Neue Synagoge Bochum

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Neue Synagoge Bochum
Lage der Gebäude neben dem Planetarium (2007 zum Ende der Bauphase)
Der Innenraum mit Toraschrein, Parochet und Ner Tamid, links der Bima die Rabbiner Soussan, Apel und Kaplan
Torarollen im Toraschrein

Die neue Synagoge ist das Versammlungs- und Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen am Erich-Mendel-Platz in Bochum in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühere Alte Synagoge an der heutigen Huestraße (ehemals Wilhelmstraße 18) wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört. An der Seitenwand des am Platz der ehemaligen jüdischen Schule stehenden Geschäftsgebäudes erinnert heute eine Mahntafel an die ehemalige Synagoge.[1]

Das neue Gebäudeensemble wurde von 2005 bis 2007 unter der Leitung des Architekturbüros Peter Schmitz errichtet, die Gesamtkosten betrugen sieben Millionen Euro. Der Kölner Peter Schmitz für den Gebäudeentwurf und Ulrike Beuter von der Planergruppe Oberhausen für die Landschaftsarchitektur hatten 2005 den ein Jahr zuvor ausgelobten Architekturwettbewerb gewonnen. Vorausgegangen war 2003 die Schenkung des repräsentativen, 4.300 Quadratmeter großen Grundstückes von der Stadt Bochum an die jüdische Gemeinde. Ende 2005 wurde der Grundstein für die neue Synagoge gelegt.[2]

Am 16. Dezember 2007 wurde die neue Synagoge feierlich eröffnet, es sprachen unter anderem der aus Bochum stammende Bundestagspräsident Norbert Lammert, die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, der damalige Ministerpräsident des Landes Jürgen Rüttgers, die damalige Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch sowie die Rabbiner Avichai Apel, Benzion Dov Kaplan, Henry G. Brandt und Julien Chaim Soussan.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang, Foyer, Versammlungsraum, Café und Nebengebäude sind niedrige, sachlich gestaltete Anbauten auf dem mit Betonmauern gefassten, scharfkantigem Plateau. Die eigentliche Synagoge ist ein mächtiger Kubus, der mit der benachbarten, auf einem weich modellierten Hügel stehenden Halbkugel des Planetariums korrespondiert. An den Außenflächen des Blocks, der fast völlig geschlossen ist, bildet das flache Relief der Steinverkleidung ein Ornament von Davidsternen. Die länglichen, gesägten Natursteine zitieren mit ihrer vor- und rückspringenden Mauerung den Backsteinexpressionismus im Ruhrgebiet. In mittlerer Höhe dienen kleine Dreiecke im Muster als Fenster, im Inneren ergeben sie zusammen ein umlaufendes Fries aus Sternen.

Der quadratische Saal wird von einem eingehängten, mit einer Lichtfuge von den Wänden abgesetzten, goldgelben Baldachin mit einer Lichtöffnung in der Mitte überspannt. Er verleiht dem Raum die von der Gemeinde gewünschte erhabene Stimmung. An der Ostseite des Gebäudes in Richtung Jerusalem (Misrach), befinden sich fünf große, quadratische ebenerdige Fenster, vor dem mittleren steht der Toraschrein.

Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen ist Mitglied im Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe. Sie entstand wie die Jüdische Gemeinde Recklinghausen Anfang 1999 durch Teilung der Gemeinde Bochum-Herne-Recklinghausen.

Die Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen hatte 2011 1122 Mitglieder[3], 2014 waren es 1.065 Mitglieder. Sie ist die zweitgrößte Gemeinde in Westfalen. Vorsitzender der Gemeinde wurde Grigory Rabinovich. Die Arbeit der Gemeinde umfasst die Durchführung von religiösen Veranstaltungen, Feiern und Religionsunterricht. Daneben bietet sie den Mitgliedern soziale Betreuung, Teilnahme an diversen Clubs und Weiterbildungen an und führt sportliche und kulturelle Veranstaltungen für alle Mitbürger sowie Kinder- und Jugendveranstaltungen durch. Zum Angebot zählen auch Sprachkurse.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neue Synagoge Bochum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Bochum zur eigenen Geschichte: Leidens-Wege in Bochum 1933 bis 1945 - Station 7: Synagoge und jüdische Schule
  2. Wettbewerbsdokumentation "Synagoge und Gemeindezentrum" (PDF)
  3. http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/59.html?gemeinde=50

Koordinaten: 51° 29′ 7″ N, 7° 13′ 36″ O