Jübar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jübar
Jübar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jübar hervorgehoben
Koordinaten: 52° 41′ N, 10° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 70,89 km2
Einwohner: 1637 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039003
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 225
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marschweg 3
38489 Beetzendorf
Webpräsenz: www.juebar.eu/
Bürgermeister: Carsten Borchert (CDU)
Lage der Gemeinde Jübar im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-WinterfeldArendsee (Altmark)BeetzendorfDähreDiesdorfGardelegenJübarKalbe (Milde)KlötzeKuhfeldeRohrbergSalzwedelWallstaweKarte
Über dieses Bild

Jübar ist eine Gemeinde im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Jübar liegt 25 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel. Östlich des Dorfes fließt der Jübarer Abzugsgraben, der in Lüdelsen in die Hartau mündet. Im Norden liegt der fast 108 Metern hohe Kahnberg, die höchste Erhebung in der Gemeinde Jübar. Im Süden liegt knapp 94 Meter hohe Bromer Berg.[2]

Der Westen der Gemeinde grenzt an die Landesgrenze zu Niedersachsen, die in diesem Gebiet großenteils entlang der Ohre verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Bornsen, Drebenstedt, Gladdenstedt, Hanum, Jübar, Lüdelsen, Nettgau und Wendischbrome. Splittersiedlungen der Gemeinde sind Neuenstall, Klein Wismar und Groß Wismar.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfteich und Turm der Dorfkirche

Jübar fand als Jubere im Jahr 1240 seine erste urkundliche Erwähnung, als Albertus und Hogerus de Jubere dem Stift Hamersleben eine Hufe in Bergmoor übergaben.[4]

Jübar wird 1308 erstmals als Dorf (villa) erwähnt.[5]

Das Dorf befand sich im 13./14. Jahrhundert in geographischer Grenzlage im deutsch-slawischen Gebiet. Es ist weder der deutsche noch slawische Ursprung nachzuweisen. Der einstige Name wechselte im Laufe der Jahrhunderte oft von Inbere, Jobere, Inber bis Jübar. Die Bezeichnung des Ortes soll nach Aussagen von Mediävisten auf die „Linde“ hinweisen. In der Tat stehen im Nord- und Südteil des ovalen Rundlings zwei jahrhundertealte - bereits hohle - Linden, die als Naturdenkmal dem Dorf sein eigenes Gepräge geben und im Volksmund die „tausendjährigen Linden“ genannt werden. Deshalb wurde auf Beschluss des Gemeinderates die Linde dem Grafiker als Symbol vorgegeben. Der rote märkische Adler deutet die Zugehörigkeit zur Region der Altmark an.

Bis 1375[6] gehörte Jübar zum Kloster Isenhagen und ging dann in den Besitz des Klosters Diesdorf über.[7]

Die historische Bevölkerung von Jübar und der eingepfarrten Orte ist für die Jahre 1674 bis 1814 in einem Ortsfamilienbuch dokumentiert.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 gehörte Jübar zur Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf,[9] die ab 2005 in der Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf aufging. Seit dem 1. Januar 2010 gehört Jübar zur Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Bornsen (am 25. Mai 2009), Hanum (am 3. Juni 2009), Jübar (am 3. Juni 2009), Lüdelsen (am 13. Mai 2009) und Nettgau (am 4. Juni 2009), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Jübar vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[10][11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was Wappen wurde am 15. Dezember 1992 durch das Ministerium des Innern genehmigt. Durch die Vereinigung der fünf Gemeinden Bornsen, Hanum, Jübar, Lüdelsen und Nettgau hat die neue Gemeinde Jübar die Weiterführung des Gemeindewappens der alten Gemeinde Jübar beantragt. Diese Weiterführung wurde am 11. Mai 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber aus grünem Schildfuß wachsender grüner Lindenbaum mit schwarzem Stamm, rechts oben begleitet von einem schwarz bewehrten roten Adler.“[12]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Weiß-Grün gestreift und mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Schulhof Mehmker Weg 1 erinnert ein Gedenkstein an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der im Jahre 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde und dessen Namen diese Schule in der DDR trug.
  • In der Mitte des Dorfes befindet sich eine etwa 1000-jährige Linde, die Naturdenkmal ist und als Wahrzeichen Jübars gilt.[13]

Dorfkirche Jübar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist ein mittelalterlicher Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Im Jahr 1899 wurde ein neoromanischer Westturm aus Backstein angebaut.[14] Die Orgel der Kirche wurde 1866 vom Orgelbaumeister August Troch aus Neuhaldensleben geschaffen. Das Werk hat acht Register auf einem Manual und Pedal. Die Disposition lautet:

Manual: Principal 8', Gedackt 8', Viola da Gamba 8', Octave 4', Flöte 4', Mixtur (3-4f.?)
Pedal: Subbass 16', Octavbass 8'
Pedalkoppel

Öffentliche Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindehaus
  • Sporthalle
  • Bibliothek Jübar
  • Grundschule
  • Dorfkirche Jübar

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Jübar wurde mehrfach ausgezeichnet. 1996 und 1999 war Jübar schönstes Dorf des Altmarkkreises Salzwedel, 1997 sowie 2001 siegte es im Regierungsbezirk Magdeburg im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ bzw. „Unser Dorf hat Zukunft“. 2001 gewann Jübar die Bronzeplakette im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.[13]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber der Gemeinde Jübar ist das Spanplattenwerk der Sonae Arauco Deutschland bei Gladdenstedt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartmut Bock (* 1944), Lehrer, Museologe, Heimatforscher und Ehrenbürger von Jübar

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Jübar gehörte zur Pfarrei Jübar[15] und gehört heute zum Pfarrbereich Rohrberg[16] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Jübar die Kirchengemeinde Jübar, in welche die Dörfer Bornsen, Gladdenstedt, Lüdelsen und Neuenstall eingepfarrt waren, sowie die Kirchengemeinden Hanum und Mellin.[15] Nach Einweihung der Gedächtsniskirche Lüdelsen 1924 entstand dort die Kirchengemeinde Lüdelsen, in die Neuenstall eingekircht wurde.[7] Im Jahr 1973 bilden die Kirchengemeinden Jübar, Lüdelsen und Hanum das Kirchspiel Jübar.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jübar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1089–1093.
  • Chronisten von Jübar: Chronik der Gemeinde Jübar bis 2005. 17. Dezember 2012.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2016 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Jübar (PDF-Datei; 96 kB)
  4. Walter Zöllner: Die Urkunden und Besitzaufzeichnungen des Stifts Hamersleben (1108–1462). In: Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte. Band 17. St.-Benno-Verlag, Leipzig 1979, S. 166–167.
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 108, XLIII (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038_00116~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 401 (uni-potsdam.de).
  7. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1089–1093.
  8. Ulf Queckenstedt: Ortsfamilienbuch Jübar. (online-ofb.de).
  9. Informationsmappe zum Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Land Sachsen-Anhalt 2017. 2017 (juebar.eu [PDF; abgerufen am 3. März 2018]).
  10. Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 7. Salzwedel 29. Juli 2009, S. 180–183 (PDF; 1,8 MB [abgerufen am 3. März 2018]).
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  12. Amtsblatt des Landkreis Nr. 6/2010 Seite 129 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  13. a b Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf - Diesdorf: Jübar
  14. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 215.
  15. a b Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 3. März 2018]).
  16. Pfarrbereich Rohrberg. Abgerufen am 3. März 2018.