Jörg Jochen Berns

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Jörg Jochen Berns (* 1. Juni 1938 in Frankfurt am Main), ist ein deutscher Literatur- und Medienwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Jochen Müller (seit einer Namensänderung 1974 Jörg Jochen Berns) war der Sohn eines Verwaltungsinspektors.[1] Nach dem Besuch des Humanistischen Lessing-Gymnasiums in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main studierte er von 1958 bis 1963 Germanistik, Philosophie und Geschichte an den Universitäten in Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau und Marburg. 1964 erfolgte die Promotion im Fach Neuere Deutsche Literatur über den Barokromancier Johann Beer. 1964 bis 1968 erhielt er ein Habilitationsstipendium der DFG. 1968/69 war er als Assistent und von 1970 bis 1972 als Akademischer Rat bei Josef Kunst am Institut für Neuere Deutsche Literatur der Philipps-Universität Marburg tätig. Nach der Habilitation 1972 mit einer Arbeit über Leben und Eerk des Sprachtheoretikers, Philosophen und Poeten Justus Georg Schottelius (1612–1676) wurde er im gleichen Jahr zum Universitätsprofessor am Institut für Nezere deutsche Literatur und Medien an der Philipps-Universität Marburg ernannt. Von Oktober 1987 bis September 1988 nahm er eine Gastprofessor an der Universitá degli Studi di Trento wahr. 2001 wurde er pensioniert. 2017 war er Aby-Warburg-Stiftungsprofessor an der Universität Hamburg.

Berns‘ Forschungsschwerpunkte sind die Wissenschaftsgeschichte der Germanistik, die Höfische Kultur der Frühen Neuzeit, die Geschichte der Mnemonik seit der Antike bis ins 18. Jahrhundert sowie Mythographie, Bilderstreit und Bildersturm im 16. Jahrhundert.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010 "Plastikstrand". Ausstellung von Skulpturen und Fotos, gemeinsam mit Edgar Zieser in der Galerie "Klosterpresse" in Frankfurt am Main.
  • 2007 "Die Roboter kommen". Ausstellung mit Katalog, kuratiert von Bodo Baumuk, darin Abteilung "Spielzeugroboter", im Museum für Mommunikation in Berlin.
  • 1996 "ErdenGötter. Fürst und Hofstaat im Spiegel von Marburger Bibliotheks- und Archivbeständen". Ausstellung mit Katalog, gemeinsam kuratiert mit Frank Druffner, Ulrich Schütte und Brigitte Walbe im Universitätsmuseum Marburg.
  • 1993 "Erzählte Welt. Frühneuzeitliche Erzählliteratur aus den Beständen der Universität Marburg", gemeinsam kuratiert mit Ina Timmermann in der Universitätsbibliothek Marburg.
  • 1979 "Sammler, Fürst, Gelehrter: Herzog August zu Braunschweig und Lünebung 1579 bis 1666". Kuratiert von Paul Raabe, darin "Dritter Hauptteil: Frömmigkeit und kirchliche Tradition" von J.J. Berns in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
  • 1976 "Justus Georg Schottelius (1612 bis 1676). Ein Teutscher Gelehrter am Wolfenbütteler Hof", mit Katalog, im Herzog August Museum in Wolfenbüttel.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Hrsg. mit Thomas Rahn): Projektierte Himmel. Wiesbaden, Wolfenbüttel 2019
  • (Hrsg.): Von Strittigkeit der Bilder. Texte des deutschen Bildstreits im 16. Jahrhundert. 2 Bde. (= Frühe Neuzeit, Bd. 184). Berlin, Boston: de Gruyter, 2014.
  • Die Jagd auf die Nymphe Echo. Zur Technisierung der Wahrnehmung in der Frühen Neuzeit. (= Presse und Geschichte - Neue Beiträge, Bd. 53). Bremen: edition lumière 2011.
  • Himmelsmaschinen / Höllenmaschinen. Zur Technologie der Ewigkeit. Berlin: Semele Verlag 2007.
  • (Hrsg. unter Mitarbeit von R.G. Czapla und St. Arend): Gedächtnislehren und Gedächtniskünste in Antike und Frühmittelalter. (= Documenta Mnemonica, Bd.I,1). Tübingen: Niemeyer Verlag 2003
  • Film vor dem Film. Bewegende und bewegliche Bilder als Mittel der Imaginationssteuerung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Marburg: Jonas Verlag 2000.
  • (Hrsg. gemeinsam mit Wolfgang Neuber): Seelenmaschinen. Gattungstraditionen, Funktionen und Leistungsgrenzen der Mnemotechniken vom späten Mittelalter bis zum Beginn der Moderne. Wien: Böhlau Verlag 2000.
  • Die Herkunft des Automobils aus Himmelstrionfo und Höllenmaschine. (=Kleine kunstwissenschaftliche Bibliothek, Bd. 54). Berlin: Wagenbach Verlag 1996.
  • (Hrsg.): Marburg-Bilder. Zeugnisse aus fünf Jahrhunderten. 2 Bände. (= Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, Bd. 52/53). Marburg 1995/96.
  • (Hrsg. gemeinsam mit Thomas Rahn): Zeremoniell als höfische Ästhetik. (= Frühe Neuzeit, Bd. 25). Tübingen: Niemeiyer Verlag 1995.
  • mit Detlef Ignasiak (Hrsg.): Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen. (= Jenaer Studien, Bd. 1). Erlangen und Jena 1993.
  • (Hrsg.) Germanistik und Deutsche Nation 1806–1848. Zur Konstitution bürgerlichen Bewußtseins.(= Literaturwissenschaften und Sozialwissenschaften, Bd. 2). Stuttgart: Metzler Verlag 1974.
  • Studien zu den Willenhag-Romanen Johann Beers. (= Marburger Beiträge zur Germanistik, Bd. 9). Marburg 1965 (zugleich phil. Diss. 1964).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Rahn und Hole Rößler (Hrsg.): Medienphantasie und Medienreflexion in der Frühen Neuzeit. Festschrift für Jörg Jochen Berns.(= Wolfenbütteler Forschungen, Bd. 157). Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jörg Jochen Müller (Berns). In: Inge Auerbach: Catalogus professorum academiae Marburgensis. Band 2, Marburg 1979.