Jörg W. Ziegenspeck

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Jörg W. Ziegenspeck (* 18. Juli 1941 in Königsberg) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und seit 2007 emeritierter ordentlicher Professor an der Universität Lüneburg. Er hat sich auf dem Gebiet der Bildungspolitik/-reform, der Pädagogischen Diagnostik, der Orientierungsstufe und insbesondere der Modernen Erlebnispädagogik einen Namen gemacht.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Familie flüchtete aus Ostpreußen über Mecklenburg und Schleswig-Holstein nach Kassel. Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Tischlerlehre. Anschließend besuchte Jörg W. Ziegenspeck in Kassel die Evangelische Höhere Fachschule für Sozialarbeit. Nachdem er die Begabtensonderprüfung abgelegt hatte, studierte er von 1966 bis 1969 an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg. Folgend unterrichtete der junge Lehrer an der Sonderschule für Lernbehinderte in Gifhorn/Hann. Berufsbegleitend studierte er noch Pädagogik, Psychologie, Philosophie und Anthropologie an der TU Braunschweig. 1972 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Psychologie des Fachbereichs Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen - Abt. Lüneburg (seit 1988 Universität Lüneburg). Im gleichen Jahr gründete Jörg W. Ziegenspeck die Arbeitsgruppe Orientierungshilfe, die unter seiner Leitung mit verschiedenen wissenschaftlichen Begleituntersuchungen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung und des Niedersächsischen Kultusministeriums betraut wurde.

Im Jahre 1977 wurde Jörg W. Ziegenspeck an der Universität Bremen promoviert. Seine Dissertation lautete: Die Orientierungsstufe: Schulentwicklung zwischen Reform und Restauration. Drei Jahre später erfolgte auf der Grundlage weiterer wissenschaftlicher Forschungsarbeiten die Habilitation an der Gesamthochschule Kassel. Die ihm erteilte venia legendi bezog sich auf das Lehrgebiet Erziehungswissenschaft (Schulpädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Sekundarstufe I). Von 1982 bis 1996 war er Professor für Psychologie an der Universität Lüneburg, wechselte dann als Professor in das Fach Erziehungswissenschaft der Universität Lüneburg über. In seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Hochschullehrer galt seine Aufmerksamkeit dem Auf- und Ausbau internationaler Beziehungen auf Universitätsebene:

So regte er die Lüneburger Partnerschaften mit den Universitäten in Prag (CZ), Ljubljana (SLO), Klagenfurt (A), Cáceres (E) und Kaliningrad (RUS) an. Auch die Tatsache, dass Jörg W. Ziegenspeck zwei weitere Dissertationen erfolgreich verteidigte (2001: Karls-Universität zu Prag/CZ und 2003: Staatliche Universität Kaliningrad/RUS), belegt einerseits die wissenschaftliche Dynamik, die ihn stets ausgezeichnet hat, andererseits seine Bemühungen, den internationalen Gedankenaustausch 'auf gleicher Augenhöhe' zu intensivieren (Fischer/Lehmann 2007, S. 594 f).

Sein größtes Verdienst war sicher die Etablierung der Erlebnispädagogik als anerkannte universitäre Disziplin. 1990 gründete er das Institut für Erlebnispädagogik e. V. und zeichnet noch heute als Herausgeber der Zeitschrift für Erlebnispädagogik, die seit 1981 erscheint, verantwortlich. 1987 gründete er den Bundesverband Erlebnispädagogik e. V.

Jörg W. Ziegenspeck ist langjähriges Mitglied vielfältiger Vereine u.a. der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft e. V., der Deutschen Korczak-Gesellschaft e. V., der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung e. V., um nur einige der vielen zu nennen. Ferner ist er in den Beiräten zahlreicher pädagogischer Institutionen aktiv tätig, wie beispielsweise im Bundesverband Humane Schule e. V..

Er hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht zu Fragen der Bildungsforschung und Erziehung, insbesondere zur Erlebnispädagogik. Jörg W. Ziegenspeck ist Begründer mehrerer gemeinnütziger Vereine, neben den schon angeführten noch u.a.: Jugendschoner 'Hermine' e. V., Segelschiff 'Thor Heyerdahl' e.V., Sozialarbeit und Segeln e. V. sowie Kinder- und Jugendhilfe e. V.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zensur und Zeugnis in der Schule, Hannover 1973
  • Lernen für's Leben - Lernen mit Herz und Hand, Lüneburg 1986
  • Erlebnispädagogik: Rückblick-Bestandsaufnahme-Ausblick, Lüneburg 1992
  • Handbuch Zensur und Zeugnis in der Schule (unter Mitarbeit von Jens Lehmann): Historischer Rückblick, allgemeine Problematik, empirische Befunde und bildungspolitische Implikationen. Bad Heilbrunn 1999
  • Handbuch Erlebnispädagogik, Bad Heilbrunn 2000
  • Bildungspolitik ohne Fortschritt - Bildungsreform ohne Effekt, Hohengehren 2009
  • Respekt, Respekt ... Das erste Mal auf eigenem Kiel in den Watten und auf der Nordsee, Augsburg 2010
  • Going East. Mit dem Segelschiff in 180 Tagen um die Ostsee - Segeln in der "Dritten Hälfte" des Lebens -, Augsburg 2010

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Torsten Fischer/Jens Lehmann: Bewerten – Orientieren – Erleben. Pädagogische Räume, Reflexionen und Erfahrungen. 66 Wegbegleiter gratulieren Jörg W. Ziegenspeck zum 66. Geburtstag. Aachen 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]