym Jean-Luc Bannalec[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen Jean-Luc Bannalec veröffentlicht Bong seit 2012 Kriminalromane:[1]

Alle sechs Bücher standen über viele Monate auf den obersten Plätzen der Bestseller-Liste des Magazins Der Spiegel.[2] Sie sind mittlerweile in mehr als 12 Sprachen übersetzt worden. In Frankreich erscheinen die Bücher bei Presse de la Cité und Livres des poches.[3] Sämtliche Romane wurden für Das Erste (ARD) verfilmt und im Rahmen der Reihe Donnerstagskrimi unter dem Titel Kommissar Dupin ausgestrahlt.[4]

Im Juni 2014 zeigte das ZDF einen Bericht über die Schauplätze der ersten beiden Bände auf den Spuren des Autors Jean-Luc Bannalecs: Küsten, Künstler, Kommissare. Auf den Spuren von Commissaire Dupin im Finistère.[5]

Im August 2016 erhielt Bannalec die Auszeichnung „Mäzen der Bretagne“ – verliehen im Namen des Conseil régional de Bretagne – für seine Verdienste um die Vermittlung der Bretagne: „Le diplôme vise à rendre hommage, à travers le titre de « Mécène de Bretagne », aux femmes et aux hommes qui contribuent dans le cadre de leurs activités au rayonnement culturel, touristique et économique de la Bretagne dans le monde.“[6]

Im Oktober 2016 erschien ein zusammen mit Arnaud und Cathrine Lebossé (den Inhabern des Restaurants „L’Amiral“ in Concarneau) verfasstes Kochbuch mit mehreren Artikeln zur Bretagne: „Bretonische Küche. Kommissar Dupins Lieblingsgerichte“.

Im Oktober 2017 lief auf ARTE eine Reportage über die Krimireihe: „Mordsidyll – In der Bretagne mit Jean-Luc Bannalec“.[7]

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Deutsche Leitkultur – Wir sind viel zu zurückhaltend“, Gastbeitrag SPIEGEL ONLINE, Juni 2017.[8]
  • „Schau auf das Meer, es tröstet Dich“, über ein Bild Max Beckmanns, in: „Das Journal“ der Villa Grisebach 7/2017. 
  • „Die deutsche Leitkultur’, das ‚Deutsche’ und das ‚Undeutsche’. Ein Plädoyer“, in: Neue Rundschau, Frankfurt 2017.
  • „Globale Krisen: Die Rettung? Europa!“, Gastbeitrag SPIEGEL ONLINE[9]
  • „Jörg, hier ist Frohsinn“, Nachruf auf Roger Willemsen, in: DIE ZEIT Nr. 7/2016[10]
  • Polyphonia: Decamore: zehn Reden über die Liebe. Steinhäuser, Wuppertal 1994, ISBN 3-924774-21-8.
  • Offensive Philologie, Vorlesung an der Johann Wolfgang Goethe Universität im Rahmen einer Ringvorlesung zum 100. Geburtstag der Universität, gehalten am 17. Mai 2014, erscheint in: Literaturwissenschaften, Germanistische und romanistische Beiträge zum 100-jährigen Jubiläum der Universität, hrsg. von Frank Estelmann und Bernd Zegowitz, Göttingen 2016/2017.
  • „Die schönsten Orte Hessens“, vier Empfehlungen, in: ZEITMAGAZIN Nr. 23/2015, 24. Juni 2015.
  • „Sind wir wirklich Affen?“, in: „Das Lexikon der offenen Fragen“, herausgegeben von Jürgen Kaube und Jörn Laakmann, Stuttgart 2015 (J.B. Metzler Verlag).
  • „Das Tier, das keines sein will“, Gespräch mit dem Anatom und Evolutionsbiologen Carsten Niemitz, in: Neue Rundschau 4/2006 (Fischer Verlag).
  • Vorwort und Herausgeberschaft zusammen mit Florian Illies von: Kleines deutsches Wörterbuch. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-10-036800-2.
  • als Hrsg.(und Nachwort): Frankfurt: eine Lese-Verführung. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-596-65001-9.
  • als Hrsg. mit Roland Spahr, Oliver Vogel: Aber die Erinnerung davon: Materialien zum Werk von Marlene Streeruwitz. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/M. 2006, ISBN 978-3-596-16987-0.
  • Vorwort („Vom absolut Zerstreuten“) und Herausgeberschaft zusammen mit Silvia Bovenschen: Rituale des Alltags. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2009, ISBN 3-10-003511-9.
  • Texttaumel: poetologische Inversionen von „Spätaufklärung“ und „Frühromantik“ bei Ludwig Tieck. Frankfurter Beiträge zur Germanistik; 35. Winter Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-1117-1 (zugl. Diss. Frankfurt 1999).
  • als Hrsg. Verwünschungen, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-14754-9.
  • „Die Auflösung der Disharmonien“: zur Vermittlung von Gesellschaft, Natur und Ästhetik in den Schriften Karl Philipp Moritz'. Analysen und Dokumente; 32. Lang Verlag, Frankfurt u. a. 1993, ISBN 3-631-46150-X.
  • Das „unpersönliche es“ und die Auflösung des Ich – zu Karl Philipp Moritz, in: PSYCHE 6 (1994), Stuttgart.
  • Europa und Europäische Union (zusammen mit Martin Spieles), Köln 1994, 256 S.
  • „Dinge, die an nichts erinnern“. Urs Widmers Phantome eines Textes, der nie kommt, in: Text + Kritik 1998.
  • Der Leserschreiber. Eine Erzählung Wolfgang Hilbigs, in: Das Paradox, hg. v. Ralph Rainer Wuthenow, Metzler Verlag 1999.
  • „Lassen wir die Literatur frei“, in: Frankfurter Rundschau, 20. Oktober 2000.
  • „Im Traum eines anderen Spiegels“. Das Handwerk des Dichters von Jorge Luis Borges, in: Literaturen Heft 4/2009.
  • Bretonisches Kochbuch: Kommissar Dupins Lieblingsgerichte. Kiepenheuer & Witsch, München 2016, ISBN 978-3-462-04792-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Isabelle Calvez: Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec. La Bretagne l'inspire toujours. In: Le Télégramme vom 10. April 2017.
  2. Bretonischer Bestseller-Garant. In: www.buchreport.de. Abgerufen am 22. August 2016.
  3. Jean-Luc-Bannalec. Abgerufen am 31. Oktober 2016.
  4. Kommissar Dupin | DasErste.de. Abgerufen am 22. April 2017.
  5. Küsten, Künstler, Kommissare. Auf den Spuren von Commissaire Dupin im Finistère, ZDF, 9. Juni 2014
  6. Région Bretagne – Remise du prix «Mécène de Bretagne» – Un auteur allemand à l‘honneur. In: www.bretagne.bzh. Abgerufen am 24. Oktober 2016.
  7. Arte Mordsidyll - In der Bretagne mit Jean-Luc Bannalec. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  8. Deutsche Leitkultur - Wir sind viel zu zurückhaltend. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  9. SPIEGEL ONLINE, 24. April 2016
  10. DIE ZEIT Nr. 7/2016, 11. Februar 2016