Jüdische Studierendenunion Deutschland

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Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) ist die bundesweite Vertretung jüdischer Studierender und junger jüdischer Erwachsener in Deutschland. Sie wurde am 8. Dezember 2016 in Berlin gegründet und hat seitdem ebendort ihren Sitz.[1] Sie ist als eine eigenständige Institution innerhalb des Zentralrats der Juden in Deutschland (K.d.ö.R.) organisiert. Aktuell vertritt sie etwa 25.000 junge jüdische Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren und kooperiert mit 32 jüdischen Studierendenverbänden in Deutschland.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweck der JSUD ist die Vereinigung aller jüdischer Studierender und junger jüdischer Erwachsener in Deutschland zur gemeinsamen politischen Arbeit und Interessenvertretung.

Die JSUD definiert ihre Aufgaben laut ihrer Satzung in

  1. der Vertretung der Interessen jüdischer Studierender und junger jüdischer Erwachsener sowohl nach innen, als auch nach außen,
  2. der Förderung jüdischen Bewusstseins bei jüdischen Studierenden und jungen jüdischen Erwachsenen sowie ihre Solidarität untereinander,
  3. der Bekämpfung jeder Form rassistischer, fremdenfeindlicher, religiöser und politischer Diskriminierung, insbesondere des Antisemitismus,
  4. der Sensibilisierung und Information der nicht-jüdischen Öffentlichkeit in Deutschland für jüdische Themen,
  5. der Förderung der Solidarität mit dem Staat Israel,
  6. der Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und die Stärkung der Demokratie in Deutschland.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organe der JSUD bilden die Vollversammlung, der Vorstand und der Beirat. Die Vollversammlung ist das höchste Organ der JSUD. Ihr obliegt die Entlastung des Vorstands, die Wahl der Vorstandsmitglieder, die Erteilung von Aufträgen an den Vorstand und der Beschluss von Änderungen an der Satzung. Sie findet mindestens einmal jährlich während und am Ort des jährlichen jüdischen Jugendkongresses, veranstaltet von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) und dem Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R., statt. Der Vorstand besteht aus fünf Personen und setzt sich zusammen aus einem Präsidenten, zwei Vizepräsidenten, einem Schatzmeister und einem Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit. Im Vorstand werden die Planungsschritte, Handlungen und Geschäfte der JSUD beschlossen. Seine Legislaturperiode umfasst zwei Jahre. Der Präsident leitet die Geschäfte der JSUD und repräsentiert diese offiziell nach außen. Die Vizepräsidenten vertreten den Präsidenten, falls dieser verhindert ist. Der Schatzmeister erstattet der Vollversammlung einen Finanzbericht. Für die Verwaltung der täglichen Geschäfte ist der Geschäftsführer zuständig. In der JSUD bestehen vier thematische Referate, in denen sich auch die Handlungsfelder abbilden: Policy, Regionales, Gesellschaft & Soziales und Öffentlichkeitsarbeit. Jeweils ein Mitglied des Vorstands leitet zugleich ein Referat.

Der aktuelle Vorstand (seit März 2017) setzt sich zusammen aus:

  • Dalia Grinfeld (Präsidentin)
  • Benjamin Fischer (Vize-Präsident, Leiter des Referates Politik)
  • Mike Samuel Delberg (Vize-Präsident, Leiter des Referates Öffentlichkeitsarbeit)
  • Aaron Serota (Leiter des Referates Regionales)
  • Arthur Poliakow (Schatzmeister, Leiter des Referates Gesellschaft & Soziales)

Amtierender Geschäftsführer (seit Juli 2017):

  • Oleg Pronitschew

Dem Gründungsvorstand (seit Dezember 2016) gehörten ferner an:

  • Arthur Bondarev
  • Lionel Reich

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die JSUD wurde am 8. Dezember 2016 durch einen Gründungsvorstand initiiert.[2] Durch ihre Konsitution trat sie die Nachfolge des Bundesverbands Jüdischer Studierender in Deutschland (BJSD) als repräsentative Institution jüdischer Studierender und junger Erwachsener in Deutschland an. Die ordentliche und öffentliche Wahl des Vorstands erfolgte beim Jugendkongress in Frankfurt am Main im März 2017.[3] Seit Juli 2017 ist Oleg Pronitschew Geschäftsführer der JSUD.[4] Sie ist seit Januar 2017 Teilmitglied der World Union of Jewish Students. Seit August 2017 ist sie ein Vollmitglied der European Union of Jewish Students.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktivitäten der JSUD richten sich auf eine politische Konsolidierung ihrer Zielgruppe im Sinne von Vernetzung, Zusammenarbeit und Außendarstellung. Vom 28. bis 29. Juni führte sie das erste eigenständige Seminar zu politischem Aktivismus in Brüssel (Belgien) durch, an dem jüdische Studierende und junge Erwachsene teilnahmen. Die Veranstaltung bot den Teilnehmern einen Einblick in die Arbeit von europaweiten politischen Institutionen wie dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission sowie Stiftungen und Netzwerken in Brüssel.

Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft sind die Mitglieder der JSUD in der jüdischen Jugendarbeit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), der jüdischen Gemeinden, ihrer Landesverbände und der deutschen sowie internationalen jüdischen Initiativen tätig. Die Vertreter der JSUD sind in der deutschen Innenpolitik, der Nahostpolitik und den Internationalen Beziehungen aktiv. Mitglieder des Vorstands nehmen an Diskussionen im United Nations Human Rights Council, Europäischen Parlament, Trilateral Strategic Dialogue, American Jewish Committee Global Jewish Advocacy Forum und Jugendkongress des Bündnisses für Demokratie und Toleranz teil. Die JSUD wirkt an pro-israelischen Demonstrationen und Veranstaltungen wie dem bundesweiten Israeltag mit.[5]

Die JSUD positioniert sich über Stellungnahmen und Aktionen zu politischen Entwicklungen in der Öffentlichkeit. Unter dem Hashtag #wasabbassagt starteten Aktivisten der JSUD eine Aufklärungskampagne zu öffentlichen Auftritten des Präsidenten der Palästinensichen Autonomiegebiete Mahmud Abbas. Anlass hierzu war ein Staatsbesuch des Vertreters in Deutschland. Das Ziel der Kampagne war es, auf die Unterschiede in der Rhetorik der Auftritte von Abbas aufmerksam zu machen, wonach diese im Ausland friedenspolitisch ausgerichtet ist, während seine innenpolitischen Äußerungen einen agitatorischen und konfliktorientierten Charakter haben. Bei dem Vortrag von Abbas bei der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Zweistaatenlösung waren Aktvisten der JSUD vor Ort und trugen Shirts, auf denen Zitate seiner Reden an die palästinensische Bevölkerung abgedruckt waren.[6] Am 23. Juni boykottierte die JSUD zusammen mit anderen jüdischen und politischen Organisaitonen den Al-Quds Tag in Berlin im Rahmen einer öffentlichen Kundgebung.[7]

Neben Themen, die jüdische Jugendliche direkt betreffen, positioniert sich die JSUD auch zu gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und solidarisiert sich mit anderen Minderheiten wie den Muslimen, Jesiden, Bahá'í, Armeniern, Sinti und Roma. Sie engagiert sich im interkonfessionellen und interkulturellen Dialog sowie in der Geschlechterpolitik. Die JSUD begrüßte die Verabschiedung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland durch den Deutschen Bundestag am 30. Juni 2017.[8] Präsidentin Dalia Grinfeld wirkte am 2. August 2017 an einer Gedenkveranstaltung für die in Auschwitz-Birkenau ermordeten Sinti und Roma mit.[9]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die JSUD ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts innerhalb des Zentralrats der Juden in Deutschland organisiert. Sie hat eine Teilmitgliedschaft innerhalb der World Union of Jewish Students. Seit August 2017 ist sie ein Vollmitglied der European Union of Jewish Students.

Die JSUD kooperiert mit folgenden Organisationen:

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National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bund jüdischer Jugendlicher und Studenten Köln (BjJSK)
  • Bund jüdischer Studierender Baden
  • Ernst-Ludwig-Ehrlich Studienwerk e. V.
  • Hillel Deutschland
  • JeWnovation - Jugend- und Studentenverband in Nordrhein
  • JuBuK - Essen
  • Jung und Jüdisch Deutschland
  • Jüdische Studentengruppe Karlsruhe (JSK)
  • Jüdische Studierendengruppe Kaiserslautern
  • Jüdischer Jugend und Studentenverband Hessen (JJSH)
  • Jüdischer Studentenverband Stuttgart
  • Jüdischer Studierendenverband Franken
  • Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG)
  • JuStWe - Jüdischer Studentenverband Westfalen
  • Studentenverband Dortmund
  • Studentim
  • Lavi Berlin
  • Verband Jüdischer Studenten in Bayern (VJSB)
  • Verband Jüdischer Studierender Nord
  • Young Jewish Professionals
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
  • Zionistische Jugend Deutschland

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) in Berlin gegründet – haGalil. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  2. Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R.: JSUD: Stimme für den Campus | Jüdische Allgemeine. Abgerufen am 9. Oktober 2017 (englisch).
  3. VORSTAND DES JSUD GEWÄHLT. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  4. Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R.: Interview: »Schnittmengen finden« | Jüdische Allgemeine. Abgerufen am 9. Oktober 2017 (englisch).
  5. Berliner Morgenpost - Berlin: Deutsch-Israelische Gesellschaft feiert Israel-Tag. (morgenpost.de [abgerufen am 9. Oktober 2017]).
  6. Ulrich W. Sahm: (K)ein Händedruck von der Konrad -Adenauer- Stiftung. In: Audiatur-Online. 30. März 2017 (audiatur-online.ch [abgerufen am 9. Oktober 2017]).
  7. No-Al-Quds-Tag Gemeinsam gegen Antisemitismus und Homophobie. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  8. JSUD - Jüdische Studierendenunion Deutschland. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  9. JSUD: Gedenktag Sinti und Roma in Auschwitz! Wir vergessen nicht! #RomaHolocaust #minorityrights @ZR_SintiRomapic.twitter.com/STV0ggeTr1. In: @JSUDeutschland. , abgerufen am 9. Oktober 2017.