Jüdisches Gymnasium Moses Mendelssohn

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Jüdisches Gymnasium Moses Mendelssohn
Berlin, Mitte, Grosse Hamburger Strasse 27, Juedische Oberschule.jpg
Schulform Gymnasium (bis 2013 Gymnasium und Realschule)
Schulnummer 01P03
Gründung 1778
Adresse

Große Hamburger Straße 27

Ort Berlin-Mitte
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 29,7″ N, 13° 23′ 57,6″ OKoordinaten: 52° 31′ 29,7″ N, 13° 23′ 57,6″ O
Träger Jüdische Gemeinde zu Berlin
Schüler 429 (2016/2017)[1]
Lehrkräfte ca. 50
Leitung Aaron Eckstaedt
Website www.josberlin.de

Das Jüdische Gymnasium Moses Mendelssohn (umgangssprachlich auch als JGMM bezeichnet), vormals Knabenschule der jüdischen Gemeinde, später Mittelschule der Jüdischen Gemeinde, ist heute eine staatlich anerkannte Privatschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Als konfessionsgebundene Schule nimmt sie sowohl jüdische als auch nichtjüdische Schüler auf. Das Schulgebäude befindet sich in der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte. Bis Sommer 2012 trug die Schule den Namen Jüdische Oberschule (umgangssprachlich auch als JOS bezeichnet).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert wurden die Kinder der Jüdischen Gemeinde notdürftig im Schreiben sowie in der Talmud- und Bibellehre unterrichtet. Moses Mendelssohn wollte aber, dass auch arme Kinder Unterricht erhielten und ihnen neben Bibel und Talmud auch Deutsch, Mathematik, Französisch, Biologie und Physik gelehrt werden konnte. Mendelssohn und seine Freunde beschlossen eine Schule zu gründen. 1778 entstand auf Initiative von David Friedländer und Isaak Itzig die jüdische Freischule. Nach Itzigs Tod wurde 1806 Lazarus Bendavid Direktor. 1825/1826 wurde die Freischule mit den Talmud-Tora-Schulen der Gemeinde zur Jüdischen Gemeindeschule vereinigt.

1860 wurde über den Bau in der Großen Hamburger Straße 27 entschieden. Durch einen Ministerialerlass wurde der Bau bewilligt. Nur mit zusätzlichen Geldmitteln konnte es sich die Jüdische Gemeinde 1861 leisten, mit dem Bau zu beginnen. 1862 wurde das neue Gebäude der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde fertiggestellt und am 14. Juni 1863 bezogen. 1906 erfolgte der Umzug in einen Neubau. 1923 wurde sie eine öffentliche Mittelschule mit 9 Klassen. Nach dem Zusammenschluss 1931 mit einer Mädchen-Mittelschule umfasste sie fast 500 Schüler, 1934 dann über 1000 Schüler. Langjähriger Direktor (1911–1931) war Joseph Gutmann (1865–1941), ihm folgte (1931–1938) Heinemann Stern (1878–1957) und zuletzt Georg Feige (1877–1944), der im KZ Theresienstadt ums Leben kam.

1942 teilte das Reichssicherheitshauptamt mit, dass das Gebäude bis zum 15. April zu räumen sei, da das Schulgebäude fortan, von 1942 bis 1945, als Deportationslager für Berliner Juden genutzt werde. Nach dem Zweiten Weltkrieg war von 1960 bis 1992 im Gebäude die Kommunale BerufsschuleProfessor Richard Fuchs“ untergebracht. 1992 zog die Jüdische Grundschule ein und nutzte das Gebäude gemeinsam mit der Berufsschule. Gleichzeitig begann der Umbau und die Sanierung des Hauses, sodass mit Beginn des Schuljahres 1993/94 27 Schülerinnen und Schüler die siebte Klasse der Jüdischen Oberschule besuchten. Am 20. Oktober 1993 wurde die Jüdische Oberschule neu eingeweiht.

Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule nimmt am Berliner Programm zur vertieften Berufsorientierung (BvBO) und Komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft teil und bietet ihren Schülern eine Unterstützung bei der Berufsorientierung und Berufswahlentscheidung.[8][9]

Ehemalige Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Czollek, Lyriker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Külow: Schalom und Alefbet. die Geschichte des Jüdischen Gymnasiums in Berlin, Hentrich & Hentrich Berlin, 2014, ISBN 978-3-9556503-0-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jüdische Oberschule Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jüdisches Gymnasium Moses Mendelssohn. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, 19. September 2008, abgerufen am 22. Mai 2017.