Jüdisches Viertel von Jerusalem

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Das Jüdische Viertel
Eine belebte Gasse im jüdischen Viertel in der Nacht

Das Jüdische Viertel von Jerusalem (arabisch حارة اليهود, hebräisch הַרֹבַע הַיְהוּדִי, HaRova HaYehudi) ist eines der vier traditionellen Viertel der Jerusalemer Altstadt. Es hat eine Fläche von 116.000 Quadratmetern und liegt in Ostjerusalem. Zusätzlich erstreckt sich das Viertel vom Zionstor im Süden bis zur Klagemauer und dem Tempelberg im Osten. Im frühen 20. Jahrhundert lebten 19.000 Juden im Viertel.

Heute wird das Jüdische Viertel nur noch von 2.000 jüdischen Einwohnern bewohnt und ist die Heimat von zahlreichen Talmudschulen und Synagogen, vor allem der Hurva-Synagoge, die unzählige Male zerstört und 2010 wiedereröffnet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Juden lebten bis in die Kreuzfahrerzeit hinein im Nordosten der Stadt. Dieses Viertel wurde nach der Eroberung Jerusalems aber vollständig zerstört. Nachdem der sephardische Rabbi Nachmanides „Ramban“ 1267 nach Jerusalem gekommen war, begann er mit dem Aufbau einer neuen jüdischen Gemeinschaft im Südosten. Starken Zulauf erhielt diese Gemeinschaft nach der Vertreibung der Juden aus Spanien 1492 und seit dem 18. und 19. Jahrhundert durch die Ausweisung von Juden aus Osteuropa.

Während des Unabhängigkeitskrieges 1948 wurde die Altstadt von jordanischen Truppen erobert, und alle jüdischen Bewohner wurden vertrieben. Dabei sorgte Paul Ruegger vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz persönlich für sicheres Geleit ins israelisch gehaltene westliche Jerusalem.[1] Die Wohnhäuser und alle 58 Synagogen des Viertels wurden systematisch zerstört und unbewohnbar gemacht, zusätzlich wurden alle westlichen Zugänge zur Altstadt (Neues Tor, Jaffator, Zionstor) vermauert. Das vollständig vernachlässigte Viertel verfiel zusehends. Erst nach der Rückeroberung im Sechstagekrieg 1967 begann der Wiederaufbau, vielfach unterstützt durch reiche jüdische Familien und Gemeinden in Europa und den USA. Dadurch ist das Jüdische Viertel heute das reichste und am besten modernisierte Viertel der Altstadt, was man bereits beim Gang durch die Straßen deutlich bemerkt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das ist Jerusalem, Menashe Har-El, Canaan Verlag, Jerusalem 1977, S.276
  • Alexander Schölch, "Jerusalem im 19. Jahrhundert (1831–1917 n. Chr.)" in "Jerusalem in der israelischen Geschichte", herausgegeben von KJ Asali. Jahr 1989. ISBN 0-905906-70-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jüdisches Viertel von Jerusalem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean-François Pitteloud: Ruegger, Paul. In: Historisches Lexikon der Schweiz., abgerufen am 11. April 2017.

Koordinaten: 31° 47′ N, 35° 14′ O